Glück und Schicksal - Wie planbar ist unser Leben?

Malve

Hallo Ihr Lieben,

in diesem Buch von Herrad Schenk geht es um die schicksalhaften Unwägbarkeiten des Daseins, den Machbarkeitsmythos, den Umfang und die Grenzen unserer Verantwortung für das eigene Leben. Es regt zum Nachdenken an. Ist wirklich alles, was uns geschieht, von uns selber bewirkt?

Liebe Grüße,

uma
 

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Hallo Uma

In welche Richtung tendiert denn das Buch? Und was hat es in Dir ausgelöst? (wenn ich das fragen darf)

Gruss, Marcel
 

Malve

Hallo Marcel

... natürlich darfst Du fragen.

In den letzten Jahren ist eine Menge an Literatur über die Machbarkeit und Beeinflußbarkeit des Lebens veröffentlicht worden. Der allgemeine Tenor: Wenn eine Krankheit, ein Unglück oder andere "negative" Ereignisse eintreten, so ist die Ursache beim Betroffenen selbst oder in seinem nächsten Umfeld zu suchen; es stimmte etwas nicht in seiner Lebensführung; er hatte die falschen Gedanken, die "positive Selbstprogrammierung" fehlte etc. etc. Wir verfügen über die Macht, unser Leben durch positive Gedanken in die gewünschte Richtung zu lenken, aber durch Ängste und Befürchtungen ziehen wir das Unglück auf uns.

Diese Glaubenssätze können uns einerseits ENTlasten, indem wir annehmen, wir könnten durch die "richtige" Einstellung den Dingen gegenüber Kontrolle über unser Leben ausüben; andererseits können sie BElasten, denn im Falle einer Krankheit, eines Unglück oder eines anderen negativen Ereignisses machen wir uns Vorwürfe, Gewissensbisse, daß wir nicht positiver gedacht haben, daß wir nicht genügend an unserer Einstellung "gearbeitet" haben, daß wir unser Leben nicht "richtig" gestaltet haben etc.

In diesem Buch werden diese Sachverhalte kritisch hinterfragt. Ist es nicht eine gewisse Hybris zu denken, daß man wirklich alles kontrollieren, beeinflussen und steuern kann? Ist es nicht doch die höhere Macht, das Schicksal, das unser Leben bestimmt - egal, wie sehr wir etwas wollen oder nicht?

Bei mir hat das Buch bewirkt, einmal anders zu denken, nicht auf der Welle zu reiten, die in der heutigen Zeit Mode geworden ist. Auch einmal darüber zu reflektieren, daß ich mich nicht für alles verantwortlich fühlen muß.

Die Autorin zitiert einen Satz von Epiktet, der eigentlich alles sagt: "Verlange nicht, daß das, was geschieht, so geschieht, wie du es dir wünschst, sondern wünsche, daß es so geschieht, wie es geschieht, und dein Leben wird heiter dahinfließen."

Das Buch ist übrigens beim dtv erschienen und kostet 9,50 EURO.

Liebe Grüße,

uma
 
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Hallo zusammen,

ich denke, der häufigste Fehler, der immer gemacht wird, ist der, daß das Ego mit der ganzen Seele gleichgesetzt wird. Das Ego, also das, was wir als unser Ich empfinden, ist nur ein kleiner Teil unserer Seele, unseres Seins. Der höhere Teil von uns hat Kontakt zu ganz anderen Informationen und kann besser einschätzen, was für uns gut ist, und was nicht, wie eigentlich unser Lebensplan aussieht, was wir mit anderen Seelen abgesprochen haben usw. Ich habe zwar als Ego einen gewissen Spielraum, wenn es aber zu sehr von den Zielen meines höheren Selbst abweicht, werden sich die Dinge oft anders entwickeln, als ich mir gedacht habe. Was also tun, wenn ich die Pläne meines höheren Anteils nicht kenne? Ich persönlich gehe erst mal davon aus, daß ich alles beeinflussen, alles ändern kann. Sollte sich dann herausstellen, daß etwas ganz anders läuft, als ich mir es dachte, tröste ich mich mit den Gedanken, daß aus einer höheren Sicht da irgendwo ein tieferer Sinn dahinter steht, auch wenn ich es jetzt nicht sehen und begreifen kann. Manchmal erkennt man dann nach Jahren den tieferen Sinn von Ereignissen, die einem erst als hart und ungerecht erschienen waren.
Liebe Grüße

Günter
 
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Erstellt von uma

Bei mir hat das Buch bewirkt, einmal anders zu denken, nicht auf der Welle zu reiten, die in der heutigen Zeit Mode geworden ist. Auch einmal darüber zu reflektieren, daß ich mich nicht für alles verantwortlich fühlen muß.
Was ist denn in der heutigen Zeit Mode geworden ?

LG
himmelsengel
 

Malve

Hallo himmelsengel,

die Antwort kannst Du im 3. Beitrag dieser Rubrik, 1. Absatz, nachlesen.

LG,

uma
 

Malve

Nicht "man" nennt es so, sondern "ich" habe es in meinem Beitrag so genannt.

LG

uma
 
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Bei mir hat das Buch bewirkt, einmal anders zu denken, nicht auf der Welle zu reiten, die in der heutigen Zeit Mode geworden ist. Auch einmal darüber zu reflektieren, daß ich mich nicht für alles verantwortlich fühlen muß.
Hallo uma,
den Gedanken kann ich gut verstehen. Die Erfahrung zeigt das ja meiner Ansicht nach sowieso: der Mensch denkt und Gott lenkt. Oder wenn man den Begriff Gott nicht mag, dann eben das Schicksal oder der Zufall...

Ich glaube, es ist etwas zwischen Fatalismus ("es hat ja sowieso keinen Sinn, daß ich mich anstrenge, es kommt ja sowieso anders..") und totaler Gelassenheit ("ich brauche gar nichts zu tun, es kommt wie es kommt"), was wir anstreben sollten. Weder die Haltung "wenn ich nur will, kann ich alles"), noch die Haltung "es ist alles sinnlos, das Schicksal/Karma ist ja sowieso vorbestimmt" ist hilfreich.
Gruß,
Uta
 

Malve

Hallo Uta,

genauso sehe ich das auch. Der Mensch denkt und Gott lenkt, aber das heißt nicht, daß wir uns in eine der beiden Extreme: Fatalismus - totale Gelassenheit, wie Du es so passend ausdrückst, fallen lassen sollten. Deshalb hat mich das Buch angesprochen - es hebt sich von der Literatur ab, die mir in den letzten Jahren zum Thema untergekommen ist.

Liebe Grüße,

uma
 
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