Schlafstörungen und hohe Stresshormone

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Hallo alle zusammen!
Ich bin bei einem Arzt in Behandlung und bin total verunsichert, ob die Behandlung dazu führen kann, dass es mir besser geht.

Ich hatte ein HWS-Trauma vor einigen Jahren und später erhöhten Histamin-Spiegel und Stickoxid-Spiegel, konstant starke Schwäche und Kreislaufprobleme. Zusätzlich leide ich unter extremer Schlaflosigkeit.

Mein Arzt hat nun festgestellt, dass meine Adrenalin-, Noradrenalin- und Dopamin-Spiegel extrem hoch sind (weit außerhalb der Messskala des Labors). Serotonin ist gerade noch im oberen Normalbereich. Cortisol ist im untersten Normalbereich und morgens zu niedrig.

Zur Behandlung:
Ich habe zunächst ein Antihistaminikum bekommen, wodurch ich zwar immer noch regelmäßig nachts aufgewacht bin (und zur Toilette musste), aber zum ersten Mal wieder 8 - 9 Stunden (statt 3) geschlafen habe. Der Effekt war aber nach 2,5 Wochen weg.

Das Labor, dass das Stressprofil gemacht hat, hat nach der Zeit empfohlen, S-Adenosymethionin und hochdosiertes Vitamin B3 zur Reduktion der Stresshormone einzunehmen. Gegen einen Cystein- und Asparaginsäuremangel nehme ich zudem MSM und gegen Glutaminsäuremangel nehme ich Glutamin.

Vitamin B12 und Vitamin B6 sind laut Vollbluttest zu hoch, waren aber einen Monat zuvor über einen Urintest erniedrigt (ich habe anschließend nichts ergänzt). Daher nehme ich aktuell davon nichts.

Zusätzlich mache in eine Behandlung der Halswirbelsäule (AtlantoMed).

Nun meine Fragen:
1. Habt ihr Erfahrungen mit so einer Behandlung und kann sie bei der Verbesserung der Schlaflosigkeit helfen?
2. Denkt ihr, dass meine Schlaflosigkeit nur am hohen Stresshormonspiegel liegen wird?
2. Ich habe gelesen, dass SAMe eher bei der Produktion von Adrenalin und Noradrenalin hilft. Bekomme ich bei Einnahme nicht noch höhere Spiegel und kann noch weniger schlafen?

Auf jeden Fall sind meine Schlafprobleme wieder da seit einer Woche und seit 2 Tagen nehme ich noch zusätzlich SAM-e und Vitamin B3. Bislang ohne Veränderung.

Viele Grüße!!
Lisa
 
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Hallo,
die Schaltmechanismen sind mir leider nicht bekannt.
Also ob der Körper bevorzugt Noradrenalin bildet oder Cortisol wenn dort irgendwas verrutscht ist.
Beides wird in der Nebenniere gebildet.

Ohne andere Faktoren zu berücksichtigen kann es vorkommen das zu viel Noradrenalin produziert wird, wenn zu viel Vitamin B6 im Körper ist.
Phenylalanin -> Tyrosin ( B6) -> Dopamin -> Noradrenalin -> Adrenalin

Serotonin ist extrem wichtig für das Schlafhormon Melatonin. Ohne Ausreichend Serotonin kein guter Melatoninspiegel. Wenn dein Spiegel etwa im Mittel liegt, sollte genügend Melatonin da sein.

AntiHistamin macht müde ja. Ob es langzeit wirkt weiß ich nicht. Cetirizin als Beispiel hat eine Halbwertszeit von 10h. Sollte dich also über die Nacht bringen. Vielleicht hast du ein anderes Antihistaminikum bekommen mit kürzerer Halbwertszeit.

Wurde dein Cortisol nur am Morgen gemessen oder ein Tagesprofil gemacht. Speziell wenn Neurotransmitter beteiligt sind empfiehlt sich ein Tagesprofil. Ganz speziell sogar wenn die Morgenwerte zu niedrig sind.
Hast du auch Einschlafschwierigkeiten?

Gegen Schlafstörung hilft am Tag auspowern, frische Luft, Sport. Ist son Lifestyleding.
Bei Langzeitanwendungen kann man auch Antidepressiva probieren. Mild ist Opipramol. Etwas stärker ist Mirtazapin. Viele andere Sachen wie Z Drugs oder Benzos sind eher nur für Kurzanwendungen empfohlen.

Du bist gut beraten bei einen guten Endochrinologe vorzusprechen. Der kennt sich mit solchen Stoffwechselstörungen gut aus und kann die HPA ( Hypothalamus/Hypophysen und Nebennieren) Achse prüfen.
Nicht immer ist normaler Stress für ein zunächst hohen, und dann später niedrigen Cortisolspiegel verantwortlich.

Fühlst du dich denn gestresst? Ich meine nicht wegen deiner Beschwerden, sondern allgemein vom Leben und deinen Aufgaben die du jeden Tag zu bewältigen hast?

Was mir unterdessen auffällt. Cystein und Asparaginsäure ist im Keller. Beide Aminosäuren nehmen Schlüsselrollen in der Entgiftung ein.
Hast du also einen Mangel, hast du ein Mehrbedarf an diesen beiden Aminosäuren. Warum? Vielleicht chronische Schadstoffaufnahme/Belastung? -> Schwermetalle, hoher Tabak/Alkoholkonsum oder Arztneimittel?
Ergänzung: Vitamin B6 wo du einen Mangel hattest ist ebenfalls an der Entgiftung beteiligt. Es ist ein Co Faktor zu Glutathionsbildung. Für mich auffällig das der Körper viel zu entgiften haben könnte.

Ich vermute ein Aminogramm wurde gemacht? Wenn nicht könnte das auch Aufschluss geben wo der Schuh drückt. Dort kann man weitere Auffälligkeiten erkennen.

Gegen erniedrigtes Cortisol nimmt die Schulmedizin Cortisonpräperate. Dies kann aber auch dazu führen das die Nebenniere irgendwann zu faul wird selber Cortisol zu produzieren. Es ist also nur angeraten bei einer amtlichen NNR Insuffizienz oder chronischen Entzündungen ohne Option ( Rheuma oder so). Nicht bei einer Schwäche. Bei einer Schwäche hilft eine Lifestyländerung. Stress vermeiden, Spass und Entspannung in den Vordergrund rücken.

Bei zu viel Noradrenalin, würde ich eine Sonographie der Nebenniere empfehlen. Gutartige/bösartige Tumore könnten für eine unkontrollierte Noradrenalinausschüttung sorgen. Sieht erstmal nicht danach aus weil Cortisol im Keller ist. Deutet eher alles auf Stress hin.

Der Abbau von Noradrenalin erfolgt über COMT und MAO.
 

Kate

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Hallo Lisa86

und willkommen hier :)
Ich hatte ein HWS-Trauma vor einigen Jahren und später erhöhten Histamin-Spiegel und Stickoxid-Spiegel, konstant starke Schwäche und Kreislaufprobleme. Zusätzlich leide ich unter extremer Schlaflosigkeit.
Folgte nach dem HWS-Trauma eine entsprechende Diagnostik? Falls ja, mit welchem Ergebnis? Und hattest/hast Du dafür irgendeine Behandlung und/oder andere Maßnahmen (Nackenstützkissen, spezielle Übungen, angepasste Haltung/Bewegung/Sport,...). Warst Du vorher völlig gesund und fit?

Mein Arzt hat nun festgestellt, dass meine Adrenalin-, Noradrenalin- und Dopamin-Spiegel extrem hoch sind (weit außerhalb der Messskala des Labors). Serotonin ist gerade noch im oberen Normalbereich. Cortisol ist im untersten Normalbereich und morgens zu niedrig.
War dies eine Untersuchung im 2. Morgenurin?
Zur Behandlung:
Ich habe zunächst ein Antihistaminikum bekommen, wodurch ich zwar immer noch regelmäßig nachts aufgewacht bin (und zur Toilette musste), aber zum ersten Mal wieder 8 - 9 Stunden (statt 3) geschlafen habe. Der Effekt war aber nach 2,5 Wochen weg.
Die wichtigste und erste Maßnahme bei Histamin-Problemen ist aus meiner Sicht eine entsprechende Eliminationsdiät. Dazu gibt es gute Informationen im Web. Ein Anti-Histaminikum ist dagegen eher etwas für den "Notfall" (wenn sich das Histamin mal nicht meiden ließ), hat Dir aber natürlich jetzt auch einen Hinweis gegeben, dass Du tatsächlich ein Problem in der Richtung haben könntest. - Der zweite Schritt könnte sein, zu hinterfragen, woher das Histamin-Problem kommt (zu geringe DAO-Aktivität, falls ja: fehlen evtl. Kofaktoren oder gibt es genetische Einschränkungen,...).

Das Labor, dass das Stressprofil gemacht hat, hat nach der Zeit empfohlen, S-Adenosymethionin und hochdosiertes Vitamin B3 zur Reduktion der Stresshormone einzunehmen.
Diese Empfehlung habe ich auch bekommen (je 200 mg/Tag). Wobei bei mir nur das Noradrenlin leicht erhöht war, bei niedrig-mittigem Adrenalin und somit erhöhtem Noradrenalin-Adrenalin-Quotienten.Es handelt sich bei beiden um Kofaktoren für die Noradrenalin-abbauenden Enzyme, insofern scheint es mir theoretisch ein sinnvoller Ansatz für mein Problem. Siehe z.B.

... und (zu SAMe) Folgebeiträge.

Bei Deinem, wo alles erhöht ist, bin ich nicht sicher. Verträgst Du das denn und nimmst es regelmäßig? (Ich frage auch deshalb, weil ich beides nicht gut vertrage; das B3 macht starke Müdigkeit, Kopfschmerzen und Benommenheit und geht allenfalls in kleineren Mengen; beim SAMe ist es ähnlich, geht aber gleichzeitig in Richtung Übelkeit und Kreislauf-Kollaps).

Vitamin B12 und Vitamin B6 sind laut Vollbluttest zu hoch, waren aber einen Monat zuvor über einen Urintest erniedrigt (ich habe anschließend nichts ergänzt). Daher nehme ich aktuell davon nichts.
Blutttests sind nach meiner Information bei B-Vitaminen nicht besonders aussagekräftig und manchmal sogar erhöht trotz Mangel in den Zellen (wohl häufig bei KPU, Du könntest dazu ggf. mal in die entsprechende Rubrik des Forums schauen). Aussagekräftiger sind wohl Cystathionin und Methylmalonsäure im Urin, beim B12 noch das Holo-Transcobalamin im Blut Siehe:
(Dort auch etwas zum Unterschied der beiden B12-Marker im Text zur Methylmalonsäure; das unten bei "Siehe auch" verlinkte Kurz-Video von GANZIMMUN ist nicht mehr online.)

Zusätzlich mache in eine Behandlung der Halswirbelsäule (AtlantoMed).
Hierzu rate ich Dir, Dich mal im Forum umzusehen. Jegliche Manipulationen an der HWS sind (besonders bei schon vorhandenen Schäden) nach meiner Information mit Vorsicht zu genießen.

Allgemeine Infos:
https://www.symptome.ch/wiki/Behandlerliste_Stress/ (dort auch ein Warnhinweis zu Manipulationen im HWS-Bereich)

Nun meine Fragen:
1. Habt ihr Erfahrungen mit so einer Behandlung und kann sie bei der Verbesserung der Schlaflosigkeit helfen?
2. Denkt ihr, dass meine Schlaflosigkeit nur am hohen Stresshormonspiegel liegen wird?
Schlaflosigkeit kann so viele Ursachen - evtl. auch mehrere gleichzeitig - haben, dass das schwierig einzukreisen ist und man wohl Geduld braucht.
2. Ich habe gelesen, dass SAMe eher bei der Produktion von Adrenalin und Noradrenalin hilft. Bekomme ich bei Einnahme nicht noch höhere Spiegel und kann noch weniger schlafen?
Wo hast Du das gelesen?
Auf jeden Fall sind meine Schlafprobleme wieder da seit einer Woche und seit 2 Tagen nehme ich noch zusätzlich SAM-e und Vitamin B3. Bislang ohne Veränderung.
2 Tage sind nicht viel, ich denke, 2 Wochen wären ein realistischerer Zeitraum, um eine Wirkung einzuschätzen.

Zu Knuddz' Rat:
Du bist gut beraten bei einen guten Endochrinologe vorzusprechen. Der kennt sich mit solchen Stoffwechselstörungen gut aus
Das sehe ich eher pessimistisch, sofern es "normale" Schulmediziner ohne Zusatzqualifikation sind. Die Neurotransmittertests im 2. Morgenurin bspw. sind soweit ich das weiß nach wie vor in der offiziellen Medizin nicht be- und anerkannt, und selbst im "alternativen" Bereich umstritten (in punkto Korrelation der Spiegel mit den Spiegeln im Gehirn; Dr. Bieger allerdings hält diese für brauchbar).

Gruß
Kate
 
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24.02.18
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...
durch die Einnahme von Vit C und B6 habe ich wieder normales Noradrenalin und Adrenalin.
Und das das bedeutet ich bin nicht mehr so unmotiviert und kann mich wieder konzentrieren.
 
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