Liste Stand August 2026!
Lithium kommt natürlicherweise in Trink-, Mineral- und Heilwasser vor. Die Konzentrationen unterscheiden sich allerdings gewaltig. Unter den derzeit abgefüllten und überprüfbaren deutschen Wässern enthält die
Hirschquelle mit 1,31 mg Lithium pro Liter besonders viel. Es folgen Römer Brunnen, Ensinger Schiller Quelle, Biskirchener Karlssprudel und Staatl. Fachingen.
Viele ältere Listen im Internet sind nicht mehr aktuell. Sie führen Quellen auf, die nicht mehr abgefüllt werden, nur in einer Trinkhalle erhältlich sind oder – besonders kurios – überhaupt nicht zum Trinken bestimmt sind.
Lithiumhaltiges Mineralwasser: aktuelle Tabelle
Die folgende Liste enthält Wässer, deren Lithiumgehalt sich anhand aktueller Herstellerangaben oder des Heilwasserverzeichnisses der Deutschen Heilbrunnen überprüfen lässt.
| Mineral- oder Heilwasser | Lithium pro Liter | Entspricht | Einordnung |
|---|
| Hirschquelle Heilwasser | 1,31 mg/l | 1.310 µg/l | Derzeit höchster bestätigter Wert unter den regulär abgefüllten deutschen Wässern |
| Römer Brunnen Heilwasser | 1,20 mg/l | 1.200 µg/l | Vor allem regional in Hessen erhältlich |
| Ensinger Schiller Quelle | 0,90 mg/l | 900 µg/l | Zusätzlich reich an Calcium, Magnesium und Sulfat |
| Biskirchener Karlssprudel | 0,87 mg/l | 870 µg/l | Regional vor allem in Hessen und Baden-Württemberg |
| Staatl. Fachingen Still | 0,77 mg/l | 770 µg/l | Deutschlandweit vergleichsweise gut erhältlich |
| Kur Selters | 0,57 mg/l | 570 µg/l | Stark mineralisiertes Heilwasser |
| Gerolsteiner Ursprung | 0,45 mg/l | 450 µg/l | Deutlich lithiumreicher als die üblichen Gerolsteiner-Sorten |
| St. Gero Heilwasser | 0,14 mg/l | 140 µg/l | Deutschlandweit erhältlich |
| Gerolsteiner Sprudel, Medium und Feinperlig | 0,13 mg/l | 130 µg/l | Weit verbreitetes Mineralwasser |
| Sankt Libori Heilwasser | 0,09 mg/l | 90 µg/l | Zusätzlich relativ fluoridreich |
| Gerolsteiner Heilwasser | 0,068 mg/l | 68 µg/l | Vergleichsweise niedriger Lithiumgehalt |
| Mainhardter Römerquelle | 0,03 mg/l | 30 µg/l | Trotz älterer Listung kein besonders lithiumreiches Wasser |
| Gerolsteiner Naturell | 0,024 mg/l | 24 µg/l | Deutlich weniger Lithium als Gerolsteiner Ursprung |
| Steinsieker Heilwasser | 0,014 mg/l | 14 µg/l | Schwerpunkt der Mineralisierung liegt bei Calcium und Sulfat |
Die Gerolsteiner-Werte stammen aus der veröffentlichten
Mineralwasseranalyse des Herstellers.
Stand der Tabelle: August 2026. Mineralwasseranalysen können sich durch neue Messungen, Veränderungen der Abfüllung oder einen Wechsel der Quelle ändern. Im Zweifel gilt die aktuelle Analyse auf dem Flaschenetikett beziehungsweise die Auskunft des Herstellers.
Welches Mineralwasser enthält am meisten Lithium?
Unter den derzeit regulär abgefüllten und anhand aktueller Angaben überprüfbaren deutschen Wässern ergibt sich folgende Spitzengruppe:
- Hirschquelle: 1,31 mg/l
- Römer Brunnen: 1,20 mg/l
- Ensinger Schiller Quelle: 0,90 mg/l
- Biskirchener Karlssprudel: 0,87 mg/l
- Staatl. Fachingen: 0,77 mg/l
Wer einen Liter Hirschquelle trinkt, nimmt damit etwa 1,31 mg beziehungsweise 1.310 µg Lithium auf. Eine übliche 0,75-Liter-Flasche Staatl. Fachingen liefert rund 0,58 mg Lithium.
Damit liegen diese Wässer erheblich über gewöhnlichem Leitungswasser, dessen Lithiumgehalt regional stark schwankt und häufig nur im ein- bis zweistelligen Mikrogrammbereich pro Liter liegt.
Warum sehen ältere Lithiumlisten völlig anders aus?
In älteren Tabellen steht häufig die
Bad Mergentheimer Albertquelle mit etwa 11,8 bis 13,3 mg Lithium pro Liter an erster Stelle. Danach folgen Karlsquelle und Wilhelmsquelle.
Diese Angaben beziehen sich auf hoch mineralisierte Kurquellen. Die Flaschenabfüllung und der Verkauf wurden jedoch bereits vor Jahren eingestellt. Das Wasser kann daher nicht einfach im Getränkemarkt bestellt werden. Nach Angaben der Stadt Bad Mergentheim sind die Trinkquellen nur vor Ort im Rahmen des Kurbetriebs zugänglich.
Noch problematischer ist die ebenfalls häufig genannte
Bad Mergentheimer Paulsquelle mit rund 20 mg Lithium pro Liter. Sie ist eine hochkonzentrierte Sole und dient als Badequelle. Sie gehört nicht in eine Liste käuflicher Trinkwässer. Eine eindrucksvolle Zahl allein macht aus Badewasser eben noch kein Getränk.
Auch
Heppinger Extra mit früher angegebenen 0,84 mg/l wird seit 2021 nicht mehr regulär an den Handel geliefert. Das Bad Neuenahrer Heilwasser enthält nach aktueller Analyse 0,48 mg/l, ist nach der Flutkatastrophe derzeit aber ebenfalls noch nicht wieder erhältlich.
Eine wirklich nützliche Liste muss deshalb unterscheiden zwischen:
- aktuell abgefülltem Mineral- oder Heilwasser,
- örtlich zugänglichen Kur- und Trinkquellen,
- historischen Marken,
- Badequellen,
- und Wässern, deren alte Analyse nicht mehr überprüfbar ist.
Diese Unterscheidung fehlt bei einem Großteil der Tabellen, die seit Jahren voneinander abgeschrieben werden.
Ist Lithium ein lebensnotwendiges Spurenelement?
Lithium ist ein natürlich vorkommendes Alkalimetall. In kleinen Mengen findet es sich in Wasser, Getreide, Gemüse und anderen Lebensmitteln.
Ob Lithium für den Menschen tatsächlich ein essenzielles Spurenelement ist, ist wissenschaftlich nicht abschließend geklärt. Einige Forscher haben eine tägliche Aufnahme von ungefähr 1 mg für einen Erwachsenen als mögliche Orientierung vorgeschlagen. Dabei handelt es sich jedoch
nicht um eine offiziell anerkannte Zufuhrempfehlung. Es gibt weder eine etablierte Mangeldiagnose noch einen von DGE oder EFSA festgelegten Lithium-Tagesbedarf.
Die Bezeichnung „Spurenelement“ beschreibt zunächst nur das Vorkommen in sehr geringen Mengen. Sie beweist noch keinen notwendigen Bedarf. Eine wissenschaftliche Übersicht bezeichnet Lithium deshalb ausdrücklich als mögliches, aber bislang nicht offiziell anerkanntes Mikronährelement:
Szklarska und Rzymski, 2019.
Was zeigen die Studien zu Lithium im Trinkwasser?
Lithium beeinflusst in pharmakologischer Dosierung zahlreiche Signalwege des Nervensystems. Es wird seit Jahrzehnten zur Behandlung bipolarer Erkrankungen eingesetzt und besitzt unter anderem stimmungsstabilisierende und möglicherweise neuroprotektive Eigenschaften.
Interessant ist die Frage, ob bereits die sehr kleinen Mengen im Trinkwasser eine gesundheitliche Wirkung entfalten.
Mehrere ökologische Untersuchungen fanden in Regionen mit höheren Lithiumkonzentrationen im Trinkwasser niedrigere Suizidraten. Auch Metaanalysen bestätigen diese statistische Verbindung. Sie beweisen jedoch nicht, dass das Lithium die Ursache war. Solche Studien vergleichen Regionen und nicht die tatsächliche individuelle Lithiumaufnahme einzelner Menschen. Unterschiede bei Einkommen, Gesundheitsversorgung, Stadt-Land-Verteilung, sozialer Struktur und weiteren Mineralstoffen können das Ergebnis beeinflussen.
Memon et al., 2020
Eine große dänische Untersuchung fand außerdem einen Zusammenhang zwischen der langfristigen Lithiumexposition über Trinkwasser und der Häufigkeit von Demenzerkrankungen. Dieser Zusammenhang war allerdings nicht gleichmäßig dosisabhängig, sondern verlief auffallend unregelmäßig. Auch hier handelt es sich daher um ein interessantes Signal, nicht um den Beweis einer Demenzprävention.
Kessing et al., 2017
Kleinere klinische Studien mit niedrig dosiertem Lithium bei leichter kognitiver Beeinträchtigung lieferten ebenfalls bemerkenswerte Ergebnisse. Die dort eingesetzten und kontrollierten Dosierungen sind jedoch nicht mit einem gelegentlichen Glas Mineralwasser gleichzusetzen.
Die seriöse Schlussfolgerung lautet daher:
Lithiumreiche Wässer sind wissenschaftlich interessant. Es ist aber nicht belegt, dass sie Depressionen behandeln, Suizide verhindern oder vor Demenz schützen.
Mineralwasser ist keine Lithiumtherapie
Die Mengen in Mineral- und Heilwasser liegen weit unter den Dosierungen einer psychiatrischen Lithiumbehandlung.
Ein Liter Hirschquelle liefert 1,31 mg elementares Lithium. Bei einer medikamentösen Behandlung werden – abhängig vom Präparat und der Dosierung – meist mehrere Dutzend bis einige Hundert Milligramm elementares Lithium pro Tag aufgenommen. Dabei müssen Blutspiegel, Nierenfunktion, Schilddrüse und Flüssigkeitshaushalt kontrolliert werden.
Man sollte deshalb zwei Fehler vermeiden:
- Lithiumhaltiges Mineralwasser ist nicht mit einer medikamentösen Lithiumtherapie gleichzusetzen.
- Aus der geringeren Menge folgt nicht automatisch, dass bereits eine bestimmte vorbeugende Wirkung bewiesen wäre.
Zwischen „pharmakologisch wirksam“ und „als Spurenelement möglicherweise interessant“ liegt ein beträchtlicher wissenschaftlicher Abstand. Marketingabteilungen überspringen ihn gern. Der menschliche Stoffwechsel leider nicht.
Kann man lithiumhaltiges Mineralwasser täglich trinken?
Für gesunde Erwachsene können die entsprechend gekennzeichneten Mineral- und Heilwässer grundsätzlich Bestandteil der täglichen Flüssigkeitszufuhr sein. Bei Heilwasser sollten die Hinweise und Trinkempfehlungen auf dem Etikett beachtet werden.
Entscheidend ist aber nicht nur das Lithium. Einige der lithiumreichsten Heilwässer enthalten zugleich beträchtliche Mengen Natrium:
- Römer Brunnen: 623 mg Natrium pro Liter,
- Staatl. Fachingen: 564 mg/l,
- Kur Selters: 556 mg/l,
- Biskirchener Karlssprudel: 548 mg/l,
- Hirschquelle: 252 mg/l.
Wer unter einer schweren Nieren- oder Herzkrankheit leidet, Flüssigkeitsmengen begrenzen muss oder ärztlich zu einer natriumarmen Ernährung angehalten wurde, sollte daher das gesamte Mineralstoffprofil beachten. Auf den Etiketten einzelner Heilwässer werden zudem eigene Gegenanzeigen und Wechselwirkungen genannt.
Besondere Zurückhaltung ist sinnvoll, wenn bereits Lithium als Arzneimittel eingenommen wird. Dann sollte eine bewusste zusätzliche Lithiumzufuhr mit dem behandelnden Arzt abgesprochen werden. Das gilt ebenfalls bei eingeschränkter Nierenfunktion, ausgeprägten Schilddrüsenerkrankungen und in der Schwangerschaft.
Die Daten zu einer langfristigen Aufnahme von Lithium im niedrigen Milligrammbereich sind noch zu lückenhaft, um pauschale Heils- oder Sicherheitsversprechen abzugeben.
Lithiumhaltiges Wasser oder Lithiumorotat?
Natürlich vorkommendes Lithium im Mineralwasser ist nicht dasselbe wie ein konzentriertes Lithiumpräparat.
Lithiumorotat wird im Internet häufig als frei verfügbares Nahrungsergänzungsmittel beworben. In Deutschland und der Europäischen Union ist Lithium jedoch nicht als normaler Mineralstoff für Nahrungsergänzungsmittel zugelassen. Präparate aus fragwürdigen Onlinequellen können zudem von der angegebenen Dosierung abweichen.
Wer lediglich seine natürliche Lithiumaufnahme erhöhen möchte, kann ein entsprechend mineralisiertes Wasser wählen. Daraus folgt aber keine Empfehlung, Lithium in konzentrierter Form auf eigene Faust einzunehmen.
Die wichtigsten Fragen kurz beantwortet
Welches Mineralwasser hat den höchsten Lithiumgehalt?
Unter den aktuell überprüfbaren und abgefüllten deutschen Wässern liegt die Hirschquelle mit 1,31 mg/l vorn.
Ist Staatl. Fachingen lithiumhaltig?
Ja. Staatl. Fachingen Still und Medium enthalten nach Herstellerangaben 0,77 mg Lithium pro Liter.
Wie viel Lithium enthält Gerolsteiner?
Je nach Quelle zwischen 0,024 und 0,45 mg/l. Gerolsteiner Ursprung enthält mit 0,45 mg/l deutlich mehr als Sprudel, Medium oder Naturell.
Ist Lithium im Mineralwasser gefährlich?
Die Mengen liegen weit unter einer medikamentösen Lithiumtherapie. Für die bewusste langfristige Aufnahme höher konzentrierter Wässer fehlen jedoch verbindliche Zufuhrempfehlungen. Außerdem muss die gesamte Mineralisierung des Wassers berücksichtigt werden.
Hilft lithiumhaltiges Wasser gegen Depressionen?
Das ist nicht belegt. Beobachtungsstudien liefern interessante Hinweise, ersetzen aber keine klinische Therapie.
Gibt es einen anerkannten Lithiummangel?
Nein. Lithium wird bisher nicht offiziell als essenzieller Mikronährstoff eingestuft. Es gibt daher weder einen allgemein anerkannten Tagesbedarf noch eine etablierte Lithiummangeldiagnose.
Fazit
Lithiumhaltige Mineral- und Heilwässer gibt es tatsächlich – und die Unterschiede sind erheblich. Wer gezielt nach einem gut erhältlichen Wasser mit höherem Lithiumgehalt sucht, findet derzeit vor allem bei Hirschquelle, Römer Brunnen, Ensinger Schiller Quelle, Biskirchener Karlssprudel und Staatl. Fachingen interessante Konzentrationen.
Die Forschung zu natürlichen Lithiumspuren ist spannender, als die pauschale Einordnung als bedeutungsloser Wasserbestandteil vermuten lässt. Daraus aber bereits eine gesicherte Therapie gegen Depressionen, Suizidalität oder Demenz zu konstruieren, wäre voreilig.
Lithium im Wasser ist ein ernstzunehmendes Forschungsthema. Ein Wundermittel aus dem Getränkemarkt ist es bislang nicht.
Weitere Hintergründe und die ursprüngliche Diskussion finden Sie im Thread
„Lithiumaufnahme über das Trinkwasser“.