Lebendspenden als
Sogenannte Lebendspenden sind deshalb ein Hoffnungsschimmer. Weil der Körper auch mit nur einer Niere auskommt, kann man schon zu Lebzeiten eines der beiden Organe spenden. Domenico Di Nunzio wollte das für seine Frau tun. Weil die Erbkrankheit in der Familie seiner Frau bekannt war, hat er ihr diese Hilfe nötigenfalls schon bei der Hochzeit vor 30 Jahren zugesagt. "Ich habe zu keiner Zeit gezögert", sagt er. "Ich bin da für meine Frau. Und jetzt erst recht."
Erwartet hätte sie das von ihrem Mann nie, sagt Angelika. Schließlich sei die Transplantation auch für den Spender eine OP, bei der man nicht wisse, wie sie ausgeht. "Das hat mich sehr berührt, das ist ein Zeichen von großer Liebe und Verbundenheit, für das ich sehr dankbar bin", sagt sie.
Groß war die Enttäuschung als sich herausstellte, dass die Spende aus medizinischen Gründen nicht möglich ist. "Wir dachten, das klappt auf jeden Fall, denn mein Mann hat die richtige Blutgruppe", erzählt Angelika Di Nunzio. "Aber es gibt noch andere Gewebemerkmale und da sind wir nicht kompatibel." Solche Probleme kommen relativ häufig vor, in etwa 40 Prozent der Fälle.
Überkreuzspenden
Überkreuzspenden sind bisher nur in einer rechtlichen Grauzone möglich. Eigentlich fremde Paare müssen nachweisen, dass sie sich inzwischen gut kennen, um bei Nachfragen der Ethikkommission der Transplantationsklinik bestehen zu können. Susanne Reitmaier in Wolfsburg führt ehrenamtlich eine Liste von Paaren, die an Überkreuzspenden interessiert sind, und bringt sie bei passenden Gewebeparametern zusammen.
Die Idee hatte sie, als ihre eigene Tochter auf der Suche nach einem Organspender war. "Manchmal fühle ich mich wie ein Heiratsinstitut, das aber kein Geld kostet", sagt sie. "Gott sei Dank ist mir dieser Weg irgendwann eingefallen. Andererseits wünscht man sich, dass so etwas gar nicht notwendig ist." Denn Besuchsreisen seien eine große Anstrengung für durch die Dialyse geschwächte Menschen - vor allem, wenn sie möglicherweise quer durch Deutschland stattfinden müssen.