Entgiftung / Ausleitung mit Rizinusöl? Erfahrungen

Hallo an Alle,

weiß jemand hier überhaupt, was bei einer Mobilisation durch welche Methode auch immer, im Körper passiert? Denn eigentlich ist es dem Schwermetall doch egal, wie es aus den Zellen geholt wird. Es wird sich binden, vorzugsweise mit Schwefel, vielleicht mit Selen. Quecksilber bindet sich an die Schwefelgruppen von Enzymen und blockiert sie dadurch.

Wie ist denn da der genaue Ablauf?

Also mal anders gefragt: Haben wir vielleicht nur ein Schwefelproblem im Körper. Mehr Schwefel - weniger Hg (und natürlich dann auch weniger Cd,Pb,Zn,Ni? )

Viele liebe Grüße
Jörg
 
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Hallo Gerold,

vielen Dank für die Antwort. Heute früh ist es schon ein wenig besser geworden. Aber Kopf- und Nackenschmerzen, Unwohlsein sowie starke Müdigkeit sind vorhanden.
Geschlafen habe ich sehr schlecht (kaum ein Auge zu gemacht).

Was mobilisiert denn bei einer Rizinusausleitung Gifte im Kopf? Kann das wirklich diese Auswirkungen haben? Oder habe ich durch das Rizinusöl selber die Probleme bekommen, in dem ich (leienhaft ausgedrückt) Rizinusöl als Gift (oder irgendeinen daraus gebildeten Stoff) im Körper, also in der Blutbahn, habe?

Viele liebe Grüße
Jörg

Gegen Ende meines Wiki-Beitrages über Rizinusöl habe ich mich bemüht, den durch dessen Einnahme ausgelösten Mobilisierungsprozeß angemessen zu deuten.

Zu Klarstellung: Das vom Menschen eingenommene Rizinusöl ist giftfrei und wird durch die Galle und die Lipasen der Bauchspeicheldrüse in Ricinolsäure und Glycerin gespalten, wobei die Ricinolsäure die im Dünndarm passiv vorhandenen Histamine aktiviert, was die Darmperistaltik in Gang bringt. Unabhängig von dem beschriebenen Prozeß werden mit der in der Leber erzeugten Galle Gifte in den Zwölffingerdarm geschwemmt und durch die Darmperistaltik aus dem Körper ausgeschieden. Letztlich bewirkt dies die Mobilisierung von an anderen Stellen im Körper deponierten Giften und Schwermetallen und nach weiteren Anwendungen von Rizinusöl deren Verschiebung zur Leber und damit schließlich zur Ausscheidung aus dem Körper.

Sicher sind die Vorgänge insgesamt komplizierter, jedoch habe ich oben versucht, das Wesentliche in einer einfachen, verständlichen Sprache dazustellen.

Alles Gute!

Gerold
 
Hallo Jörg,

mir geht es mittlerweile auch besser, aber leichten Kopfdruck, Schulter- und Nackenschmerzen, leichten Nierendruck, Müdigkeit habe ich auch noch. Geschlafen habe ich diese Nacht auch ganz bescheiden, aber die zwei Nächte davor auch. Ich bin super unruhig. Kann überhaupt nicht einschlafen (brauche allerdings fast immer eine gute Stunde zum Einschlafen) und bin bei jedem Geräusch hell wach.

Grüße Luki
 
Hallo ihr,

es wird wieder besser werden.
Durchhalten - und einfach nur abwarten - es wird besser !!

ganz liebe Grüße
Hexe:hexe:
 
Hallo Gerold, Luki und Hexe,

es ist immer schön ein paar Leidensgenossen zu haben, danke für eure Hilfe.
@gerold: Vielen Dank für die verständliche Erklärung. Ich habe vor zwei Wochen deine Ausführungen im Wiki gelesen und erst deshalb überhaupt mit der Einnahme des Rizinusöls begonnen. Leider ist nirgens (egal, wo ich gesucht oder persönlich gefragt habe) erklärt, was da genau passiert. Also wieso es ausgerechnet zu DIESEN Symptomen kommt. Warum sind sehr sehr oft die Ohren beteiligt? Geht da ein Lymphstrom vorbei, der sich dort staut? Oder sind dort besonders empfindliche Nerven, die dann in Mitleidenschaft gezogen werden?
@Luki: Als hätte ich es geschrieben. Es geht mir ganz genau so. Die wievielte Rizinuseinnahme war es bei dir?
@Hexe: Du machst mir wieder Mut. Aber du weißt ja: Einfach ist das Abwarten nicht...

Ich hatte heute einen Termin bei meiner Heilpraktikerin, einer wirklich guten Frau (ich war schon bei einigen - nicht Frauen, sondern Heilpraktikern :-) ). Da habe ich die Rizinusöleinnahme natürlich gleich angesprochen. Entgegen meiner Befürchtung, sie würde so reagieren wie bislang alle Mediziner auf selbstverordnete und ohne deren Wissen praktizierte Therapien (und seien sie auch noch so gut und anerkannt), war sie sehr positiv zu dem Thema eingestellt. Aber sie sagte, dass das aus ihrer Sicht mehr bringen würde, als Chlorella und Co. Leider hat sie mir auch nichts weitergehendes Neues zu dem Thema sagen können. Wir können also annehmen, dass wir hier wirklich up to date sind, da sie sich regelmäßig weiterbildet (Sie leitet demnächst eine große Heilpraktikerschule).

Viele liebe Grüße
Jörg
 
Hallo gerold,
wobei die Ricinolsäure die im Dünndarm passiv vorhandenen Histamine aktiviert, was die Darmperistaltik in Gang bringt.

Die Zellen der Darmschleimhaut, die Enterozyten, produzieren ein Enzym, das Histamin abbauen kann. Die Diaminooxidase (DAO) findet sich hauptsächlich im Dünndarm, in der Leber, den Nieren und im Blut in den weißen Blutkörperchen. DAO wird kontinuierlich produziert und in das Darmlumen abgegeben. Somit wird bei einem gesunden Menschen die histaminreiche Nahrung bereits im Darm weitgehend vom Histamin befreit. Das verbleibende Histamin wird beim Durchtritt durch die Darmschleimhaut von der dort sitzenden DAO abgebaut. Cofaktoren der DAO sind das Vitamin B6 und das Vitamin C.
www.hauss.de/~upload/pages/Neue_Seite_984_8_1.asp

Meine Frage:
Ausgerechnet im Dünndarm, in dem auch die DAO hauptsächlich entsteht, soll auch Histamin entstehen? Wird denn das nicht sofort von der DAO wieder abgebaut, wenn jemand nicht eine HIT hat?

Wenn das so wäre, dann stimmte die Erklärung von der Wirkung des Rizinusöls so nicht.

Gruss,
Uta
 
Hallo Gerold, Luki und Hexe,

es ist immer schön ein paar Leidensgenossen zu haben, danke für eure Hilfe.
@gerold: Vielen Dank für die verständliche Erklärung. Ich habe vor zwei Wochen deine Ausführungen im Wiki gelesen und erst deshalb überhaupt mit der Einnahme des Rizinusöls begonnen. Leider ist nirgens (egal, wo ich gesucht oder persönlich gefragt habe) erklärt, was da genau passiert. Also wieso es ausgerechnet zu DIESEN Symptomen kommt. Warum sind sehr sehr oft die Ohren beteiligt? Geht da ein Lymphstrom vorbei, der sich dort staut? Oder sind dort besonders empfindliche Nerven, die dann in Mitleidenschaft gezogen werden?

Ich hatte heute einen Termin bei meiner Heilpraktikerin, einer wirklich guten Frau (ich war schon bei einigen - nicht Frauen, sondern Heilpraktikern :-) ). Da habe ich die Rizinusöleinnahme natürlich gleich angesprochen. Entgegen meiner Befürchtung, sie würde so reagieren wie bislang alle Mediziner auf selbstverordnete und ohne deren Wissen praktizierte Therapien (und seien sie auch noch so gut und anerkannt), war sie sehr positiv zu dem Thema eingestellt. Aber sie sagte, dass das aus ihrer Sicht mehr bringen würde, als Chlorella und Co. Leider hat sie mir auch nichts weitergehendes Neues zu dem Thema sagen können. Wir können also annehmen, dass wir hier wirklich up to date sind, da sie sich regelmäßig weiterbildet (Sie leitet demnächst eine große Heilpraktikerschule).

Viele liebe Grüße
Jörg

Weshalb es nach der Einnahme von Rizinusöl ausgerechnet zu diesen und keinen anderen Symptomen gekommen ist, vermag ich nicht zu sagen, ich beobachte nur, daß dies von Mensch zu Mensch völlig unterschiedlich ist.

Es freut mich sehr, in welcher Weise die Heilpraktikerin reagiert hat; es wäre schön, wenn diese selbst auf diesem Gebiet tätig werden würde. Deshalb meine Bitte: Mache diese bitte bei Deinem nächsten Besuch auf diese Webseite aufmerksam, sie möge die Ausführungen in meinem Wiki-Beitrag zu Rizinusöl sowie die Meldungen hierzu im Forum durchstudieren. Ich bin über jeden froh, der bereit ist, in diesem Gebiet weiterzuforschen.

Alles Gute!

Gerold
 
Hallo Gerold

du hast in einem früheren Beitrag einmal alle deine Beschwerden aufgezählt, die du mit Rizinusöl-Anwendungen gelindert oder geheilt hast. Diesen Beitrag finde ich nicht mehr. Kannst du mir helfen?

Herzlichen Dank
Gruss
Kathy
 
Hallo Gerold

du hast in einem früheren Beitrag einmal alle deine Beschwerden aufgezählt, die du mit Rizinusöl-Anwendungen gelindert oder geheilt hast. Diesen Beitrag finde ich nicht mehr. Kannst du mir helfen?

Herzlichen Dank
Gruss
Kathy

Der gesuchte Beitrag ist hier auf Seite 78 veröffentlicht; ich hatte diesen am 06.06.2007 10:15 gespeichert.

Alles Gute!

Gerold
 
Hallo Gerold

danke für Deine Antwort.

Hattest du nicht in einem noch älteren Beitrag auch die Photosensibilität erwähnt? Das war der Beitrag, den ich suchte. Sorry, wenn das mühsam wird.

Vielen Dank
Gruss
Kathy
 
bei 128 seiten wäre es vielleicht sinnvoll einen neuen thread zu beginnen und diesen hier zu speichern.

lg
alanis
 
Hallo gerold,



www.hauss.de/~upload/pages/Neue_Seite_984_8_1.asp

Meine Frage:
Ausgerechnet im Dünndarm, in dem auch die DAO hauptsächlich entsteht, soll auch Histamin entstehen? Wird denn das nicht sofort von der DAO wieder abgebaut, wenn jemand nicht eine HIT hat?

Wenn das so wäre, dann stimmte die Erklärung von der Wirkung des Rizinusöls so nicht.

Gruss,
Uta

Für die Erinnerung bedanke ich mich und beantworte die Anfrage wie folgt:
Meines Wissens hat sich bislang ausschließlich das pharmakologische Institut der Universität Neapel mit der Biochemie von Rizinusöl befaßt. In dem nachstehend notierten Aufsatz ist der Wirkungsmechanismus von Rizinusöl im menschlichen Organismus aus der Sicht eines Mitarbeiters des Instituts für experimentelle Pharmakologie der genannten Universität ausführlich dargestellt:

Angelo A. Izzo: Castor Oil: An Update on Mechanism of Action. In: Phytotherapy Research, Vol 10, S. 109 - S. 111 (1996).

Alles Gute!

Gerold
 
Besten Dank für diesen Hinweis, Gerold.
Ich habe eine Arbeit von Izzo gefunden, bei der er Versuche an Ratten beschreibt. Aber ich könnte nicht sagen, daß ich diese Texte wirklich verstehe. Eines scheint mir klar: die Darmschleimhaut der Ratten hat Schaden genommen durch die Rizinusöl-Behandlung.

Dissociation of castor oil-induced diarrhoea and intestinal mucosal injury in rat: effect of NG-nitro-L-arginine methyl ester.

Grüsse,
Uta

Genau deshalb ist es wichtig, die eingenommene Maximaldosis Rizinusöl so festzulegen, daß dieses durch die Galle und die Lipasen der Bauchspeicheldrüse weitgehend in Ricinolsäure und Glycerin gespalten wird.

Alles Gute!

Gerold
 
Besten Dank für diesen Hinweis, Gerold.
Ich habe eine Arbeit von Izzo gefunden, bei der er Versuche an Ratten beschreibt. Aber ich könnte nicht sagen, daß ich diese Texte wirklich verstehe. Eines scheint mir klar: die Darmschleimhaut der Ratten hat Schaden genommen durch die Rizinusöl-Behandlung.

Dissociation of castor oil-induced diarrhoea and intestinal mucosal injury in rat: effect of NG-nitro-L-arginine methyl ester.

Grüsse,
Uta

Es wundert mich nicht, daß die Darmschleimhaut der Ratte - leider teilt der Aufsatz keine näheren Details über die Rattengattung mit - Schaden genommen hat, dies aus folgendem Grund. Nach:
www.planet-wissen.de/pw/Artikel

wiegt eine Hausratte bis 250 g, eine Wanderratte bis 580 g. Nach der hier früher mitgeteilten "russischen Volksmedizin" hätte man der Hausratte höchstens 0,25 ml Rizinusöl einflößen dürfen, der Wanderratte maximal 0,58 ml. Tatsächlich sind 2 ml zugeführt worden, womit jeweils eine deutliche Überdosierung vorliegt.

Alles Gute!

Gerold
 
Es wundert mich nicht, daß die Darmschleimhaut der Ratte - leider teilt der Aufsatz keine näheren Details über die Rattengattung mit - Schaden genommen hat, dies aus folgendem Grund. Nach:
www.planet-wissen.de/pw/Artikel

wiegt eine Hausratte bis 250 g, eine Wanderratte bis 580 g. Nach der hier früher mitgeteilten "russischen Volksmedizin" hätte man der Hausratte höchstens 0,25 ml Rizinusöl einflößen dürfen, der Wanderratte maximal 0,58 ml. Tatsächlich sind 2 ml zugeführt worden, womit jeweils eine deutliche Überdosierung vorliegt.

Alles Gute!



erold

Schädigt eigentlich Rizinusöl die Darmflora,wennn ja wie kann man die wieder
aufbauen.
Pit
 
Du hast doch gerold zitiert, da steht es doch drin: Solange man nicht überdosiert, schädigt es wohl nicht die Darmflora.
Trotzdem kann es sicher nicht schaden, mit Probiotika, Brottrunk, Sauerkraut etc etc. dem Darm zu helfen.
Liebe Grüße Carrie
 
Da der Mensch ja bekannterweise keinen Normwerten entspricht und auch der jeweilige Darm nicht genormt ist, ist es sicher wichtig, sich an die richtige Dosis heranzutasten, damit kein Schaden entsteht.


Hier noch eine Beschreibung der Wirkung von Rizinusöl:

Rizinusöl
Eines der ältesten und bekanntesten pflanzlichen Abführmittel ist das Rizinusöl. Bei entsprechender Dosierung (10-30 ml) wirkt es innerhalb weniger Stunden und führt oft zu durchfallartigen Stuhlentleerungen. Es kann aber zu allergischen Reaktionen kommen, etwa Hautausschlag oder Magenreizungen. Das Rizinusöl besteht vorwiegend aus unwirksamen Triglyceriden der Rizinolsäure, die erst im Dünndarm durch körpereigene Lipasen die eigentlich wirksame Rizinolsäure freisetzen. Durch eine Hemmung der Aufnahme von Natrium und Wasser aus dem Darm und durch den zusätzlichen Einstrom von Elektrolyten und Wasser in den Darm entsteht eine vergrößerte und weiche Stuhlmasse, welche damit die abführende Wirkung verursacht. Zusätzlich führt die freigesetzte Rizinolsäure zu einer Reizung der Darmschleimhaut, wodurch ebenfalls eine abführende Wirkung entsteht. Wenn aber die Fettverdauung gestört ist, dann zeigt das Rizinusöl keine Wirkung, ebenso wenn Antihistaminika genommen werden. Wegen seines unangenehmen Geschmacks wird es heute nur noch selten verwendet.
studmed.unibe.ch/forum0506/forummessage.php?msgID=2172

Gruss,
Uta
 
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