Intrauterinpessare (Rote-Hand-Brief): Risiko: Uterusperforation

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Rote-Hand-Brief zu Intrauterinpessaren (IUPs): Risiko einer Uterusperforation

Intrauterinpessare (IUPs – levonorgestrelhaltig oder kupferhaltig) werden zur intrauterinen Kontrazeption eingesetzt, wobei einige IUPs auch für andere gynäkologische Indikationen (Hypermenorrhoe, Notfallkontrazeption) zugelassen sind.
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Die Anzahl der beobachteten Uterusperforationen mit beiden IUP-Typen war mit einer Häufigkeit von ca. 1 von 1000 Insertionen niedrig. Hauptrisikofaktoren waren – unabhängig vom IUP-Typ – das Stillen zum Zeitpunkt der Insertion und eine Insertion in den ersten 36 Wochen nach einer Entbindung.

Anwenderinnen von IUPs sollten vor der Insertion über das Risiko einer Uterusperforation und entsprechende Symptome informiert werden: starke Schmerzen im Unterbauch nach Insertion, Rückholfäden in der Scheide nicht mehr tastbar, Schmerzen oder verstärkte Menstruationsblutung nach der Insertion über mehr als ein paar Wochen, plötzliche Änderungen in der Periode, Schmerzen während des Geschlechtsverkehrs. Anwenderinnen sollen unterwiesen werden, wie das Vorhandensein der Rückholfäden überprüft werden kann – bei negativem Tastergebnis wird eine Kontrolluntersuchung empfohlen, vor allem, wenn außergewöhnliche Schmerzen auftreten. Besteht ein Verdacht auf eine Perforation, muss immer eine Ultraschalluntersuchung durchgeführt werden.
http://www.akdae.de/Arzneimittelsicherheit/RHB/Archiv/2015/20150717.pdf

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Risiken
Ein Intrauterinpessar verdoppelt das Risiko für eine aufsteigende Genitalinfektion.
Die Spirale kann eine Verstärkung der Menstruation und Menstruationsblutungen mit sich bringen.
Vor dem Einsetzen sollte sichergestellt sein, dass keine Chlamydien- oder Tripper-Infektion (Gonorrhoe) vorliegt. Dies könnte zu einer weiteren Entzündung im Beckenraum führen.
Etwa drei bis zehn Prozent der Frauen, die ein Pessar tragen, stoßen dieses spontanen aus. Häufig wird dies nicht bemerkt. Daher ist es wichtig dass jede Frau, die ein solches Pessar eingesetzt bekommen hat, in der Lage ist, es anhand des aus der Zervix hängenden Fadens zu spüren.
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Mechanische Verhütungsmethoden: Intrauterinpessar / Spirale

Grüsse,
Oregano
 
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So ganz neu sind diese Erkenntnisse nicht. Schon 2002 wurde gewarnt:

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Anlass, noch einmal auf bekannte Kontraindikationen von Mirena® (zum Beispiel genitale Infektionen, genitale Malignome oder Verdacht auf anatomische Veränderungen des Uterus, Hypoplasie oder extreme uterine Lageanomalien, genitale Blutungen unklarer Genese) und Nebenwirkungen (zum Beispiel irreguläre Menstruationsblutungen, Kopfschmerzen, Akne, Unterbauch- oder Rückenschmerzen, Depressionen, Extrauteringravidität) hinzuweisen.
Beim Vorliegen von Thrombosen oder thrombembolischen Komplikationen ist eine strenge Indikationsstellung beziehungsweise gegebenenfalls vorzeitiges Entfernen von Mirena® angezeigt (1). Auf Symptome wie Unterleibsschmerzen, Hypermenorrhö, Dysmenorrhö und passagere Zwischenblutungen sollte nach Insertion von Mirena® besonders aufmerksam geachtet und die Patientinnen sollten über das Perforations- bzw. Expulsionsrisiko adäquat aufgeklärt werden.
Gründe zum sofortigen Entfernen von Mirena® sind unregelmäßige und verstärkte Menstruationen erheblichen Ausmaßes, anhaltende und krampfartige Unterbauchschmerzen, schwerwiegende Infektionen im Bereich des Uterus oder des kleinen Beckens, Uterusperforation.
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Deutsches Ärzteblatt: Mitteilungen: Risiken der Uterusperforation und Expulsion von Mirena®, einem Levonorgestrel-haltigen Intrauterinpessar (29.11.2002)

http://www.verhueten.info/?page_id=54

Grüsse,
Oregano
 

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