Herbstanfang
Was passiert beim Herbstanfang?
Tag und Nacht sind exakt gleich lang. Die Sonne wechselt jetzt von der Nord- auf die Südhalbkugel der Erde. Die Tage werden kürzer und kälter, die Natur richtet sich auf den Winter ein. Im Herbst verändern die Laubbäume die Zusammensetzung ihrer Farbpigmente. Die grünen Farbstoffe, mit denen die Pflanzen Lichtenergie in Energie umwandeln, gehen zurück, um den darin befindlichen Stickstoff zu sichern und ihn nicht unnötig mit den Blättern abzuwerfen. Dadurch kommen die roten und gelben Farbpigmente zum Vorschein, die für den sprichwörtlichen goldenen Herbst sorgen.
Warum verfärben sich die Bäume im Herbst?
Sind die Blätter bunt, ist der Baum gesund
Zwei Wissenschaftler aus Oxford fanden heraus, dass Bäume, die von Insekten am stärksten bedroht sind, die buntesten Blätter tragen. Der Ahorn etwa, bekannt für sein buntes Farbenkleid im Herbst, wird von Blattläusen besonders stark befallen. Blattläuse sind recht wählerische Esser und Farben gegenüber sehr empfindlich. So könnten die grell leuchtenden Blätter den Läusen symbolisieren, dass sie es mit einem gesunden Baum und damit mit einer saftigen Abwehr zu rechnen haben, vermuten die Forscher. Dass dies nicht stimmt, wissen die Insekten schließlich nicht.
Herbstfarben dienen Bäumen als Sonnenschutz
Die intensive herbstliche Färbung der Blätter warnt außerdem die Insekten, ihre Eier auf den Blättern abzulegen und schützt so den Baum im nächsten Frühjahr. Je gesünder ein Baum ist, desto bunter werden seine Blätter im Herbst. Das haben norwegische Forscher bei der Untersuchung von Birken entdeckt.
Amerikanische Wissenschaftler behaupten, dass sich die Blätter der Bäume mit den Farben vor zu viel Sonne schützen. Denn im Herbst werden sie besonders anfällig für zu viel Sonne: Die Bäume entziehen den Blättern dann Nährstoffe und schwächen sie dadurch. Um sich zu schützen, produzieren die Blätter nahe an ihrer Oberfläche den roten Farbstoff Anthocyanin. Er färbt das Blatt gelb-rot und schützt so das darunter liegende Gewebe.
Kurze Tage rüsten die Immunabwehr für den Winter
Aber nicht nur die Pflanzen profitieren vom Wechsel der Jahreszeit. Die kürzer werdenden Tage im Herbst stellen auch die Immunabwehr des Menschen auf den Winter ein. Für die kalten Monate rüstet sich der Körper mit zusätzlichen Abwehrzellen, das berichten amerikanische Forscher aus Ohio. Dieser Alarmzustand bleibt über vier Monate bestehen. Danach senkt der Körper die Zahl der Abwehrzellen wieder auf Sommerniveau.