Warum sich die Kritiker irren, die die Existenz des ME/CFS leugne

alibiorangerl

MᴏᴅᴇʀᴀᴛᴏʀɪN
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Wuhu,
hier ein engl Artikel Sonia Poultons, übersetzt von Frau Clos:
august12_3
Artikel des Monats August 2012 Teil 3
Alles nur psychisch? Warum sich die Kritiker irren, die die Existenz des ME/CFS leugnen
Veröffentlicht am 8. Mai 2012 in Daily Mail, Übersetzung Regina Clos
Artikel hier als pdf-Datei
[ANMERKUNG: oder unterhalb als Anhang]


Anm.d.Ü.: dieser Artikel bezieht sich auf den Film Voices from the Shadows, der vom Stil und der Aussage her dem jetzt in Deutschland entstandenen Film In engen Grenzen - Leben mit CFS gleicht - und der sich von daher ebenso auf diesen beziehen könnte. Aus diesem Grund möchte ich ihn hier auch den deutschen Lesern zur Verfügung stellen.

NEU:
Die Autorin dieses Artikels, Sonia Poulton, eine freie Journalistin hat kritische Artikel über die Sozialhilfe-Reformen in Großbritannien geschrieben, die teilweise katastrophale Auswirkungen auf kranke und behinderte Menschen haben. Diese müssen sich absurden und vollkommen ungeeigneten Überprüfungen ihrer Arbeitsfähigkeit unterziehen - durch ein französisches Privatunternehmen, ATOS - und verlieren in vielen Fällen ihre ohnehin äußerst magere Unterstützung von umgerechnet ca. 100,- € pro Woche. Und sie hat einen radikalen Enthüllungsbericht über die Machenschaften und die Politik im Bereich ME in den etablierten Medien geschrieben. Nun erhielt sie eine anonyme E-Mail von einem wohlgesonnenen Insider aus dem Regierungsviertel Whitehall, die besagt:


'You are too outspoken and should be careful with your words. You make some people uncomfortable'. ("Sie sind zu unverblümt und sollten vorsichtig sein mit dem, was Sie sagen. Sie bereiten manchen Leuten Missbehagen.")

Darauf schrieb Sonia Boulton zurück:
'Good. I'm not here to provide room service for elitists. By the way, I always make sure to let people know that if anything happens to me then it shouldn't automatically be assumed it's an accident.' ("Schön. Ich bin nicht hier, um Zimmerservice für elitäre Leute anzubieten. Übrigens, ich sorge immer dafür, den Menschen zu sagen, dass, wenn mir etwas passiert, sie nicht automatisch annehmen sollen, dass es ein Unfall war.")

Auf Twitter hat Sonia Poulton jetzt angekündigt, dass sie einen weiteren Artikel über ME schreiben wird. Sie hat bereits einen Blick geworfen auf die jetzt teilweise freigegebenen Dokumente aus dem Staatsarchiv in Kew geworfen, die eigentlich bis zum Jahr 2072 unter Verschluss bleiben sollten - diese können derzeit hier heruntergeladen werden:https://www.yousendit.com/download/TEhWeVdveDNWRCtFTmNUQw). [ANMERKUNG: Dieser Download funktioniert nicht mehr!]

Sue Marsh vom Spartacus Report ist ebenfalls bedroht worden, weil sie sich für die Kranken und Behinderten einsetzt.
Lesen Sie auch diesen Artikel von Sonia Poulton: British people are committing suicide to escape poverty. Is this what the State wants?
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Anhänge

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Warum sich die Kritiker irren,die die Existenz des ME/CFS leu

Wuhu,
und noch einige Übersetzungen:
august12_2
Artikel des Monats August 2012 Teil 2
ME/CFS kann töten
WARNHINWEIS: Sie sollten diese Seite lieber nicht lesen, wenn Sie gerade deprimiert sind wegen Ihres schlechten Gesundheitszustandes und/oder der Art und Weise, wie man Sie behandelt. Diese Seite ist eher gedacht für Menschen, die immer noch daran zweifeln, dass ME/CFS eine schwere Erkrankung mit verheerenden - manchmal auch tödlichen - Folgen ist.
Vorbemerkung und Kommentar
Es ist ein Hohn, dass gerade wieder in PlosOne, einer der führenden medizinischen Zeitschriften, von den Hauptvertretern der Wessely-School das Märchen verbreitet wird, dass ME/CFS mit kognitiver Verhaltenstherapie (gegen die falschen Krankheitsvorstellungen der Betroffenen) und körperlicher Aktivierung (gegen die Dekonditionierung) geheilt werden könne ("Studie" in PlosOne hier). Die "Ergebnisse" der längst als methodisch extrem fehlerhaft bewiesenen, 5 Millionen britische Pfund teuren PACE Trials werden ein weiteres Mal aufgekocht und als kostengünstige und die Ressourcen der Familien der Betroffenen schonende "Behandlung" des ME/CFS verkauft. (siehe z.B. hier beim Medical Research Council - und die Meldung wird in allen führenden Medien Großbritanniens wiedergegeben.)
Professor Michael Sharpe, Psychiater von der Oxford University Und Co-Autor dieses Artikels wird hier wie folgt zitiert:
"In der PACE Studie fanden wir heraus, dass die rehabilitativen Behandlungen kognitive Verhaltenstherapie und ansteigendes körperliches Training (Graded Exercise Therapie) die Erschöpfung und Behinderung von Menschen mit CFS/ME bessern. Diese neue Analyse der Daten der Studie hat herausgefunden, dass diese Behandlungsformen auch kostengünstig sind im Hinblick auf die Verbesserung der Lebensqualität der Patienten. Sie sind potentiell kostensparend für die Gesellschaft, wenn auch die Zeit der Familie und der Betreuer berücksichtigt wird. Diese neuen Belege sollten die Anbieter von Gesundheitsdienstleistungen dazu ermutigen, diese Behandlungsformen allen Patienten anzubieten, die sie brauchen."


Man fragt sich, ist dieser Mann, genauso wie seine Psychiaterkollegen, ein eiskalter Zyniker? Ist er blind? Ist er ein Verbrecher? Von was redet er hier eigentlich? Wirklich von ME/CFS oder von irgendeiner undefinierten Form chronischer Erschöpfung? Ist er wirklich Arzt, ein Mensch, der mit dem Hippokratischen Eid geschworen hat, seinen Patienten nicht zu schaden?
Ein Kommentar von Invest in ME straft die Aussagen der PACE Trials und die neu daraus gezogenen Schlüssel Lügen.
Ein weiterer Kommentar entlarvt ebenfalls die basalen methodischen Fehler der PACE Trial und prangert die Ignoranz der Autoren gegenüber der überwältigenden Menge an Studien und Patientenumfragen an, die belegen, dass CBT in der Regel nichts nützt und GET den Patienten schadet. Zu Recht fragt er, ob eine Therapie wirklich effektiv sei, wenn sie keinen Effekt hat?
Es ist einfach unfassbar, was da geschieht. Dass ein solches Ausmaß an Unwissenschaftlichkeit und Inhumanität von führenden medizinischen Fachzeitschriften und von der Öffentlichkeit geduldet und sogar noch protegiert wird, muss mächtige gesellschaftspolitische und finanzielle Gründe haben. Geht es hier wirklich nur ums Geld oder soll hier z.B. das schon Jahrzehnte andauernde Versagen von Politik und Medizin, diese schwere Erkrankung aufzuklären und die Betroffenen anständig zu behandeln, verdeckt werden? Sollen gar die möglicherweise dramatischen Ursachen der Krankheit vertuscht werden? Man könnte zum Verschwörungstheoretiker werden, wenn die Fakten nicht für alles andere als reine Theorie sprechen würden. R.C.
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Guter Artikel und wie immer gute Arbeit von Frau Clos.

Auch dieser Artikel, wird kaum einen Mediziner dazu bewegen seine Meinung zu ändern. Mediziner sind Mainstreamer ohne eigene Meinung. Das kann man gut an den Richtlinienen der DEGAM erkennen. Somit harren wir weiter den Dingen die da kommen.

Trotzdem vielen Dank fürs einstellen.
 
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Wuhu,
gerne :)

Am Besten geht man ohnehin auf Frau Clos Seite und liest es dort, hab nur jeweils die Einleitungen hier zitiert...
 
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