Adipositas - Abnehmen - Toxische Belastung

Clematis

Hallo,

hier ein Text für jene die übergewichtig sind und abnehmen wollen. Dabei sollte berücksichtigt werden, daß sich dadurch toxische, chemische Belastungen verstärken können....

Quelle: Diätrisiken: Gorleben im Bierbauch (02.11.2010) - DocCheck News

Text-Zitat: von Dr. rer. nat. Erich Lederer, 2.11.2010

Diätrisiken: Gorleben im Bierbauch

Schlanker zu werden bringt für Menschen mit Übergewicht nicht nur ein gesünderes Leben. Wenn sich die Daten einer Studie mit mehr als 1000 Amerikanern bestätigen, wandern mit dem Abschmelzen der Fettreserven auch gefährliche Umweltgifte ins Blut.
Mehr zu diesem Thema:
GEDA 2008/2009
National Health and
Nutrition Examination Survey Studie

„Wenn Sie nicht abnehmen, liegen Sie in Kürze mit einem Herzinfarkt in der Klinik“. So oder ähnlich musste fast jeder Allgemeinmediziner schon einmal seinen Patienten ermahnen, wenn dessen Body-Mass-Index (BMI) die 30 überquert hat. Die Ermahnungen werden immer häufiger notwendig. Nach den Zahlen des Robert-Koch-Instituts stieg die Quote der Adipösen bei erwachsenen Männern und Frauen von rund 12,5 Prozent im Jahr 2003 auf rund 16 Prozent im letzten Jahr. Bei Jugendlichen ist dieser Anstieg noch höher. Von rund 2,5 Prozent kletterte der Index auf 7,1 (Männer) und 5,4 (Frauen).

Speck weg - POPs im Blut

Also: Diät und Sport und damit Kilos verlieren! - Stopp! Wenn sich die Ergebnisse koreanischer Ernährungswissenschafter bestätigen, die sie vor einigen Wochen im International Journal of Obesity veröffentlicht haben, tauscht der Körper die verlorenen Kilos und damit die geringere Belastung für Herz und Kreislauf gegen eine hausgemachte Vergiftung ein. Denn mit der Verbrennung von Fettpölsterchen werden auch lipophile Stoffe frei, die an den Speicher für magere Zeiten gebunden sind. Wer hungert und damit seinen BMI drückt, setzt wesentlich mehr an so genannten persistenten organischen Schadstoffen (POP = Persistant Organic Pollutants) frei. Substanzen, wie wir sie aus den Nachrichten über Umweltverschmutzungen kennen, also etwa das Insektengift DDT, Dioxin oder die Weichmacher PCB (Polychlorierte Biphenyle).
Schon Studien vor etwa zehn Jahren gaben einen ersten Hinweis auf eine höhere Giftstoffkonzentration im Blut nach dem Leichterwerden. Dabei wurden jedoch nur die Ergebnisse kurz nach der Gewichtsabnahme gemessen. Ungeklärt war bisher auch die Frage, ob die Belastung - durch POPs - abnimmt, sobald sich der Speck festsetzt. Duk-Hee Lee von der Kyungpook National University im koreanischen Daegu und seine Kollegen analysierten Daten zu 1099 Teilnehmern einer großen amerikanischen Gesundheits-Studie im Alter über 40 Jahre. Die Forscher verließen sich dabei auf die Angaben der Teilnehmer zu ihrem Körpergewicht ein Jahr bzw. zehn Jahre vor der Studie. Die Konzentration der Schadstoffe in den Serumproben bestimmte ein Gaschromatograph.

Für alle sieben bestimmten Schadstoffe ergab sich eine eindeutige negative Korrelation zwischen Gewichtsveränderung und Serumkonzentration. Die Koeffizienten für verschiedene PCBs und DDT-Abkömmlinge lagen dabei um -0,2 im 10-Jahres-Zeitraum. Wer Gewicht zugelegt hatte, verminderte seine POP-Konzentration im Blut noch mehr im Vergleich zu Teilnehmern mit stabilem BMI. Die Korrelationen für die Gewichtsveränderung innerhalb eines Jahres waren zwar auch signifikant, jedoch deutlich schwächer.

Steigerung um 388 Prozent

Ob diese Daten auch nach Deutschland übertragbar sind, müssen ähnliche Analysen bei uns zeigen. Denn die USA sind eine der wenigen Staaten, die dem Stockholm-Abkommen über die Herstellung und Verbreitung von POPs bisher nicht beigetreten sind. Nur aktuelle Messungen können klären, ob sich durch die Verminderung dieser Schadstoffe in der Umwelt und Lebensmitteln die Lage gebessert hat. Denn Analysen in Kanada vor einigen Jahren zeigen einen ähnlichen Trend, obwohl das Land inzwischen das entsprechende Abkommen unterzeichnet hat. So untersuchte etwa Normand Teasdale aus Quebec extrem Fettleibige, die sich einer bariatrischen Operation unterzogen und damit rund 45 Prozent ihres Körpergewichts verloren hatten. Chlororganische Verbindungen im Blut nahmen dabei um 388 Prozent zu.

Voll auf der Höhe mit Bauch und Geist

Mit der zunehmenden Tendenz zur Körperfülle nehmen die Risiken für Pumpe und Versorgungsystem des Körpers zu. Aber schon eine Untersuchung aus dem Jahr 2000 in Wales zeigte, dass es nicht die mäßige Zunahme an Körpergewicht in der Mitte des Lebens ist, die zu einer höheren Sterblichkeit führt, sondern vor allem die Fettleibigkeit schon in jungen Jahren. Wer mit 18 schon dick war, stirbt wahrscheinlich eher als der gut genährte Mittfünfziger, der sich seinen Wohlstandsspeck erst in letzten Jahren angeeignet hat. Eine Veröffentlichung aus Finnland aus dem Jahr 2005 zeigte schließlich, dass die Sterblichkeit bei gezieltem Abnehmen steigt. Und schließlich demonstriert eine Untersuchung von Neurologen aus Pittsburgh aus dem letzten Jahr, dass nicht nur der Körper unter einer übermäßigen Diät leidet, sondern auch das zentrale Nervensystem. Alte Menschen mit niedrigem BMI oder schnellem Verlust von Körpermasse tragen im Vergleich zu mindestens Vollschlanken bzw. Senioren mit stabilem Körpergewicht ein höheres Risiko für geistige Verwirrung, verbunden mit Alzheimer und Demenz.

Schlank macht krank?

Müssen wir unsere Annahmen über den Zusammenhang zwischen Krankheit und Körpergewicht revidieren? Bisher, so dachten wohl die meisten Mediziner, sorgt ein akutes oder chronisches Leiden für eine ungewollte Schlankheitskur. Möglicherweise liegt aber auch der kausale Zusammenhang umgekehrt. Zumindest wären die Ergebnisse eine Erklärung für das verminderte Herzrisiko bei leichter Gewichtszunahme, so die Autoren der koreanischen Studie. Auch Hans Hauner vom Lehrstuhl für Ernährungsmedizin der TU München weiß um die Speicherung und Freisetzung von Umweltgiften im Fettgewebe des Menschen. „Soweit diese über andere Mechanismen dann ganz aus dem Körper ausgeschieden werden, bedeutet dies nicht notwendigerweise einen Nachteil“, so Hauner zu DocCheck, „gleichzeitig sind aber unmittelbare toxische Effekte ebenfalls nicht auszuschließen.“
 
Beitritt
25.09.07
Beiträge
9.569
Hallo Clematis,

danke für diesen interessanten Bericht :).

Ich habe das auch schon gelesen, denke aber einfach es kommt auf die einzelne Personen an. Wenn jemand stark übergewichtig ist und über Monate oder gar Jahre abnimmt wäre es bestimmt sehr sinnvoll wenn er gleichzeitig etwas für seine Entgiftung tun würde. Wenn jedoch jemand 5 KG zuviel auf den Rippen hat ist es aber vermutlich nicht ganz so tragisch wenn er über ein paar Wochen dieses Gewicht reduziert. So könnte ich mir das zumindest vorstellen ;).

Vor ein paar Tagen habe ich kurz in eine Doku reingesehen in der die Wissenschaftler sagen es sei am gesündesten ganz schlank zu sein, d.h. "Hunger" fördere die Gesundheit. Der Körper würde dadurch viel weniger Sauerstoff verbrauchen und daher die Lebensdauer einer Zelle deutlich verlängert. So mal ganz grob und kurz zusammen gefasst. Es wäre theoretisch möglich bei "optimaler" Konstitution durchaus 130-140 Jahre alt zu werden. Ich frage mich nur wer das meinen Gelenken beibringen will :eek: oder wir wären alle mit vielen Ersatzteilen zusammengeflickt. Doch ich frage mich, wenn es denn tatsächlich so wäre, möchte ich das wirklich... :confused:?


Liebe Grüße :wave:.

Heather
 

Clematis

Ich habe das auch schon gelesen, denke aber einfach es kommt auf die einzelne Personen an. Wenn jemand stark übergewichtig ist und über Monate oder gar Jahre abnimmt wäre es bestimmt sehr sinnvoll wenn er gleichzeitig etwas für seine Entgiftung tun würde. Wenn jedoch jemand 5 KG zuviel auf den Rippen hat ist es aber vermutlich nicht ganz so tragisch wenn er über ein paar Wochen dieses Gewicht reduziert. So könnte ich mir das zumindest vorstellen ;).

Da stimme ich dir voll zu.:)

Da stellt sich die Frage, was ist Übergewicht? Früher hieß es z.B. 1,75 groß, = 75 kg minus 10% gleich Idealgewicht. Beim BMI wird zusätzlich nach Alter und Geschlecht unterschieden: da wäre das bei mir z.B. 58 bis 73,5 Kilo, bei 58 wäre ich aber krank und sähe aus wie das Leiden Christi! ;) Früher und beim BMI ebenfalls bleibt der Körperbau außen vor, also die Knochen. Breite Schultern und schwere Knochen werden mit dem Körperbau eines Laternenpfahls gleichgesetzt. :cool: Beides also sehr trügerische Werte...

Vor ein paar Tagen habe ich kurz in eine Doku reingesehen in der die Wissenschaftler sagen es sei am gesündesten ganz schlank zu sein, d.h. "Hunger" fördere die Gesundheit. Der Körper würde dadurch viel weniger Sauerstoff verbrauchen und daher die Lebensdauer einer Zelle deutlich verlängert. So mal ganz grob und kurz zusammen gefasst. Es wäre theoretisch möglich bei "optimaler" Konstitution durchaus 130-140 Jahre alt zu werden. Ich frage mich nur wer das meinen Gelenken beibringen will :eek: oder wir wären alle mit vielen Ersatzteilen zusammengeflickt. Doch ich frage mich, wenn es denn tatsächlich so wäre, möchte ich das wirklich... :confused:?:wave:.

Hungern, wie das vielfach bei Diäten geschieht, führt auch dazu, daß der Körper lernt jedes Fitzelchen Nahrung, das er noch bekommt, bis aufs Allerletzte zu verwerten. Nach Beendigung der Diät tut er das weiterhin und da er dann mehr bekommt, nimmt man schnell wieder zu und mehr als vorher. Das war ein Vorgang, den man u.a. für den Jo-Jo-Effekt verantwortlich machte. Hungern kann nicht die Lösung sein: der Körper bekommt dann von allem zu wenig inkl. Vitamine & Co. - das ist meines Erachtens krankheitsfördernd. :rolleyes:

In Bulgarien soll es gehäuft 120-jährige geben, Grund: sehr gesunde, naturbelassene Nahrung auf dem Lande, viel frische aber auch saubere Luft, viel körperliche aber abwechslungsreiche Betätigung. Die Männer werden sogar trotz reichlichem Konsum schwarzer Zigarren so alt!

Ja, die Gelenke mit 140? Zusätzliche Zufuhr von Glucosaminen, Chondroitin und MSM sollte dem abhelfen... Ich habe das wahrgenommen als wandernde Gelenkschmerzen begannen, und trotz Übergewicht merke ich jetzt nicht mal mehr, daß ich Gelenke habe, geschweige denn, daß ich Schmerzen hätte. :)

Liebe Grüße,
Clematis23
 
Beitritt
24.10.10
Beiträge
211
Wer abnehmen will, muss abgeben

Drum sage ich als Ich-kann-Schule-Lehrer: "Wer abnehmen will, muss abgeben." Wir nehmen immer nur. Von da nach dort, und dort wirkt es weiter. Geben sollten wir endlich lernen: abgeben! Ich grüße freundlich.
Franz Josef Neffe
 
Beitritt
22.04.06
Beiträge
931
Fettzellen sind ein guter "Speicher", auch für Gifte. Beim Abspecken werden die Gifte frei.

Das ist eigentlich bekannt.

Man sollte daraus ableiten, nicht zu schnell abzuspecken.

Viele Grüsse
Wero
 
Oben