Kooperation mit der Natur

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19.03.06
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Wie der Zufall (oder wer auch immer) so will: Ich sah heute das MDR - Talk-Magazin unter uns.

Da war dieser Herr hier

zu Gast. Er hatte ein paar Schnecken mitgebracht, die er eingeladen hatte, mit zur Sendung zu kommen: "Wer morgen früh mit nach Erfurt fahren will, soll morgens auf der Terasse sein!"
Der hat vielleicht einen tollen Garten. Ich interessiere mich ja schon seit Jahren für naturnahen Gartenbau....dieser Mann aber ist konsequent. Wow!

Also, ich war sehr beeindruckt von diesem Herren und habe mal recherchiert:

www.naturkooperation.org/eike.htm

Eike Braunroth
ist der Finder der Methode der Kooperation mit der Natur® und der Vorsitzende des Vereins Kooperation mit der Natur e.V.

Schon seit seiner frühesten Kindheit arbeitete er in einem eigenen Garten. Damals wurde der Grundstein zu seinem innigen Verhältnis mit der Natur, ihren Elementen und Wesenheiten gelegt. Viele Jahre bearbeitete er die ihm anvertrauten Gärten biologisch, kam aber über ein biologisches Bekämpfen von - aus damaliger Sicht - unerwünschten Tieren und Pflanzen nicht hinaus, bis diese Methode nicht mehr half.

Das notwendige Umdenken führte im Laufe der Jahre, begleitet durch intensive Beobachtung und Forschung, zur Methode der Kooperation mit der Natur®. Diese Methode ermöglicht eine friedliche Beziehung zur Natur und ihren Pflanzen und Tieren und eine erfolgreiche Zusammenarbeit zum Wohle Aller.

In den letzten Jahren führte Eike Braunroth über 100 Seminare durch und hielt viele Vorträge im In- und Ausland. In vielen Fachzeitschriften sind bereits Artikel über Eike Braunroths Arbeit und die Kooperation mit der Natur® erschienen.
Dieser Pionier ist Eike Braunroth. Er ist Forscher, Pädagoge, Psychologe und Gärtner, der sich seit dreissig Jahren mit den Gesetzen von Ursache und Wirkung beschäftigt. Braunroth sagt: «Durch Kooperation mit allem, was lebt, lassen sich Gesundheit und Harmonie in unseren Gärten, in Ställen, auf dem Feld, in Blumentöpfen und nicht zuletzt in unseren Körpern erreichen.»
http://www.vegetarismus.ch/heft/2001-1/kooperation.htm

Konzept
Die Kooperation mit der Natur® ist eine Methode der friedlichen und erfolgreichen Zusammenarbeit mit der Natur. Die Ursachen, die zur Massenvermehrung der Tiere und Pflanzen führen, werden erkannt und gelöst. Die Kooperation mit der Natur® ermöglicht eine intensive und harmonische Zusammenarbeit mit der Natur. Alle Landwirte, Gärtner und Privatpersonen können diese Methode schrittweise in ihrem Bereich einführen, wenn sie bereit sind, die Natur und ihre Zusammenhänge noch besser verstehen zu lernen und Neues zu entdecken. Die Erträge steigen, während gleichzeitig der Aufwand sinkt.

Das Konzept wird untermauert durch naturwissenschaftliche Forschungsergebnisse in verschiedenen Fachbereichen.

http://www.sabine-lichtenfels.de/Ring_der_Kraft/Archiv/september2002.html

Kennt jemand den Eike Braunroth näher und weiß etwas über dieses Konzept?

Ich könnte mir vorstellen, dass zumindest Herr Phil und Grufti (oder bist du das selbst, grufti?:))) ), da etwas zu zu sagen haben! - Oder aber auch die GartenbesitzerInnen hier?

Herzliche Grüße von
Leòn
 

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19.03.06
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Hi Uta,

die "Staudenfreunde" sind eher "traditionell" - gärtnerisch orientiert. Die haben nichts direkt mit Naturgartenbau zu tun, wenn ich das richtig verstehe.
Liebe Grüße von
Leòn
 
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Du verstehst das richtig. Trotzdem: wunderschön....
Grüsse,
Uta

Wenn Du dann weißt, wie man diese braunen und getigerten Nacktschnecken im Naturgartenbau los wird, laß es mich wissen!
 
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Malve

Hallo Leòn -

ich habe ein Problem :mad: - die Nacktschnecken haben unseren Staudengarten teilweise regelrecht hingerichtet
!!!!

Alles Zureden half nichts - und ich war diesen Schleimern nicht einmal feindlich gesonnen, bevor sie zugeschlagen haben.

So haben wir schweren Herzens den Räubern den Kampf angesagt und werden die Fressorgien nicht mehr hinnehmen
.

Wie Uta wäre ich auch stark daran interessiert, wie man diese Biester ohne Brachialmethoden vertreiben könnte :confused: .

Liebe Grüsse,

Malve
 
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19.03.06
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Hallo Malve,

dieser Herr Braunroth redet mit den Schnecken, erklärt ihnen, was sie fressen dürfen und was nicht. Wenn er auf der Terasse sitzt und Salat isst (er ist Vegetarier), dann "lädt er sie zum Essen ein", indem er ihnen ungewürzten Salat hinstellt.

Ein Teil des Geheimnisses ist sicher, dass sein Garten extrem naturnah angelegt ist und sich deshalb auch natürliche Feine der Schnecken einfinden!

herzliche Grüße von Leòn
 
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Soviel ich weiß, gibt es keine natürlichen Feinde der Nackschnecken. Außer einer bestimmten Enten-Sorte. ABer für die braucht man große Gärten... Und deshalb sind die Schnecken weiter glücklich und fressen alles mögliche auf

Gruss,
Uta
 

Malve

Mögen eigentlich Igel Nacktschnecken:confused: .
Würde aber nicht wirklich weiterhelfen, weil wir die stachligen Gesellen nur in den Wintermonaten im Garten antreffen.

Ansonsten wüsste ich nicht, wer sich ausser
an den Schnecken vergreifen könnte.

Hi Leòn - bis die Schleimer den ungewürzten Salat entdecken, bin ich mit meiner Mahlzeit längst fertig
... und der Schneckensalat dürfte mittlerweile verwelkt sein :rolleyes: .

Mit einem "naturnahen" *gg* Staudengarten könnte ich dienen :D .

Liebe Grüsse,

Malve
 
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Natürliche Schneckenvertilger

Hallo Uta,

Natürliche Schnecken-Vertilger im Garten sind unter anderem:

- Igel: Frisst hauptsächlich Schnecken. Lebt gern in Hecken. Legen Sie einen Platz für einen Igel an; einfach einen Haufen mit Zweigen, Ästen von Nadel und Blattbäumen anhäufen.
- Spitzmaus
- Maulwurf
- Vögel wie Elstern und Drosseln, aber besonders Amseln
- Frösche und Kröten

Zudem vertilgen andere Gartenbewohner wie Glühwürmchen auch die Eier der Schnecken. Das eigentliche Problem bei Schnecken ist, dass diese zwittrig sind und sich mit jeder weiteren Schnecke, die sie antreffen, fortpflanzen können. Viele der Schnecken sterben nach der Fortpflanzung und abgeschlossenen Eiablage.
http://www.hausgarten.net/gartenpflege/pflanzenschutz/schneckenschutz-vertilger.html

Diese Entenart, die Du meinst, ist glaube ich, ein Exot.

Herzliche Grüße von

Leòn
 

ADo

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06.09.04
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Hallo,
habe gelesen, dass Schnecken erst mal kranke Pflanzen fressen (und zum Nachtisch die gesunden;) ).
Boden, der EM gepflegt ist und damit gesunde Pflanzen hervorbringt, soll von Schnecken eher verschont bleiben.(siehe EM Forum)
Habe das aber noch nicht ausprobiert.

LG
 
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Hallo Leòn,
daß Igel Nacktschnecken fressen, ist wenigstens hier, ein Gerücht. Wenn sie nichts Besseres finden, fressen sie vielleicht zwischendurch mal eine Häuschenschnecke.

Amseln gibt es viele in meinem Garten, aber auch die lassen Nacktschnecken liegen. Regenwürmer mögen die viel lieber.
Drosseln gibt es hier nicht. Elstern holen sich lieber Eier aus den Nestern und junge Vögel. Wenn das vorbei ist, lassen sie trotzdem die Nacktschnecken liegen.

Spitzmaus und Maulwurf habe ich zum Glück nicht (mehr). In einem relativ kleinen Garten richten die mehr Unheil an als Nutzen.

Diese Ente ist die Laufente:
Die Lieblingsspeise der Laufenten sind Nacktschnecken. Die hat sogar dazu geführt, daß Laufenten systematisch zur biologischen Schneckenbekämpfung eingesetzt werden.
home.a-city.de/bruno.stubenrauch/laufenten/html/schnecken.html

Grüsse,
Uta
 
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Grundsätzlich gilt meines Erachtens, dass es für jeden "Schädling" mindestens einen Nützling gibt, der sich seiner annimmt.

Nun ist es ja nicht so, dass alle "Schädlinge" gänzlich ausgerotten werden (sollen). Es soll ja ein "Gleichgewicht" erziehlt werden.
Je Artenreicher ein Garten ist, desto mehr Möglichkeiten gibt es da.
 
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19.03.06
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Hier noch mal ein Text, von der oben erwähnten Homepage:
www.naturkooperation.org/erfolge_laeuse.htm

Erlebnisse mit Läusen und Wespen im von mir betreuten Garten

Beitrag von unserem Mitglied Wolfgang Römhild

Auf "unserem" Grund und Boden haben auch andere Wesen ein oft viel älteres Heimatrecht. Auch die unbeliebten. Bei diesen unbeliebten können wir drei Stufen unterscheiden:


Sie sind einfach da, weil sie hier halt ebenfalls leben.
Sie sind vermehrt da, weil sie überall verfolgt werden.
Sie sind vermehrt da, weil sie uns eine maßgeschneiderte Botschaft überbringen sollen.

Nur in dieser dritten Stufe gibt es großen Ärger, bis wir endlich ihre Botschaft begriffen haben und sie sich dann wieder zurückziehen können.

Auch an den von mir betreuten Gewächsen waren früher viele Läuse. Und jetzt nicht mehr! Der Weg dahin verlief über Amseln.

Jahrzehntelang hatte ich hier in unserer Vorstadt den einzigen Biogarten zwischen lauter Hochhäusern und Rasenflächen. Infolge der vielen Futterhäuschen winters auf den Balkonen ringsum gibt es ungewöhnlich viele Amseln. Und in "meinem" Garten Regenwurmzucht! Mit Vogelnetzen und Bosheit versuchte ich mich der Amseln zu erwehren. Aber Gewalt erzeugt Gegengewalt. Wie zu Tollwut der Fuchsbandwurm und zu Borken- und Maikäfern der Schwammspinner, so kamen zu den Amseln Jungmeisen und pickten unreifes Obst an. Ein Gartenfreund riet mir Vogeltränke. Erst war ich entsetzt, diesen Unholden auch noch zu helfen, dann erlebte ich Erleichterung.
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Erst als ich so vorbereitet war, erfuhr ich von Eike und belegte sofort einen Lehrgang über Amseln. Es stellte sich heraus, dass ich wegen der Hungerjahre der Nachkriegszeit gerade in meinen wichtigsten Wachstumsjahren inzwischen zwar mit Menschen zu teilen gelernt hatte, aber noch nicht mit Tieren. Ich musste loslassen lernen und vertrauen, dass die Schöpfung in ihrer Üppigkeit Menschen und Tiere überschwänglich versorge.

Als ich so gestärkt heimgekehrt war, entdeckte ich an zwei Bohnenstangen erste schwarze Bohnenläuse und begrüßte sie in vollem Ernst und freudigem Vertrauen: "Herzlich willkommen im gemeinsamen Garten!" So auch in den beiden nachfolgenden Jahren.

Innerhalb weniger Tage oder Wochen verschwanden sie ohne viel Aufhebens, obwohl sie früher die Stangenbohnen und noch mehr die Acker-/Saubohnen übel zugerichtet hatten. Dies ging ganz ohne besondere Anstrengung oder Aufmerksamkeit. Ich weiß nicht warum. Gehörten diese Bohnenläuse nur zu der oben umrissenen 1. oder 2. Stufe oder wie Fuchsbandwurm zur Tollwut als Trittbrettfahrerinnen oder Nachdruckverstärkerinnen zur 3. Stufe der Amseln? Und war dann ihre Botschaft durch den Frieden mit den Amseln bereits angekommen und erledigt?

Den riesigen Tomatenbaum überwintere ich zurückgeschnitten im Wintergarten. Vor lauter Läuseausscheidungen klebte man früher am Boden darunter fest. Letzten (und diesen?) Winter keine einzige Laus! Genauso an den über Winter im Wintergarten herangezogenen Winterkopfsalatsetzlingen. Auch den Rosenläusen in der ersten strotzenden Wachstumszeit dankte ich, dass sie den möglicherweise überschüssigen Zuckersaft entsorgten und sie verschwanden nach Erledigung der Aufgabe.

Dies bedeutet: Der einmal im Garten begonnene Friede mit allen Tieren wächst von Jahr zu Jahr weiter.

So auch die Amseln: Gleich nach dem Lehrgang pickten sie die Hälfte der nunmehr ungeschützten Erdbeeren an, in den beiden nächsten Jahren fast gar nichts. In den beiden letzten hier knochentrockenen Sommern hatten sie schier "vergessen", dass die stets locker-feuchten Hügelbeete vor Regenwürmern nur so wimmelten. Vorletzten Herbst fraßen sie den größten, aber unbeliebten Weinstock völlig leer, diesen Herbst scheint’s keine Beere. Ich habe ihn – bedauernd – weggeschnitten. Aber den ganzen langen Frühling brüten und singen sie zu meiner größten Freude in großer Zahl im Garten, ernähren sich aber nun fast ausschließlich außerhalb.

Mir ist diese Kehrwendung rätselhaft, ja schon fast unheimlich, auf jeden Fall aber ehrfurchtgebietend.
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Genauso war es mit Hornissen und Wespen: Vorletzten Sommer überfielen plötzlich vor allem Hornissen die noch unreifen Birnen und Äpfel. Die Bäume hatten reicher angesetzt denn je und jetzt überwältigte mich das Gefühl: "Wieder alles umsonst". Dieses Gefühl kannte ich. Auch ich habe mehrere Rückschläge in meinem Leben hinnehmen müssen. Etwa eine Handvoll. Ich kam ins Grübeln. Und wie viele Erfolge und Gottesgeschenke gab es in meinem Leben? Als ich nachzuzählen versuchte, reichten Hände und Füße nicht mehr. Ich fühlte mich glücklich und erfolgreich. Sofort verschwanden die Hornissen! Rückschließend ahne ich, dass es ihre Aufgabe war, mir mein Vertrauen und Selbstbewusstsein zu heben.

Plötzlich durfte ich ihnen dankbar sein für diese Unterstützung. Ja, als ich dann das übermäßig viele frühreife Obst auf dem Balkon trocknete, kamen die Hornissen wieder, verjagten die Fliegen und nahmen die Wespen gleich mit nach Hause. Aus vermeintlichen Feindinnen waren Helferinnen geworden. Und im nächsten Sommer brauchten dann keine mehr zu kommen.

Wespen und Hornissen nisten sich gern in Rollladenkästen ein. Früher hatte ich sie mit Schwefel, Staubsauger und Lebensgefahr beseitigt, letzten Sommer ließ ich die allmählich riesigen Nester ungeschoren. Es war ein etwas gespenstisches Nebeneinander mit diesen möglicherweise Tausenden. Die "Schäden" aber waren winzig. Wenn sie eine Pflaume anfraßen, ließ ich sie neuerdings hängen: „Dieses haben die Wespen vorbestellt“ und fand wochenlang jeden Tag mehr unangefressene Pflaumen, als ich zum Verzehren und Einfrieren brauchte. Ich wurde auch nur ein einziges Mal gestochen, als ich eine Wespe versehentlich bedrängt hatte, sonst kamen wir völlig friedlich nebeneinander zurecht.

In "meinem" Garten (d.h. eigentlich bei mir) ist noch nicht alles vorbildlich, aber die Fortschritte von Jahr zu Jahr beeindrucken. Offensichtlich steckt tatsächlich hinter der gesamten Schöpfung eine unermessliche göttliche Liebe, die wir uns durch eigene Liebe, Achtung, Ehrfurcht und Zuversicht erlebbarer machen können. Vielleicht schlummert in allen Wesen und Dingen – wie in der verwunschenen Kröte – ein unfassbares Glück und wartet sehnlich darauf, von uns geweckt zu werden. Der schlesische Dichter Eichendorff sagt das so:

Schläft ein Lied in allen Dingen.
Die da träumen fort und fort,
Und die Welt hebt an zu singen,
Triffst du nur das Zauberwort.

Treffen Sie wohl!

 
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25.01.05
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Einmal mehr eine Frage des Milieus. Die Schädlinge des Menschen sind oftmals die Nützlinge der Natur. An wem liegt's nun?

Wenn der Salat minderwertig ist, wird er von den Schnecken verputzt, anderfalls lassen sie ihn links liegen.
In unserem Garten gelingt es uns mit dem Giessen von mittels Wirbeldüse dynamisiertem Wasser das Milieu so zu verändern, dass deutlich weniger Schnecken sich im Beet einfinden, als es auf Grund der zu beobachtenden sein müssten. Da der Boden eh nicht ideal ist, ist dies schon ein beachtlicher Erfolg. Wobei der Salat prächtig gedeiht, ganz ohne Schnecken, Rosenkohl und Rote Beete teils-teils, je nach Konstitution der Pflanzen.

herzlichst - Phil
 
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15.02.07
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Hallo ihr Lieben :)

ja... da hatten wir Probleme, als wir ein grosses Stück Land gekauft hatten und die ersten Bäumchen gepflanzt hatten. Rehe frassen nicht nur die frischen Austriebe im Frühjahr, sondern auch die Rinde und damit war ihr Schicksal besiegelt:-(

Letztes Jahr im Herbst war ich ganz verzweifelt, weil ich schon viele Obst- und Wildobstbäume gekauft hatte, die in Töpfen auf der Terasse standen und darauf warteten, ausgepflanzt zu werden. Wir trauten uns nicht, sie ins Land zu pflanzen wegen der Rehe. Geld, um einen Zaun um die ca. 7000 m² zu ziehen, hatten wir nicht.

Da las ich ganz "zufällig" in einem Gartenforum den Satz: Schon mal eine Schnecke geküsst? Hä? ma gucken....

Eike hatte geschrieben und sein Buch empfohlen. Ich natürlich gleich auf seine Homepage, das Buch "In Harmonie mit den Naturwesen in Garten, Feld und Flur" bestellt und gelesen. Mit Eike stehen wir in Kontakt.

Das grosse Aha-Erlebnis war die Erkenntnis, dass wir schon teilweise praktizierten, was Eike herausgefunden hat. Wir leben in friedlicher Gemeinschaft mit Schnecken, Ameisen, Wesben und Hornissen und erfuhren, warum das so ist und dass das gleiche Prinzip natürlich dann auch mit den Rehen so gehandhabt werden kann :) Also kein Zaun, die Bäume sind zum grossen Teil schon ins Land gepflanzt (wir sind je nach Witterung immer noch dabei) und den Kontakt zu den Rehen gesucht und gefunden.

Bis jetzt sind alle Bäumchen unbeschädigt... Nun heisst es abwarten, ob es klappt :)

Wen es interessiert, kann auf unserer Seite, die allerdings erst ziemlich am Anfang steht, mehr darüber erfahren.

Liebe Grüsse
jo
 
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25.01.05
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Grüss euch,

zu Malves
Mögen eigentlich Igel Nacktschnecken .
Würde aber nicht wirklich weiterhelfen, weil wir die stachligen Gesellen nur in den Wintermonaten im Garten antreffen.
Unsere Igel machen im Winter normalerweise Winterschlaf, sind hingegen dann, wenn die Naktschnecken aktiv sind, nämlich in der warmen Nacht, unterwegs.

Dabei ist zu ergänzen, dass Nacktschnecken, wie die meisten Parasiten auch, das abräumen, was minderwertig ist, und das was naturverträglich, bzw. naturgerecht ist, stehen lassen. Das heisst aber auch, dass wenn das ganze Beet abgeräumt wird.... genau! Vielleicht passen ja Pflanze und Boden nicht zusammen, oder andere Parameter wie Klima, Luftqualität, Wasserqualität, Energiequalität des Gärtners, Strom im Boden durch E-Smog, ....

Erstaunliches ist diesbezüglich aus dieser Ecke her zu hören:
http://www.kupferspuren.at/
http://www.kupfer-anton.de/

So ähnlich funktioniert es ja auch bei uns: was nicht in Harmonie ist, erkrankt - einerseits um die Balance wieder zu erlangen, andererseits um sich auf Stufe Erdendasein zu verabschieden (falls man die Kurve nicht kriegt).

Ebenfalls empfehlenswert - im Sinne von naturverträglich - das was der Holzer Sepp tut: http://www.krameterhof.at/

Letztendlich geht es bei allen funktionierenden Vorgehensweisen darum, in Harmonie zu den Naturprinzipien zu leben und zu handeln, die natürliche Ordnung, Rhythmen und Harmonien zu beachten und sich selber in diese hinein zu begeben.

Dass dies weitestgehend eine Sache des Gefühls und weit weniger des Verstandes ist, ist für uns "geschulte" moderne Menschen nicht immer leicht zu kapieren.

Dazu gehört, alles was ist erst einmal grundsätzlich als beseelt anzuerkennen. Das ermöglicht anschliessend, mit all dem was ist zu kommunizieren, das heisst Energie und Information, oder romantischer ausgedrückt liebevolle Gedanken und Beachtung zu schenken und auszutauschen. Es gibt genügend Beispiele die aufzeigen, dass liebevolle Hinwendung zu Pflanzen ihre Vitalität steigern kann. Aber auch das kennen wir ja eigentlich von und an uns selber...

herzlichst - Phil :)
 
Zuletzt bearbeitet von einem Moderator:
Beitritt
15.02.07
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[......] Ebenfalls empfehlenswert - im Sinne von naturverträglich - das was der Holzer Sepp tut: http://www.krameterhof.at/

Letztendlich geht es bei allen funktionierenden Vorgehensweisen darum, in Harmonie zu den Naturprinzipien zu leben und zu handeln, die natürliche Ordnung, Rhythmen und Harmonien zu beachten und sich selber in diese hinein zu begeben.

Dass dies weitestgehend eine Sache des Gefühls und weit weniger des Verstandes ist, ist für uns "geschulte" moderne Menschen nicht immer leicht zu kapieren.

Dazu gehört, alles was ist erst einmal grundsätzlich als beseelt anzuerkennen. Das ermöglicht anschliessend, mit all dem was ist zu kommunizieren, das heisst Energie und Information, oder romantischer ausgedrückt liebevolle Gedanken und Beachtung zu schenken und auszutauschen. Es gibt genügend Beispiele die aufzeigen, dass liebevolle Hinwendung zu Pflanzen ihre Vitalität steigern kann. Aber auch das kennen wir ja eigentlich von und an uns selber...

herzlichst - Phil :)
Hallo,

@phil, Schnecken sind keine Parasiten.....

ja, Sepp Holzer war es auch, der mit seinem Buch, dass mir ganz "zufällig" begenete, der uns Klarheit darüber brachte, was wir mit dem doch sehr grossen Stück Land, dass wir kauften, ohne so recht zu wissen, war wir damit eigentlich tun sollten.....

Damit begann eine unserer Lebensaufgaben. Gemüse- und Obstanbau in Permakultur, Schweine als Gartenhelfer, Heidschnucken als Landschaftpfleger artgerecht gehalten und als Freunde behandelt:) Zugleich ein schamanisch orientierter spiritueller Treffpunkt nicht nur für Gleichgesinnte, sondern vor Allem auch für Leute, die einfach neugierig sind. Zwei unserer Nachbarinnen bekommen je ein Hochbeet mit Anleitung ;-) Eine grosse Feuerstelle, wo sich alle treffen, wird es auch geben. Wir machen das alles nicht für uns allein, das wäre nicht im Sinne der Natur.

Schwitzhütte, Medizinrad und Naturrituale, um zu den eigenen kulturellen Wurzeln zurück zu finden, und den Krieg gegen die Natur zu beenden und wieder in Frieden mit ihr zu leben. Das alles entwickelte sich dann so langsam daraus :)

Amerikanische Ureinwohner haben trotz massiver Versuche, ihre Urkultur auszurotten, altes Wissen erhalten können und dies gepflegt. Unsere eigene Urkultur wurde sehr gründlich von der römisch katolischen Kirche ausgerottet. Obwohl auch hier noch Teile vorhanden sind, haben wir aber den Boden unter den Füssen grösstenteils verloren.

Sicher können wir von anderen alten Kulturen lernen, aber nicht ihre Spiritualität einfach so übernehmen.

Storl
Vor kurzem war der älteste Medizinmann der Cheyenne, George Elkshoulder, ein guter Freund von mir, bei einer Schamanen-Tagung in Garmisch. Dort waren viele Schamanen aus der ganzen Welt und George war in der Hoffnung dahin gekommen, das diese Schamanen zusammen daran arbeiten, das der ganze destruktive Prozess auf dem Globus umgekehrt wird. Sein Eindruck war allerdings das dort nur, wie er es ausdrückte, "Ceremonial people" waren, "Showmen". Und er fragte mich, weshalb ich ihn überhaupt eingeladen hätte. Ich sagte: "Weil wir alles verloren haben. Wir haben keine sakralen Lieder, keine sakralen Tänze, und wir wissen nicht wie man mit der Natur umgeht." George sagte: "Ihr habt überhaupt nichts verloren. Ihr habt doch die Berge, die Tiere, Bäume und Pflanzen. Fragt sie. Fragt sie doch. Die sagen euch, was ihr wissen wollt." Dass der springende Punkt ist, dass wir nicht mal mehr wissen, wie wir fragen sollen, das hat er nicht begriffen."


Hier das ganze Interwiv: http://joergo.de/intstorl.html

Irgendeiner der indianischen Weisen sagte mal, dass ein Indianer nicht fragt, sondern durch beobachtende Aufmerksamkeit lernt, und so auf alle Fragen die Antwort erfährt. Storl, Holzer und Eike Braunroth haben eins gemeinsam: sie haben nicht anders gelernt und genau das können wir von ihnen lernen :)

Wenn wir es also schaffen, unseren ewig plappernden Geist auszuschalten, ist es eigentlich garnicht so schwierig mit Pflanzen und Tieren und Mutter Natur zu kommunizieren. Dass wir selbst ganz in unserer Mitte und eins mit uns sind, ist natürlich eine Voraussetzung, über die in unserer Zivilisation nicht jeder so einfach verfügt. Das will erst mal erarbeitet und erfahren werden.

Wir gehen mit den jungen Bäumen durch Land und fragen sie, wo sie gern bleiben würden. Es stellt sich dann so ein leicht meditativer Zustand ein und wir wissen dann einfach, wo die richtige Stelle ist. Dort werden sie dann eingepflanzt. Wenn zu diesem Zeitpunkt keine Konzentration möglich ist, brechen wir die Aktion ab und versuchen es zu einem günstigerem Zeitpunkt.

Ich bin sicher, dass wir mit den so genannten "Schädlingen" keine Probleme haben werden. Wir werden, wie wir das auch schon praktiziert haben, nach der Ursache fragen und durch genaues Beobachten erkennen und entsprechend handeln. Denn die Ursache einer Auswirkung sind in den meissten Fällen wir selbst......

Liebe Grüsse aus dem Nebel
jo
 
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19.03.06
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Einmal mehr eine Frage des Milieus. Die Schädlinge des Menschen sind oftmals die Nützlinge der Natur. An wem liegt's nun?

Wenn der Salat minderwertig ist, wird er von den Schnecken verputzt, anderfalls lassen sie ihn links liegen.
In unserem Garten gelingt es uns mit dem Giessen von mittels Wirbeldüse dynamisiertem Wasser das Milieu so zu verändern, dass deutlich weniger Schnecken sich im Beet einfinden, als es auf Grund der zu beobachtenden sein müssten. Da der Boden eh nicht ideal ist, ist dies schon ein beachtlicher Erfolg. Wobei der Salat prächtig gedeiht, ganz ohne Schnecken, Rosenkohl und Rote Beete teils-teils, je nach Konstitution der Pflanzen.

herzlichst - Phil
Hallo Phil,

dass sogenannte "Schädlinge" kranke Pflanzen futtern ist der eine Aspekt. Sehr gut nachvollziehbar bei Befall durch die grüne Blattlaus. Der andere ist allerdings, dass die Pflanzengesellschaften in unseren Gärten teilweise ungünstig zusammengestellt sind, sodass eine "Homöostase" nicht möglich ist - auch wieder eine Millieufrage ;) - und die "Schädlinge" dann das "Bereinigen" der Situation übernehmen.

Also: bei der Zusammenstellung von Pflanzengesellschaften auf deren "Kompatibilität" und Standorteignung achten!

Herzliche Grüße von
Leòn
 
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23.04.06
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Da will ich doch auch mal.:)

Ich habe vor zwei Tagen ein Heftchen bekommen: Kooperation mit der Natur. Fand das beeindruckend. Unser Demeterbauer arbeitet nach dem Prinzip von Eike Braunroth mit Erfolg.
Ich selbst habe einen Garten, aber noch keinen Nutzgarten. Komme bis jetzt mit den Schnecken ganz gut klar.:)

Vor kurzem habe ich eine Geschichte gehört, die wie ich denke, gut hierher passt.

Ich kenne von früher her einen Mann, aus unserer Region, der einmal bester Karate-Kämpfer Deutschlands war, er heißt Hirschgänger. Der ist dann irgendwann nach Indien gereist und hat sich auf die Suche nach sich selbst begeben.
Na etlichen Jahren kam er zurück. Ich selbst kenne ihn heute nicht mehr persönlich, habe nur folgende Geschichte gehört.

Ein Mann hatte ein Haus gekauft. Er war verheiratet und hatte drei Kinder. Als es im Sommer daran ging das Haus bezugsfertig zu machen stellte er mit Schrecken fest das überall Ameisen waren. Ganze Horden besiedelten das Haus.:schock:
Er wusste sich nicht anders zu helfen und bestellte einen Kammerjäger für in zwei Tagen. In dem Dorf wohnte auch der Herr Hirschgänger. Die beiden kamen ins Gespräch. Ich weiß jetzt nicht, ob sie sich vorher schon gekannt hatten oder nicht.
Jedenfalls ging Herr Hirschgänger mit ihm zusammen in der Haus, nahm einige Ameisen in seine Hand und erklärte ihnen wie sich die Sachlage verhielt: Mann mit Frau und drei Kindern wollen hier wohnen. Er erklärte wo sie sich stattdessen ansiedeln können und natürlich machte er das mit Liebe. Und zum Schluss erklärte er das der Kammerjäger in zwei Tagen kommen würde.:D

Und siehe da am nächsten Tag um zehn Uhr waren die Tiere verschwunden. Das Haus war stubenrein. Ob das jetzt so stimmt, weiß ich nicht, aber ich habe schon so einige positive Geschichten von dem Herrn gehört.


Grüsse von Juliette
 
Beitritt
13.07.07
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Seit Jahren schon versuche ich all die "Schädlinge" im Garten als meine Mitbewohner anzusehen. Das war aber doch mehr halbherzig und manchmal mit zusammengebissenen Zähnen. :rolleyes:
Denn es gab schon große "Verluste" bei der Ernte, manchmal nicht mal eine Ernte.:mad:

Nun is es schon das zweite Jahr dass ich absolut konsquent zusammen mit meinen Mitbewohnern lebe.
Und siehe da, es zeigt sich doch tasächlich dass meine Ernte nicht hinter der meiner Nachbarn zurücksteht. Eher im Gegenteil.
Ich ernte dieses Jahr wunderschöne Zuccini. Die sind doch eigentlich die Leibspeise der Nacktschnecken, dieses Jahr nicht mal berührt von ihnen.
Den Salat im Frühling haben wir uns geteilt. Ich habe extra mehr angebaut, wegen der eventuellen Verluste. Wir mussten in diesem Jahr sehr viel Salat essen. ;)

Dafür lege ich meine "Küchenabfälle", also abgeschnittene Pflanzenteile, zurück ins Beet, als Futter und auch zum Düngen für den Boden. Sieht zwar nicht so schön aus, aber Schönheit liegt ja im Auge des Betrachters. :D
Und ich lasse auch mal Wildkräuter stehen usw.

Irgendwie scheinen wir alle uns sehr gut arrangiert zu haben, in diesem Jahr.
Mal sehen ob das so bleibt oder lediglich Zufall war.

lieben Gruß
Hexe :hexe:
 
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