Glyphosat - Pestizid bleibt in der Landwirtschaft

wundermittel
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... der Bayer-Konzern versucht, die Öffentlichkeit mit allen Mitteln davon zu überzeugen, dass kein Zusammenhang zwischen Krebserkrankungen und Glyphosat besteht. Dabei scheut das Unternehmen auch nicht vor irreführenden Falschaussagen zurück.

So sprach Bayer mehrfach von 800 Studien, die belegen würden, dass von dem Herbizid kein Krebsrisiko ausgehe. Recherchen der Tageszeitung taz haben nun jedoch aufgedeckt, dass diese Zahl maßlos übertrieben ist. Denn von den rund 800 von Bayer ins Feld geführten Studien befassen sich nur etwa 50 mit der Krebsgefahr von Glyphosat. Und die geben keineswegs allesamt Entwarnung. Damit konfrontiert, rudert Bayer nun zurück und will die Aussage plötzlich ganz anders gemeint haben.

Dieses Verhalten zeigt, wie verzweifelt der Chemiekonzern das umstrittene Ackergift auf dem Markt halten möchte, das von der Internationalen Krebsforschungsagentur als wahrscheinlich krebserregend eingestuft wurde. Zweifel gegenüber der Unbedenklichkeit von Glyphosat werden so sicher nicht ausgeräumt.
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Quelle: Newsletter vom Umweltinstitut vom 15.11.18

... (14.11.2018) Die Bayer-AG behauptete in der Vergangenheit wiederholt, dass rund 800 Studien vorliegen würden, die beweisen, dass kein Zusammenhang zwischen Glyphosat und Krebs bestehe. Eine Recherche der Tageszeitung taz zeigt nun: Diese Zahl hat der Konzern, der vor Kurzem den Agrarriesen Monsanto übernommen hat, frei erfunden.

Im August 2018 sorgte ein bahnbrechendes Urteil für Aufsehen: Ein Gericht in den USA kam zu dem Schluss, dass Monsanto nicht ausreichend vor den Krebsrisiken seines glyphosathaltigen Herbizids Roundup gewarnt hat, und verurteile Bayer-Monsanto erstinstanzlich zu einem Schmerzensgeld in Millionenhöhe. Es war die erste von inzwischen rund 9.300 Klagen gegen den Chemiekonzern. Seit dem Beginn der Verhandlungen betont das Unternehmen, das gegen das Urteil in Berufung gehen will, dabei immer wieder, dass von Glyphosat kein Krebsrisiko ausgehe. Um das zu untermauern, verwies der Konzern des Öfteren auf mehr als 800 Studien, die das beweisen würden.

Die Tageszeitung taz schreibt nun, dass diese Zahl wohl frei erfunden ist. Tatsächlich liegen nämlich nur etwa 50 Studien vor, die sich überhaupt dem Thema Glyphosat und Krebs widmen. Und in einigen davon können ExpertInnen durchaus Hinweise auf ein Krebsrisiko erkennen.

Bayer verstrickt sich in Widersprüche
Kaum wurde diese Irreführung öffentlich, ruderte Bayer zurück. Der Sprecher des Konzerns beteuerte: „Hinsichtlich der Studien haben wir uns ausweislich des Wortlauts sowohl auf solche bezogen, die sich dezidiert mit Krebsrisiken auseinandersetzen, als auch auf solche, die insgesamt die Sicherheit von Glyphosat bestätigen.“ Dass diese Aussage nicht der Wahrheit entspricht, zeigt ein kurzer Blick auf die Unternehmenswebseite mit dem – spätestens jetzt fragwürdigen – Titel „Hier sind die Fakten“. Dort findet man nämlich folgenden Satz: „Mehr als 800 Studien kommen zu dem Ergebnis, dass Glyphosat nicht krebserregend ist.“ Damit ist die Aussage des Sprechers widerlegt. ...
Glyphosat und Krebs: Bayer täuscht ÖffentlichkeitÂ*|Â*Umweltinstitut München

Grüsse,
Oregano
 
regulat-pro-immune
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Tja, da bin ich ja schadenfroh, wenn das auf Bayer zurückfällt. Selbst schuld, wenn sie Monsanto übernehmen, war doch klar... Andererseits, wenn Bayer da mehr Skrupel hätte, gäbe es das Unternehmen wohl nicht mehr...

Kann man nur hoffen, dass tatsächlich Fakten darüber entscheiden, wie es mit Glyphosat weitergeht und nicht ein Debakel wie bei Autoindustrie und Diesel entsteht.

Viele Grüße
 

nicht der papa

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Die können doch versuchen, was sie wollen. Längst zu spät.
Wenn in den USA gerade erst wieder ein Glyphosatprozess abgewickelt wurde, der zu dem Schluss kam, dass Glyphosat den Krebs des Klägers erzeugt hat (Sonst gäbe es keine Entschädigung. Es wurde doch erst vor wenigen Tagen in den Nachrichten darüber berichtet, dass das Gericht die Entschädigung reduziert hat.), dann ist das in meinen Augen ein bewiesener und anerkannter Fakt.
Monsanto: Kläger in Glyphosat-Prozess akzeptiert niedrigeren Schadensersatz - SPIEGEL ONLINE
 

nicht der papa

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Inzwischen sind in den USA mehr als 9000 Klagen wegen Glyphosat anhängig. Das bestätigte der Bayer-Konzern diese Woche. Dass es zu weiteren Glyphosat-Prozessen kommt, war abzusehen, nachdem ein Gericht im Sommer Monsanto zu einer millionenschweren Strafzahlung verurteilt hat. Der Mutterkonzern Bayer bestreitet den Zusammenhang zwischen Glyphosat und Krebs und will das Urteil anfechten.

Spezialfall Lymphdrüsenkrebs: Non-Hodgkin-Lymphom durch intensiven Glyphosateinsatz
Gefahren für Verbraucher sind das eine, davon zu unterscheiden sind Risiken für Anwender: Landarbeiterinnen oder Gärtner, die ohne ausreichende Schutzkleidung Glyphosat regelmäßig auf Felder oder Gärten ausbringen. Hier gibt es es Studien, die ergeben haben, dass genau solche Menschen eine bestimmte Krebsart – das Non-Hodgkin-Lymphom, also Lymphknoten-Krebs – signifikant häufiger bekommen. Diese Studien erkennt auch das Bundesinstitut für Risikobewertung an, verweist aber darauf, dass jüngere Langzeitstudien zu einem gegenteiligen Ergebnis kommen und keine derartige Krebshäufung feststellen.

Auch der Kläger im aktuellen Fall in den USA, dem ein Gericht die hohe Schadenssumme von umgerechnet 78 Millionen zugesprochen hat, ist genau an jener Krebsart erkrankt - dem Non-Hodgkin-Lymphom. Auch er hat regelmäßig glyphosathaltige Mittel angewendet und machte geltend, dass Monsanto auf die Krebsgefahr hätte hinweisen müssen. Im März beginnt ein weiterer Prozess. In diesem Fall klagt ein US-amerikanischen Paar, die beide über Jahrzehnte den glyphosathaltigen Unkrautvernichter Roundup eingesetzt hatten - und beide ebenfalls an Lymphdrüsenkrebs erkrankten.

Hat das Bundesinstitut für Risikobewertung seine Stellungnahme bei Monsanto abgeschrieben?

Das werfen Glyphosat-Gegner immer wieder dem Bundesistitut für Risikobewertung (BfR) vor. Richtig ist: Es gibt etliche Textpassagen in der Bewertung des BfR, die deckungsgleich sind mit den Berichten von Monsanto. Das lässt sich aber zum Teil erklären. Die Situation ist ja die: Monsanto beantragt die Verlängerung der Zulassung für Glyphosat. Die Behörden fordern in einem solchen Fall vom Antragsteller, Studien zum Beispiel zur Giftigkeit des Stoffes vorzulegen oder auch zur möglichen Krebsgefahr. Das hat Monsanto getan und hat diese Studien vorgelegt. Man kann dieses Verfahren kritisieren, denn Monsanto ist ja, wenn es Studien erstellt und einen Bericht darüber schreibt, zwangsläufig nicht objektiv sondern parteiisch. Die Affäre um die Monsanto Papers hat das Misstrauen gegen die Firma zuletzt noch einmal verstärkt. Dennoch: Doch Vorgaben zur Wirkstoffgenehmigung sind in der EU nun einmal gesetzlich so festgelegt. Die Behörden sparen sich dadurch Arbeit und Geld, wenn der Antragsteller selbst die Studien vorlegen muss.
https://www.swr.de/wissen/glyphosat...126/did=20514698/nid=253126/45z6by/index.html
Damit wir jetzt alle wissen, wie sich Hersteller selbst ihre Freibriefe schreiben können.

Weite Infos zu Glyphosat, dass selbst für globale Veränderungen verantwortlich sein könnte:
GlyphosatÂ*|Â*Umweltinstitut München
https://www.ugb.de/lebensmittel-im-test/glyphosat/
 
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