Corona-Virus: Meinungen abseits des Mainstreams

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Auf berechtigten Wunsch von Laurianna612 eröffne ich dieses Thema, damit nicht alle anderen Themen damit gelöchert und in eine falsche Richtung getrieben werden. Dennoch soll Platz sein, um Material, das hier eingestellt wird (v.a. Videos, welche so einfach verlinkt und damit weiterverbreitet werden können, ohne sich damit richtig vorab zu beschäftigen) einem Faktencheck zu unterziehen.

Es geht nicht um die schnelle Weiterverbreitung dieser Videos, sondern gerade darum, zu hinterfragen und zu prüfen.

Und auch hier: es sind Meinungen von verschiedenen Seiten. Man muss nichts persönlich nehmen. Und man darf andere Meinungen stehen lassen. Aber selbstverständlich interessieren hier massgeblich diejenigen Stimmen, welche sich fundiert auf gewissen Quellen abstellen und ihre Meinung/Deutung detailliert begründen. So kann das mit diesem Thema was werden, was Hand und Fuss hat.

Gruss, Marcel
 
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05.04.08
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Herzlichen Dank lieber Marcel für die Öffnung dieses Threads! Ich fände es auch noch sehr förderlich, wenn ihr bei einem Video dessen Erstellungsdatum mit angibt und die aufgeführten Kernaussagen, die euch wichtig sind, als Text separat unter dem Video in Stichpunkten wiederholt. So kann man gezielt auf die einzelnen Punkte eingehen.

Das Erstellungsdatum auch deshalb, da zum einen die Statistiken sich von Woche zu Woche verändern und sich auch Einschätzungen verschieben können.

Um die Argumente zu untermauern wird sich oft verschiedener Quellen bedient. Da würde ich beim Einstellen eines Videos oder Kommentars auch begrüßen, wenn Quellenangaben gemacht würden. Mir ist aufgefallen, dass zum einen im gleichen Video Statistiken des RKI zum Beispiel als seriös verwendet wurde, aber dann gleichzeitig auf der anderen Seite, das RKI als unseriös und unglaubwürdig abgestempelt wurde. Solche Art von "Logikfehler" erscheinen mir nicht unwesentlich in der Argumentationsführung.

Ich hoffe und wünsche uns eine sachliche und nüchterne Diskussion im Umgang mit diesem Thema, das die Emotionen doch immer wieder hochkochen lässt. Auch ich versuche meine Emotionen mehr im Zaum zu halten.

Mit gegenseitigem Ankeifen verwehren wir jegliche Offenheit und Bereitschaft zum Zuhören und Abwägen. Und wir alle oder der, den es interessiert, möchten gerne mehr darüber wissen und erfahren.

Ich lerne auf jeden Fall auch immer wieder etwas dazu und bin auch offen dafür, einen Irrtum zuzugeben.

Natürlich muss man auch ganz ehrlich sagen, dass vieles noch im Ungewissen liegt und wie der eine Kinderarzt so schön sagte, wir uns auf einer Art "Blindflug" befinden. Eine Reise, wo wir noch nicht genau wissen, wo diese hinführen und wie diese ausgehen wird.

In diesem Sinne wünsche ich respektvolles Argumentieren und allen einen lieben Gruß!

Laurianna
 
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05.04.08
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Da die Kapazitäten der Intensivstationen eine entscheidende Rolle spielen, würden mich Mal mehr Fakten dazu interessieren.

Zum einen wurde anfänglich in Deutschland von insgesamt 28000 Betten gesprochen, die jetzt auf 40 000 hochgesteckt würden. Bei den 28 000 sagte man allerdings, dass bereits 70-80% mit anderen Patienten belegt sein würden? Das wären bei 80% von 28 000 Betten 5600 freie Plätze, wenn ich richtig gerechnet habe. Und nun noch quasi 12 000 dazu wären insges. ca. 18 000 freie Plätze.

Laut dieser Statistik, befinden sich zur Zeit knapp 4000 in Deutschland in ernstem/kritischen Zustand, nehme an bedeutet in intensivmedizinischer Pflege:




Ich finde es irritierend, wenn Gesamtzahlen angegeben werden, und nicht die eigentliche Anzahl freier Plätze. Nun soll es ja ein Melderegister geben, in der jede Klinik ihre Anzahl Covid-19 Patienten melden soll, sowie die Auslastung ihrer Intensivbetten.


Das Melderegister soll wohl bis heute Abend 18 Uhr aktualisiert sein und ist öffentlich zugänglich. Hier kann jeder selbst nachsehen, wie das im eigenen Bundesland und in den jeweiligen Kliniken in den Städten aussieht:


Irritierend finde ich auch Spahns Rechnung mit dem Bonus von 50 000 Euro für einen Intensivplatz, der eigentlich 85 000 kostet. Wie soll diese Rechnung aufgehen?


Nachtrag: In der Schweiz soll es 1000 Intensivbetten geben, die auf 1200 aufgestockt werden. Wieviele allerdings davon mit anderen Patienten belegt sind, dafür konnte ich keine Quelle finden. In kritischem Zustand sollen sich laut obiger Quelle knapp 400 Covid-19 Patienten in der Schweiz befinden.

 
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02.10.10
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Danke Mara.
Ich schaue keine Videos, hier das Ganze als Text (ich nehme jedenfalls an, dass es dasselbe ist):
Da ich auch hierfür finde, dass man hier eine Zusammenfassung geben sollte und nicht nur einen Link, hier von mir dazu:
Es ist ein Interview mit einem Statistiker, der sagt, wie die verschiedenen Zahlen zustande kommen und was man weiß und was eben unsicher ist, schon aus der Natur der Sache. So zeigt er auf, wie verharmlosende und panikmachende Aussagen in der Vergangenheit zustande kamen. Er sagt, dass die Politik in so einer Situation nicht viel anderes kann, als sich auf Experten zu beziehen und diese Experten sorgfältig auswählen muss. Und die Problematik der Experten und Expertenwahl. Er redet von der suggestiven Kraft von Bildern.

Endlich mal jemand, der ausspricht, was ich mir die ganze Zeit denke, auch bzgl. der Einschätzung des RKI. Was ich v.a. deswegen problematisch finde, weil es die offizielle Stelle ist. Ich höre mir keine Prognosen o.ä. von irgendwem an, da ist zuviel Mist unterwegs, auch von selbsternannten oder offiziellen Experten, ich schaue mir nur die nackten Zahlen an und ziehe dann meine eigenen Schlüsse (kann das beruflich bedingt ganz gut)

Meiner Meinung nach sollte eh Statistik und Medienkunde Pflichtfach in der Schule sein, damit jeder einschätzen kann, ob er gerade in irgendeine Richtung manipuliert wird. Gibt übrigens auch ein Buch "So lügt man mit Statistik" von Walter Krämer (weiß nicht, ob es das noch neu gibt), das zeigt einem auch schon einiges auf (ob es direkt hier weiterhilft, kann ich nicht sagen, aber es kann einem auch so die Augen öffnen).

Viele Grüße

P.S.: Zu dem, was ich im anderen Thread schrieb, man möge sich doch nur an Fakten halten (ich kann da ja nicht mehr antworten): Es wurde geantwortet, dass sich die Fakten ja im Laufe der Zeit ändern. Dazu meine Antwort: Nein, dann sind es keine Fakten. Fakten sind, soundsoviel Infizierte/Tote gab es an einem Tag usw. (da steckt auch Unsicherheit drin, wie diese Zahlen zustandekommen, s. das Interview mit Gerd Bosbach, aber auch das kann man, wenn man genauere und verlässlichere Informationen hat, neu bewerten, aber nicht so aus dem hohlen Bauch heraus).
 
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05.04.08
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Auch von mir danke für das Video und danke für den Link zum Text damdam. Es wurden einige gute Dinge gesagt, zu anderen hätte ich ein paar Anmerkungen bzw. Fragen:

Zitat:

"Wir bräuchten eine repräsentative Stichprobe aus der Bevölkerung.... "

Hatten wir das nicht im Falle des Kreuzfahrtschiffes Diamond Princess?:

Das Durchschnittsalter betrug zwischen 35 und 65. Nahezu alle Passagiere wurden getestet. Von den über 3500 Passagieren wurden 712 als positiv getestet und 11 Todesfälle bis jetzt gemeldet. 82 sind noch krank und 10 noch in kritischem Zustand. Die Todesrate läge ohne die kritischen Fälle bei 1,5 % , würden die kritischen Fälle nicht überleben, bei knapp 3%. Es wurden zahlreiche Brust-Cts gemacht und krankhafte Veränderungen in den Lungen bestätigt.

Es wurden zwar Quarantänemassnahmen ergriffen, aber diese als unzureichend bezeichnet. Hätte man garkeine Massnahmen ergriffen, wie sähe dann die Zahl aus?

"Was passiert, wenn in einem oder zwei Jahren die Statistiker zu dem Ergebnis kommen, dass man die Situation zu negativ bewertet hatte und so drakonischen Maßnahmen eigentlich gar nicht nötig waren?
"
Gegenfrage dazu, was passiert, wenn ganz ohne irgendwelche Massnahmen, man quasi dem Virus den "wilden" Lauf liesse mit katastrophalen Auswirkungen, wer würde dafür den Kopf hinhalten? (Wobei "drakonische" Massnahmen vielleicht in Wuhan ergriffen wurden, davon sind wir in Deutschland noch einiges entfernt)

Bei der Schweinegrippe wurden Fehler gemacht, aber kann man dann davon ausgehen, dass jede folgende Epidemie-Einschätzung automatisch fehlinterpretiert wird?

Die eindringlichen Bilder aus Italien müssen natürlich nicht auch noch mit reisserischen Schlagzeilen präsentiert werden, aber verschwiegen werden, dürfen diese Szenen auch nicht.

Es war noch die Rede, dass Politiker wissenschaftliche Aussagen auf Sinn oder Unsinn überprüfen sollten. Nur inwiefern können das Politiker, wenn sie selbst keine Wissenschaftler sind?
 
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02.10.10
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Hallo Laurianna,

sicher wird man von der Diamond Princess einiges ableiten können (ich weiß nicht, ob da dran Leute arbeiten), aber das wird nicht alles so ohne weiteres vergleichbar sein, da es dort ja schon eine Sondersituation war (welche Rolle Einkaufen, Arbeitsleben und Kinder/Schule spielen z.B. kann man daraus ja nicht gewinnen). Ich hörte allerdings, dass in Heinsberg jetzt Studien gemacht werden sollen, wo man derartiges rausfinden kann.

Es war noch die Rede, dass Politiker wissenschaftliche Aussagen auf Sinn oder Unsinn überprüfen sollten. Nur inwiefern können das Politiker, wenn sie selbst keine Wissenschaftler sind?
Hab ich gar nicht gesehen/kann es nicht erinnern (im Text). Nur so verstanden, dass man seiner Meinung nach die Experten aufgrund vergangener Situationen bewerten sollte (da im Nachhinein ja mehr Zeit ist, zu prüfen, wer arg falsch lag und/oder interessengetrieben falsche Aussagen macht).
Ansonsten würde ich sagen (also meine Meinung), sich die Einschätzung von verschiedenen Experten anhören. Bei Diskrepanzen in den Aussagen ggf. bei den Beteiligten nachfragen, wie diese unterschiedlichen Aussagen zustande kommen. Zudem haben die Politiker ja auch eigene Berater und es gibt den wissenschaftlichen Dienst vom Bundestag. Das kann auch nur dazu führen, dass möglichst wenig Fehler passieren, vermeiden lassen sie sich nicht.

Viele Grüße
 
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26.07.09
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Es geht nicht um die schnelle Weiterverbreitung dieser Videos,
sondern gerade darum, zu hinterfragen und zu prüfen.
Ich fände es auch noch sehr förderlich, wenn ihr bei einem Video dessen Erstellungsdatum mit angibt und die aufgeführten Kernaussagen, die euch wichtig sind, als Text separat unter dem Video in Stichpunkten wiederholt. So kann man gezielt auf die einzelnen Punkte eingehen.
Nach dieser gezielten und begründeten und auch nachdenklichen(!) Eröffnung des neuen Threads durch Marcel und Laurianna kann man einmal kurz nachdenken, was es bedeutet, wenn danach ein Video eingestellt wird mit den Worten von Mara:
Einfach so zum Nachdenken,
Jens Berger im Interview mit Gerd Bosbach
Wer ist das, der da eine Schlagzeile sagt wie "Solchen Wissenschaftlern würde ich gerne Kamera oder Mikrofon entziehen"?
Das ist eine ziemlich starke Schlag-Zeile!
Warum sagt das jemand?
Ein Gesundheitsstatistiker? Was ist das?
Wenn man ganz kurz den Namen Gerd Bosbach recherchiert, findet man z.B., dass er Mathematiker ist.

So ein Satz, so eine Schlagzeile kann sich ja auch recht schnell verselbständigen, ohne dass jemand vielleicht nachdenkt "Diesen W'schaftlern gehört doch allen Mikro und Kamera entzogen!". Das könnte dann, erstmal verselbständigt, von verschiedensten Seiten für verschiedenste Meinungs-Zwecke verwendet werden!

Und wer ist Jens Berger? Und seine NachDenkSeiten?

Es ist ja nicht erst seit ein paar Wochen so eine Sache (ganz allgemein gesagt) "einfach so" mal über komplexe Themen nachzudenken! Das kann nach einem Text, einem Video oder irgendeinem anderen Eindruck in sehr viele verschiedene Richtungen führen - einfach so. Da steckt auch das Wort "einfach" mit drin, aber das Thema (jetzt zum Beispiel dieses Virus) ist überhaupt NICHT einfach!

Also über ein superschweres und belastendes Thema einfach mal so einfach nachdenken!

Ehrlich gesagt, mich verwirrt das schon, gleich zu Beginn des Threads!

Gruß 🧐 Gerd
 
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05.04.08
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Hallo Laurianna,

sicher wird man von der Diamond Princess einiges ableiten können (ich weiß nicht, ob da dran Leute arbeiten), aber das wird nicht alles so ohne weiteres vergleichbar sein, da es dort ja schon eine Sondersituation war (welche Rolle Einkaufen, Arbeitsleben und Kinder/Schule spielen z.B. kann man daraus ja nicht gewinnen). Ich hörte allerdings, dass in Heinsberg jetzt Studien gemacht werden sollen, wo man derartiges rausfinden kann.


Hab ich gar nicht gesehen/kann es nicht erinnern (im Text). Nur so verstanden, dass man seiner Meinung nach die Experten aufgrund vergangener Situationen bewerten sollte (da im Nachhinein ja mehr Zeit ist, zu prüfen, wer arg falsch lag und/oder interessengetrieben falsche Aussagen macht).
Ansonsten würde ich sagen (also meine Meinung), sich die Einschätzung von verschiedenen Experten anhören. Bei Diskrepanzen in den Aussagen ggf. bei den Beteiligten nachfragen, wie diese unterschiedlichen Aussagen zustande kommen. Zudem haben die Politiker ja auch eigene Berater und es gibt den wissenschaftlichen Dienst vom Bundestag. Das kann auch nur dazu führen, dass möglichst wenig Fehler passieren, vermeiden lassen sie sich nicht.

Viele Grüße
Hallo damdam,
das verfolge ich auch mit Heinsberg, finde auch interessant, was Prof. Streeck zu sagen hat. Die Daten scheinen ja noch aufbereitet bzw. gesammelt zu werden. Nach seinen bisherigen Auswertungen scheint keine große Ansteckungsgefahr über Oberflächen zu bestehen. Es wurden zwar Viren gefunden, die aber nicht weiter angezüchtet werden könnten, was bedeutet das eigentlich im Klartext?

Auch wenn man in Kontakt mit diesen käme, würden diese quasi stagnieren und sich nicht weiter vermehren?

Das mit dem Sinn etc wurde so gesagt. Ich fände es auch sinnvoll einen runden Expertentisch aus Wissenschaftlern zusammenzustellen. Das beklagte auch Streeck, dass es da verschiedene Herangehensweisen gäbe, die man sinnvollerweise doch kombinieren könne.

So ein Satz, so eine Schlagzeile kann sich ja auch recht schnell verselbständigen, ohne dass jemand vielleicht nachdenkt "Diesen W'schaftlern gehört doch allen Mikro und Kamera entzogen!". Das könnte dann, erstmal verselbständigt, von verschiedensten Seiten für verschiedenste Meinungs-Zwecke verwendet werden!

Hallo Gerd,

da gebe ich dir Recht, als Schlagzeile allein gesehen, lässt sich das in verschiedene Richtungen interpretieren. Da aber damdam freundlicherweise eine Zusammenfassung und einen Link zum Text gepostet hat, kann man sich neben dem Schauen des Videos einen Überblick verschaffen, wie das eigentlich gemeint war.

Ansonsten irritiert mich deine weitere Kritik, kritisiert du, weil Mara ihren Beitrag zum "Nachdenken" betitelt hat, oder den Inhalt des Videos?

Viele Grüße
 
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02.10.10
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Hallo Laurianna,

hab jetzt gefunden, wo es steht mit dem Sinn usw. Das war so gemeint, wie ich es oben geschrieben habe, mit dem es im Nachhinein zu beurteilen. Dass man dann mehr Zeit hat (dann auch viele Leute befragen kann), um die Qualität von dem, was Experten sagen, zu bewerten. Im Grunde muss so ein Expertengremium für bestimmte Fragen ja schon vorher bestehen, und nicht erst im Fall der Fälle zusammengetrommelt werden.

Und bei der Besetzung muss man sich halt ein paar Gedanken machen. Und die Experten als Regierung halt auch anhören, wenn man sie nun schon hat (ist leider nicht selbstverständlich).

Viele Grüße
 
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05.04.08
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Zur Info anbei eine Tabelle über die Exzessschätzungen und tatsächlich laborbestätigter Todesfälle durch Grippe in den Jahren 2001-2019

Die Grippezahlen werden immer wieder herangezogen um die Harmlosigkeit des SARS-CoV-2 zu untermauern. Doch so sehr wie die Covid-19 Todesfälle angezweifelt werden (ob mit oder durch), so wenig wird bei den Grippezahlen gezweifelt und recherchiert, denn auch dort müsste eigentlich erst Recht die gleiche Frage gestellt werden. Denn diese Zahlen werden durch die Differenz von Sommer- und Winter Gesamtmortalitäten ermittelt.

Wenn man sich nun zum Beispiel auf der Tabelle das Jahr 2017/2018 anschaut, so sieht man bei der Exzessschätzung die durch Differenz ermittelte Zahl von 25 100 (die Zahl, die immer wieder in den Raum geworfen wird) und daneben die tatsächlich laborbestätigten Grippe-Todesfälle in Höhe von 1674.

Bedeutet, dass von den 25100 geschätzten Fällen, nur 1674 eindeutig dem Grippevirus als Todesursache zugeordnet wurden.
 

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Bedeutet, dass von den 25100 geschätzten Fällen, nur 1674 eindeutig dem Grippevirus als Todesursache zugeordnet wurden.

Hallo Laurianna,
da kommts dann wohl drauf an, welche Informationsquelle man her nimmt ;)

Hier ist zu lesen:
Besonders viele Grippetote 2017/2018

Eine Grippe kommt oft plötzlich - und ist manchmal gefährlich: Nach Schätzungen des Robert-Koch-Instituts war die vorletzte Grippewelle in Deutschland die stärkste seit 30 Jahren. Sie kostete 25.000 Menschen das Leben.

 
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10.01.04
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Warum wird jetzt diese Diskusssion um Grippe ./.Corona wieder aufgenommen? Ich denke, diese Diskussion taugt weder zum Verharmlosen der Corona- noch der Grippe-Kranken bzw. -Toten noch hilft sie in irgendeiner Form weiter.
Außerdem fehlt mir bei diesen Zahlenvergleichen immer der weltweite Vergleich von gleichzeitig Erkrankten bw. Toten auf der ganze Welt-

In Zeiten von Pandemien wurde früher der Teufel gerne als Schuldiger genannt. Der ist heute nicht mehr sooo "in". Aber es gibt ja andere Möglichkeiten, die Bösen/Schuldigen zu benannen. Damit kann man seine Angst und Wut ausrichten, ob das aber die richtig Richtung ist? Ich habe starke Zweifel.


Grüsse,
Oregano
 
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In Zeiten von Pandemien wurde früher der Teufel gerne als Schuldiger genannt. Der ist heute nicht mehr sooo "in". Aber es gibt ja andere Möglichkeiten, die Bösen/Schuldigen zu benannen. Damit kann man seine Angst und Wut ausrichten, ob das aber die richtig Richtung ist? Ich habe starke Zweifel.
Grüsse,
Oregano
Gibt's überhaupt einen Schuldigen?
Es könnte ja sein, dass wir Menschen alle zusammen dafür verantwortlich sind, dass wir da stehen, wo wir jetzt sind. Der Schaden an unserer Natur ist mit nichts zu entschuldigen.
Ich persönlich vermute, dass es einen Zusammenhang mit der Pandemie gibt.

 
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Hallo Laurianna,
da kommts dann wohl drauf an, welche Informationsquelle man her nimmt ;)

Hier ist zu lesen:
Besonders viele Grippetote 2017/2018

Eine Grippe kommt oft plötzlich - und ist manchmal gefährlich: Nach Schätzungen des Robert-Koch-Instituts war die vorletzte Grippewelle in Deutschland die stärkste seit 30 Jahren. Sie kostete 25.000 Menschen das Leben.
Nein, Mara, du hast nicht genau genug gelesen. Dein eigenes Zitat sagt es: 25000 ist eine Schätzung. Dagegen sind nur verhältnismäßig wenige Fälle wirklich per Test als Influenza nachgewiesen gewesen. Laurianna hat völlig recht.
 
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10.01.04
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Ich finde den Faktenfuchs immer wieder recht informativ.
Falls hier das Video von dem einstigen Professor eingestellt werden sollte, gleich die Antwort dazu:


Grüsse,
Oregano
 
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15.05.13
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Ich finde den Faktenfuchs immer wieder recht informativ.
Falls hier das Video von dem einstigen Professor eingestellt werden sollte, gleich die Antwort dazu:


Grüsse,
Oregano
Hallo Oregano,

und was hast Du aus dem Beitrag im Faktenfuchs gelernt? Hat Hockertz nun recht oder nicht?
 
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10.01.04
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Es geht hier nicht um meine Meinung. Es bleibt Dir überlassen, für Dich heraus zu finden, was Deine eigene Meinung ist.
Grüsse,
Oregano
 
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15.05.13
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Hallo Gerd,

Du hast vollkommen recht, das Thema ist in der Tat schwierig, zumal wir ja keine Experten sind, aber wir brauchen genug Zeit, viel Geduld und Informationen aus möglichst vielen Quellen, um uns eine vernünftige Meinung bilden zu können.

Prof. Dr. Schellers Beitrag zum Thema finde ich sehr sachlich, er ist Experte für Virologie und meint, dass die Datenlage unzureichend und ungenau sei, daher könne man noch nicht von einer Krise sprechen:

Das SARS-Coronavirus-2, so Scheller, sei vergleichbar mit dem Influenzavirus, auch hinsichtlich der von den beiden Viren verursachten Todeszahlen. Während der heftigen Influenza-Epidemie 2017/2018 starben in Deutschland binnen acht Wochen 25.000 Menschen an der Infektionskrankheit.
Davon, so Scheller, seien wir 2020 mit Corona weit entfernt. Dennoch sei die Angst vor dem Coronavirus bei den meisten in der Bevölkerung sehr viel größer als die Angst vor einer Influenza-Infektion im Jahr 2018. Der Grund: die marginale journalistische Begleitung der Influenza-Epidemie damals.

Scheller beklagt aktuell eine stark tendenziöse Datenlage zur Corona-Epidemie in Deutschland. Das macht er nicht vorwurfsvoll, sondern er erkennt sehr wohl an, dass das Vorgehen der Verantwortlichen den Zwängen der Situation geschuldet ist. Wegen des immer eklatanter werdenden Kapazitätsmangels sowohl hinsichtlich der Tests als auch hinsichtlich der Laborkapazität, werde das Bild stark in Richtung positiver Tests verzerrt. Denn aktuell könnten nur noch Patienten getestet werden, die bereits deutlich krank sind.

Scheller argumentiert, dass eigentlich ein Screening repräsentativer Stichproben dringend gebraucht würde. Dem kann man folgen. Allerdings lässt sich das momentan wegen begrenzter Testkapazitäten und fehlender validierter Antiköpertests nicht umsetzen.

Wie problematisch es ist, die verfügbaren Testdaten als Basis für Vorhersagemodelle zu verwenden, schildert Scheller am Beispiel einer Berechnung, die Professor Dr. Harald Lesch kürzlich im ZDF im Rahmen seiner Sendung »Leschs Kosmos« zum Thema Corona aufstellte. Basierend auf den Daten, die bis kurz vor der Sendung vorlagen, war für den Freitag der vergangenen Woche, spätestens jedoch für den heutigen Montag, ein Kollaps der Kliniken vorausgesagt worden. Dies ist nicht geschehen, wie wir wissen, weil die Zahlen, von denen ausgegangen wurde, die Wirklichkeit nicht widerspiegeln.

Aus diesen Gründen sieht Scheller die aktuellen Maßnahmen mindestens kritisch. Er empfiehlt, durchaus über Exitstrategien nachzudenken.

Einen interessanten Aspekt brachte er dann auch noch am Ende seines Videos. Er empfahl, auch einmal auf andere Gesellschaften zu schauen, und wählte als Beispiel Japan. Angenommen, den aus Japan gemeldeten niedrigen Zahlen könne man vertrauen, dann sollte man auf die offensichtlichen Unterschiede zwischen unserer und der japanischen Gesellschaft schauen.
Was da auffällt, so Scheller, ist die Angewohnheit vieler Japaner, im Winter mit einem Mundschutz ausgestattet in die Öffentlichkeit zu gehen. Man weiß, dass ein solcher Schutz den Träger nicht schützt. Er schützt allerdings das Umfeld des Trägers, da sehr viel (infektiöse) Feuchtigkeit zurückgehalten wird. In Zeiten einer Epidemie ist es sehr plausibel, dass durch das Tragen eines Mund-und Nasenschutzes die infektiöse Belastung des öffentlichen Raums stark reduziert wird.
Quelle: https://www.pharmazeutische-zeitung.de/meinungen-am-rande-des-mainstreams/seite/3/

Liebe Grüße
 
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15.05.13
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Es geht hier nicht um meine Meinung. Es bleibt Dir überlassen, für Dich heraus zu finden, was Deine eigene Meinung ist.
Grüsse,
Oregano
Also hast Du keine Meinung zum Thema? Die anderen hier äüßern schon ihre Meinung bezüglich der eingestellten Infos, sonst könnten wir uns doch gar nicht austauschen. Gerd hatte es ja auch schon bemängelt, dass Videos und Zitate gepostet werden, ohne Komentar, was dazu führt, dass man sich nicht richtig austauschen kann, was ja der Sinn dieses Forums ist. Ich hätte schon gerne Deine Meinung gewusst, denn Du bist ein Mitglied, das sich in diesem Forum überdurchschnittllich beteiligt. Ich meine jetzt keine endgültige Meinung, sondern Deinen Eindruck von diesem Beitrag, den Du ja selbst eingestellt hast, denn wir sind auf der Suche nach der Wahrheit und bilden uns langsam, aber sicher eine Meinung. Das wäre also heute eine Meinung, die dynamisch ist. ;):)
 
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