Lymphozytentransformations-Test / MELISA

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Hallo alle zusammen.

Ich habe hier im Forum und auch über google usw. nur recht wenig AKTUELLE Infos zu diesem Melisa-Test gefunden.

Im Netz war zu lesen, dass er - zumindest früher - noch von Krankenkassen bezahlt wurde und wohl recht zuverlässig bei der Bestimmung von Metallen im Körper sein soll? (über die T-Lymphozyten)

Hat jemand Erfahrung damit gemacht oder weiß etwas Genaueres darüber? Ist der Test sinnvoll? Teuer? usw.

lieben Dank
Yolanda
 
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MELISA-Test

Hi yolanda,

Zitiert aus: www.ladr.de/pdf/themenhefte/TH_MELISA.pdf
Zitat Anfang:
Der MELISA®-Test ist als Lymphozytentransformationstest (LTT) im Leistungsspektrum des EBM
und der GOÄ enthalten. Die Untersuchung erfolgt auf Überweisungsschein oder als individuelle
Wunschleistung (IGeL). Auch Zahnärzte sind berechtigt, entsprechende Untersuchungen auf Überweisungsschein,
Privatrezept oder als individuelle Gesundheitsleistung zu veranlassen (siehe auch
Fragen Nr. 10 und 11 auf Seite 7).
Zitat Ende.

MELISA ist denke ich mal ein registriertes Markenzeichen. (R im Kringel).
Der allgemeine Ausdruck ist eben Lymphozytentransformationstest oder abgekürzt LTT.
Das sagt Wikipedia: Lymphozytentransformationstest - Wikipedia
Siehe auch hier: Allergiediagnostik

mfg thomas

PS: Labore von der Original MELISA Website: MELISA® Medica Foundation
So schließt sich der Kreis wieder (Bremer Labor) ;-)
Alles Gute
 

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10.01.04
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MELISA-Test

Hier wird der MELISA-Test mit dem Hauttest verglichen:

J Lab Med 2004;28(6):525-533 c 2004 by Walter de Gruyter - Berlin - New York

...
Metallallergien werden konventionell im Epikutan-Test oder "Patch-Test" festgestellt, bei denen die vermutete allergisierende Substanz auf die Haut aufgebracht und nach 3-4 Tagen die Entwicklung von Erythemen, Papeln oder Bläschen an den Applikationsstellen geprüft wird. Eine positive Hautreaktion kann für eine spezifische Metallallergie sprechen, allerdings ist der Test nicht in der Lage, allergische von irritativen Reaktionen zu unterscheiden. Außerdem hat er eine geringe Sensitivität und eine schlechte Reproduzierbarkeit. Dazu scheint er nur für Allergene geeignet zu sein, für die die Haut das Zielorgan der Sensibilisierung ist. Ferner kann er selbst in vivo-Sensibilisierungen induzieren und bei bereits sensibilisierten Personen eine Exazerbation der Symptome verursachen [l -5]. Eine Alternative ist der Lymphozyten-Transformations-Test (LTT), bei dem Lymphozyten (Gedächtniszellen) des betreffenden Patienten zusammen mit dem zu untersuchenden Allergen 5-6 Tage kultiviert werden. Die dabei erfolgende Lymphoblastentransformation wird morphologisch nachgewiesen, die Messung der Lymphozytenproliferation erfolgt aufgrund des 3H-Thymidin-Einbaus. Der ursprünglich Mitte der sechziger Jahre für die Untersuchung der Histoinkompatibilität der HLA-Antigene der Klasse 11 entwickelte LTT [6, 7] wurde für die HLA Klasse 11-Antigentypisierung modifiziert [8] und auch vielfach zum Nachweis von Typ IV-Allergien gegen Medikamente, Metabolite, Krankheitserreger und Metalle verwendet [9-17]. Der LTT wurde ein Standard-Test zum Nachweis von Allergien gegen Nickel, Gold, Cobalt, Chrom und Palladium [l, 18-20]. Der LTT für Beryllium ist inzwischen der "Gold-Standard" für die Diagnose der Lungen-Berylliose [21, 22].
....
J Lab Med 2004;28(6):525-533 c 2004 by Walter de Gruyter - Berlin - New York

Uta
 
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MELISA-Test

An der LMU München gibt es eine Stelle, die sich mit Prothesen-Unverträglichkeits-Reaktionen befaßt. Mit Prothesen ist in diesem Fall weniger die Zahnprothetik gemeint. Es geht um Endoprothesen, also künstliche Gelenke für Schulter, Hüfte, Knie. Evtl. auch Materialien, die bei Brüchen verwendet werden wie Metallplatten, Schrauben etc.

Bei einem Gespräch mit dem dortigen Leiter der Abteilung sagte er, daß der Lymphozytentransformations-Test (LTT) nur dann zuverlässig wäre, wenn das zu prüfende Material auch schon im Körper war, wenn also der Körper (Blut) schon die Möglichkeit hatte, auf ein Material sensibilisiert zu werden.
Wenn das Material nicht im Körper war, könne man mit dem LTT nichts über eine Verträglichkeit und Sensibilisierung sagen.
Das würden die Labors zwar so formulieren, aber das funktioniere nicht.
Die Testung mit einem "Wunschmaterial" (= einem Material, das man in Betracht zieht, aber noch nicht "getragen" hat), sei nicht möglich.

Ich finde diese Aussage ziemlich deprimierend. Was meint Ihr dazu?

Gruss,
Uta
 
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