Ist Erfolg durch Loslassen möglich?

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Wie es in einem relativ bekannten Buch geschrieben steht:

Es ist eine gute Methode, zu etwas zu gelangen, wenn man "loslässt", es erreichen zu wollen. Wenn man sich also in eine Sache zu sehr versteift, dann wird man das Ziel mit grosser Wahrscheinlichkeit nicht erreichen. Erst wenn man nachgibt, etwas mit allen Mitteln erreichen zu wollen, stellt sich der Erfolg möglicherweise von selbst ein.

Was denkt Ihr dazu?

Ich kenne dazu verschiedene Beispiele aus meinem Bekanntenkreis. Hier für den Anfang zwei:

- Ein Kollege versuchte mit allen Mitteln, seine Freundin "festzuhalten". Diese war sich aufgrund vieler Dinge mit der Beziehung nicht so sicher. Als mein Kollege sich eingestand, dass es keinen Sinn macht, irgend etwas zu erzwingen, lockerte er die Bindung ... und das führte dazu, dass die Freundin in ihrer neugewonnenen Freiheit Klarheit darüber gewann, dass sie in der Beziehung bleiben möchte. Das war wirklich wie der sprichwörtliche eingesperrte Vogel, den man am besten freilässt, damit er freiwillig zurückkommt.

- Ein anderer Kollege verband sämtliche seiner Aktivitäten mit dem Wunsch, dabei Geld zu verdienen. Das war eigentlich mehr schon eine Obsession, weil er sich auch viele Ziele setzte, die er dann mit dem Geld umsetzen wollte. Damit setzte er sich ganz gehörig unter Druck. Aber es funktionierte nicht. Als er dann zum ersten Mal etwas völlig ohne den Hintergedanken der Bereicherung tat, stellte sich überraschenderweise genau das ein, was er immer gesucht hatte: Eine neue Einnahmequelle, für die er nach einer gewissen Zeit noch nicht einmal mehr arbeiten musste. Das Loslassen in seiner Versteifung brachte ihn nicht ab von seinem Ziel, sondern beförderte ihn auf direktem Wege hin.

Kennt Ihr andere Beispiele?
Funktioniert dieses Prinzip? Oder würde es sich lohnen, es mal auszuprobieren und hier dann zu berichten?

Gruss, Marcel
 
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Viktor Frankl (Begründer der Logopädie) http://logotherapy.univie.ac.at/d/person.html , berichtet von einem Paar, das mit einem lange unerfüllten Kinderwunsch in seine Praxis kam und schnelle logopädische HIlfe von ihm wollte. Er sagte dem Paar, daß er leider in den nächsten 4 Monaten überhaupt keine Termine frei hätte, aber gerne einen Termin für in 4 Monaten ausmachen würde. Gesagt, getan. Nach 2 Monaten rief ihn die Frau an und sagte den Termin ab mit der Begründung "ich bin schwanger"...

Genauso habe ich es übrigens gerade bei einer jungen Frau erlebt, deren Kind jetzt 4 Wochen alt ist :) . Nur hieß der Therapeut anders ;) .

Wenn es gelingt, verkrampfte Denkmustern zu verändern, verändert das ja nicht nur die eigenen Gedanken und Zielsetzungen sondern auch die des Umfeldes. Insofern bewegt ein Loslassen immer irgendetwas. Ich glaube, daß es dann wichtig ist zu wissen, was man nun mit dem neuen Zustand anfangen möchte, damit man nicht auf einmal vor einem Loch steht oder mit der neuen Konstellation z.B. in einer Familie nicht zurechtkommt.
Es fällt mir irgendwie schwer, das auszudrücken...
Uta
 

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03.05.04
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Hallo Uta
Du hast dich gut ausgedrückt, zumindest denke ich, dass ich dich verstanden habe. Wir haben auch Bekannte, die keine Kinder kriegten und nach der Adoption eines Jungen wurde sie schwanger. Nun haben sie zwei Jungen!
Das Problem mit dem Loslassen ist, dass man in gewissen Situationen wohl entscheiden kann, dass man loslassen möchte, es klappt einfach nicht! Ich denke, es klappt erst, wenn man das Problem aufgegeben hat (Beispiel oben).
Liebe Grüsse von Margot
%)
 
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19.05.04
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So wird wohl auch das japanische Kaiserpaar keinen Jungen mehr zeugen, weil sie einfach zu gedrängt sind. Nur leider können die zwei wohl nicht einfach loslassen. Nicht in ihrer Position.
Aber es ist auch für den normalsterblcihen so schwer, loszulassen. Weil man Angst hat, dass man etwas völlig verliert. Man hat einfach zu wenig Sicherheit, dass sich das loslassen lohnt. Aber gerade darum lässt man wohl auch los, weil es egal ist, ob es sich lohnt oder nicht. Auf der anderen Seite wird doch immer gepredigt man solle sich Ziele setzen und daran festhalten. Ist das kein Widerspruch?

Perle
 
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Kaffeeklatsch mit Müttern, deren Kinder aus dem Haus gehen oder gegangen sind. Jetzt ist Loslassen von beiden Seiten angesagt: Die Mütter müssen dafür sorgen, daß sie die Lücke der Kinder sinnvoll füllen und vor allem, daß sie damit aufhören, diese inzwischen erwachsenen Kinder zu "betüteln" .
Die Kinder müssen dafür sorgen,d aß sie ihre Kinderrolle loslassen und nicht die brave Mami ausnutzen, indem sie ihre dreckige Wäsche dorthin bringen, sich das Auto ständig leihen, im Haus der Eltern eine Art Deponie unterhalten.

Ich glaube, für Mütter ist das oft schwieriger als für Kinder.
Was meint Ihr?
Uta
 
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06.01.04
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unser sohn ist jetzt inmitten seiner laps und bms-prüfungen. im juli hat er einzurücken in die rs. ich lasse mich nun mal überraschen wie es mit dem loslassen geht. bei unsern töchtern ist mir das gut gelungen. ich hoffe auch, dass unser "nesthäkchen" mir diesbezüglich auch kein allzu grosses kopfzerbrechen macht.

eine umstellung ist es alleweil. auf der andern seite muss ich sagen, dass unser sohn zwar manchmal das hotel mama ausnutzt, auf der andern seite ist er aber auch wieder bereit, mir tüchtig beim hausputz zu helfen. ausserdem macht er sein zimmer selbständig. auch unsere pc's hält er in schwung. da können wir ja auch froh sein.

nun, wir lassen uns nun mal überraschen wie's mit der rs geht und nachher wird er nochmals 3 jahre zuhause sein, da er noch eine höhere schule besucht. der ablöseprozess ist jedoch schon seit einiger zeit im gange.

gruss vreni
 
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Manche Gedanken und Wünsche sollte man aber meiner Ansicht nach nicht "loslassen", also aufgeben. Z.B. den Gedanken und Wunsch, wieder einigermaßen gesund zu werden ! Gerade Vergiftete müssen sich ja oft anhören, daß sie total fixiert auf ihre Beschwerden und ihre ("angebliche") Krankheit sind und daß sie doch endlich mal "loslassen" sollen. In dem Fall bin ich eher dafür, diese Leute "loszulassen" und andere zu finden, die hilfreich und nicht deprimierend sind.
:( :)
Uta
 
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06.01.04
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hallo uta

da hast du recht. auch mir geht es ja so, dass ich von morgens bis abends meine ms mit mir herumtrage. loslassen ist da wirklich schwierig, da man ja immer wieder daran erinnert wird. bis jetzt hatte ich das glück, dass ich von meinen kollegInnen nicht als simulant angesehen werde, was natürlich sehr hilft. es hat mir auch noch niemand so direkt gesagt, ich solle mich nicht fixieren. ich glaube, da würde ich mich wehren und meine eigene meinung vertreten. wie jede andere krankheit lässt auch mich die ms nie los. die zeitbombe ist einfach allgegenwärtig. aber ich werd's schon schaffen.

einzig mein ehemaliger hausarzt hat mich als simulant abgestempelt und nie ernst genommen. den hab ich gewechselt, sobald ich das gemerkt habe.

alless gute
gruss vreni
 

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Etwas loslassen heisst auch, sich darauf einzustellen, dass etwas nun ganz anders wird, dass etwas vielleicht neu beginnt. Aber viele Leute haben Angst vor einem Neubeginn, auch schon im Kleinen.

Wenn man sich z.B. einen neuen Arzt nimmt, weil man sich vom alten nicht verstanden fühlte ... da muss man sich schon fragen, ob eine Änderung oder Neubeginn nicht so oder so nur besser werden kann. An welchem Punkt ist man angelangt und kann es von dort aus überhaupt noch schlimmer kommen?

Auch ich war einmal in einer Beziehung, ohne die ich es mir überhaupt nicht mehr hätte vorstellen können. Aber es war ein einziger Ablöseprozess. Und es war das einzig Richtige, die Beziehung am Schluss gänzlich loszulassen. So kam Platz für etwas Neues. Und wenn auch mit gemischten Gefühlen gestartet ... wurde dieses Neue später um ein Vielfaches besser als das Losgelassene.

Gruss, Marcel
 
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13.01.04
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Diese Worte haben sich in meinem Kopf festgesetzt:

Die Kunst eines erfüllten Lebens ist die Kunst des lassens-
zulassen - weglassen - loslassen

Jeden Tag müssen wir irgendetwas lassen- oder nicht! Ich lasse morgen das Fensterputzen- es regnet!!!! Ha, ha! Euch allen eine gute Woche und liebe Grüsse Susy
 

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Ja Susy, das hat was. Mir gefällt da auch der folgende wohl bekannte Spruch sehr gut:

"Ich wünsche mir die Gelassenheit, Dinge hinzunehmen, die ich nicht ändern kann;
den Mut, Dinge zu ändern, die ich ändern kann;
und die Weisheit, das eine vom anderen zu unterscheiden."

Loslassen ist da eben auch ein aktiver Schritt, wenn es sich auch recht passiv anhört.

Gruss, Marcel
 
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zulassen - weglassen - loslassen: das gefällt mir gut, Susy :)
Ich glaube, wenn wir lernen, die Dinge zuzulassen (am besten auch noch im Vertrauen darauf, daß die Dinge so, wie sie uns zu-fallen, richtig für uns sind), können wir ganz leicht loslassen und brauchen auch keine Angst vor dem Neuen haben.
:) Uta
 

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Inwiefern hängt das mit dem Schicksalsgedanken zusammen ... mit vorbestimmter Zukunft? Oder ist es einfach unser eigenes Denken, das uns hier auf Kurs hält und uns je nachdem zu Gutem oder Schlechtem führt?
Ist Zulassen so was wie ein Autopilot?

Gruss, Marcel
 
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25.03.04
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hallo ihr lieben,

hatte gerade besuch von einem freund aus meiner qlique... wir sind 14 leute und kennen uns teilweise schon seit 14 jahren.
er fragte mich, wie es mir ginge und ich konnte leider wieder mal nur sagen, das es mir nicht gut geht. meine qlique kennt mich nun auch viele jahre mit angst- und panikattacken.
nun unterhielten wir uns lange und er fragte mich genauer über meine symptome und ausleitung aus. viele andere aus meiner qlique haben das aber in dieser form noch nicht gemacht und haben halt immer im kopf, das es mir nicht gut geht und so richtig dran glauben tun sie auch nicht daran, was ich denn haben könnte...
nun sagte mir der freund, das es meinungen gibt, dass es alles bei mir die psyche ist, ich nicht stark genug wäre da raus zu kommen, weil ich nicht wollte... und sogar einer hätte von sich gegeben, ich wäre ein simulant.

muss sagen, das hat schon getroffen. ich erwarte nicht, das mich jemand versteht... woher auch, ich verstehe mich ja selber nicht, was da mit mir los ist... ich kann nur vertrauen, was andere mir sagen (meine therapeutin, mein arzt, mein kinesiologe)
dieser freund sagte dann aber auch zu mir, das es vielen noch nicht dreckig genug geht und solche erfahrungen wie ich gemacht haben...
aber gleichzeitig kam die frage bei mir auf... wenn ich denn loslassen würde, würde es automatisch besser werden und die anderen haben vielleicht sogar recht?
aber was loslassen und wie das anstellen?
aufgefallen ist mir, dass ich den ganzen tag über sehr starkes zungenbrennen hatte und sehr niedergeschlagen war und als ich mich so intensiv mit dem freund unterhielt war das brennen weg, dafür kam aber der schwindel deutlicher hervor...
jetzt wo der freund weg ist, ist das brennen wieder da... leider ist der stärkere schwindel geblieben...
also war das doch auch eine art von loslassen eben oder?

mich verwirrt das alles so sehr und bin auch so verunsichert... ich weiss bald gar nicht mehr, was ich glauben soll...
habe ich genug beweise, dass ich wirklich die vergiftung habe???

LG
himmelsengel
 
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06.01.04
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hallo

ich denke es ist schwer in einer krankheit drinnen einfach loszulassen. ich habe aber begonnen zu akzeptieren was nicht zu ändern ist. ms gehört jetzt einfach zu mir. ich muss schauen, dass ich möglichst gut mit ihr umgehen kann. akzeptiert habe ich das ganze schon längst.

ich finde, es geht einem besser wenn man den zusatand akzeptiert. loslassen ja, wenn ich eine arbeit machen sollte und ich mag nicht, dann sage ich mir, verschiebe ich es halt. es ist wie mit dem fenster outzen. morgen hätte ich die fenster geputzt. morgen regnet es. also lass ich es sein.

so weit sollte man kommen, dass man einfach das leben etwas ruhiger und gelassener nimmt. das heisst für mich loslasen.

gruss vreni
 
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25.03.04
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huhu vreni,
ich kenne mich mit den abkürzungen nicht so aus... was ist ms? mustiple sklerose?
ja und ich gebe dir recht, loslassen in einer krankheit ist schwer oder gar nicht möglich. akzeptieren... naja ich denke genauso schwer, es kommt ja auch immer darauf an, wie sehr man beeinträchtigt ist im leben.

man kann z.b. epilepsie haben, bekomme dann tabletten, die so gut helfen, dass man keine anfälle mehr hat. ja dann kann ich das akzeptieren, als wenn einem nichts helfen würde. loslassen kann man dann sowas auch nicht, weil man ja um die dinge weiss, die man hat.

finde es kommt immer auch ein wenig auf die sichtweise eben an.

LG
himmelsengel
 
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06.01.04
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ja himmelsengel

du hast recht. es ist wirklich multiple sklerose. meine beeinträchtigungen sind nicht so schlimm, dass ich nun einen rollstuhl brauchen würde.

ich kann noch 30 - 40 minuten laufen, dann beginnt die grosse stolperei. Senisbilitätsstörungen in den händen spüre ich dauernd. auch die schnelle ermüdung macht mir zu schaffen. so ist es, dass ich das ganze akzeptiert habe und mit meiner krankheit zu leben gelernt habe.
eben so, das ich mache was ich kann und gut auf meinen körper höre. er sagt mir jeweils wenn's genug ist. wenn ich es ignoriere kommt sofort die retourkutsche.

so heisst für mich loslassen. eben einmal sagen, nein das geht jetzt nicht ich mach das später wenn ich wieder mag. .... und das, ohne mich darüber zu ärgern. ;) einfach gelassen bleiben.

gruss vreni
 
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25.03.04
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huhu vreni,
klasse einstellung und das du das umsetzen kannst noch besser :)
ich wünsche dir alles gute.
lg
himmelsengel
 

admin

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01.01.04
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Wer hat ebenfalls konkrete Erfahrungen gemacht, dass sich ein Problem genau in dem Moment löste, als man es nicht mehr als "Problem" sondern vielmehr als gegebenen Teil von einem selbst empfand und sich nicht mehr so sehr damit beschäftigte und sorgte?

Gruss, Marcel
 

KimS

Hallo Marcel,

Ich glaube die Darstellung des zweiten Beispiels (im ersten Beitrag) ist mir einfach etwas zu Einfach, zu Simpel - und dabei glaube ich auch nicht an diese Mode-Erscheinungen im Spirituellen bereich. Vor allem nicht wenn es bei falscher interpretation leicht irregeführt egozentrisch zum nützen gemacht wird und man sich selber dabei zum Beispiel noch vortäuscht man tut etwas sehr Gutes. Es bekommt für mich dann eher den beigeschmack vom "American Dream".... und persönlich schmeckt mir das nicht.

Weshalb diese Stellungname zu dem Beispiel und gefrage Beispiele - zu Einfach: ich persönlich glaube nicht an "schnelles oder leichtes" geld. Alles hat seinen Preis, die frage ist daher auch, wer Zahlt, und/oder vor Allem auch wie wird das geerntete verwendet.

Meines erachtens fehlt da im Beispiel noch etwas und zwar etwas nicht unwichtiges, im sinne der waren Spiritualïtät.. Aber wie man sein Glück oder Unglück gestalten möchte, dass ist ja jeder seiner eigenen sache oder?

Dabei wäre auch die Frage anlässlich "(...) zu Gutem oder Schlechtem führt" auch noch zu stellen, was die Persönliche bedeutung von beides beinhaltet.

So wären ja Tausende von Guten und Schlechten Beispiele zu bedenken die man hier hineinstellen könnte... aber die wirkliche Frage der Bedeutung wird meines erachtens dabei nicht geklärt. Ist ja auch jeder seine eigene Sache und Schicksal letztenendes. :)

Liebe Grüsse
Kim
 
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