Verhalten vor Neurostress- oder Stoffwechseltests

Kategorien: Stress



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Inhaltsverzeichnis

Einleitung

Im Zusammenhang mit Neurotransmitter-Untersuchungen und Stoffwechseltests mittels organischer Säuren im Urin geben einige Labore genaue Anweisungen zum Verhalten in den Tagen vor den Labortests. Diese betreffen

  • Einnahme von Medikamenten und Nahrungsergänzungen
  • Ernährung
  • körperliche Anstrengung
  • Menstruation

Diese Auflistung hat keinerlei Anspruch auf Vollständigkeit. Alle Angaben werden ohne Gewähr gemacht. Bitte vor einer Untersuchung immer auch den Behandler diesbezüglich fragen.

Stoffwechseltests mittels organischer Säuren im Urin

Stoffwechseltests mittels organischer Säuren im Urin gehören in Deutschland bei bestimmten Auffälligkeiten in Neugeborenen-Screenings auf angeborene Stoffwechselerkrankungen zur Routinediagnostik. Darüber
hinaus werden sie seit einigen Jahren, von der offiziellen Medizin nicht anerkannt, von wenigen Laboren und Behandlern auch für Erwachsene angeboten bzw. eingesetzt, beispielsweise im Rahmen von Untersuchungen auf nitrosativen Stress oder mitochondriale Funktionsstörungen (hier sind besonders die Marker interessant, die Rückschlüsse auf die Funktion des Citratzyklus‘ als Komponente der mitochondrialen Energieproduktion zulassen).

Nach Aussage von IWDL Genova Diagnostics ist dabei u.a. Folgendes zu beachten (genaue Anweisungen siehe Test-Kit):

  • Die Urinsammlung sollte nicht während der Menstruation durchgeführt werden
  • Eine gestörte Nierenfunktion, übermäßige Flüssigkeitsaufnahmen oder der Gebrauch von Diuretika können die Testresultate beeinflussen
  • Um eine Ausgangsanalyse zu erstellen, sollten nicht notwendige Medikamente und Nahrungsergänzungen in Absprache mit dem Behandler für 4 Tage gemieden werden; soll die klinische Wirkung von Nahrungsergänzungen abgeschätzt werden, können diese Nahrungsergänzungen weiter genommen werden – bis auf die im nächsten Punkt genannten
  • 2 Tage vor dem Test sollten folgende Nahrungergänzungen gemieden werden: Kreatin, Alpha-Ketoglutarat, Apfelsäure, Citrat-, Malat- oder Orotat-Formen von Mineralstoffen
  • 24 Stunden vor dem Test sollten folgende Nahrungsmittel gemieden werden: Ananas, Äpfel, Avocados, Bananen, Butternusskürbis, Kirschen, Kiwis, Nüsse (Walnüsse, Pekannüsse, Hickorynüsse), Pflaumen, Preiselbeeren, Rhabarber, Tomaten, Weintrauben und Rosinen, Wein, Weinstein, Zwetschgen; Fruchtsäfte und Limonade; Benzoat (Konservierungsmittel) und Aspartam (Süßstoff)

Neurotransmitter-Untersuchungen

Untersuchungen von Serotonin und Katecholaminen (Adrenalin, Noradrenalin, Dopamin) oder deren Metaboliten (5-Hydroxyindolessigsäure bzw. 5-HIES, Homovanillinsäure, Vanillinmandelsäure), meist im
24-Std.-Urin, werden in der Schulmedizin u.a. zur Diagnostik neurotransmitterproduzierender Tumore verwendet. Seit einigen Jahren werden sie zudem – von der offiziellen Medizin nicht anerkannt und trotz
uneinheitlicher Studienlage zur Aussagekraft bezüglich der Spiegel im Gehirn/Nervensystem – eingesetzt, um Neurostress bzw. Ungleichgewichte „anregender“ und „dämpfender“ Signalsysteme im Netzwerk der Stresshormone und Neurotransmitter zu erkennen.

Im Folgenden sind die Anweisungen einiger Labore in Bezug auf (24-Std.-Urin-)Untersuchungen von Serotonin und Katecholaminen (Adrenalin, Noradrenalin, Dopamin) oder deren Metaboliten (5-Hydroxyindolessigsäure bzw. 5-HIES, Homovanillinsäure, Vanillinmandelsäure) zusammengefasst:

  • Mindestens eine Woche vor dem Test sollten Medikamente wenn klinisch möglich abgesetzt werden.

    • Katecholamine: Zu falsch hohen Werten (durch Erhöhung der endogenen Sekretion oder exogene Zufuhr) können z.B. Nasen- und Hustentropfen, Bronchodilatoren (Theophyllin), Appetitzügler, Tetrazykline (Antibiotika), Methyldopa (Mittel gegen Bluthochdruck), α1- und β- Antagonisten führen, zu falsch niedrigen Werten trizyklische Antidepressiva und Alpha-2-Sympathomimetika.
    • 5-HIES: Zu falsch hohen Werten können Paracetamol, Indomethacin (Schmerzmittel), Benzodiazepine (verändern die Aktivität der Gamma-Amino-Buttersäure und beeinflussen in der Folge auch den Noradrenalin-, Acetylcholin- und Serotonin-Stoffwechsel), Cumarine (Blutgerinnungshemmer), Muskelrelaxanzien (Mephenesin, Methocarbamol), Phenobarbital (Barbiturat), Ephedrin, Metamphetamin (Stimulans), Phentolamin (Alpha-Blocker), Nikotin und Coffein führen, zu falsch niedrigen Werten Aspirin, Levodopa (Medikament gegen Dopamin-, Adrenalin- oder Noradrenalin-Mangel), Promethazin (Antihistaminikum, Beruhigungsmittel), Isoniazid (Antibiotikum), Streptozocin (Zytostatikum), Chlorpromazin (Neuroleptikum). Auch Antidepressiva (trizyklische und MAO-Hemmer), Mittel gegen Bluthochdruck und Herzkrankheiten (Beta-Blocker, Reserpin) können die 5-HIES beeinflussen.
  • 24 Stunden bis zu 8 Tage (je nach Stoffklasse) vor dem Test sollte eine antihypertensive Therapie (Behandlung gegen hohen Blutdruck) wenn möglich vermieden werden – bis auf Diuretika, Calciumantagonisten, ACE-Hemmer oder Angiotensin-II-Antagonisten, die die Testergebnisse nur wenig beeinflussen
  • 2-3 Tage vor dem Test sollten Alkohol, Koffein, Tee, Nikotin und Käse gemieden werden
  • 2 Tage vor dem Test sollten Nahrungsmittel mit hohem Serotoningehalt gemieden werden wie z. B.: Auberginen, Avocados, Melonen, Mirabellen, Nüsse, Stachelbeeren, Tomaten, Zwetschgen, Süd- und
    Zitrusfrüchte (u.a. Ananas, Bananen, Kiwis); kakao- und vanillehaltige Produkte, Eier
  • 2 Tage vor dem Test sollte körperliche Anstrengung vermieden werden

Heinemann, Schievelbein, Eberhagen und Rahlfs kommen in einer Studie (1981), die den Einfluss von Kaffee, Tee, Käse, Mandeln, Walnüssen, Tomaten, Ananas, Bananen, Milchschokolade und Vanillepudding auf die genannten Parameter untersucht, zu dem Ergebnis, dass lediglich auf den Verzehr von Bananen und Walnüssen vor und während der Harnsammelperioden verzichtet werden sollte und kein Anlaß bestehe, die umfangreichen Restriktionen der übrigen Nahrungsmittel beizubehalten.

Untersuchungen auf Neurostress werden üblicherweise im 2. Morgenurin durchgeführt. Einige Labore und Behandler aus diesem Bereich geben die hier geschilderten Verhaltensregeln nicht an, sondern fragen nur nach Einnahme von Antidepressiva und evtl. bestimmter Nahrungsergänzungen. Ziel dabei ist, ein Abbild der tatsächlichen aktuellen Alltagssituation zu erhalten. Dagegen spricht aus Sicht der Autorin dieses Artikels das Risiko, durch vermeidbare, kurzfristige Einflüsse (extremes Beispiel: am Tag vor der Untersuchung morgens Verzehr einer ganzen Ananas, mittags einer Tomatensuppe, abends einer größeren Menge Cashewkerne) ein stark abweichendes Testergebnis zu produzieren, auf dem dann langfristige Therapiepläne basiert werden. Zudem können bei erhöhten Werten evtl. Verdachtsmomente in Richtung der o.g. schulmedinischen Indikationen entstehen.

Quellen

Siehe auch

Relevante Wiki-Artikel

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Autor: Kate, letzte Aktualisierung (Links): 04.2020

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