KPU-wieso wird es nicht ernst genommen?

  • Themenstarter Themenstarter Katy
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Hallo

ich hab da mal eine Frage, die mir seit meinem KPU Ergebnis im Kopf rumschwirrt. Ich hab versucht etwas über KPU zu erfahren und habe dabei viele Meinungen lesen müssen, die es mir sehr schwer machen mir ein Bild über meine "Krankheit" zu machen.

Einerseits heisst es KPU sei eine ernstzunehmende Stoffwechselkrankheit, die EInfluss auf vieles haben kann, sei es Hormone, Vitamine, SPurenelemente, Nebenniere, Schilddrüse, Darm etc pp

Andererseits heisst es, dass diese Pyrrolausscheidung ganz normal sei und nichts mit einer Krankheit zutun habe, da 1. jeder Mensch diese Ausscheidung hat und 2. je nachdem wieviel STress man persönlich habe, wie man sich ernähre etc diese Ausscheidung eben logischerweise bei jedem ständig schwankt, mal mehr mal weniger.
Da ich momentan in einer stressigen Phase bin, könnte es doch sein, dass mein Ergebnis durch eben diesem Stress erhöht wurde und in normalem Zustand niedriger ist, oder?

Zu der 2.ten These spricht auch die Tatsache, dass fast kein Arzt HPU/KPU kennt, geschweige denn es gute Ärzte gibt, die sich mit der Therapie auskennen.

Wieso ist das so? Wenn es doch eine Stoffwechselkrankheit ist, die viele belastende Symptome haben kann, wieso kennt es kein Arzt? Wieso wird es nicht publik gemacht? Wieso wird niemand darüber aufgeklärt?

Man könnte doch so viele Beschwerden verhindern, wenn man frühzeitig diese "Krankheit" behandeln würde :mad:


LG Katy
 
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So wie ich es bisher mitbekommen habe, fußt die gegenwärtige Heilkunst auf der "evidenzbasierten Medizin", kurz EbM, und deren Goldstandard ist die doppelblinde placebokontrollierte randomisierte Studie.
Eine sone gute Studie kostet massig Geld, und das gibt man nur aus, wenn man das Geld wieder reinbekommt, so dass quasi die Pharmakonzerne mit ihren Präparaten das Feld beherrschen. B6 und Zink lassen sich nicht patentieren, also macht auch keiner Studien damit. So muss man eben warten, bis nebenher oder zufällig was rauskommt.
Deutsches Ärzteblatt: Archiv "Evidenzbasierte Medizin: Konkurs der ärztlichen Urteilskraft?" (15.08.2003)
Deutsches Ärzteblatt: Archiv "Evidenzbasierte Medizin: Das Individuum bleibt auf der Strecke" (25.06.2004)
Deutsches Ärzteblatt: Archiv "In der Evidenz-Falle" (19.03.2004)
Deutsches Ärzteblatt: Archiv "Evidence based medicine*: Randomisierung nicht zwingend erforderlich" (15.08.2003)
 
Hallo Rohi,

danke für die Links, die kannte ich noch nicht. Es scheint also auch innerhalb des Systems Kritik zu geben.

Hallo Katy,

ich habe die selbe Vermutung wie Rohi.

Grüße
Kate
 
Die Artikel aus dem Ärzteblatt sind eigentlich erschreckend. Da wird das Ausmaß des Dilemmas der gegenwärtigen Medizin deutlich sichtbar. Nicht der einzelne Patient und seine spezifischen Beschwerden stehen im Mittelpunkt, sondern Ergebnisse von Forschungsstudien, die auf ein Symptombild eines Patienten angewandt werden, nahezu unabhängig von der individuellen Vorgeschichte. Die Industrie und die Medzinbürokraten träumen weiter den positivistischen Traum der standardisierten Methoden. Dass die Studien von der Pharmaindustrie bezahlt werden und eher erwünschte Ergenisse liefern, braucht man wohl kaum mehr zu betonen. Und der einzelne Arzt wird zum Erfüllungsgehilfen der evidenzbasierten Medizin. Will er das nicht, muss er schon außergewöhnlichen Mut entwickeln. Das sollte jeder Patient wissen, bevor er zum Arzt geht.

Was nun eine "Krankheit" wie HPU/KPU betrifft, kam ich zu dem gleichen Ergebnis, wie die Themenstarterin. Ich habe viel gelesen dazu, ein eindeutiges Bild einer "Krankheit" kam dabei nicht heraus. Kann sein, kann nicht sein. Ich vermute einmal stark, würde die Industrie in diesem Zusammenhang eine Idee für ein patentierbares Medikament für einen Masseneinsatz haben, dann wüßte sicher bald jeder Arzt davon.

Viele Grüße, Horaz
 
Wenns nicht so bitter wäre:
  • "doppelblind" sind die Studien, weil keiner eine Ahnung hat, worum es geht,
  • "randomisiert", weil man den Zufall entscheiden lässt,
  • "placebokontrolliert", weil ein als Wunderheilmittel verkaufter Traubenzuckerpressling genauso wirken würde.

Nachtrag:

Ein weiterer Punkt ist auch, dass der Kassenarzt nichts an KPU verdient. Ich erinnere mich in der ganzen Zeit nur an einen Privatpatienten hier im Forum.
Privatärzte, Privatkliniken - da kann ich mir vorstellen, dass man da bessere Chancen hat. Beim Kassenarzt ist man darauf angewiesen, dass der sich privat dafür interessiert.
 

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