Multiples Myelom, Antibiotika, Darmdysbiose

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Hallo zusammen,
vielleicht kann mir jemand einen Rat geben oder von seinen / ihren Erfahrungen berichten?
Es geht nicht um mich, sondern um meine Mutter. Sie hat ein Multiples Myelom, schon seit mehr als 10 Jahren.
Inzwischen ist sie 80 Jahre alt und ich weiß langsam nicht mehr weiter.
Sie war immer sehr stabil, hat sich als Kämpferin gefühlt, die den Krebs besiegt. Alle glauben, auch darum hat sie so lange überlebt.
Sie bekommt Chemotherapie / Immuntherapie und Infusionen mit Bisphosphonaten. Seit mehr als zwei Jahren nimmt sie parallel ohne Unterbrechung ein antivirales Mittel und ein Antibiotikum.
Seit einigen Monaten klagt sie nun über allgemeine Schwäche, Schmerzen in der Herzgegend und wässrige Durchfälle, so dass sie sich kaum noch in die Öffentlichkeit traut. Ich habe sie gefragt, was ihr Arzt dazu sagt, und sie sagte, dass sie ihn nicht gefragt hat. (Vor ein paar Wochen war sie wegen der Schmerzen einige Tage im Krankenhaus und die Ärzte dort haben nichts gefunden.)
Ich glaube, dass sie eine Darmdysbiose hat und frage mich nun, wie gefährlich das werden kann. Wenn ich es recht verstehe, ist das eine schwierige Situation: Da sie Chemotherapie bekommt, ist ihr Immunsystem schwach, also schützt der Arzt es, indem er ihr Antibiotika verschreibt. Aber wenn die Antibiotika schaden und er würde die Antibiotika absetzen, dann muss er vielleicht auch die Chemotherapie / Immuntherapie absetzen? Und dann wächst der Krebs wieder. Sie hatte schon mehrere Brüche.
Sie möchte alles, was mit der Krankheit zu tun hat, selbst machen, ich glaube, weil sie sich nicht eingestehen kann, dass Hilfe nicht schädlich ist. Ich glaube, sie fühlt sich schwach, wenn sie sich helfen lässt, also sie fühlt sich dann krank, und das würde sie auch schwächen.
Es hat also eine psychologische Komponente und ich agiere, als würde ich auf Eierschalen laufen.
Wer kann mir etwas dazu sagen? Vielen lieben Dank.
 
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28.05.19
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MM und die Chemo können das Immunsystem schwächen, daher wohl das Antibiotika und das antivirale Mittel, wobei ich persönlich jetzt nur die vorsorgliche Gabe eines antiviralen Mittels mitbekommen habe. M. E. ist es letztlich eine Abwägungssache, was wohl lebensbedrohlicher ist, MM oder eine mögliche Infektion bzw. auf was man persönlich mehr Wert legt (ggf. jetzt ein Leben ohne Durchfall und ggf. momentan eine höher Lebensqualität, dafür die Gefahren in der Zukunft). Aber man sollte das zusammen mit dem behandelten Arzt besprechen, der einem die Vor- und Nachteile der verschiedenen Behandlungsmöglichkeiten erläutern kann. Letztlich müsste m.E. aber Deine Mutter als Betroffene dann die Entscheidung selbst treffen, was ihr persönlich wichtig ist. Vielleicht sollte man auch dann gleich noch das Kapitel "Patientenverfügung" und evtl. "Vorsorgevollmacht" mit klären, sofern es nicht schon welche gibt.

Die Stuhlprobleme können natürlich diverse Ursachen haben, Antibiotika, Chemo...

10 Jahre mit einem diagnostizierten MM sind schon eine sehr sehr sehr lange Zeit und Ihr könnt Euch sehr glücklich schätzen für diese lange gemeinsame Zeit. Auch wenn es jetzt hart klingt, irgendwann wird aber der Zeitpunkt kommen, an dem sich die Wege trennen werden auch wenn man das selbst gerne verdrängt.

Das antivirale Mittel, die Bisphosphate, das MM und ggf. falls auch noch Schmerzmittel verordnet werden, können diese alle stark auf die Nieren gehen. Insoweit hoffe ich mal, dass die Nierenwerte regelmäßig überprüft werden. Schlecht arbeitende Nieren können auch zu Schwäche führen und am Schluss auch ganz versagen und zur Dialyse führen.
 
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togian

Hallo,
bei vielen Erkrankungen die das blutbildende System betreffen, scheint K2 zu fehlen. (unter MM und K2 gibt es recht viele Infos).

K2 ist gemeinsam mit D3 (da würde ich einen Blutwert von +50ng/ml anpeilen) + Magnesium + Bor wichtig, um Kalzium in die Knochen einzubauen.
D3 + K2 gibt es oft schon als Kombi
Magnesium: da eines wählen, dass nicht noch zusätzlich Dünnpiff triggern kann (z.B. Magnesiummalat)
Bor ist für den Anfang mal nicht so wichtig.

Wg. Darm - falls das nicht ohnehin schon der Fall ist, würde ich DRINGEND ein starkes Probiotikum dazu nehmen.
Bei AB Assoziiertem Durchfall ist z.B. Omnibiotic 10 sehr gut.

Bei Durchfall geht sehr schnell die Energie flöten - einfach weil laufend Elektrolyte ausgeschwemmt werden und daher fehlen. Es gibt z.B. in der Apo Sackerln mit Elektrolytmischungen. (Man kann natürlich auch selber mischen, aber bei der Apo Version kann man weniger falsch machen).
Wenn ihr Glück habt, ist sie nach ein paar Tagen Probiotikum + Elektrolyten wieder energiegeladen(er). :)

Alles Gute und noch viele schöne, gemeinsame Stunden! :)
togi
 
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28.05.19
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Insbesondere bei schweren Krankheiten mit entsprechender Medikation würde ich auch die Einnahme von "harmlosen" NEM wegen möglicher Wechselwirkung mit den verordneten Medikamenten immer mit dem behandelnden Arzt abstimmen.

Es handelt sich hier auch nicht um eine einmalige AB-Behandlung (bzw. Chemo) über ein zwei Wochen sondern um eine Dauerbahndlung. Also dürfte m.E. eine einmalige Einnahme von Probiotika/Elektrolyten keinen dauerhaften Erfolg bringen. Und ob eine dauerhafte Einnahme von Elektrolytlösungen oder Probiotika sinnvoll ist erscheint mir fraglich, zumal Probiotika, insbesondere für immungeschwächte Personen, nicht unbedingt so harmlos sind, wie diese immer dargestellt werden.
 
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17.12.19
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Hallo SaliSauer,
vielen Dank für deine Antwort.
Ein gemeinsames Gespräch mit dem Arzt würde ich auch für das Beste halten, um Klarheit zu schaffen. Aber meine Mutter möchte das leider nicht und ich denke, das hat mit dem Wunsch nach der von dir angesprochenen Verdrängung zu tun. Wie sich die Situation jetzt darstellt, müssen die Angehörigen das wohl akzeptieren und das Beste hoffen.
 
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28.05.19
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Vielleicht findet sich an Weihnachten trotzdem eine Gelegenheit das Thema mit deiner Mutter zu besprechen. Grundsätzlich sollte doch eine gemeinsame Lösung des Problemes möglich sein, da die Lebensqualität doch sehr dadurch eingeschränkt wird. Außerdem ist natürlich ein geschwächter Körper schlecht im Kampf gegen Krebs und auch gegen Infektionen, was natürlich auch dem behandelten Arzt klar sein müsste.
 
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28.05.19
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Eine gute Ernährung ist m.E. daher sehr wichtig. Und dazu gehört natürlich auch eine funktionierende Verdauung.

Vielleicht noch ein Hinweis. Verständlicherweise versucht jeder natürlich unangenehme Situationen zu vermeiden. Ältere Leute können da auch sehr erfinderisch sein. Was macht man ggf. dann, wenn man Durchfall vermeiden will? Man isst einfach weniger oder gar nichts. Schon ist das Durchfallproblem scheinbar gelöst. Kann sein, muss aber natürlich nicht sein, dass diese Vermeidungsstrategie gewählt wird. Zur Sicherheit vielleicht einfach mal ein bisschen aufpassen.
 
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