Es war einmal - vor mehr als 60 Jahren

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24.10.05
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Vermutlich lebt hierzulande kein Mensch mehr, der den Ersten Weltkrieg erlebt hat und davon zu berichten weiß, aber sehr wohl noch welche, die den Zweiten Weltkrieg erlebt und überlebt haben. - Laßt Euch von denen einerseits erzählen, wie es dort aus deren Perspektive wirklich zugegangen ist, andererseits, wie die Nachkriegszeit in Besatzungszonen mit Lebensmittelmarken ausgesehen hat.

Alles Gute!

Gerold
 
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Lieber Gerold,
meine Eltern haben, wie so viele, Schreckliches im zweiten Weltkrieg erlebt und sprachen überhaupt nicht gern darüber.
Meine Mutti verlor ihre gesamte Familie und war zweimal mit meinem Bruder verschüttet und hat nie wieder ihre Angst vor dem Feuer verloren. Mein Vati brauchte nach dem Krieg noch viele Jahre, um etwas Frieden zu finden.
Was Hunger bedeutet, das weiß ich noch sehr genau und ich habe es nie vergessen.

Auch dir alles Gute im neuen Jahr und ganz liebe Grüße von Wildaster:)
 

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24.10.05
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Ein jedes unserer Kinder weiß genau, was meine Frau und ich im Zweiten Weltkrieg und in der Nachkriegszeit erlebt haben. Auch unseren Enkeln sagen wir es, wenn es sich gerade ergibt, dies vor allem unter dem Gesichtspunkt: Sie wissen nicht, wie gut es ihnen geht, daß sie in so friedlichen Zeiten beschützt und behütet aufwachsen dürfen.

Alles Gute!

Gerold
 

nicht der papa

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Euch auch ein frohes neues Jahr.:)
Hoffen wir, dass die verschiedenen Vorhersagen nicht eintreffen, nach denen es bald einen Krieg oder ein großes verheerendes Geschehen geben soll, dass innerhalb von wenigen Tagen alles vernichtet.:eek:
Sonst gebe ich da ja gar nichts drauf. Alles totaler Quatsch.:)))
Aber das gleich mehrere Leute übereinstimmende Vorhersagen gemacht haben, wobei einer sogar den Austritt der Engländer vorhergesagt hatte, beschäftigt mich jetzt schon seit Tagen.:schock: Ich hab mich sogar schon gefragt, ob es sich wirklich lohnt, ein bestimmtes Vorhaben umzusetzen, wenn im September eh alles vorbei ist.:rolleyes:
Ich glaub, ich spinne grad.

Gerold, ich liebe es, wenn meine Signatur über deiner steht.:)
 
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Ich hab mich sogar schon gefragt, ob es sich wirklich lohnt, ein bestimmtes Vorhaben umzusetzen, wenn im September eh alles vorbei ist.:rolleyes:
Ich glaub, ich spinne grad.
sieht fast so aus. :D


zur jahrtausendwende wurde auch von etlichen der weltuntergang vorausgesagt und der kam nicht bzw. nur partiell (ein paar kl. inseln sind weg, große teile der regenwälder (die sind u.a. unsere sauerstofflieferanten) sind weg, etliche ehemals sehr fruchtbare und riesengroße ackerflächen (u.a. in amerika) sind praktisch weg, da dort garnichts mehr wächst, einige gletscher sind weg usw usw, also sieht es eher so aus als wenn wir den weltuntergang in mikroschritten (gemessen an der ganzen erde) in gang setzen.

aber selbst wenn es mal schneller gehen sollte, wäre das doch kein grund irgendwas positives, das man machen möchte, nicht zu machen.

ich bin zwar nicht religiös im kirchlichen sinne, aber ein paar sprüche usw. hab ich aus dem untericht behalten, weil ich sie ganz gut fand.

z.b. soll luther gesagt haben:

auch wenn ich wüsste, daß morgen die welt untergeht, würde ich heute noch ein apfelbäumchen pflanzen


den spruch fand ich sehr gut, zumal ich auch immer schon so gehandelt hatte, was mir im laufe von jetzt schon 68 jahren unendlich viele neuanfänge in allen bereichen eingebracht, das leben aber trotz aller katastrophen letztendlich auch immer wieder mal zumind. vorübergehend schön und vor allem interessant gemacht hat.

ich wünsche dir und allen anderen ein gutes und gesundes neues jahr. :)

lg
sunny
 
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Um auf das ursprüngliche Thema zurückzukommen, weise ich darauf hin, in welcher Weise sich vor mehr als 60 Jahren hierzulande die medizinische Versorgung der Bevölkerung ereignet hat, wobei ich nachstehend stichwortartig einige Hinweise geben:
- Allgemein war nach dem Zweiten Weltkrieg die ärztliche Versorgung schlecht, da viele Ärzte im Krieg geblieben sind.
- Wenn man Glück hatte, fand sich in einem größeren Dorf ein "praktischer Arzt".
- Auch in den Städten gab es nur wenige Fachärzte.
- Im Krankheitsfall versorgte, vor allem auf dem Lande, je nach der konfessionellen Mehrheit dieses Ortes entweder eine Diakonisse oder eine Nonne die Kranken zu Hause.
- Da noch bis in die fünfziger Jahre des letzten Jahrhunderts in Deutschland Apotheken konzessionspflichtig gewesen sind, gab es sowohl auf dem Land als auch in den Städten nur relativ wenige Apotheken.
- Die Krankenhäuser waren völlig überbelegt, zudem bestand dort Ärztemangel.
- Ein mir bekannter Internist hat mir einmal erzählt, daß er, als er 1961 nach dem Studium in einem Städtischen Krankenhaus seinen Dienst begann, er bei Diensten über das Wochenende durchgehend im Krankenhaus anwesend zu sein hatte. Wenn er Pech hatte, ging es am Montag direkt weiter. - Das war also die "gute alte Zeit".

Alles Gute!

Gerold
 
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Alles schön und gut, aber dass die Amis und Engländer in den letzten Kriegstagen und -wochen noch unsere schönen alten deutschen Städte zerstört haben(wobei nicht alle bomberpiloten dafür waren, leider haben sich wie fast immer die Idioten durchgesetzt), werde ich ihnen nie verzeihen, so leid es mir tut.
:schock:
 
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Alles schön und gut, aber dass die Amis und Engländer in den letzten Kriegstagen und -wochen noch unsere schönen alten deutschen Städte zerstört haben(wobei nicht alle bomberpiloten dafür waren, leider haben sich wie fast immer die Idioten durchgesetzt), werde ich ihnen nie verzeihen, so leid es mir tut.
Indem ich als vierjähriger Junge die beiden Bombenangriffe auf Dresden überlebt habe, meine ich, mich hierzu als Betroffener äußern zu dürfen. Nach meiner Überzeugung begegnet ein jeder Mensch nach seinem Weggang aus Raum und Zeit allem, was er in diesem seinem Leben getan oder unterlassen hat - ob er dies will oder nicht. Wenn ich daran denke, was einem jeden der für diese Greueltaten Verantwortlichen begegnet, und ein jeder all dem unentrinnbar ausgesetzt ist, was er angerichtet hat, vermag man zu erahnen, was die Bildersprache der Bibel meint, wenn sie von der Hölle spricht. Deshalb soll es nicht an mir liegen, auf ein umfassendes Verzeihen zu verzichten, wie dies auch Sophia Magdalena Scholl kurz vor ihrer Enthauptung im Gefängnis München-Stadelheim getan hat.

Alles Gute!

Gerold
 
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Hallo Winifried,

wer Haß säht, wird Haß ernten - heißt ein bekanntes Wort.
Die Deutschen haben jahrelang Krieg geführt und waren selbst noch nicht so sehr betroffen. Mich wundert nicht, daß die Amerikaner - die stärkste Macht gegen Ende des Krieges - kaum mehr Rücksicht auf die Deutschen und ihre STädte nahmen.

Und: solange ich Haß nähre, tue ich mir selbst nichts Gutes damit.

Grüsse,
Oregano
 
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Originalzitat Februar 1943, Sportpalast in Berlin....
Viertens: Die Engländer behaupten, das deutsche Volk wehrt sich gegen die totalen Kriegsmaßnahmen der Regierung. Es will nicht den totalen Krieg, sondern die Kapitulation. (Zurufe: Niemals! Niemals ! Niemals !)

Ich frage euch: Wollt ihr den totalen Krieg? Wollt ihr ihn, wenn nötig,
totaler und radikaler, als wir ihn uns heute überhaupt noch vorstellen können?
 
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Originalzitat Februar 1943, Sportpalast in Berlin....
Schrecklich. Ich bekomme bis heute, wenn ich nur davon lese, absolutes Herzrasen. Ihn zu sehen und zu hören ist mir unerträglich.Ich habe den Krieg nicht erlebt, meine Eltern aber als kleine Kinder, meine Großeltern als Erwachsene.
Ich bin dankbar um jeden Menschen, dessen Inneres Vergeben kann.
Oder wenigstens Bereitschaft zur Versöhnung besitzt, besessen hat.
 
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Ja den meine ich ja. "Nun Volk steh auf und Sturm brich los". Grauenhaft.
 
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Da fällt mir grade ein, warum mir das gerade einfiel. Meine Mum hat manchmal solche Sachen zitiert, wenn sie Schuhe putzte oder viel zu bügeln hatte. Ich war dann manchmal spät abends noch auf (durfte) und sass da dabei. Sie sagte das nie verherrlichend. Es war eigentlich, als würde es meine Oma in dem Moment sagen, mütterlicherseits. Als würde sie ein böses, aber unwahres Märchen erzählen.
 
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26.07.09
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Ihn zu sehen und zu hören ist mir unerträglich.
ich hatte den Namen auch bewusst weggelassen, das Zitat ist ja sehr vielen weltweit bekannt...aber den zweiten Teil - totaler und radikaler - kannte ich bisher auch nicht.
Wer will, hier der volle Text 1000dokumente.de/ Rede im Berliner Sportpalast...konnte ich auch mehr oder weniger nur überfliegen, aber wenn man sich die Audrucksweise und manche Argumentationen doch etwas genauer ansieht, könnte man auch an aktuelle Geschichte(n) denken.
 
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Gerd, darf ich dich fragen, warum du den Namen bewusst weggelassen hast?
 
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Ja, Felis, zu Oreganos "wer Haß säht..." fiel mir dieser so furchtbar bekannte Satz ein, und auch wenn ich nicht Herzrasen spürte, wie du es schreibst, war es auf jeden Fall Abscheu und noch mehr - und ich dachte, wer es genauer wissen möchte, der findet das auf jeden Fall.

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Das finde ich interessant, denn ich merke z.B. bei mir, dass es mit einem Zögern verbunden ist, Namen aus dem 3. Reich öffentlich aus zu schreiben. Auch manche Begriffe.
Verboten hat mir das nie jemand aus meiner Familie.
Da scheint es tatsächlich auch eine "darf man das so sagen?" Spur in mir zu geben.
Allerdings haben wir eine/zwei Redewendungen in der Familie gehabt, die tatsächlich sehr Übles bedeuten und mir war der Zusammenhang ins Nazideutschland ganz lange völlig unbewusst, weil ich es mit anderem in Verbindung für mich brachte.
 
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