Wie sag ich es meiner Frau

Themenstarter
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So recht verstehst du mich nicht gatinhho :unsure:

Ich meinte nicht, dass du deiner Frau "beichten" solltest, um dein Gewissen zu bereinigen; das geht nämlich gar nicht, wenn es dir nicht richtig leid täte und das tut es nicht.

Ich meinte, sie hätte ein Recht auf Ehrlichkeit, dann hat sie die Chance darauf zu reagieren, Konsequenzen zu ziehen (z. B. sich von dir trennen) oder dir vergeben.

Ich habe das Gefühl, wenn ich dich lese,
du willst an eurem Zustand gar nichts verändern,
sondern hier nur ein wenig jammern beim Schreiben
und weiter vor euch her dümpeln wie bisher, in einer angeblich "ganz normalen" Ehe im letzten Abschnitt, wie du das bezeichnest bzw. Zweckgemeinschaft.

Oder du suchst die Bestätigung hier, dass euer Zustand "normal" wäre.

Eine Partnerschaft sollte was Wunderbares sein, klar gibts Probleme, Höhen und Tiefen, gemeinsam den Weg zu bestreiten und sich zu unterstützen wird funktionieren, wenn die Liebe die Beziehung trägt.

Ohne Liebe in der Partnerschaft lebte ich lieber alleine, aber das muss jeder für sich selbst entscheiden.

Mara
Doch, ich verstehe Dich genau. Es geht Dir um die arme, betrogene Ehefrau, die alles genau versteht und ahnt und für nichts verantwortlich ist und jetzt aber dennoch Bestätigung und Reue von ihrem bösen Ehemann braucht. Die Ehefrau, die ohne Verantwortung für ihre Partnerschaft, nur wie ein Häschen dasitzen und warten muss, bis der Mann alles beichtet und bereut. Dann entscheidet sie. Weil sie ja nicht Schuld ist, sondern er.
So geht Partnerschaft aber leider nicht. Und das klingt auch so gar nicht nach der selbstbewussten Frau auf Augenhöhe. Das klingt kitschig! Das ist inakzeptabel und ignorant.
Zum Gelingen von Partnerschaft gehören zwei, die aufeinander zugehen und zwei, die Probleme lösen. Frau will Respekt und Mitbestimmung, dann muss Frau auch zur Problemlösung beitragen. Nicht dasitzen und sagen: Ich bin wie ich bin, wenn Du ein Problem hast, löse es. Das ist zu wenig!
Und damit sie frei entscheiden kann und ihr Glück findet, muss der böse Mann mal richtig ehrlich sein? Das ist Schnulzenkino. Sorry für die Ehrlichkeit!

Sie hat ein Recht? Ich auch? Ich missachtet ihre Rechte? Sie auch! Das ist kein Jammern, sondern Normalität. Wenn ein Mann das bespricht (in einem Forum, statt im Freundeskreis, wo das tabu zu sein scheint) dann jammert er? Unfug! Aber das ist mir bekannte, sehr arrogante Haltung. Die kenne ich nicht nur auf diesem Gebiet. Das so rauszuhauen ist ja sooo konfortabel. Und wenn man dann wagt Kontra zu geben, dann höre ich schon beim Schreiben die grelle Empörung... Dann ist die andere Seite eingeschnappt und echauffiert sich laut.

Ich suche weder Bestätigung noch Lösungen. Die Suche ich auch nicht, wenn ich mich mit einem besten Freund /Freundin austausche. Feedback, externen Input. Das suche ich und ich bekomme es. Lösungen suche ich dann selber und Schulter Klopfer brauche ich nicht. Das habe ich nie kommuniziert. Das wird gerne hineininterpretiert. Hier jammert niemand. Ich jedenfalls nicht... Aber das (Jammern) klingt immer gut, bringt den anderen so schön in die Defensive und macht einen so stark! Wenn der andere die Ratschläge nicht annimmt, ihn dann als verbort, jämmerlich und beratungsresistent darzustellen. Die Taktik ist mir gut bekannt... Kennt jeder!
Und wehe, wenn man dem selbstverständlich unantastbaren Input nicht zustmmt, dann ist der Ratgeber beleidigt. Auch das ist eine ganz normale Reaktion. Die Ratgeber sitzen gelassen da und geben gute moralische Ratschläge und schmollen, wenn man nicht ihrer Meinung ist. Unfair und arrogant. Ist auch gängiges Verhalten.
Das empört mich allerdings alles nicht. Ich bin inspiriert von Euren Antworten. Ich schreibe sogar im Urlaub. Es bringt mich voran. Aber ich muss Euch nicht zustimmen. Auch wenn Euch das gelegentlich etwas beleidigt macht und einige aus der Fassung bringt. Es ist eben Eure Sicht der Dinge. Meine ist eine andere. Und ich muss für meine Entscheidungen die Konsequenzen tragen. Ihr nicht! Und das ist ein entscheidender Unterschied. Eure Ratschläge sind abstrakt, mein Leben ist real.

"Eine Partnerschaft sollte wunderbar sein, man muss immer ehrlich sein, Vertrauen ist die Grundlage für Liebe,..." Wow, auch das klingt edel. Wer mag da widersprechen?
Mich würde mal interessieren, ob auch nur eine/einer von Euch diese idealistierte Welt lebt. Ich kenne in meiner realen Welt niemanden!

Meine Frau und ich dümpeln übrigens nicht dahin. Wir führen ein interessantes und aufregendes Leben und kriegen ein Problem nicht gelöst. Ein Thema nicht synchronisiert. Das ist alles.

"Ohne Liebe in der Partnerschaft lebe ich lieber alleine... " Natürlich, aber dieser Satz klingt leider nur bedeutungsvoll, aber hat nichts mit dem Leben zu tun, weil ohne Liebe niemand in einer Partnerschaft zusammenleben sollte, aber das Wort Liebe nicht definiert wird. Solange das nicht erfolgt, bleibt es ein Kalenderspruch...

Gatinhho
 
wundermittel
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Die Liebe ist langmütig und freundlich, die Liebe eifert nicht, die Liebe treibt nicht Mutwillen, sie bläht sich nicht auf, sie verhält sich nicht ungehörig, sie sucht nicht das Ihre, sie lässt sich nicht erbittern, sie rechnet das Böse nicht zu, sie freut sich nicht über die Ungerechtigkeit, sie freut sich aber an der Wahrheit.

Wirkliche Liebe will glücklich machen. Sie erträgt darum geduldig die Schwächen des Partners und fördert willig seine Stärken. Sie freut sich an seiner Freude und ist glücklich, wenn er glücklich ist. Sie will nicht besitzen, sondern will helfen, will nicht haben, sondern geben, und ist darum auch leidensfähig und leidensbereit. Wenn der Andere es „nicht bringt“, bejaht ihn die Liebe auch auf eigene Kosten. Und damit deutet sich an, dass wahre Liebe eine ganz praktische und auch schmerzhafte Seite hat…
 
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regulat-pro-immune
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Das ist wirklich eine sehr interessante und individuelle Interpretation des Wortes "Ausbeutung"!
Ich habe tatsächlich einmal mit einer der schändlichen Ehebrecherinnen mit denen ich es zu tun hatte, für die Frauen überraschenderweise (rethorisch..) oft sehr großes Verständnis und Empathie zeigen, über Ausbeutung gesprochen. Und weil Du so wunderbar empört und selbstbewusst anklagend schreibst und offensichtlich gut austeilen kannst, werde ich Deine Provokation aufnehmen und ihre Worte mal in etwa wiedergeben und Du wirst sie sicherlich mit genauso großer Gelassenheit einstecken können:
Ehebrecherin:
"Du beutest mich aus? Du bist ein schlechter, schmutziger Mann und ich bin eine dumme, unselbständige Juristin und Ingenieurin. Eine sehr schwache Frau! Und ich erwarte von Dir, dass Du mich in den nächsten 4 Stunden noch mehrfach ausbeutest!"
Da ich sie zu diesem Zeitpunkt bereits den ganzen Tag schändlich ausgebeutet hatte, fiel es mir sehr schwer ihrem Wunsch nach Ausbeutung ein weiteres Mal nachzukommen. Ich bin schließlich ein schwacher Mann und kein Pornostar. Ehebrecher:" Gut, Du untreues Weibsbild. Ich werde es versuchen!" Sie war glücklich und meinte, dass deutsche Frauen verrückt sind, wenn sie so einen Quatsch glauben. Südamerikanische Frauen würden das anders sehen.
Soweit diese kleine Anekdote aus meinem Leben. Naja, weder Du noch sie können für alle Frauen ihres Kulturkreises sprechen, aber es sind zwei Meinungen. Mich überzeugt die Meinung dieser unerhörten Ehebrecherinnen mehr...

Womit ich Dir Recht gebe: Ja, wenn ich meiner Frau von allem berichte und einmal so richtig männlich handele, wie Wildaster es nennt, könnte nicht nur meine Frau diese Ehrlichkeit nicht schätzen, sondern auch meine "etablierte Welt" wegbrechen. Sehr richtig! Sehr scharfsinnig analysiert. Und nun wundert es irgendjemanden, dass ich meiner Frau diesen Beitrag nicht lesen lasse? Tut mir leid, da muss ich gerade schmunzeln... Soviel Naivität wundert mich nämlich nun wiederum! Das wäre zwar ehrlich aber gleichzeitig hanebüchener Unsinn! So etwas kann man nur raten, wenn man weit weg von jeglichen Konsequenzen die Welt mit einer rosaroten Brille betrachtet.
Was ich erwarte? Lösungen? Nein😄 Schade, dass ich den Eindruck erwecke ich sei ein nazistischer, selbstgerechter, totunglücklicher, ausbeuterischer Trottel. Gut, vielleicht sollte auch ich nicht jedes Wort auf die Goldwaage legen, sondern Du solltest den Gesamtkontext würdigen, dann hättest Du vermutlich ein anderes Bild. Jedenfalls nicht, dass ich ein Trottel bin.

Ich wünsche allen, die Ehrlichkeit predigen, dass sie bei der nächsten Gelegenheit ihrem cholerischen Chef sagen, dass sein Hosenstall offensteht oder ein langes Haar aus der Nase wächst, oder der besten Freundin, dass sie den Popel in der Nase einmal entfernen muss. Selbst dazu fehlt den meisten Menschen der Mumm. Gerade denen, die anderen raten immer aufrichtig zu sein. Meiner Tochter habe ich im übrigen auch nie gesagt, dass der aktuelle Freund, den sie in der Pubertät angeschleppt hat, kein Märchenprinz ist, sondern in kurzer Zeit Vergangenheit. Furchtbar verlogen, aber es gab wie ich finde gute Gründe.
Wer unbedingte Ehrlichkeit fordert, dem fehlt die Fähigkeit zu träumen und er stört andere bei ihren Träumen ... Klingt gut, finde ich! 😉
Mir gefällt die Idee mit einer Illusion glücklich zu sterben besser als ein Tod in verzweifeltem Angesicht der Wahrheit. Wer darüber entscheidet ist dabei unerheblich. Letztlich ist doch jeder seines eigenen Glückes Schmied, wie man so schön sagt...
Hm, dass du da bei mir Empörung rauslesen willst, hat DICH vlt das Lesen meiner Zeilen empört? 😉

Interessant auch, dass ich dein Vorenthalten der Untreue thematisiere & du daraufhin als erstes ausschweifend die Sichtweise einer deiner Geliebten erläuterst.

Du meintest, deine Frau würde es fertigmachen, würde sie von deiner Untreue erfahren. Sie denkt ergo, ihr führt eine monogame Ehe. Du gibst vor, diese mit ihr zu führen & deine Frau zu respektieren. Darauf basiert mein Geschriebenes, die Ausbeutung in meinen Augen.

Du echauffierst dich hier laufend spitzzüngig & dezent von oben herab, wenn dir jemand auf deine Worten hin Kritik schreibt, die dir nicht "schmeckt", dass derjenige dich und die Gesamtsituation ja nicht kenne (wie auch? Dein Leben, nicht unseres) & sich "anmaßt, ein völlig falsches Bild zu zeichnen".

Ja, zu einer suboptimal gelaufenen Partnerschaft gehören zwei. Nein, die Frauen sind nicht die Opfer & Männer die Täter.

Nein, nicht jede kleine Alltagslüge ist Verraaaat. Beginnt man aber, weshalb auch immer, in markanten Bereichen mit Lügen, dazu in Serie, ist das Beschiss am Partner und letztlich auch an sich selbst. Man verbiegt sich, um etwas aufrecht zu erhalten, was man mit Ehrlichkeit anders oder in letzter Konsequenz nicht mehr hätte. Der Andere kennt nicht den Menschen, der er (aktuell) ist, sondern die (partiell) konstruierte Version desjenigen, partiell aber eben in gravierenden Aspekten.

Du attestierst anderen schwarzweiße Sicht & pflegst sie doch selbst. Ich scheine da einen wunden Punkt getroffen zu haben, oder weshalb haust du so pauschal "Wenn nur mal jeder, der Moral predigt ..." raus?

Das hast du aber echt sowas von an die Falsche adressiert. 😁 Ich bin berühmt berüchtigt für meine offene direkte Art, bekannten wie auch unbekannten Menschen gegenüber, ohne dabei ins Respektlose zu driften, aber ja, auch mal mit "auf die Zunge beißen" und dann aber auch dazu stehen. 😉 Und ebenso vertrage & mag ich es auch mir gegenüber - Ehrlichkeit auf Augenhöhe.

Stimmt, fürs "du hast da was ..." oder einem Fremden gegenüber "Sie haben da was ...", hat leider lange nicht jeder den Hintern in der Hose.

Ich sage es, weil ich mir denke, dass es demjenigen unangenehm ist, wenn er es irgndwann bemerkt oder dass andere Menschen darüber witzeln (armseliger Wesenszug, aber nicht eben selten). Ich selbst pfleg da ein "Ist halt so", wenn ich 'nen Klecks, ne windschiefe Frisur oder was auch immer bemerke - ist so irrelevant, macht mich nicht aus. 😄
 
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Hm, dass du da bei mir Empörung rauslesen willst, hat DICH vlt das Lesen meiner Zeilen empört? 😉

Interessant auch, dass ich dein Vorenthalten der Untreue thematisiere & du daraufhin als erstes ausschweifend die Sichtweise einer deiner Geliebten erläuterst.

Du meintest, deine Frau würde es fertigmachen, würde sie von deiner Untreue erfahren. Sie denkt ergo, ihr führt eine monogame Ehe. Du gibst vor, diese mit ihr zu führen & deine Frau zu respektieren. Darauf basiert mein Geschriebenes, die Ausbeutung in meinen Augen.

Du echauffierst dich hier laufend spitzzüngig & dezent von oben herab, wenn dir jemand auf deine Worten hin Kritik schreibt, die dir nicht "schmeckt", dass derjenige dich und die Gesamtsituation ja nicht kenne (wie auch? Dein Leben, nicht unseres) & sich "anmaßt, ein völlig falsches Bild zu zeichnen".

Ja, zu einer suboptimal gelaufenen Partnerschaft gehören zwei. Nein, die Frauen sind nicht die Opfer & Männer die Täter.

Nein, nicht jede kleine Alltagslüge ist Verraaaat. Beginnt man aber, weshalb auch immer, in markanten Bereichen mit Lügen, dazu in Serie, ist das Beschiss am Partner und letztlich auch an sich selbst. Man verbiegt sich, um etwas aufrecht zu erhalten, was man mit Ehrlichkeit anders oder in letzter Konsequenz nicht mehr hätte. Der Andere kennt nicht den Menschen, der er (aktuell) ist, sondern die (partiell) konstruierte Version desjenigen, partiell aber eben in gravierenden Aspekten.

Du attestierst anderen schwarzweiße Sicht & pflegst sie doch selbst. Ich scheine da einen wunden Punkt getroffen zu haben, oder weshalb haust du so pauschal "Wenn nur mal jeder, der Moral predigt ..." raus?

Das hast du aber echt sowas von an die Falsche adressiert. 😁 Ich bin berühmt berüchtigt für meine offene direkte Art, bekannten wie auch unbekannten Menschen gegenüber, ohne dabei ins Respektlose zu driften, aber ja, auch mal mit "auf die Zunge beißen" und dann aber auch dazu stehen. 😉 Und ebenso vertrage & mag ich es auch mir gegenüber - Ehrlichkeit auf Augenhöhe.

Stimmt, fürs "du hast da was ..." oder einem Fremden gegenüber "Sie haben da was ...", hat leider lange nicht jeder den Hintern in der Hose.

Ich sage es, weil ich mir denke, dass es demjenigen unangenehm ist, wenn er es irgndwann bemerkt oder dass andere Menschen darüber witzeln (armseliger Wesenszug, aber nicht eben selten). Ich selbst pfleg da ein "Ist halt so", wenn ich 'nen Klecks, ne windschiefe Frisur oder was auch immer bemerke - ist so irrelevant, macht mich nicht aus. 😄
Gefällt mir :)
Also, ich will eigentlich gar nichts rauslesen. Ich lese es heraus1 so einfach ist das. Meine ehrliche Meinung...

Grundsätzlich:
Ich schreibe nicht nur Dir, sondern beziehe mich auf tausende hier gewechselte Worte und viele Beiträge unterschiedlicher Peronen. Du solltest es also nicht persönlich nehmen (auch wenn es auf Deinen Beitrag bezogen war).
Empören tut mich wenig. Künstliches Aufregen (empören, echauffieren) ist nicht meine Art. Was ich jetzt - nachdem ich sehr freundlich und sachlich und sehr defensiv meine Probleme und Sicht auf die Dinge über viele Jahre detailliert offenbart habe - tue, ist, offen und direkt meine Meinung aus jetziger Sicht zu schildern. Ich ecchaufiere mich auch keineswegs dauernd und anmaßend. Ich würde Dir nicht verübeln und gehe davon aus, dass Du nicht alles Geschriebene gelesen hast. Daher kennst Du weder mein Leben, noch den kleinen Ausschnitt, den ich hier dagelegt habe. Wenn Du also meine Worte aus den letzten zwei Wochen als anmaßend betrachtest, dann solltest Du Dir mal sorgfältig durchlesen, was hier auch bereits neben vielen sehr hilfreichen Beiträgen abgeliefert wurde (einige Beiträge wurden gelöscht... ;-). Die kannst Du also nicht mehr lesen. Die waren also weit unter der Gürtellinie. Nicht meine Meinung, sondern die des Administrators... :)).

"Gefällt mir" Warum? Beim leisesten Widerstand und Ehrlichkeit werden die Krallen ausgefahren. Empörung ist deutlich spürbar in Deinen Worten, das relativieren auch Deine Worte, Du seist die empfänglichste Person nicht. Das nimmt dem Gesagten nicht den Wind aus den Segeln, sondern ist gängiges Mittel der Verteidung: Wie kann ich nur der gelassensten Person der Welt, die berüchtigt für Kritikfähigkeit ist, unterstellen, sie wäre auch nur im geringsten angefasst... Klassische Taktik (bewusst oder unterbewusst).
Ein guter Freund unterstellt mir ständig, ich sei ein alter Grantler. Nun rate mal, wen unser gesamter Freundeskreis für einen Grantler hält...? ;-). Und wer ständig mit der moralischen Keule zuschlägt, lässt dem anderen wenig Zeit ihn nach seinem moralischen Verhalten zu fragen (bildlich gesprochen). Deshalb darf man auch mal fragen, ob jeder der die moralische Messlatte sehr hochlegt, sie auch selbst überspringen kann.

Ich male schwarz/weiß? Verstehe ich nicht! Du benutzt genau mein Argument (Frauen sind nicht immer Opfer, Männer nicht immer Täter). Genau das habe ich mit einem einzigen Beispiel konkret belegt. Nämlich dass das völlig absurd ist! Und Du willst nicht ernsthaft behaupten, dass diese Meinung () sehr vorherrschend ist. Allgemein. Auch hier die gleiche Taktik: Sage dem anderen er malt immer schwarz weiß, dann kann dieser nicht das Gleiche von Dir behaupten.

Ich zitiere meine Geliebte als erstes ausschweifend? Na, keine Ahnung, was es für eine psychologische Bedeutung hat, dass ich nach tausenden Zeilen nun ein brilliantes, selbst erlebtes aus dem prallen Leben gegriffenes Beispiel wähle, was die Meinung einer Betroffenen widerspiegelt? Wer mir eine Steilvorlage gibt, darf mit meinem guten Abschluss rechnen. Vielleicht bedeutet es ja das?
Und dass ich ausschweifend antworte sollte Dich nun nicht sonderlich überraschen. Da ich das mangelnde Interesse an dem Thema "Partnerschaft und Sexualität" im Freundeskreis in diesem Forum kompensiere, fallen meine Antworten hier grundsätzlich sehr ausschweifend aus. Wohlgesonnen betrachtet könnte man sagen, ich gebe mir Mühe und bin sorgfältig, alle Reaktionen mit Respekt zu beantworten. Und auch wenn es ehrlich und damit vielleicht für den einen oder die andere etwas enttäuschend ist: Ich schreibe in erster Linie für mich, aber freue mich natürlich, wenn es die eine oder den anderen auch ein wenig befruchtet hat, denn es gefällt mir, wenn sich andere wegen mir freuen oder befruchtet werden! Auch sehr selbstsüchtig, aber das bin ich eben. Ja, in meinem Leben spiele ich selbst die größte Rolle. Ich bin mir am nächsten, mir selbst der Wichtigste. Und ehrlich gesagt ist es mir egal, ob anderen das missfällt, mich deshalb für einen Nazissten oder Egoisten halten. Über die lache ich, weil sie mich nicht kennen oder genauso denken wie ich, es aber nicht zugeben wollen. Verlogen! Selbst die bedingungslose Liebe, die ich meinen Kindern gebe, bekomme ich mehr als zurück. Das ist nicht egoistisch, sondern einfach nur großartig!

"Spitzzüngig" nehme ich übrigens als Kompliment. "Schöne Worte" habe ich auch gelegentlich gehört. Schöne Worte finde ich auch ehrenwert. Mir gefällt Schönheit, auch wenn das ja heutzutage als inakzeptabel oberflächlich gilt. Vielleicht zeigt auch beides, dass ich kein mundfauler Trottel bin, meine Meinung deutlich sagen und formulieren kann. Daran scheitert mein Kommunikationsproblem mit meiner Frau nicht.

Nun und um auch auf den allerletzten Punkt Deiner Anwort einzugehen, was meine Sorgfältigkeit erneut bestätigt:
Ich rate niemandem seinem cholerischen Chefin in aller Form und Höflichkeit zu sagen, dass ihr Hosenstall offensteht oder sie sich die Haare aus der Nase entfernen lassen sollte, weil es ihn zum Würden reizt. Schon gar nicht öffentlich. Er/Sie kann sich damit der Zustimmung vieler sicher sein (die das natürlich auch gerade sagen wollten...), aber vermutlich nimmt es die Chefin nicht so gelassen wie Du, obwohl es die Wahrheit ist, objektiv ekelhaft und Dich Deine unglaublich direkte und ehrliche Art absolut ehrt. Am Ende ist es einfach nur dämlich, deshalb seinen Arbeitsplatz zu verlieren. Natürlich wäre das von der Chefin sehr unmoralisch, Ehrlichkeit auf diese Weise zu verurteilen. Aber sie könnte sagen: Scheiß drauf, pack Deine Sachen. So etwas soll in unsere hochmoralischen und grundehrlichen Gesellschaft vorkommen. Und deshalb finde ich sollte eine betrügende Ehefrau sehr genau abwägen, ob sie Ehrlich ist und ihren Seitensprung beichtet.

Aber abschließend gesagt: Das ist und war nie mein Thema. Hat trotzdem Spaß gemacht darüber zu diskutieren. Mein Thema war "Wie sage ich es meiner Frau?" Nicht, dass ich fremdgegangen bin, sondern das ich mir eine Geste der Aufmerksamkeit und des Interesses an der Gestaltung unseres Sexuallebens wünsche. Da ihre Passivität und Interessenlosigkeit an einem gemeinsam aktiv gestalteten Sexualleben nun mit meinem Interesse an der aktiven Gestaltung eines intensiven und abwechslungsreichen Sexuallebens im Gleichklang ist, hat sich das Thema ja erledigt.
Wie ein altes Sprichwort sagt: Die Zeit heilt alle Wunden...

Aus diesem Grunde habe ich ja das Thema "Sex mit 60: Sie hat ihren Garten und er ist Modelleisenbahner" begonnen. Dass diese Zeit offenbar tatsächlich und wider meiner Befürchtungen voll gemeinsamen Glücks und intensiven Sex ist, gibt es hierzu wohl keine Beiträge. Meine Sorge vor einem sexlosen Alter scheintsomit wohl völlig unbegründet, auch wenn die Eingabe "sexlos" im Netz anderes befürchten lässt.
 
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