Hepatitis C

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Hallo zusammen.

Vor vielen Jahren wurde bei mir eine chronische Hepatitis C diagnostiziert.
Damals war dieser Begriff noch relativ neu. Vorher nannte man dies eine " Non-A-non-B - Hepatitis " bis man herausgefunden hatte, dass das Alphabet mehr Buchstaben zu bieten hat als nur A und B :D

Damals war AIDS ein grosses Thema und die Hepatitis C wurde als ähnlich verheerende Krankheit angeschaut.
Mein Hausarzt teilte mir also am Telefon wenig einfühlsam mit, dass ich an einer Krankheit leide, die unbehandelt zum Tod führen werde.

In dieser Zeit war ich äusserst belastet mit meiner privaten Situation. Ohne finanzielle oder familiäre Unterstützung musste ich mich und meine beiden Töchter ernähren.
Ich hatte schlichtweg keine Zeit, um krank zu sein. Ganz bestimmt hatte ich auch keine Zeit für die empfohlene Therapie, die oft als sehr kräfteraubend beschrieben wird.
Ich habe mich also geweigert, eine schulmedizinische Therapie zu machen, aber ab sofort hatte mein " Feind " einen Namen und ich habe mich damit beschäftigt.

Heute sind die damals prognostizierten 20 Jahre bis zur Leberzirrhose vergangen. Die Wissenschaft ist ein paar Schritte weiter und man hat erkannt, dass es Menschen wie mich gibt, die trotz hoher Virenlast ein normales Leben führen können. Ausserdem wird bei meinem Genotypen heute von einer schulmedizinischen Therapie eher abgeraten, da die Erfolgschancen unter 50% liegen.

Meine Symptome waren vor allem starke Tagesmüdigkeit, sehr hoher Schlafbedarf, massive Gelenk - und Muskelschmerzen, hohe Infektanfälligkeit mit starken Fieberschüben, Schmerzen im Leberbereich. Was genau meiner Hämochromatose zuzuschreiben ist und was der Hepatitis, wird nie genau definiert werden können. Damals waren meine Ferritinwerte noch sehr niedrig.

Ich habe die Krankheit weder an meine Kinder noch an meinen Partner übertragen, ohne auf besondere Massnahmen zu achten.

Ich möchte mit diesem Bericht dem " Gespenst " Hepatitis C ein wenig den Schrecken nehmen. Mir ist jedoch bewusst, dass ich scheinbar gute Karten hatte, weil in der Statistik junge Frauen bessere Prognosen haben als Andere.

Liebe Grüsse, Sine
 
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wundermittel
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Hallo liebe Sine,

ich habe mir deinen Bericht durchgelesen und kann wirklich nur sagen "Hut ab" für deine offenen Worte.:)

Ich finde deine Schilderung sehr beeindruckend und auch mutig und kann mir vorstellen, dass du damit sehr vielen betroffenen Menschen und auch deren Familienmitgliedern Mut machst.

Das musste ich jetzt loswerden.

Liebe Grüsse,
Angie
 
regulat-pro-immune
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23.01.07
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Offtopic:
Hier gibt es ein Hepatitis-Quiz:
Uta, was sind das eigentlich immer für komische Zeichen bei dir?

00
10

Wie machst du die da rein, haben die was zu bedeuten? Sehen die anderen die auch? Sind das irgend welche Rätsel oder Geheimbotschaften?
 
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Du hättest das nicht unbedingt doppelt fragen brauchen, Tobi ;)...

Ich habe keine Ahnung, was das für Zahlen sind, weil ich die nicht sehe. Es hat mich schon mal jemand darauf hingewiesen,daß ich manchmal seltsame Zeichen hätte, von denen ich auch nichts weiß.
Ich nehme an, es liegt am MAC? Aber ich habe keine Ahnung, was ich dagegen tun kann :eek:).

Gruss,
Uta
 
Themenstarter
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15.10.06
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Guten Morgen.

Vielen Dank, Angie und Uta :)
Tobi, ich habe mich auch schon oft über Utas " Zeichen " gewundert.
Vermutlich ist sie Agentin und verbreitet auf diese Art ihre Geheimbotschaften. Aber dies sollten wir lieber im Thread https://www.symptome.ch/vbboard/humor/4606-verschwoerungen.html diskutieren :D

Jetzt ein paar Infos aus der Forschung zum Thema Hepatitis C:
2008 wurden laut RKI (Abfrage SurvStat 01.04.2009) in Deutschland 6.211 Hepatitis-C – Neudiagnosen gemeldet.

2001: 8673 Fälle
2002: 6584 Fälle
2003: 6917 Fälle
2004: 9039 Fälle
2005: 8281 Fälle
2006: 7562Fälle
2007: 6869 Fälle
Hepatitis C bei HIV-Positiven - Fälle, Hepatitis, CROI, Männern, Deutschland, Patienten, HIV-positiven, HCV, Fierer, HIV-Positive - ondamaris


Meldepflicht:
Hepatitis C ist eine nach dem Infektionsschutzgesetz meldepflichtige Erkrankung. Bei Verdacht auf eine Hepatitis C, sicher diagnostizierter Erkrankung und bei Tod durch Hepatitis C muss der Arzt dies an das Gesundheitsamt melden. Zudem muss ein Labor, welches bei der Blutuntersuchung eines Patienten eine akute Infektion feststellt, dies ebenfalls an das Gesundheitsamt melden.
https://www.medizinfo.de/leber/leber/hepatitis/hepatitis_c.shtml


Ein Impfstoff konnte bisher nicht entwickelt werden.
Die bisherigen Ansätze scheiterten allerdings meist daran, dass das Hepatitis-C-Virus nicht nur in vier verschiedenen Varianten vorkommt, sondern diese Varianten zusätzlich noch ständig ihre Oberfläche verändern.
wissenschaft.de - Auf dem Weg zur Hepatitis-C-Impfung


Übertragungswege, Risikogruppen:
Wie wird das Virus übertragen?

Die Ansteckung mit dem Hepatitis-C-Virus erfolgt durch den Kontakt mit infiziertem Blut. Das Risiko einer Übertragung durch Geschlechtsverkehr ist hingegen relativ gering. Eine Infektion über verseuchte Nahrungsmittel kommt nicht vor. Bei nahezu der Hälfte der Patienten kann nicht herausgefunden werden, unter welchen Umständen die Infektion erfolgte.


Infektionsrisiko besteht bei:
Drogenabhängigen, die ihr Suchtmittel spritzen und Nadeln gemeinsam mit anderen verwenden (Needle-Sharing)
Piercings und Tätowierungen unter nicht sterilen Bedingungen
Patienten, die Blutprodukte erhalten (Operationen, Dialyse, Hämophilie). Dieser Ansteckungsweg kann durch Testung aller Blutkonserven und verbesserte Techniken der Dialyse mittlerweile weitgehend verhindert werden)
Empfängern von Organtransplantaten
Sexualpartnern von Hepatitis-C-Virusträgern
Ärzten, Krankenschwestern, Laboranten etc. Diese Berufsgruppen sind besonders gefährdet, da sie tagtäglich mit infektiösem Blut oder Blutprodukten in Kontakt kommen.
HCV-positiver Mutter. Das Übertragungsrisiko auf das Ungeborene ist allerdings relativ klein und von der Anzahl der Viren im Blut der Mutter abhängig. Durchschnittlich kommt es bei 6% der Geburten von Hepatitis-C-positiven Müttern zu einer Infektion des Neugeborenen.
Krankheiten: Hepatitis C (Leberentzündung durch Hepatitis-C-Virus)


Chronifizierungsrate:
Hepatitis C ist eine Virusinfektion, die in den meisten Fällen eine Leberentzündung verursacht. Das Virus vermehrt sich dabei in den Leberzellen. Bei 80% der Personen, die sich mit den Hepatitis-C-Virus infizieren, wird die Infektion chronisch, d.h. es gelingt dem körpereigenen Abwehrsystem nicht, das Virus zu eliminieren. Bei den anderen 20% heilt die Hepatitis C innerhalb von 6 Monaten nach dem Infektionszeitpunkt aus. Eine einmal chronisch gewordene Hepatitis C heilt spontan in aller Regel nicht mehr aus, das Virus bleibt dann, sofern keine spezifische Therapie durchgeführt wird, lebenslang im Körper des Betroffenen.
https://www.klinik.uni-wuerzburg.de/img/ejbfile/Hepatitis C.pdf?id=2055

All diese Angaben stellen den momentanen Stand der Wissenschaft dar.
Es gibt viele unterschiedliche Quellen und ich habe mir die Angaben herausgepickt, denen ich im Laufe der Jahre am meisten begegnet bin.
Sie sollen nur zur groben Erstinformation dienen. Dies gilt auch für alle weiteren Zitate, die ich einstellen werde.
Nur für meine eigenen Angaben kann ich mich voll und ganz verbürgen ;)

Liebe Grüsse, Sine
 
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25.09.07
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Hallo Sine,

es ist doch immer wieder erstaunlich was ein Körper so leisten kann und ich beglückwunsche Dich zu Deinem der Dich all die Jahre "entgegen der Norm" nicht im Stich gelassen sondern mit Deiner Seele gekämpft hat ;).

Ich habe sicher schon einmal erzählt, dass ich einen Mann kenne der sich vor ca. 11-12 Jahren ebenfalls mit Hep C infiziert hatte. Er kam damals glücklicherweise in ein Testprogramm einer Uniklinik. Per Zufallsverfahren wurde die Medikation ermittelt mit der er behandelt wurde und er hatte wahnsinniges Glück :), gilt heute als geheilt. Andere, die er damals durch dieses Programm kennengelernt hatte, hatten mit ihrer Auswahl leider nicht soviel Glück. Das machte ihm damals ganz schön zu schaffen.

Hier habe ich eine Seite gefunden mit einigen Infos bzgl. Naturheilkunde. Ich denke Du bist da zwar inzwischen bestimmt ein Profi :D, doch vielleicht findest Du doch den einen oder anderen Tipp :rolleyes::
Naturheilmagazin für Naturheilkunde: Hepatitis

@Uta
Vermutlich ist sie Agentin und verbreitet auf diese Art ihre Geheimbotschaften.
Ja, ja... das wäre tatsächlich eine Möglichkeit :idee: :zunge:.
 Kannst Du dieses Zeichen denn nun "kopiert" sehen?


Liebe Grüße :wave:.

Heather
 
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Hallo Heather.

Ja, du hattest mir schon von deinem Bekannten und seinem Therapieerfolg erzählt!
Hast du mitbekommen, ob die Zeit der Therapie sehr hart für ihn gewesen ist?
Ich kenne persönlich eine Frau, deren Therapie auch erfolgreich war. Ich habe jedoch auch mitgekriegt, wie schlimm das Jahr der Therapie für sie war.

Zur Naturheilkunde komme ich später noch, danke schon mal für den Link!


Symptome der Hepatitis C:
Die meisten Personen, die sich mit dem Hepatitis-C-Virus infizieren, haben über viele Jahre keine oder nur uncharakteristische Allgemeinsyptomen wie Müdigkeit, Leistungsminderung und Beschwerden im rechten Oberbauch. Die Beschwerden sind in aller Regel nicht so stark ausgeprägt, dass deswegen ein Arzt aufgesucht wird. Das Auftreten einer Gelbsucht ist in der Frühphase der Erkrankung möglich, aber die Ausnahme.
https://www.klinik.uni-wuerzburg.de/img/ejbfile/Hepatitis C.pdf?id=2055

Sehr viele klagen über Müdigkeit, wobei ein starkes Mittagstief zu verzeichnen ist.
Manchmal sind die Patienten bereits 2 Stunden nach dem Aufstehen wieder extrem müde.
Dieses Müdigkeits- und Erschöpfungssyndrom ist unabhängig von der Aktivität der Hepatitis und dem Stadium der Leberschädigung zu beobachten. Selbst bei Patienten mit normalen Transaminasen kann eine schwere Müdigkeit vorhanden sein. Manche Patienten sind dadurch in ihrer beruflichen Tätigkeit stark eingeschränkt, einige sind sogar gezwungen, ihren Beruf aufzugeben
.....

Auch Verdauungsbeschwerden und Bauchschmerzen sind sehr häufig.
Trockene Schleimhäute werden ebenfalls beobachtet, das sog. Siccasyndrom.

Im späteren Verlauf der Erkrankung bei fortgeschrittener Leberzirrhose kommt es dann zu weiteren Symptomen. Hierzu zählt der Aszides (Bauchwassersucht), Ödeme (Wasseransammlung im Körper hauptsächlich in den Beinen), Muskelabbau und dadurch bedingte Schwäche, Konzentrationsstörungen und Vergesslichkeit.

Die Patienten klagen manchmal über Appetitlosigkeit, Völlegefühl und leichten Druck im rechten Oberbauch. Auch leiden viele unter Antriebslosigkeit und Schlafstörungen.
_Wissen über Hepatitis C - Selbsthilfe und Betroffenen Forum im Internet*******

Liebe Grüsse, Sine
 
regulat-pro-immune
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25.09.07
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Hallo Sine,

Hast du mitbekommen, ob die Zeit der Therapie sehr hart für ihn gewesen ist?
So genau habe ich das nicht mehr in Erinnerung, jedoch lebte er damals vorrübergehend bei seiner Mutter und hatte daher eine Umgebung in der er sich gut erholen konnte. Er arbeitete damals auch nicht und hatte so eben eine prima Möglichkeit sich wirklich auszukurieren da er eben keinen Stress hatte.

Nebenwirkungen waren da, das weiß ich schon noch. Aber ob es quasi Kopfschmerzen oder Übelkeit... waren - das kann ich nicht mehr sagen. Ich sag´s ja, ein Gedächtnis wie ein Sieb :eek:).


Liebe Grüße :wave:.

Heather
 
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Hallo Heather.
Dann hatte dein Bekannter damals ja wirklich rundum gute Bedingungen!


Nun zur Diagnostik der Hepatitis C:
Meist fallen bei Routineuntersuchungen erhöhte Leberwerte (Transaminasen GOT und GPT) auf. Ein derartiger Befund kann verschiedene Ursachen haben und ist keinesfalls beweisend für eine Infektion mit dem Hepatitis-C-Virus. Der Arzt wird jedoch dann in den meisten Fällen zusätzliche Untersuchungen durchführen, um die Ursache der Leberwerteerhöhung näher einzugrenzen. Dabei wird im Blut des Patienten auch eine Suche nach Antikörpern gegen das Hepatitis-C-Virus durchgeführt. Antikörper sind allgemein Substanzen, die vom Abwehrsystem des
Körpers produziert werden, um sich z.B. gegen eindringende Erreger zur Wehr zu setzen . Lassen sich Antikörper gegen das Hepatitis-C-Virus nachweisen, belegt dies, dass der Organismus bereits Kontakt mit dem Virus hatte. Es kann jedoch nicht entschieden werden, ob nicht vielleicht eine ausgeheilte Hepatitis C vorliegt, da die Hepatitis-C-Antikörper auch nach einem Verschwinden des Virus zunächst bestehen bleiben. Zu sicheren Diagnose muss daher noch ein Teil des Virus selbst nachgewiesen werden. Man sucht dabei nach der Erbinformation des Virus, der sog. RNA. Ein Nachweis bedeutet, dass zum Untersuchungszeitpunkt eine Infektion vorliegt.
https://www.klinik.uni-wuerzburg.de/img/ejbfile/Hepatitis C.pdf?id=2055

Man unterscheidet zwischen 6 verschiedenen Genotypen, die wiederum zahlreiche Subtypen aufweisen. Die Genotypen spielen allerdings nur für die Therapie eine Rolle, weil sie unterschiedliche Erfolgsaussichten auf das Ansprechen einer ( schulmedizinischen ( Anmerkung von Sine )) Therapie gezeigt haben.
_Wissen über Hepatitis C - Selbsthilfe und Betroffenen Forum im Internet*******

All diese Zitate, die ich präsentiere, bilden nur einen sehr groben Überblick der gesamten Thematik.
Mir geht es bei der Zusammenstellung darum, eine kurze Zusammenfassung zur ersten Orientierung Interessierter zu liefern.

Liebe Grüsse, Sine
 
Themenstarter
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15.10.06
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Hier eine tolle, verständliche Zusammenstellung über alle Laborwerte, die im Rahmen einer Hepatitis - C Erkrankungen ermittelt werden:
www.lumed.de/c/laborwerte.htm

Manchmal wird eine Leberbiopsie gemacht, um das Lebergewebe besser beurteilen zu können.
Dies ist sehr gut in folgendem Link beschrieben:
Biopsie der Leber - Wissen über Hepatitis C - Selbsthilfe im Internet


Da die Leber für sehr viele Vorgänge im Körper verantwortlich ist, liegt es auf der Hand, dass Folgeerkrankungen auftreten können. ( Extrahepatische Manifestationen )
Dafür wiederum werden noch einmal mehr Untersuchungen notwendig.
Eindeutig auf das Hepatitis-C-Virus zurückzuführen ist eine Nierenschädigung, die membranoproliferative Glomerulonephritis. Auch die Kryoglobulinämie zählt dazu, ein Syndrom mit einer Neuropathie (Nervenschädigung), Hautveränderung und Arthritis (Gelenksentzündung und Nierenentzündung (Glomerulonephritis).
Ebenso zu erwähnen ist die Polyarteritis nodosa, eine entzündliche Erkrankung der Arterien.
Weiterhin gibt es die Porphyria cutanea tarda, eine Hautkrankheit durch Stoffwechselstörungen mit Blasenbildung, kleinen Hautverletzungen und einer Depigmentierung von Narben.
Eine häufige Nebenerkrankung der Hepatitis C ist eine Schilddrüsenentzündung (Thyreoiditis)
_Wissen über Hepatitis C - Selbsthilfe und Betroffenen Forum im Internet*******

Und der Vollständigkeit halber noch ein weiterer Link zu möglichen Folgeerkrankungen:
Folgeerkrankungen | Gesundheitslexikon DocMedicus - Gesundheit und Vitalität |Männergesundheit, Frauengesundheit, Sexualität und Partnerschaft, Kinderwunsch, Schwangerschaft, Krankheiten von A-Z, Vorsorge, Medizinische Checks, Labordiagnostik, Impfun

Liebe Grüsse, Sine
 

Horaz

in memoriam
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05.10.06
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Hallo Sine,

die Leber ist eine Schwachstelle im menschlichen Organismus bei der gegenwärtigen Ernährungs- und Lebensweise. Sie ist unser biochemisches Entgiftungs-Labor und ist im hohen Maße entscheidend für unser Wohlbefinden. Leider ist das Wissen über sie gering. Jeder weiß zwar, dass Alkohol die Leber schädigt, aber es ist keineswegs nur der. Leberschädigend sind zum Beispiel auch:
Stress, Ärger, Sorgen
Zucker (zumal er im Körper zu Alkohol vergoren werden kann)
Die Pille und andere Medikamente
Gifte der verschiedensten Art
Denaturierte Fette

Die bekannte schulmedizinische Sicht, die überall Mikroorganismen als Auslöser von Krankheiten wittert, lässt dann auf Viren basierende Krankheiten wie Hepatitis C entstehen, was zumindestens den Blickwinkel vom Eigentlichen ablenkt. Ich habe schon früher erwähnt, dass ich davon nichts halte. Ein schon oft erwähntes, interessantes Buch darüber: Der Virus-Wahn von Köhnlein/Engelbrecht.

Eine nur beschränkt funktionsfähige Leber führt zu Müdigkeit und Abgeschlagenheit. Ein besonderes Anzeichen ist ein starkes Bedürfnis nach Mittagsschlaf; nach dem Essen sind wir einfach erschöpft, weil die ohnehin müde Leber nun aktuelle Arbeit verrichten muss. Aber auch Kopfweh, Migräne, Blähungen, Völlegefühl, Gelenk- und Muskelschmerzen können von der Leber verursacht sein.

Immerhin ist die Leber ein sehr regeneratives Organ. Wenn sie nicht total kaputt ist, kann sie wieder aufgebaut werden. Das Pflänzlein, das dafür in erster Linie gewachsen ist, heißt Mariendistel. Wenn die Leber angegriffen ist, reichen nicht mehr Tees, da sind pflanzliche Konzentrate vorzuziehen. Die Leber braucht pflanzliche Bitterstoffe. Deshalb sind auch Artischocke, Tausendguldenkraut oder junger Löwenzahn gut geeignet. Da der Körper sich an Pythotherapien rasch gewöhnt, ist nach 4 bis 6 Wochen ohnehin ein Pflanzenwechsel angesagt.

Viele Grüße, Horaz

www.naturamed.de/burnout/de/verein/pressemitteilungen/leber/
Torsten Engelbrecht, Journalist
 
Themenstarter
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Hallo Horaz.

Vielen Dank für deinen Beitrag!
Ich werde im Folgenden noch ein paar Fakten der schulmedizinischen Sicht darstellen. Danach werde ich die Naturheilkunde und die alternative Medizin ins Spiel bringen.
Ich hoffe, wir werden viele wertvolle Informationen dazu zusammentragen können. Einen Teil davon bildet schon dein obiger Beitrag :)

Liebe Grüsse, Sine
 
regulat-pro-immune

Binnie

Hallo Horaz,

danke für Deinen Beitrag! :) Derzeit wird hier bei uns auch überall Werbung von den "selbstlosen" großen Pharmariesen für die Hepatitis C-Prävention gemacht. :rolleyes:

Meine Meinung ist mittlerweile die, dass (mindestens) die meisten Viren lediglich die Folge von pathologischen Veränderungen der Zellen durch Belastung mit Giften, insbesondere auch mit Schwermetallen sind.

Wenn die mitochondriale Zellatmung nicht mehr richtig funktioniert, sondern das ATP vorwiegend auch im Zellplasma gebildet werden muss, so entstehen dabei u.a. auch verschiedene Gärungsprodukte (Säuren, Gifte, Schlacken), die dann zur Bildung von Viren führen und ggf. andere Erreger anziehen (s. auch Theorien von Béchamp, Prof. Enderlein und Dr. Kremer).

Daher finde ich die Diskussion über die Auswirkung von Viren ziemlich ermüdend. Sicherlich findet man bei schweren Lebererkrankungen und anderen Erkrankungen immer auch eine hohe Virenlast. Diese ist aber nach allem was ich bisher dazu verstanden habe nicht die Ursache der Erkrankung, sondern eine Folge. Ursächlich sind dafür jedoch andere Dinge.

Und wenn jemand unter der Eisenspeicherkrankheit leidet oder eine andere Speicherkrankheit (bspw. auch Morbus Wilson) hat, so ist er sicherlich prädestiniert dafür, dass die Leberzellen durch oxidativen Stress, usw. irgendwann Probleme machen. So wie auch Menschen mit Amalgam im Mund oder einer mütterlichen Amalgambelastung. Oder eigentlich die meisten Menschen, weil heute einfach die Belastung mit Giften und Schwermetallen, nichtzuletzt auch wegen des immer größer werdenden Mikronährstoffdefizits, immer stärker zunimmt.
 
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Hallo Binnie.
Und wenn jemand unter der Eisenspeicherkrankheit leidet oder eine andere Speicherkrankheit (bspw. auch Morbus Wilson) hat, so ist er sicherlich prädestiniert dafür, dass die Leberzellen durch oxidativen Stress, usw. irgendwann Probleme machen.
Ich denke auch, dass da Zusammenhänge bestehen.
Ich sehe schon, das Interesse für die schulmedizinische Sicht ist nicht sehr hoch und ich werde mich beeilen, diesen Teil abzuschliessen ;)
Ich freue mich, dass wir hier Informationen zusammentragen, die eine wertvolle andere Sichtweise darstellen!
Liebe Grüsse, Sine

P.S.:
Derzeit wird hier bei uns auch überall Werbung von den "selbstlosen" großen Pharmariesen für die Hepatitis C-Prävention gemacht.
Wie soll denn diese Prävention aussehen? Ein Impfstoff steht nicht zur Verfügung und ansonsten werden Kondome für alle Gruppen und Vermeidung von Spritzentausch bei Fixern propagiert. Tätowierer und Piercer werden angehalten, steril zu arbeiten, usw...
 
Zuletzt bearbeitet:

Binnie

Hallo Sine,

ich weiß nicht, wie die offiziellen Empfehlungen aussehen, und was damit genau bezweckt werden soll. Ich kann Dir lediglich sagen, was ich für mich persönlich tue. Allerdings bin ich gerade in Eile...
 
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15.10.06
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Hallo Binnie.
Du kannst gerne später in aller Ruhe darauf eingehen.

- Was du für dich selber tust

- Und wie die Werbung der Pharmariesen aussieht.
Derzeit wird hier bei uns auch überall Werbung von den "selbstlosen" großen Pharmariesen für die Hepatitis C-Prävention gemacht.
Hast du ein Beispiel dafür? Das würde mich interessieren.

Liebe Grüsse, Sine
 
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15.10.06
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Ofizielle Empfehlungen zur Lebensführung nach der Diagnose Hepatitis C:
Eine gesunde Lebensweise mit Vermeidung von Übergewicht sowie Verzicht auf Alkohol und nach Möglichkeit auf Nikotin ist selbstverständlich keine Garantie für einen harmlosen Langzeitverlauf, trägt aber dazu bei. Anzuraten ist eine Impfung gegen Hepatitis A und B, da diese Erkrankungen bei chronisch durch das Hepatitis-C-Virus Infizierten besonders schwer verlaufen können.
Hepatitis Hilfe NRW - Hepatitis C - Behandlung? von Dr. Avenhaus
Ich selber habe mich nicht impfen lassen gegen Hepatitis A und B.
Als ich diese Entscheidung in einem Hepatitisforum diskutieren wollte, wurde ich der groben Fahrlässigkeit bezichtigt.
Ein Infragestellen der Impfungen durfte nicht sein.....

Sexualität und Schwangerschaft sowie Stillen:
Sex

Der sexuelle Übertragungsweg spielt für die Hepatitis C, anders als für Hepatitis B, keine große Rolle, eine Übertragung ist aber prinzipiell möglich. In bestimmten Gruppen bzw. bei bestimmten verletzungsträchtigen Sexualpraktiken scheint ein höheres Übertragungsrisiko zu existieren, zum Beispiel bei Männern mit gleichgeschlechtlichen Sexualkontakten. Ebenso kann das Risiko einer Infektion mit dem Hepatitis C-Virus bei ungeschütztem Sexualkontakt während der Menstruation erhöht sein.

Schwangerschaft

Das Risiko einer Virusübertragung von der Mutter auf das Kind (vertikale Übertragung), sei es während der Schwangerschaft oder bei der Geburt, ist geringer als bei Hepatitis B. Es wird mit drei bis fünf Prozent angegeben und ist abhängig von der Viruskonzentration im Blut der Mutter. Eine gleichzeitige Infektion der Mutter mit HIV scheint eine leichtere Übertragbarkeit von HCV zur Folge zu haben.


Bei chronischer HCV-Infektion in der Schwangerschaft ist eine Entbindung durch Kaiserschnitt nicht erforderlich, da hierdurch das Infektionsrisiko des Kindes nicht gesenkt werden kann. Diagnostische Eingriffe, zum Beispiel Fruchtwasseruntersuchungen, sollten möglichst vermieden werden, da es durch solche Maßnahmen zu Infektionen kommen kann.


Eine Virusübertragung über den Stillvorgang im Rahmen einer chronischen Hepatitis C ist bislang nicht beschrieben worden. Eine chronische HCV-Infektion gilt nicht als „Kontraindikation“ für das Stillen. Nach den Ergebnissen umfangreicher Studien des Europäischen Pädiatrischen HCV-Netzwerkes (EPHN) und eines deutschen Teilprojektes des Kompetenznetzes Hepatitis zum Thema „Vertikale Übertragung der Hepatitis C“ scheint es keinen Grund zu geben, einer chronisch HCV-infizierten Mutter vom Stillen abzuraten. (Ergänzung zur Empfehlung „Hepatitis C und Stillen“ der Nationalen Stillkommission BfR - Bundesinstitut für Risikobewertung).
www.rki.de/cln_048/nn_196658/DE/Content/InfAZ/H/HepatitisC/Informationen__Betroffene.html

Weitere Infos zum Alltag in der Familie:
_Wissen über Hepatitis C - Selbsthilfe und Betroffenen Forum im Internet*******

Infos zum Berufsalltag:
_Wissen über Hepatitis C - Selbsthilfe und Betroffenen Forum im Internet*******
 
regulat-pro-immune
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15.10.06
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Und jetzt zu den schulmedizinischen Therapieempfehlungen:

- Einer akuten Infektion:
Nach der Diagnose einer akuten Hepatitis C kann durch eine sofort begonnene 24-wöchige Interferon-Monotherapie ein chronischer Verlauf der HCV-Infektion in nahezu hundert Prozent der Fälle verhindert werden.

- Einer chronischen Infektion:
Bei einer chronischen HCV-Infektion, bei der das HC-Virus länger als sechs Monate nachweisbar ist, gilt die Behandlung mit so genanntem pegylierten Interferon alpha in Kombination mit Ribavirin über 24 oder 48 Wochen (in Abhängigkeit von HCV-Genotypen) als Standardtherapie.
Durch die Kombinationstherapie von PEGInterferon plus Ribavirin konnte das dauerhafte Therapie-Ansprechen von Genotyp 1-Infektionen in internationalen Studien auf über 50 Prozent gesteigert werden. Ein dauerhafter Therapieerfolg konnte bei Patienten, die mit den HCV-Genotypen 2 und 3 infiziert sind, sogar zu über 80 Prozent erreicht werden.
www.rki.de/cln_048/nn_196658/DE/Content/InfAZ/H/HepatitisC/Informationen__Betroffene.html


Zu den Nebenwirkungen der Therapie:
Dazu zählen grippeähnliche Symptome wie Fieber, Müdigkeit, Muskel-, Gelenk- und Kopfschmerzen und (reversibler) Haarausfall. Die Nebenwirkungen zeigen sich vor allem zu Beginn der Therapie, klingen aber mit dem Absetzen des Medikamentes wieder ab. Eine weitere und äußerst belastende Nebenwirkung sind depressive Verstimmungen bis hin zu starken Depressionen. Auch Blutbildveränderungen kommen vor, z. B. die Abnahme der weißen Blutkörperchen (Leukozyten) und der Blutplättchen (Thrombozyten für die Blutgerinnung).
Naturheilmagazin für Naturheilkunde: Hepatitis
 
Themenstarter
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15.10.06
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2.948
Ich hoffe, die bisherigen Ausführungen waren einigermassen verständlich, um sich ein Bild der schulmedizinischen Sicht auf die Hepatitis C zu machen.

Ich möchte darum bitten, hier im Thread von hitzigen Diskussionen um das Sein oder Nichtsein von Viren abzusehen. Dazu bestehen bereits Threads im Forum.

Zurück zu meiner persönlichen Geschichte:
Nach dem Telefonat meines Arztes wurde mir so nach und nach klar, was er mir gerade mitgeteilt hatte und ich verfiel schon bald in Panik und Verzweiflung.
Ich musste mich damit abfinden, mit einer schlimmen Erkrankung und geringer Lebenserwartung zu leben.
Wer sollte sich denn um meine Kinder kümmern? Sie waren noch klein und ich war alleine für sie verantwortlich.
Irgendwann hatte ich einen Traum, der meine ganze Einstellung zu der Erkrankung wandeln sollte:
Ich sah eine Tafel ( Stein? Holz ? ) Und darauf stand geschrieben:
" Die einzige Krankheit, die mit Sicherheit zum Tod führt, ist das Leben selber. "
Vielleicht könnt ihr euch vorstellen, mit was für einer Zuversicht und Erleichterung ich danach aufgewacht bin! :freu:
Ich begann, mich mit dem Thema auseinanderzusetzen, trat einem Verein bei, löcherte Ärzte mit Fragen, usw.
Mein Kampfwille war erwacht.
Ich entschied mich, auf eine Therapie zu verzichten.
Ich verzichtete mehrere Jahre lang konsequent auf Alkohol.
Ich versuchte, mich bewusst aus depressiven Verstimmungen herauszuholen oder nicht darin zu versinken ( die Leber ist das Organ der Lebensfreude ).
Ich habe akzeptiert, dass ich mehr Erholungsphasen brauche als andere Menschen, was mit Beruf und Familie jedoch nicht immer leicht durchzusetzen ist.

Danach kam der Besuch bei einem Traditionell Chinesischen Mediziner:
Er hat mir eine Kräutermischung speziell nach meinem individuellen Beschwerdebild zusammengestellt.
Mit der Anwendung dieser Medizin kam ein erster Kräfteschub. :freu:
Fast gleichzeitig begann ich, meinen Zuckerkonsum drastisch zu reduzieren.
Dies hatte zur Folge, dass sich meine Gelenk - und Muskelschmerzen deutlich verringerten :freu: Zum Zucker hat Horaz weiter vorne schon geschrieben.
Danach wurde meine Hämochromatose ( Eisenspeicherkrankheit ) entdeckt.
Dazu hat Binnie weiter vorne auch schon geschrieben.
Infektionen führen zu erhöhten Eisenwerten. Erhöhte Eisenwerte führen dazu, dass sich die Viren sauwohl fühlen. Ein Teufelskreis. Auch bei der schulmedizinischen Therapie wird auf die Eisenwerte geachtet. Hohe Eisenwerte werden vor der Therapie reduziert. Dies führt scheinbar zu besseren Ansprechraten der Interferontherapie.
Auf jeden Fall habe ich meine Eisenwerte mit der Aderlasstherapie in vernünftige Bereiche absenken können - ein weiterer Schritt zur besseren Gesundheit :freu:

Wie Horaz schon schrieb, sind pflanzliche Bitterstoffe eine Labsal für die Leber. Auch warme Leberwickel waren in schlechten Zeiten eine echte Hilfe.

Ich sehe grosses Potential in Naturheilkunde und alternativer Medizin, um mit der Diagnose Hepatitis C umzugehen.

Diskussionen und Erfahrungsberichte dazu sind erwünscht ;)

Liebe Grüsse, Sine
 
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