Psychotherapie bei frühkindlichen Autismus?

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Hallo,

hat jemand damit Erfahrung.
Könnte so eine Therapie bei Behandlung von Ängsten helfen?

LG Kathrin
 
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Hallo Kathrin,

das kommt auch auf die Ursache der Ängste an. Wenn es sich primär um sensorische Auslöser handelt (z.B. bei lauten Geräuschen, visueller Überlastung), wird es wohl kaum was bringen.
Da aber vermutlich auch viele andere Ängste im sozialen Kontext vorliegen, kann eine behutsame psychotherapeutische Unterstützung hilfreich sein.
Der Therapeut sollte sich allerdings sehr genau mit Autismus auskennen und entsprechende Erfahrung haben.

Vielleicht kannst du hier ja noch einige Antworten dazu finden:

Deutsches Ärzteblatt: Archiv "Psychotherapie bei Menschen mit Asperger-Syndrom: Durchaus liebenswerte Persönlichkeiten" (10.12.2007)

Psychotherapie und Autismus: Amazon.de: Brita Schirmer: Bücher


viele Grüße
Iris
 
Hallo Iris,

danke für die Antwort und die Empfehlungen.
Mein Sohn hat Angst vor "Unberechenbaren". Am Aufälligsten ist es bei
der Angst vor Hunden. Aber auch bei kleinen Kindern, die ihn plötzlich
"anrennen" (so nennt er das), reagiert er mit Angst und Panik.
Trotzdem ist es eine Änderung in seiner Entwicklung. Früher hatte er furchtbare Panickattacken ohne erkennbaren Anlass. Jetzt meine ich die Gründe zu erkennen, kann aber nicht wirklich helfen. Auch wenn ich ihm versichere, dass der Hund ihm nichts tut, weiß er, dass ich manchmal auch machtlos bin, wenn einer auf ihm zukommt (ist ja schon passiert).
Früher war er auch gern Reiten. Jetzt hat er Angst, wenn das Pferd mal den Kopf nach hinten dreht. Da ist er schon spontan abgesprungen. Neuerdings geht er "sicherheitshalber" gar nicht mehr auf das Pferd..
Man weiß kaum noch mit was man ihm beschäftigen soll bzw. anbieten soll zur Freizeitgestaltung. Beim Schwimmen sind Kinder, beim Laufen und Fahradfahren können Hunde kommen... Das Reiten macht er momentan nicht. Es engt alles ziemlich ein.

LG Kathrin
 
Hallo Kathrin,


was du beschreibst, liegt unmittelbar in der Wahrnehmung begründet.
Hat dein Sohn auch starke Probleme mit Berührungen (Fell) und Gerüchen?
Wenn nicht, könntest du ihm viel über Hunde und ihre Verhaltensweisen erklären und dann mit einem „lieben“ Hund eine langsame Desensibilisierung versuchen. Vielleicht gibt es in deiner Nähe Angebote mit Therapiehunden, also sehr ruhigen und ausgeglichenen Tieren, zu denen er Vertrauen fassen könnte.

Diese sensorischen Überreaktionen auf unberechenbare Bewegungen und Geräusche hatte ich mehrere Jahre auch sehr intensiv. (war u.a. verbunden mit starker Toxinbelastung, entzündlichen Prozessen im Gehirn und Cortisolmangel.
Es fühlte sich ähnlich an, als würde man einen Schlafwandler unvorhersehbar mit Elektroschocks malträtieren…)
Als Kleinkind waren es bei mir besonders laute unberechenbare Geräusche (Gewitterdonner, platzende Luftballons, Düsenjets), die mich zum Ausrasten brachten. (Silvester hasse ich bis heute, auch wenn ich die visuellen Aspekte davon mag… ;) )

Wie ich schon in einem anderen Thread schrieb, kann hier auch ein gut gewähltes homöopathisches Konstitutionsmittel helfen die Symptome abzuschwächen.
Vielleicht könnten auch (therapeutische) Computerspiele nützlich sein, mit denen er auf spielerisches Weise lernt, flexibler und schneller auf unberechenbare visuelle Stimuli zu reagieren.
Wenn du mit deinem Sohn klare Regeln erarbeitest, wie er sich bspw. vor bestimmten Überlastungen alternativ schützen kann, hilft ihm das bestimmt auch weiter.
Bei Freizeitaktivitäten gibt es sicher auch Zonen, die insgesamt ruhiger und nicht so Hunde überlaufen sind.
Beim Schwimmen wäre es sinnvoll, dies mit einer therapeutischen Anwendung zu verknüpfen, weil die Rahmenbedingungen dabei meist strukturierter sind.

Hier habe ich noch einen Thread mit vielen guten Anregungen zu dem Thema gefunden:

Angst vor Hunden - Tipps und Tricks für den Alltag - www.autismuslinkforum.ch



LG
Iris
 
Hallo Iris,

danke für die nützlichen Hinweise.
Ich lese mir erst einmal alles durch, dann melde ich mich noch einmal.
Was du über die anderen Möglichkeiten schreibst (u. a. Homöopathie)
werde ich mir mal heraussuchen.

LG Kathrin
 

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