Zöliakieexport

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13.03.05
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Neue DZG aktuell:
Interessanterweise ist die Zöliakie eine häufige Erkrankung in Entwicklungsländern. So gibt es Gebiete in Nordafrika, ..., in denen eine Häufigkeit (Prävalanz) von 2-4 % angetroffen wurde. Aufgrund der Veränderung der Nahrungsgewohnheiten und der Hilfslieferungen der westlichen Welt, nehmen die Einwohner dieser Ländern zunehmend Weizen zu sich. ... Das tragische daran ist, dass die Zöliakie in diese Länder "exportiert" worden ist, und diesen Menschen auch durch eine Diagnosestellung kaum geholfen werden kann, da die Durchführung einer glutenfreien Diät in diesen Ländern nur schwer möglich ist.
Mensch, machen wir die mit unserem Weizen glücklich. Vielleicht nimmt "Brot für die Welt" ja für die Mitleidsfotos mit den Hungerkindern inzwischen der Einfachheit halber Zöliakiekinder, die man selber hervorgerufen hat.
 
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16.02.05
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Also, ich finde es durchaus bedenklich Waffen in sog. Entwicklungsländer zu senden und nur eine Seite damit zu beliefern, aber die Brotlieferungen (die ja nicht nur aus Brot bestehen) sehe ich als durchaus nützlich an. Auch sollten dabei einige (2-4%) dadurch Probleme haben ist doch wenigstens für den Moment 96-98% geholfen.

Sieh es einfach so.... besser ein Brot zu essen als garnichts zwischen den Kiemen! Vor 20 Jahren wusste die erste Welt noch nicht einmal wie man Zöliakie schreibt...
 

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13.03.05
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Schwieriges Thema. Ich hörte mal, wir würden mit Kleidersammlung den Textilmarkt in Afrika kaputt machen, hier ein Text dazu.
Auch habe ich gelesen: wenn jemand hungert, muss man ihm Geld geben, dass er sich Nahrungsmittel vor Ort kaufen kann, was die heimische Wirtschaft stärkt.
Die Kritik an den Hilfsorganisationen, die im Grunde mit Mitleid und gutem Gewissen handeln, lasse ich mal beiseite.
Mein Vater kennt einen Pfarrer, der betreut eine Partnergemeinde in Tansania oder wo - der steckt sich die Spendengelder in die Tasche und bringt die persönlich runter. An so was mit vertrauenswürdigen Personen sollte man sich beteiligen.
 
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14.05.05
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Hallo Mathias
Da bin ich ganz auf Deiner Seite.
Wir exportieren mit unseren neumodischen Ernährungsgewohnheiten nicht nur Gutes in die Entwicklungsländer, leider ist uns selbst bis heute nicht klargeworden, dass unser eigener Lebensstil nicht das Nonplusultra ist.
Wie war das doch noch mit dem weißen geschälten Reis, der ja so westlich und kultiviert war, aber leider bei den Ureinwohnern Indiens die schlimmsten Mangelerkrankungen hervorrief???
Leider sind wir selber ja nicht so gesund, dass wir Empfehlungen an "unterentwickelte Länder" weitergeben sollten.
Oft wäre es für uns selber gut, auf die westliche Nahrung zu verzichten, uns wieder einmal so zu ernähren, wie es unsere Großeltern nach dem Krieg taten.
Da aß man nur, was gerade verfügbar war, die Kartoffeln, den Salat oder die Rüben vom Feld, die Äpfel und die Birnen.
Da gab es keine Bananan, Orangen, Zitronen, usw., die, wie wir wissen, in der kalten Jahreszeit trotz ihres Gehaltes an Vitamin C nicht zu empfehlen sind.
Da gab es Linsen, Bohnen und Speck, wenn man Glück hatte.
Auch uns tut es nicht gut, die verschiedenen Früchten aus fernen Ländern zu konsumieren.
Auch in der Ernährung gilt:"Bauer, bleib bei Deinem Leisten."
Da wir aber leider sehr gerne konsumieren, fällt es uns schon schwer, im Falle einer Erkrankung auf einige Nahrungsmittel zu verzichten.
Wir wollen nur noch konsumieren, alles essen und trinken, wonach uns ist, was uns in den Sinn kommt. Wir sind sehr unglücklich, wenn wir auf manche liebgewonnene Speisen verzichten sollen und manchen gelingt dies nicht.
Jetzt einmal eine Frage an die Hunde- und Katzenbesitzer unter uns: Füttert Ihr euren Haustieren auch Schokolade, Kuchen, Sahne, Pudding usw., weil sie darum betteln????
Gebt Ihr eurem Hund so viel zu fressen, wie er will?
Gebt Ihr ihm von allem, was Ihr selber eßt?
Wieso denn nicht(wie ich hoffe), gibt es da vielleicht etwas zu bedenken???
Versucht denn nicht jeder, sein Haustier so gesund und artgerecht zu ernähren, wie nur möglich?
Warum also ist es so schwer verständlich, dass wir Menschen auch nicht alles vertragen, was auf dem Markt ist.
Wir leben nicht um zu essen, sondern wir essen um zu leben!!!!
Wer einmal eine Fastenkur gemacht hat, der weiß, wovon ich rede.
Man kann auf so viel(Lebensmittel und Genußgüter) verzichten und bekommt dafür um ein Mehrfaches an Leben.
Einfach einmal ausprobieren.
Das ist das ganze Rezept.

Liebe Grüße
Gaby

PS:Erbitte die Nummer des Kontos dieses Pfarrers, auf das würde ich gerne spenden.
 
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13.03.05
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Hallo Gaby,

die Adresse von dem Pfarrer habe ich nicht.

Mich hat mal folgendes Buch sehr beeinflusst, das war in meiner Jugend:
Bücher von Amazon
ISBN: 342334234X

Aber irgendwo ist da noch ein Haken.
Verzicht ist gesellschaftlich nicht gewollt. Man braucht nur die Zeitung aufschlagen, da steht viel von einer "Konjunktur", die alsbald kommt und uns ins Paradies führt, und ein ständiger Aufruf, mehr zu konsumieren, um ja diese Göttin herbeizulocken.
Ist Dir klar, dass (heutzutage eine Todsünde) Deine Einstellung Arbeitsplätze vernichtet?
Ich habe noch einen anderen Ansatzpunkt, der aus meinen DDR-Erfahrungen kommt: Du kannst Dir nicht vorstellen, wie bewundert der Westen im Osten wurde. Im Westen war das Paradies, im Westen war alles gut. Die Leute haben sich leere Bierdosen und Zigarettenschachteln als Anbetungsgegenstände in die Schrankwand gestellt. Davon wollen die heute nichts mehr wissen.
Aber ich habe mal im Fernsehen einen Bericht über ein Auffanglager in einer spanischen Enklave in Marokko gesehen, und da waren wieder diese Zigarettenschachteln im Regal, wie im Osten.
Wer die Probleme der Welt lösen will, der sollt nicht soviel nach außen schielen, sondern seinen Lebensstandard auf ein Level senken, das weltweit möglich ist, sozusagen der kategorische Imperativ im Konsum: Lebe so, dass alle Menschen auf der Welt so leben könnten. Da würde schon das Auto kippen (wozu keiner bereit ist), denn wer will einem Inder oder Chinesen verbieten, auch Auto fahren zu wollen?
Verzicht ist uncool.
Die Leute gucken immer auf die, denen es besser geht, und denken sich so was wie: was soll durch mein Zweitauto schon schlimmer werden, ich gehe arbeiten, da will ich mir auch was gönnen. Dass man in so einer Industrienation auch eine Vorbildfunktion hat, davon wollen sie nichts wissen.

Die (falsche) Ernährung ist ein anderes Thema, das lasse ich jetzt mal, ich habe heute wieder mal gekocht und zwar einen Kohlrübeneintopf. Kohlrübe gilt so als das Hungeressen nach dem Krieg, aber ich finde, dass die ziemlich gut schmeckt, ein wenig wie süßer Kohlrabi. Ich bin mal gespannt, was Gina, die zur Zeit alles Gemüse ablehnt, dazu sagt.
 
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14.05.05
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Hallo Mathias
Das mit dem ständig steigenden Konsum habe ich noch nie so wirklich begriffen.
Sollen wir Normalverbraucher ständig mehr kaufen und verbrauchen, damit die Hersteller und Vertreiber dieser Waren immer reicher werden???
Wo ist da mein Gewinn, wenn ich ständig mehr ausgebe? Klar, das ergibt wieder einige Arbeitsplätze mehr, aber wo bleibt da mein eigener Vorteil?
Verdiene ich etwas mehr, so soll ich das gleich wieder ausgeben für Sachen, die ich nicht wirklich zum Leben benötigen würde, aber damit soll ja die Wirtschaft angekurbelt werden.
Und dafür gibt es wieder die Werbung, die mir klar macht, dass ich dieses oder jenes unbedingt zum Glücklichsein benötige.
Reich wird leider nie der Endverbraucher, der wird nur gebraucht, damit er sein Geld in Umlauf bringt und ankurbelt, was die Wirtschaftstreibenden ersehnen.
Wenn ich einen Arbeitsplatz haben will, muß ich also auch konsumieren, was das Zeug hält.
Eine Tretmühle, von der leider fast nur die Wirtschaftstreibenden profitieren, und der Staat, der unser schwer verdientes Geld nur zu oft leichtfertig ausgibt.
Kopple ich mich aus diesem Laufrad aus, muß ich fast schon ein schlechtes Gewissen haben, ob der Arbeitsplätze, die mein Konsumverzicht nicht ermöglicht.
Da stellt sich die Frage, wieviele gibt es eigentlich, denen die Arbeitsplätze der anderen am Herzen liegen?
Da ist wohl leider immer der kleine Arbeitnehmer gefragt, der was das Zeug hält konsumieren soll, ganz gleich, wie er einmal nach der Pension dastehen wird.
Wie das hier in Österreich aussieht, hat der Mindestrentner, von denen es hier sehr viele gibt, eine Rente von knapp 700 Euro.
Bleibt nur zu hoffen, dass man vorher im Lotto gewinnt!

Liebe Grüße
Gaby
 
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13.03.05
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Hallo Gaby,

von den Themen, die Du angeschnitten hast, greife ich mal eines heraus.
Wie das hier in Österreich aussieht, hat der Mindestrentner, von denen es hier sehr viele gibt, eine Rente von knapp 700 Euro.
Das reicht doch, oder? Ich habe nur gut 525 € Invalidenrente, das muss auch reichen. Springt sogar noch DSL mit raus.
Da geht es Millionen Menschen auf der Welt schlechter.
Oder reicht das nicht? Wieso muss man im Lotto gewinnen? Ich spiele kein Lotto.
Ich habe keine Ahnung, wer Dich zum Konsumiern verpflichten sollte, Du schreibst das so, als wäre da eine ominöse Macht, die Dich zwingen würde.
Ich kenne einige Leute persönlich, die sind ausgestiegen und konsumieren nicht im herkömmlichen Sinne, weil sie das ablehnen. Das geht auch.
Wegen den Arbeitsplätzen habe ich kein schlechtes Gewissen, die könne von ALG II leben und haben dann auch so viel wie ich.
Wer unbedingt mehr braucht, sollte einen triftigen Grund dafür haben.
Der einzige Grund, den ich bisher gefunden habe, ist die Fortpflanzung.
Man braucht als Mann Geld um was herzumachen um eine Frau zu kriegen und mit der Kinder. Fortpflanzung ist ein von mir anerkanntes Argument, weil man es in der Definition des Lebens findet.
Nun gibt es heutzutage viele, die aus irgendwelchen Gründen auf die Fortpflanzung verzichten. Die brauchen dann auch kein Geld, weil sie für niemanden verantwortlich sind. Die können auch unter die Brücke ziehen.
Also stellt sich mir die Frage auch, was Dich das kümmert? Bist Du arm und musst für kleine Kinder sorgen?
Also der einzige für mich einsichtige Grund (ansonsten bleibt nur der Glutenrausch) in der Konsummasse mitzuschwimme ist die Suche nach einem potentiellen Fortpflanzungspartner, weil Verrücktheit in irgendeinem Sinne die Menge derselben empfindlich einschränkt, wenn Du z. B. nur jemanden akzeptierst, der Rohköstler ist, dann hast Du nicht viele und der genetisch geeignete ist vielleicht nicht dabei.
Ansonsten ist es ziemlich scheißegal, was Du machst, es interessiert keinen. Der Gedanke, Dich zum Konsum zu zwingen, um Arbeitsplätze zu retten, ist zwar edel und so habe ich auch mal gedacht, aber eigentlich ist es in Anbetracht Deines Einflussfaktors ziemlich lächerlich. Du wirst weder Arbeitsplätze retten noch vernichten.
 
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14.05.05
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Hallo Mathias
Ich glaube, du hast mich da völlig falsch verstanden.
Und was den Mindestrentner hier betrifft, der zahlt schon mal mindestens 400 Euro Kaltmiete für die Wohnung, wenn er dann mal eine Brille oder Zahnersatz braucht, wird es eng.
Jedes Medikament kostet ihn schon fast 5 Euro, wenn er nicht sehr knausern will, benötigt er 250 Euro zum Leben.
Ist es ein kalter Winter, muß er sich das Geld für das Heizöl zusammensparen.
Ein Saisonticket für die Stadtbusse kostet hier knapp 400 Euro im Jahr.
Da läppert sich so einiges zusammen, da muß man keine großen Ansprüche haben.

Liebe Grüße
Gaby
 
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13.03.05
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Hallo Gaby,

ich will mal konkret werden. Über ein Phantom von Durchschnittsmindestrentner zu reden bringt wohl nichts, erinnert mich an den Spruch: Der Teich war im Durchschnitt einen Meter tief, und trotzdem ist die Kuh ersoffen.
Nimm mal mich. Ich habe meine Rente, Frau und zwei kleine Kinder. Wir leben neben der Rente vom Arbeitslosengeld II, das in Folge der Hartz IV - Reformen die ehemalige Sozialhilfe abgelöst hat.
Da stehen dir zu: Erwachsener 311 € und Kinder je 199 € plus Miete und Heizung.
So was wird es in Österreich ja auch geben, oder lasst Ihr Eure Armen verhungern?
Der Staat sagt: das reicht zum Leben, mehr ist Luxus.
Da stellt sich die Frage: stimmt das oder reicht es nicht, konkret: sind meine Kinder gefährdet, weil ich so wenig Geld habe?
Ich kenne nun Deine Lebensumstände nicht, aber so wie Du schreibst scheinst Du viel Geld zu haben und zu leben wie die Made im Speck, da kannst Du Dir gar nicht vorstellen, mit so wenig Geld auszukommen.
Ich habe den Eindruck, für die meisten ist der Luxus schon zur Notwendigkeit geworden, Oscar Wilde hat das schon dargestellt.
Nun lass mal das Öl ein bissel teurer werden, dann ist es mit dem Luxus für alle vorbei. Der Zustand hier im Osten kann durchaus als ein Blick in die Zukunft gesehen werden. Nun hoffe ich natürlich, dass es meinen Kindern mal besser geht als mir, will mich aber nicht drauf verlassen und sie so erziehen, dass sie auch mit einfachen Verhältnissen zurecht kommen.
Darum frage ich die Normen der Gesellschaft an, die auf dekadentem Oberluxus beruhen, der so für alle nicht auf Dauer haltbar ist. Die Haufen blasierten Langzeitstudenten, die bis weit über 30 Mama und Papa auf der Tasche liegen, die werden sich glaube in Zukunft umgucken.
 
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14.05.05
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Hallo Matthias
Leider ist mein ursprünglicher Beitrag in den unendlichen Tiefen des PC's verschwunden.
Hier daher nur eine Kurzfassung.

Leider lebe ich nicht wie die Made im Speck, schön wäre es ja.
Ich ermögliche meinen Kindern das Studium, indem ich arbeiten gehe.
Gott sei Dank habe ich die Möglichkeit dazu.
Die Lebensmittel, die wir benötigen, versuche ich im Hofer (Aldi) zu bekommen.
Friseurbesuche, die mit ca. 40 Euro zu Buche schlagen, umgehe ich indem ich mir meine Haare selbst schneide.
Die Fixkosten zum Leben hier sind leider so hoch, dass man nicht so leicht etwas auf die hohe Kante legen kann.
In der Pension werde ich nach nur 20 Aerbeitsjahren plus Kindererziehungszeiten nur sehr wenig zu erwarten haben.
Und was die "blasierten" Langzeitstudenten betrifft, die müssen sich heute auch selbst erhalten, indem sie in den Ferien arbeiten.
Wenn ich die Gesellschaft heute betrachte, kommt mir schon der Verdacht, dass sich manche einfach auf diese verlassen wollen.
Bin ich krank, oder bekomme ich keine Arbeit, dann muß mich eben diese "Gesellschaft" am Leben erhalten.
Ich will zwar Kinder in die Welt setzen, aber für deren Unterhalt soll jemand anderer aufkommen.
Nicht mißzuverstehen, für Kinder ist die gesamte Gesellschaft verantwortlich.
Aber vielleicht sollte sich jeder für seine Verhältnisse selbst verantwortlich fühlen.

Liebe Grüße
Gaby

PS:
Du kannst Dir einen Computer und eine Internetverbindung leisten, so schlecht kann es Dir dann doch auch nicht gehen???!!!
 
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13.03.05
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Hallo Gaby,

das hättest Du ja gleich schreiben können, um was es konkret geht, dann hätte ich Dich nicht für eine 17jährige mit kommunistischen Ansichten gehalten.
Deine Probleme haben sich aber damit auch in Wohlgefallen aufgelöst.
Mit Sicherheit werden Deine Kinder doch, wenn sie dann mal ihre hochbezahlten Intellektuellenjobs haben, ihre alte Mutter, die sich für se so selbstlos aufgeopfert hat, finanziell unterstützen und Deine magere Pension aufbessern.
Da brauchst Du doch um Deine Zukunft überhaupt keine Sorgen haben.
Nur - mal ein süßes Enkelbaby in Deinen Armen wiegen zu dürfen, darauf wirst Du unter Umständen verzichten müssen, die heutigen Intellektuellen haben mit dem Kinderkriegen nichts mehr am Hut.
 
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14.05.05
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Hallo Mathias
Hatte ja geschrieben, das du mich da völlig mißverstanden hast.
Ja, auf Enkelkinder werde ich noch lange warten müssen, denn auch mit einem Studium bekommt man kaum noch einen Job.
Akademiker müssen höher entlohnt werden, daher werden eher Maturanten (Abiturienten) eingestellt, selbst wenn man mit einem geringeren Gehalt einverstanden wäre.
Ist also nichts mit einem hochbezahlten Intellektuellenjob.
Daher ist jeder froh, irgendwo einen Arbeitsplatz zu ergattern, auch wenn er dafür nicht gerade gut entlohnt wird.
Ein Studium heutzutage zu beginnen, heißt eigentlich nur, lange Jahre keinen Verdienst zu haben, eine geringe Pension im Alter aufgrund der fehlenden Arbeitsjahre zu bekommen; wenn es gut geht, mit Mitte 20 vielleicht eine Familie, jedoch ohne finanzielle Rücklagen, gründen zu können.
Daher mache ich mir über meine Zukunft einige Sorgen.
Und wer will schon seinen Kindern im Alter auf der Tasche liegen?
Außerdem mache ich mir auch Sorgen um die Zukunft meiner Kinder.
Werden sie einmal trotz guter Ausbildung überhaupt einen Arbeitsplatz finden?

Liebe Grüße
Gaby

PS: Mich für 17 zu halten erscheint mir etwas seltsam. Mein Alter kann man auch hier im Forum ganz einfach nachlesen.
 
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13.03.05
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Hallo Gaby,

tut mir leid mit den 17, aber ich blocke bei dem Thema auch ab, denn ich glaube nicht, dass ich Dich so falsch verstehe.
Mein mittlerer Bruder hat den Dipl. Ing. im Verkehrsingenieurwesen - arbeitslos, mein kleiner Bruder hat den Dr. der Kunstgeschichte und hält sich mühsam mit dem Wissenladen über Wasser.
Meine Mutter ist da manchmal auch nicht sehr glücklich.
Und ich habe auch keine Lösung - darum blocke ich ab.
Aber nehmen wir mal ein anderes Beispiel, die Birgit. Die kenne ich noch aus Zeiten, als sie Bedienung im Münchner Hof war, wo ich in den schweren Zeiten Stammgast war.
Die müsste um die 40 sein, hat einen Mann, die Kinder sind aus dem Haus, und keine Arbeit, und in meiner Region mit über 20 % Arbeitslosigkeit sieht es auch schlecht aus, jemals wieder Arbeit zu bekommen. Ich freue mich ja, wenn ich die sehe, aber am liebsten auf der anderen Straßenseite, weil mir das zu nahe geht, die Hoffnungs- und Aussichtslosigkeit. Die haben von dem neuen Luxus nix. Die einzige Hoffnung ist, mal einen von den 1-Euro-Jobs zu ergattern, hatte sie jetzt, da hat man für ein halbes Jahr Beschäftigung für 1 Euro die Stunde.
Die könne keinen Urlaub machen und sich kein Auto leisten.
Was soll ich denen raten?
Schopenhauer rät für solche Fälle zu geistiger Beschäftigung, aber das ist für die keine Option, die sind einfache Menschen. Mir reicht im Grunde mein Computer, da kann ich mich auch mal paar Stunden versenken - aber solche sind nicht die Typen, die sich DSL anschaffen und dann in Foren schreiben, was sollen die auch schreiben. Ich versuche ja, ironischerweise trotz ich selber krank bin, zu helfen, wo ich kann, habe einer Bekannten meiner Frau (so alt wie ich, 2 Kinder, ohne Mann) letztens einen Computer für die Tochter zusammengeschraubt. Wenn ich also abblocke, dann nicht, weil ich das nicht verstehe, sondern weil mir das zu nahe geht und ich nichts tun kann.
Also: meine Lösung geht für die anderen nicht, da die keine Autisten sind.
Darum hänge ich zur Zeit so an meinen Experimenten mit der Beleuchtung, denn eines habe ich schon festgestellt: Licht macht glücklich. Da braucht man nichts anderes tun als den Lichtschalter betätigen. Aber bis ich das wirklich anderen empfehlen kann, muss ich noch bissel machen.
Kannst ja mal mit probieren und Dir so ein Lämpchen kaufen. Eine andere Lösung sehe ich nicht.
Schopenhauer schreibt:
Nun ist gewiss, dass zur Heiterkeit nichts weniger beiträgt, als Reichtum, und nichts mehr, als Gesundheit: in den niedrigen, arbeitenden, zumal das Land bestellenden Klassen, sind die heitern und zufriedenen Gesichter; in den reichen und vornehmen die verdrießlichen zu Hause.
Und wo ist ein Landarbeiter? Viel an der Sonne.
Das Buch ist sehr empfehlenswert und ein Schatz der Weisheit:
Bücher von Amazon
ISBN: 3150050022

Noch was anderes: Warum hast Du Deine Kinder eigentlich keinen anständigen Beruf lernen lassen? Meine Geistesstörung hatte ich als Anlage schon als Kind, aber hätte meine Mutter mich Arbeiter bleiben lassen und nicht zum Studium gezwungen, wäre das alles nicht so schlimm gekommen. Richtig verrückt hat mich das ganze Lernen und Rumstudieren gemacht. Ich finde, es sollten nur Menschen studieren, die auf Grund überdurchschnittlicher intellektueller Fähigkeiten dazu bestimmt sind.
Meine Kinder werden, so ich das noch beeinflussen kann, die Realschule machen und einen anständigen Beruf lernen.
Ich habe zum Beispiel Werkzeugmacher gelernt, König der Metallberufe, da würde ich, so ich arbeiten könnte, selbst hier Arbeit kriegen. Ein guter Werkzeugmacher steckt von den Fähigkeiten (man rechnet 10 Jahre, bis er alles beherrscht) eine durchschnittlichen Ingenieur locker in die Tasche.
Manche tun so, als würde man nur Schlosser oder Mauerer werden können, aber da gibt es ausgezeichnete Berufe, wo man nie arbeitslos sein wird.
Ich bin da wie gesagt ein gebranntes Kind, will das Thema auch nicht zu weit ausweiten, aber die einseitige Fixierung auf die Intellektuallität, welche die ganze Gesellschaft durchzieht, halte ich für eine Geisteskrankheit, eine gluteninduzierte.
Mit einem ordentlichen Beruf kann man seine Familie ernähren, und wer studiert, muss für mich gute Gründe dafür haben.
 
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14.05.05
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Hallo Mathias
Du hast ja so recht.
Was macht man aber mit Kindern, die sehr intelligent sind und die studieren möchten???
Soll man die stoppen und versuchen in irgendwelchen Berufen unterzubringen?
Zuallererst denkt man doch daran, dass sie das lernen sollen, was sie interessiert.
Und man erhofft sich, dass sich daraus ihr späterer Beruf ergibt.
Würde ich noch einmal mein Leben leben dürfen, würde ich sicher nciht wieder studieren, sondern einen handwerklichen Beruf ergreifen.
Und was Deine oder meine Lösungen zum Leben betrifft, die sind für andere nicht lebbar, da jeder seinen eigenen Weg finden muß.
Und was Dein Frohsein betrifft, dass die anderen Problembeladenen auf der anderen Straßenseite sind, kann ich Dich voll und ganz verstehen.
Auch mich ziehen solche Probleme der anderen immer wieder hinunter und ich bin froh, wenn ich einmal nicht damit belastet werde.
Meine eigenen sind schwer genug, ich kann nicht auch noch die der anderen tragen, so gerne ich es auch wollte.
Leider können wir die Probleme der Menschheit an sich nicht lösen....


Liebe Grüße
Gaby
 
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13.03.05
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Hallo Gaby,

was hast Du eigentlich studiert?
Ich sehe das Problem der Zukunft übrigens weniger in der Altersarmut, als in der Altereinsamkeit.
Bei meinen Eltern war zu Ostzeiten mal ein Ehepaar aus dem Westen zu Besuch, kinderlos aber vermögend. Die saßen auf dem Sofa, wir drei Kinder tollten auf dem Boden herum, und die hatten Tränen in den Augen.
40 % der Akademikerinnen haben keine Kinder, und wenn die Karriere klappt, dann haben die im Alter mal viel Geld. Dann sitzen die in ihrer Wohnung, natürlich tipp topp eingerichtet, und sind - allein. Dann können die zwar Reisen, aber es gibt niemanden, der sich die Berichte anhört oder die Fotos anschaut.
Ich würde schon sagen, dass Du dann, trotz Deiner Armut, glücklicher bist.
Du hast wenigstens, in meiner Ausdrucksweise, zwei Symbionten, Du kannst Dir Bilder von Deinen Kindern an die Wand hängen und auf den Nachttisch stellen - die haben gar nichts.
Der Mensch ist nun mal ein soziales Wesen (Anthropos zoon politikon). Einsamkeit verursacht dem Menschen Schmerzen, und das meine ich richtig körperlich. Das kann Geld auch nur übertünchen, aber nicht kompensieren.
Ich finde es immer noch unglaublich, wie die Großeltern aufblühen, wenn die Enkel zu Besuch kommen. Das ist wie eine Infusion neuer Lebenskraft in die alten Adern.
Wir gehen auf eine Gesellschaft zu, die vornehmlich aus alten einsamen Menschen besteht, und das ist was ganz Neues, was keiner vorhersehen kann, wie das wird, da es das in der Geschichte der Menschheit noch nie gegeben hat.
Um mal im Kaffeesatz zu lesen: Die alten einsamen Reichen werden vielleicht versuchen, den anderen die Kinder wegzukaufen (nur mit meinem Geld kann ich die Entwicklungschancen bieten), aber auf alle Fälle (Geschäftsidee) wird es einen Familienservice geben, gegen gut Geld kann man sich für ein paar Stunden am Wochenende eine Familie kaufen.
 
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