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... Wie sehr Antibiotika das Mikrobiom auch langfristig durcheinanderbringen, hat erst eine große Studie im Fachblatt Nature Medicine gezeigt. Forschende aus Schweden analysierten dazu Rezepte und Stuhlproben von knapp 15 000 Testpersonen. Es zeigte sich: Selbst eine einzige Antibiotikaeinnahme beeinträchtigte das Mikrobiom auf Jahre. „Noch acht Jahre danach war bei manchen Personen eine Narbe im Mikrobiom zu sehen“, sagt der Infektiologe Mathias Pletz, der sich am Universitätsklinikum Jena seit Jahren mit Strategien für einen besseren Umgang mit Antibiotika einsetzt. „Dieses Ergebnis hat mich wirklich beeindruckt. Wir sollten noch zurückhaltender sein.“ ...
„Viele Patienten verlangen immer noch ein Antibiotikum, und Ärzte verordnen die Medikamente immer noch zu leichtfertig.“
Etwa bei der unkomplizierten Blasenentzündung jüngerer Frauen. „Solche Entzündungen gehen in weit über der Hälfte der Fälle von allein wieder weg, da braucht man nicht immer Antibiotikum“, sagt Pletz. Hübner führt als wichtiges Beispiel aus der Kinderheilkunde die Mittelohrentzündung an, die oftmals gar nicht bakteriell bedingt sei, weshalb Antibiotika hier ohnehin nichts nützen. „Da sollten Ärzte sehr zurückhaltend sein. Nicht alle Ohrenschmerzen brauchen ein Antibiotikum.“ Auch bei einer Halsentzündung sei Abwägung wichtig, so Hübner. „Richtiger Scharlach ist eine klare Antibiotika-Indikation, aber oftmals hat ein roter Rachen ganz andere Ursachen.“ Inzwischen gebe es Checklisten für Ärzte, wie sie die Symptome unterscheiden. Auch Schnelltests könnten helfen.
Wichtig ist bei all dem aber auch, dass die Patientinnen und Patienten mitmachen. Frauen mit Blasenentzündung etwa sollten Ibuprofen nehmen und viel trinken, damit die Entzündung ausheilt, ohne in die Nieren aufzusteigen. Sie müssen aber auch wissen: Wenn ein Schmerz in der Flanke aufkommt, wenn sie Fieber bekommen oder Schüttelfrost, dann müssen sie unbedingt zu einem Arzt oder einer Ärztin. ...
Antibiotika mit enormen Nebenwirkungen - auch bei Kindern: wie man das Medikament richtig einsetzt
Es wird immer klarer, dass die segensreichen Medikamente enorme Nebenwirkungen haben können – auch bei Kindern. Was Experten raten.
Das ist ja alles nicht mehr neu, aber anscheinend immer noch nicht bekannt genug. - Jeder Kranke sollte sich diese Informationen in Erinnerung rufen, bevor er/sie sich Antibiotika verschreiben läßt bzw. nehmen will.
Grüsse,
Oregano