Unkontrollierte Zwangsgedanken/Kopfkino

Themenstarter
Beitritt
23.10.13
Beiträge
83
Hallo liebe User

Ich kenne viele Menschen die unter dem so genannten kopfkino leiden, darunter auch ich selbst. Die Gedanken kommen und oft hat man völlig übertriebene Gedanken oder Interpretationen auf die verschiedensten Dinge.
Man geht vom schlimmsten aus, in der Erwartung dass es nicht so kommen wird. Und wenn's besser läuft kann man sich freuen. Denkt man. Denn bis dahin hat man ja keine tolle zeit aufgrund der Gedanken. Wieso kann man nicht einfach abwarten wie etwas wird?
Ich kann mich erinnern dass ich zu einer zeit angefangen habe immer vom schlimmsten auszugehen um nicht immer wieder enttäuscht zu werden. Leider hat sich das so eingebrannt dass ich jetzt kaum noch Kontrolle drüber habe.

Kennt das jemand und weiß einen Rat wie man damit umgehen kann?

Mit dem Gedankenstopp, also mitten drin STOP denken und alles ausblenden probiere ich's oft. Leider ändert das aber nicht so viel an den bedrückenden Gefühl dass ich dann habe.
Denn meine Gedanken bestimmen auch meine Gefühle.
Manchmal bin ich richtig traurig weil ich mir was vorstelle und mich richtig rein steigere. Bis ich irgendwann merke und zu mir komme dass das nur Gedanken sind und es in der Realität grade anders aussieht.

Wäre für jeden Rat dankbar :)

Liebe Grüße
Schildkröte
 
Beitritt
23.05.12
Beiträge
5.050
Liebe Schildkröte
Das Kopfkino, das Filme X-mal laufen lässt, kenne auch ich sehr gut. Immer mehr lerne ich aber, dass ich mir dadurch selbst sehr viel Lebensqualität nahm. Somit habe ich nun, wo es sich nicht mehr so oft "einstellt" auch mehr freudvolle Momente im JETZT.
Es gibt dazu mehrere Wege, der eine wäre The Work von Brian Katie
Was ist The Work?

Für mich war die schlimmste Zeit jene, wo ich Jahrelang unter Extrembeschwerden des CFS/ME litt, nur noch alleine war, fast ganztags im Bett sein musste und meine Konzentration gar nicht mehr funktionierte, Lesen und Fernsehen war nicht mehr möglich, Telefonate nur ganz selten.

Ich konnte mich nicht mal mehr auf den Atem konzentrieren, oder andere Uebungen machen. Irgendwann begann ich dann zb. auf Vögel zu hören und ihnen zuzuhören dann auch mein Blick auf die wundervollen Dinge in der Natur zu wenden, ohne Druck ging das dann immer schneller. So kam ich aus dem Kopfkino immer mehr ins Hier und Jetzt, hier und jetzt, wo mein Leben stattfindet.

Es braucht kleine Schritte, zB. half mir auch am Anfang im Bett mir meine Finger einzeln zu massieren und zu spüren .. einfach die Aufmerksamkeit in den Körper zu holen, jetzt was tu ich mit ganzer Achtsamkeit für den Moment.

Herzliche Grüsse und versuche mal wo Du es schaffst im Hier und Jetzt zu bleiben, suche etwas,das Dir Freude macht oder ohne aktiv zu sein einfach die Augen auf schönes in der Natur zu richten und Dankbar zu sein - lerne Dich mit dem Leben zu verbinden, das sich im HIER und JETZT zeigt, das was Du in jedem Moment neu bist.

Béatrice
 

Bei Zwangsstörungen kann Hypnosetherapie hilfreich sein

Niemand wird mit einem Zwang geboren. Zwänge entwickeln sich. Die Gründe hierfür liegen meist tief verborgen im Unterbewusstsein des Menschen und können durch die aufdeckende Hypnosetherapie rasch lokalisiert, identifiziert sowie auch neutralisiert werden. Ist das geschehen, gibt es keinen Grund mehr, das unerwünschte und störende Verhalten an den Tag zu legen.

Nur zu wissen oder zu vermuten, warum man sich so verhält, hilft den meisten Betroffenen nicht, das zwanghafte Verhalten abzulegen. Dies ist so, weil es ein kognitiver Prozess ist. Die korrekte Programmierung für einen Zwang liegt jedoch im Unterbewusstsein.
mehr

mehr

mehr

mehr

Windpferd

Guten Morgen Schildkröte,

Dein Name ist bereits eine sehr gute Antwort auf Dein Problem. (Im Ernst: er ist in Asien ein verbreitetes Bild für die Weise, wie man sich durch den Dschungel des Lebens bewegen könnte.)

Es gibt meines Wissens und nach meiner Erfahrung nur 1 (einen) Weg, mit den Gedanken zurecht zu kommen: Meditation.

Die einfachste Definition: Wach sein und nichts tun.

Ein Bild, das ich auch sehr gerne mag: Du bist eine Königin, die Audienz gibt. Sie sitzt aufrecht und aufmerksam auf ihrem Thron, die Untertanen kommen vorbei und tragen ihre Anliegen vor (Freud, Leid, Bedürfnisse, Meinungen, alles eben). Die Königin hört zu. Sonst nichts. Offen, sogar mit Neugier aber unerschütterlich. (Sie macht keinen Luftsprung, wenn eine Nachricht freudig ist; sie sackt nicht zusammen, sie schreit nicht, wenn etwas Unangenehmes geschehen ist.) Wenn einer der Untertanen ausgeredet hat, nickt sie, dankt, läßt ihn weitergehen. Das ist alles. (Und natürlich, wenn die Audienz zu Ende ist, wird die Königin tätig; auf Grund der neuen Nachrichten ergreift sie Maßnahmen, gibt Weisungen.)

Das Wort Meditation hat für manche einen religiösen Oberton. Man kann auch von Achtsamkeits- oder Gewahrseins- oder Aufmerksamkeitstraining sprechen.

Niemand hat Meditation erfunden. Auch der Buddha nicht. (Sagte mal ein buddhistischer Lehrer.) Denn da ist ja nichts, nichts Bestimmtes. Nichts zu tun. Meditation ist die einfachste Form des Existierens. Die Grundlage sozusagen.

Die meisten von uns sind aber allzu verwirrt, so weit von der einfachen Wirklichkeit, von sich selber entfernt, daß sie Anleitung und Begleitung brauchen. Sonst besteht die Gefahr, daß wir dauernd etwas erreichen wollen, unsere Meditation beurteilen, Wirkungen erwarten - wir machen einen unserer vielen Trips draus.

Die beste Anleitung und Einführung scheint mir zu sein: Chöyam Trungpa: "Das Buch vom meditativen Leben". Trungpa war ein tibetischer Meditationsmeister. Im zweiten Kapitel die Anleitung auf wenigen Seiten. Das genannte Buch beruht auf buddhistischer Tradition, zeigt jedoch einen nicht-religiösen, weltlichen Weg. (Man "muß" nichts "glauben".)

Ein entscheidendes Element, das wir normalerweise übersehen: Unsere Gedanken haben spontane (nicht selbstgemachte) Lücken. Es sind kurze Augenblicke ohne bestimmten Inhalt, Augenblicke von Offenheit ohne Gedanken, eine Art von Erstaunen - vielleicht nur ein paar Millisekunden. Ein "Ah....". "Mind not fixated on phenomena". Eine Ahnung von Freiheit.

Meditation fördert diese Erfahrung: Ich nehme mir vor, der Anleitung entsprechend, für eine bestimmte Zeit einfach meinem Ausatem zu folgen. Eine Weile schaffe ich das vielleicht sogar. Doch dann gibt es unvermeidlich diesen Moment "Ah...." Ich merke, daß ich längst nicht mehr bei meinem Ausatem bin sondern weiß der Himmel, wo: bei meinen medizinischen Befunden, beim bevorstehenden Mittagessen, bei meiner Verliebtheit, bei meiner Todesangst. Es ist endlos. Aber dieser kleine Augenblick (ein Riß, ein Sprung - Diskontinuität eben) kehrt immer wieder. Er macht etwas mit uns.

Wenn wir merken, daß wir abgedriftet sind - so die Anleitung - etikettieren wir unseren Gedanken ganz einfach - mental, lautlos - als "Denken" und kehren unmittelbar zum Ausatem zurück.

(Nebenbei eine geniale Idee. Was machen Menschen doch alles mit ihren Gedanken: Behaupten, verteidigen, widerlegen, verurteilen, lobpreisen, umformulieren, erweitern, ausschmücken, interpretieren, bewerten . . . Etliche Wissenschaften machen kaum was anderes. Und hier wird jeder Gedanke einfach benannt als das, was er ist: als Gedanke. Nicht besonders intellektuell.)

Man kann verhaltenstherapeutisch vorgehen, z.B. mit "Gedankenstoppen". (Laut schreien, gleichzeitig sich abrupt um 90° drehen, einen neuen Gegenstand fixieren. Das funktioniert schon. Aber man handelt sich mehr Probleme ein. Eigentlich bringt Meditation ruhige Aufmerksamkeit. (Vielleicht wie bei einer Schildkröte.) Ein "Stop"-Schrei ist, als würde man einen sehr großen Stein in den See werfen. Und "ich" spiele mich dabei auf, als sei ich Befehlshaber statt Zeuge. Irgendwie zu manipulativ. (Und die Königin bei der Audienz - wenn die plötzlich "Stop" schreit, sobald ihr etwas nicht paßt: deren Untertanen würden vermutlich Zweifel kriegen.)

Andererseits ist Meditation nicht vom Leben getrennt. Ich kann, nach etwas Training meine Aufmerksamkeit nicht nur auf dem Ausatem sondern auf allem ruhen lassen: auf jeder sinnlichen Wahrnehmung, auf jeder Emotion, in den Augen eines Geliebten. Ohne irgendwas zu "müssen", zu verändern, zu leisten.

Unser Geist ist beständig aktiv. Wir können nicht gedankenfrei sein. (Wir können denken, daß wir nicht denken, tja ...) Aber die Gedanken verändern sich langsam, ihre Textur. Wir sind nicht mehr getrieben durch sie, nicht mehr hypnotisiert.

Meditation hat Kontraindikationen. Schwere Depression beispielsweise oder manche Psychosen. Dafür gibt es andere Methoden.

Soviel für heute.
Glücklichen Advent wünscht
Windpferd
 

darleen

Hallo Schildkröte

ich würde noch mal die Schilddrüse bei einem Spezialisten kontrolieren lassen , du sprachst mal von Werten , die grenzwertig wären ?

deine Hormonentgleisungen in den Sexualhormonen

deine Unzufriedenheit.....

deinen Stress mitd deiner Schweigermutter ect. ect.

all das kann Entgleisungen forcieren/oder bedingen und Zwangsgedanken und Hirnrummeln --> Gedankenflut kommt verhäuft vor, bei SD-Patienten

Ansprechpartner -> Endokrinologe oder Nukelarmediziner

Werte-> TSH, Ft4, ft3 ,

Antikörper-> TPO-Ak, Tg-AK, TRAK

Sonographie -> Größen und Strukturermittlung

liebe grüße darleen :wave:
 
Beitritt
24.10.10
Beiträge
211
Wer die Gedanken im Griff haben will, den haben die Gedanken im Griff.
COUÉS GESETZ der das Gegenteil bewirkenden Anstrengung zeigt gut wie Problem und Lösung funktionieren.
In unserem beschränkten BEWUSSTEN Verstand hat halt mal nur EIN Gedanke auf einmal Platz; alle anderen sind im UNBEWUSSTEN.
Es ist lächerlich, mit soviel Beschränktheit das Unbewusste kontrollieren zu wollen, das u.a. alle Lebensfunktionen für uns lenkt.
Wenn wir klug wären, würden wir einen freundlichen, guten Umgang mit dem Unbewussten lernen, dann wäre es zu uns auch freundlich und wir könnten so vortreffliche Ergebnisse damit erzielen wie E.COUÉ.
Guten Erfolg!
Franz Josef Neffe
 
Beitritt
24.10.10
Beiträge
211
Über sich und das Problem hinauswachsen

Überleg Dir mal Folgendes:
Niemand ist zu 100 % krank.
Vielleicht bist du zu 20 % krank und zu 80 % gesund.
Wenn Du die 20 % Krankheit bekämpfst, erschöpft das die Kräfte und begünstigt, dass aus 20 % Krankheit 21 % und mehr werden.
Wenn Du dich mal nicht um die Krankheit kümmerst und die Gesundheit stärkst, wachsen Gesundheit und Kräfte auf 81 % und mehr und die Krankheit wird weniger ohne dass Du auch nur 1 Gramm Energie gegen sie verbraucht hast.
Ich freue mich auf Deinen Erfolg.

Franz Josef Neffe
 
Beitritt
02.09.14
Beiträge
5
ja das klingt nach einem ziemlichen Teufelskreis, ich habe eine Freundin, bei der es ähnlich war. Sie hat es nie geschafft, sich zu entspannen, alles war vorher schon schlecht, ihre Zerissenheit, hat natürlich zur Verminderung ihrer Lebensqualität geführt. Als sie allmählich anfing, sich Raum und Zeit zu geben und auf ihr Innerstes zu hören, ihren Hobbys und Bedürfnissen nachzugehen, wurde es besser, sie hat z.t. ihre Lebensumstände geändert, was ebenfalls dazu beitrug, sodass sie insgesamt innerlich ruhiger wurde.
Vielleicht kann man das alles auch nicht ovn heute auf mrogen abstellen und muss es als sändigen prozess udn Artbei an sich selbst sehen?

Viel Erfolg
 
Beitritt
24.10.10
Beiträge
211
Zu unserem Glück sind Teufelskreise NIE KREISE sondern IMMER SPIRALEN, in denen man sich in ein Problem hineinverbohrt hat - und sich DURCH UMKEHR wieder herausbohren kann.
Guten Erfolg!

Franz Josef Neffe
 
Beitritt
14.03.07
Beiträge
5.685
COUÉS GESETZ der das Gegenteil bewirkenden Anstrengung zeigt gut wie Problem und Lösung funktionieren.

Wenn wir klug wären, würden wir einen freundlichen, guten Umgang mit dem Unbewussten lernen, dann wäre es zu uns auch freundlich und wir könnten so vortreffliche Ergebnisse damit erzielen wie E.COUÉ.
Guten Erfolg!
Franz Josef Neffe
Ich habe heute zufällig einen sehr guten Artikel über die Vorgehensweise von E. Coué und die Selbstheilungskräfte unseres Körpers bei meinem Doc gelesen. Gerne würde ich mir mehr Literatur darüber besorgen und hoffe, ich finde es.

Danke für diese Hinweise.

Liebe Grüße von Kayen
 
Beitritt
17.04.09
Beiträge
252
Hallo Schildkroete;
Warum versuchst du dir nicht ebenso ein positives Ergebnis für deine Erwartungen vorzustellen.
Zwischen Positiv und Negativ ist dann alles möglich.
Warum versuchst du nicht an positive oder nette Ereignisse zu denken wenn du dein Kopfkino bemerkst.
Was ist heute gut gegangen. Was habe ich gut gemacht. Worüber habe ich mich gefreut, heute, gestern.
Worauf freue ich mich. Ein Eis, ein Film, ein Regenbogen...
FG
Rheingold
 
Beitritt
24.10.10
Beiträge
211
In der Wikipedia hab ich mal die aktuell verfügbare Literatur zu Coué eingetragen. Ich hab 1980 mal meine Diplomarbeit über Autosuggestion und Schule verfasst und dabei weltweit recherchiert. Im Net ist auch ziemlich viel zu finden; es wird immer mehr und interessanter.
Coués "Selbstbemeisterung" und "Was ich sage" (Schwabe) gibt es auch in einem: "Autosuggestion" (AT Verlag). Ch. Baudouin, A.Brauchle, H.Brooks, F.Lambert, G.Lucci, ..... waren Schüler von ihm.
Guten Erfolg also!
Franz Josef Neffe
 
Oben