(Schwere?)Depression

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Auch wenn ein Trauma Auslöser war - selbst da hilft es enorm, wenn man körperlich soweit handlungsfähig ist, sich um die Auflösung/Behandlung desselbigen überhaupt kümmern zu können.
Trauma ist ja hier in dem Fall nie Thema gewesen.

Bei Depressionen soll es schon Fälle gegeben haben, die soweit "handlungsfähig" wurden, dass sie die vorher gehabten negativen, dunklen bis destruktiven Gedanken / Ideen in die TAT umsetzen konnten.....handlungsfähig heißt ja nicht unbedingt, dass man das Leben gleich rosarot sieht!
 
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Was würdet ihr mir denn raten , um die wahren Ursachen für meine Probleme und Schmerzen herauszufinden?

Eine Gesprächstherapie bei einem Psychotherapeuten ist meiner Ansicht nach grundsätzlich erfolgversprechender, als einfach nur Psychopharmaka einzuschmeißen.
Denn durch die Einnahme von Psychopharmaka alleine wird sich garantiert nichts ändern.
 
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26.07.09
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(Schwere?) Depression

... jeder einigermaßen gute und verantwortungsvolle Arzt oder Therapeut würde nach deiner Geschichte und auch Familiengeschichte fragen ...
Das heißt, wie lebst du, mit den Depressionen und auch davor?
Und auch vor den Schmerzen im Gesicht? (siehe anderer Thread)
Arbeitest du, und wie bist du ausgebildet?
Hast du Geschwister?
Lebt dein Vater noch?
Und was sagt deine Familie zu den bestehenden Problemen?
Bzw wie war dein Kontakt in der Familie bevor du krank wurdest....?
Ich stell diese Fragen nicht aus Neugier, sondern weil das alles irgendwie mit dir und deinem Leben zu tun hat.
Es lebt ja keiner im "luftleeren Raum", oder in einem "menschenleeren Raum"!
 
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Ich lebe alleine. Mit der Familie habe ich ab und zu noch Kontakt. Habe 3 Geschwister. Eltern leben. Zu feiertagen sieht man sich noch. Falls das hilfreich sein sollte.
 
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Also es braucht Tageslicht am Morgen , einen strengen Tagesablauf, tägliche Bewegung im Freien, die Ernährung sollte viel Omega3, genügend Eiweiss /wenig Kohlenhydrate, genügend Zink, genügend Vitamine, Mineralstoffe und auch Spurenelemente wie Lithium enthalten und gut wäre auch Achtsamkeitsübungen auszuführen.
hier hatte ich dazu schon mal Links zusammengestellt:
https://www.symptome.ch/vbboard/depression/125430-erfahrungen-brintellix-4.html#post1103956
 
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Über Depressionen wurden sehr viele Bücher geschrieben und es gibt eine lange Liste von erfolgreichen und weniger erfolgreichen Therapien dafür.

Mein Problem (und ich bin damit nicht alleine) mit all den Therapien und Büchern war, daß ich nicht einmal die Kraft hatte, aufzustehen.
Es reichte gerade eben, um kurz vor Ladenschluss einkaufen zu gehen, denn verhungern wollte ich nicht.

So ging das über Monate.
Auslöser war bei mir die Scheidung. Ich wurde aus dem Haus geworfen und durfte die kleinen Kinder nur alle 2 Wochen am Wochenende sehen. Zum Glück gab es keine finanziellen Probleme damals.

Jedenfalls hatte ich weder die Kraft, zu Therapeuten oder zum Arzt zu gehen, noch hatte ich die Kraft, Bücher zu lesen oder spazieren zu gehen.

Das ist jetzt knapp 20 Jahre her und meine Depressionen sind immer noch nicht weg. Bin beim Psychiater in Behandlung, er ist nett, aber die Funktion von Psychiatern ist im Prinzip das Verschreiben von Anti-Depressiva und allgemeinen Ratschlägen wie "es wäre sehr gut, wenn Sie eine Psychotherapie machen würden".

Ich habe eine Psychotherapie gemacht. Meine Tochter mußte anrufen und den ersten Termin vereinbaren, weil ich keine Kraft und keine Lust dazu hatte.
Der Psychotherapeut hatte ein paar gute Methoden drauf. Ego-State Therapie , EMDR und Hypno-Therapie.
Finde ich gut. Es gibt noch andere Methoden wie Hypnose usw.
Vor kurzem habe ich etwas von der "Provokativen Psychotherapie" erfahren, soll auch gut sein.

Es war für mich eine Qual, jede Woche zum Therapeuten zu gehen, am liebsten hätte ich aufgehört damit.
Aber es hat mir doch geholfen, meine riesigen Schuldgefühle und den Selbsthass abzumildern.
Außerdem habe ich gewisse religiöse/esoterische Überzeugungen besser im Griff und kann sie relativieren.
So nach dem Motto: Meine Ängste und Störungen und mein Versagen im Leben sind die Strafe oder Konsequenzen aus früheren Inkarnationen.
Klar, so kann es sein, aber zum Teufel nochmal, was nützt es mir, das zu glauben ?

Die Anti-Depressiva nehme ich nicht. Alleine schon die Liste mit den Nebenwirkungen ist ein Horror.
Ich habe einige Medikamente probiert, welche der Psychiater mir empfohlen hat.
Die meisten hatten außer Sodbrennen und trockenem Mund keine Wirkungen.
Ein Mittel hat meine Stimmung ein kleines bißchen aufgehellt, aber nach ein paar Wochen war der Effekt auch weg trotz höchster Dosierung.
Dann sollte ich Blut geben, damit der Psychiater eventuelle Schäden durch das Medikament an der Leber und den Nieren erkennen konnte. Das war es also. Keine positive Wirkung, aber lebenswichtige Organe werden geschädigt.

Außerdem gibt es Meta-Studien, welche zeigen, daß Depressive ohne Medikamente nicht schlimmer dran sind als jene, welche die Gifte nehmen.

Wer sich die einzelnen Anti-Depressiva mal genauer anschaut, findet die Rückmeldungen von Patienten.
Bei vielen haben sie dazu geführt, daß sie dick wurden.
Nein danke, ich habe auch so schon gewaltiges Übergewicht und schaffe es nicht, mir selbst einen Salat zu machen.

Ach ja, eine 4-wöchige Kur in einer Psychosomatischen Kurklinik habe ich auch mitgemacht. Da nahm ich 8 Kilo ab, weil die Mahlzeiten regelmäßig waren und immer verschiedene frische Salate im Angebot waren. Nach der Kur nahm ich wieder zu.
Die Depressionen wurden nicht besser durch die Kur. War auch ein Witz, denn es gab nur ein Gespräch mit einer Psychotherapeutin pro Woche, was soll das helfen ?
Ansonsten gab es dort ständig Vorträge über Positives Denken, Gedankenkontrolle, gesunde Ernährung usw.
Das sind alles Dinge für Leute, welche die Willenskraft und Energie haben, sich damit zu beschäftigen, aber nicht für Schwer-Depressive.

Es gab dort viele "Profis", also Depressive, die schon Kuren gemacht hatten. Die ließen sich gleich mal auf 6 Wochen verlängern. Außerdem genossen sie die Kur, indem sie sich in netten Cafes Torten bei geselligem Zusammensein gönnten. Die wußten genau, wie sie ihre nächste Kur bekommen konnten.
Es gab aber auch hoffnungslose Leute dort, die gerne eine Heilung oder Besserung wollten, sie aber nicht fanden.

Falls Du durchgehalten hast, BladeX, noch ein Gedanke: jede Krankheit bietet auch einen Gewinn für den Kranken.
Dieser Gewinn kann auch versteckt sein.
In diese Richtung sollte auch mal geschaut werden.
Bei mir habe ich mehrere "Gewinne" erkannt.
Ohne die Depression würde ich keine Erwerbsminderungsrente bekommen, das Jobcenter ist sogar trotz 100%iger Erwerbsminderung hinter mir her und will, daß ich Bewerbungen schreibe.
Ich will jetzt nicht alle "Gewinne" hier öffentlich ausbreiten, deshalb nur das obige Beispiel als Denkanstoss.

Und was die Ursachen betrifft, die man gerne wissen würde, habe ich ein Beispiel aus dem Leben, das uns eine Dozentin auf der Heilpraktiker-Schule erzählt hat (ich habe eine Ausbildung als Heilpraktiker für Psychotherapie gemacht, bezahlt vom Jobcenter):
Eine Patientin von ihr hatte ein dramatisches Erlebnis. Sie besuchte nach vielen Jahren ihre Eltern und als sie dort auf dem Sofa saß, konnte sie nicht mehr aufstehen. Sie war gelähmt. Mußte mit dem Krankenwagen abgeholt werden.
Weshalb so etwas ?
Es war psychosomatisch. Ja, die Psyche kann sogar Lähmungen von Gliedmaßen bewirken. Kein Arzt kann eine körperliche Ursache finden, die Lähmung ist trotzdem da und nicht eingebildet.
Als Kind passierte ein Unfall auf dem Bauernhof ihrer Eltern. Ihr kleiner Bruder spielte draußen, der Vater sah ihn nicht und überfuhr ihn mit dem Traktor. Der kleine Bruder starb daran und der Vater klagte diese Patientin an, daß sie schuldig sei.
Dieses Trauma verbunden mit der Schuldzuweisung und dem Hass des Vaters auf sie bewirkte die Lähmung.
Als ihr dies in der Therapie bewußt wurde, verschwand die Lähmung.

Im Film "Walk the Line" wird ein ähnliches Schicksal gezeigt. Der weltberühmte Country-Sänger Johnny Cash wurde als kleiner Junge für den Tod seines älteren Bruders vom Vater beschuldigt. Der Vater hasste den kleinen Johnny und sagte immer wieder, er hätte gewünscht, daß Johnny gestorben wäre anstatt seines Lieblings, dem größeren Bruder.
Johnny Cash haßte sich seitdem extrem und dies führte zu Drogenmißbrauch und Alkoholismus. Er war regelrecht süchtig danach, sich selbst zu zerstören.

Trotzdem habe ich diesen Kommentar geschrieben. Ja.
Denn aus langjähriger Erfahrung weiß ich, daß es vorkommt, daß man durch solch einen unverbindlichen Kommentar wertvolle Denkanstöße bekommen kann, die einem dann irgendwann doch entscheidend weiterhelfen.
Außerdem tut es immer gut, von jemandem zu hören, der selbst schwere Depressionen hat, denn normalerweise kann jemand, der sie nicht selbst hatte, einfach nicht nachvollziehen, wie es ist. Der "normale" Mensch sagt dann automatisch: Du bist doch ein Faulenzer, der sich auf unsere Kosten auf das Sofa legt.
So ging es bei meinem großen Bruder. Jahrelang hat auch er mich als "faulen Stinker" verachtet. Nun, wo er selbst schwere Depressionen hat und sogar in die geschlossene Psychiatrie deswegen kam, ist er "bekehrt". Nun verachtet er mich nicht mehr.

Alles Gute für Dich.
 
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