Reaktivierung persistierender Infektionen durch Umweltbelastungen

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Ich weiß nicht, ob dieser Beitrag hier richtig ist, aber ich wußte nicht so recht, wohin damit.

of. Dr. med. Rüdiger von Baehr sprach über „Umweltbelastungen und Reaktivierung persistierender Infektionen“.

Er ließ keinen Zweifel daran, dass medizinisch relevante Umweltfaktoren auf allen Ebenen der Infektabwehr den Verlauf jeder Infektion in ihrer klinischen Auswirkung beeinflussen. Das betrifft auch persistierende latente Infektionen, besonders dann, wenn man opportunistische Erreger mit einbezieht. Der Erreger persistiert intrazellulär in geringer Zahl. Zwischen Immunabwehr und Erreger bildet sich ein mehr oder weniger stabiles Gleichgewicht aus (latente Infektion). Dieses Gleichgewicht kann bei immunsuppressiven Einflüssen kippen.

Eine Reaktivierung der latenten Infektion ist dann möglich. Am bekanntesten sind die Reaktivierungen von HSV1- und 2- Infektionen (aber auch VZV) durch Sonnenbestrahlung, Stress und andere Infektionen. Ein weiteres Beispiel sind jüngste Erkenntnisse über die Reaktivierung von CMV-Infektionen durch inflammatorische Zytokine, besonders Interleukin 1 (IL1). Dieses ist bemerkenswert, da Patienten mit umweltbedingten Erkrankungen häufig High Responder hinsichtlich einer TNF-alpha und/oder IL1-Stimulation sind. Die Auswirkungen zirkulierender Zytokine können systemisch sein und betreffen hinsichtlich der Symptomatik insbesondere das Herz-Kreislauf-System, die Gelenke und das Nervensystem (Cephalgien, Neuropathien). Dem Verhältnis von TNF-alpha als proentzündlichem Zytokin und IL-10 als antientzündlichem Zytokin kommt dabei besondere Bedeutung bei der Beurteilung dieses Geschehens zu.

Toxische Einflüsse von Umweltfaktoren auf Epithelzellen der Schleimhäute vermindern weiterhin u.a. die Synthese und Sekretion endogener antimikrobieller Peptide (z.B. Defensine) und vermindern damit die lokale Infektionsresistenz, vor allem gegenüber latenten opportunistischen Infektionen (z.B. chron. entzündliche Darmerkrankungen).
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HSV-1 und HSV-2 = Herpes simplex Virus:
Aktuelles
VZV: Varizella-Zoster-Virus : Windpocken (Varizellen), Herpes zoster (Gürtelrose) Erreger: Varizella- Zoster-Virus (VZV- Virus) Inkubationszeit:

Zytokine
Zytokine spielen bei fast allen Krankheitsprozessen eine wichtige Rolle, da sie eine spezifische Rolle bei der Interaktion und Kommunikation der Zellen haben. Zytokine umfassen eine Anzahl von Gruppen: die Interleukine (IL-1, IL-2, IL-3, etc.), Lymphokine (Alpha-, Beta-, Gamma-, Tau - Interferon,) und Zellsignalmoleküle wie Tumor Nekrose Faktor die eine Entzündung auslösen und auf Infektionen reagieren.

Pro inflammatorische Zytokine
Pro inflammatorische Zytokine wie Interleukin 1, 6 und 10, und Tumor Nekrose Faktor Alpha lassen sich bei verschiedensten Schmerzzuständen aber auch vielen anderen Erkrankungen nachweisen.

Anti - inflammatorischen Zytokine
Anti - inflammatorischen Zytokine wie Interleukin 10 und 4 sind Gegenspieler der pro - inflammatorischen Zytokine.

Zytokine und Schmerz .....
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TNF alpha: TIZ: Was ist TNF-alpha?

Antimikrobielle Peptide: Die Aktivität der antimikrobiellen Peptide wird durch die Interaktion mit Mukus der Atemwege moduliert

Alles Begriffe, von denen man bei den üblichen Blutuntersuchungen gar nichts hört.
Die Frage ist nun, warum?
- Sind diese Untersuchungen auf die verschiedenen Faktoren nicht ergiebig? - Sind sie teuer?
- Wissen zu wenige Ärzte davon?
- Bezahlen die Krankenkassen diese Untersuchungen nicht?

Dabei scheinen das doch alles Faktoren zu sein, die vor allem bei Umweltgeschädigten besondere Bedeutung haben.

Wer weiß mehr?

Gruss,
Uta
 
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Alles Begriffe, von denen man bei den üblichen Blutuntersuchungen gar nichts hört.
Die Frage ist nun, warum?
- Sind diese Untersuchungen auf die verschiedenen Faktoren nicht ergiebig? - Sind sie teuer?
- Wissen zu wenige Ärzte davon?
- Bezahlen die Krankenkassen diese Untersuchungen nicht?

Dabei scheinen das doch alles Faktoren zu sein, die vor allem bei Umweltgeschädigten besondere Bedeutung haben.

Wer weiß mehr?

Gruss,
Uta


Das liegt wohl daran, dass die Details des Immunsystems nicht auf dem Stundenplan der angehenden Mediziner stehen (Frage: Ist das wohl Absicht oder dauert es einfach nur so lange, bis neues Wissen seinen Weg in die Unis findet??).

Ein befreundeter Arzt sagte einmal er hätte es versucht, in die Materie einzusteigen, aber das sei alles zu kompliziert und er habe daher schnell wieder aufgegeben.

Was nicht Prüfungsstoff ist, wird nicht gepaukt, und was Hänschen nicht lernt, lernt Hans nimmermehr!
 

Miss Marple

Hallo Uta,

einige Ausdrücke kenne ich aus meinem Gentest.
Die IL's (Interleukine) und das TNFalpha (Tumor necrosis Factor) sind proinflammatorische Zytokine,
deren Genpolymorphismen eine höhere Aktivität der Moleküle bewirken etc...
Was das alles genau bedeutet, weiss ich leider auch nicht :eek:)

Diese Zytokine haben anscheinend auch mit dem Fettstoffwechsel, Insulinresistenz u.Ä. zu tun ..
(zu diesen Themenbesprechungen komme ich erst noch).
Da auf meinem Gentest-Buch ein Copyright ist, darf ich daraus leider nicht zitieren
(wobei das muss ich echt noch mal ansprechen. Hab' den Test ja schliesslich bezahlt..).

Vielleicht kann diese Dissertation zum Thema "Fehlsteuerung der Immunantwort"
Assoziation zwischen Genotyp und Phänotyp am Beispiel des Interleukin-4 Rezeptor und Tumor-Nekrose-Faktor Gens
deposit.ddb.de/cgi-bin/dokserv?idn=982675267&dok_var=d1&dok_ext=pdf&filename=982675267.pdf
irgendwie weiterhelfen?

Gruss
Miss Marple, die gerade froh ist zuhause zu sein :) (draussen ist ein echtes Unwetter)
 
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