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(Corona-bedingter) Stress führt zu erhöhter Kortisolausschüttung ° Blutzucker- und Blutdruckerhöhung

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Durch die Corona-Pandemie nehmen die psychischen Belastungen weltweit zu; bei vielen Menschen steigen die Spiegel des Stresshormons Kortisol. Insbesondere für Patienten mit Hormon- und Stoffwechselerkrankungen könne dies ungünstige Folgen haben, berichteten Diabetologen und Endokrinologen bei einer gemeinsamen Online-Pressekonferenz der Deutschen Diabetes Gesellschaft (DDG) und der Deutschen Gesellschaft für Endokrinologie (DGE) [1].

Chronisch Erkrankte sorgen sich in Zeiten der Corona-Pandemie in besonderer Weise um ihre Gesundheit, da sie häufig als Risikopatienten gelten. Laut einem Bericht der Vereinten Nationen zu den psychischen Auswirkungen der Corona-Pandemie sind vor allem Menschen, die an mehreren Erkrankungen leiden, häufig verunsichert und verängstigt. Diese Menschen gerieten schnell in einen Teufelskreis aus Angst, Stress und schlechter Stoffwechsellage, was zu besonderen gesundheitlichen Herausforderungen führe, berichtete Prof. Dr. Matthias M. Weber.

„Mentaler Stress hat großen Einfluss auf Hormon- und Stoffwechselerkrankungen wie Diabetes mellitus und Bluthochdruck“, erklärte der Leiter des Schwerpunktes Endokrinologie und Stoffwechselerkrankungen der Universitätsmedizin Mainz und Mediensprecher der DGE. Bei Stress wird aus der Nebennierenrinde das Hormon Kortisol freigesetzt, das an vielen Stoffwechselprozessen beteiligt ist. Chronisch erhöhte Kortisolspiegel führten zur Abschwächung des Immunsystems, einer Zunahme der Infektanfälligkeit und zu einem Anstieg der Blutzucker- und Blutdruckwerte.

Eine aktuelle britische Kohortenstudie mit insgesamt 535 Patienten zeigte erstmals, dass das Stresshormon Kortisol auch eine Schlüsselrolle im Infektionsverlauf von COVID-19 spielen könnte [2]. Die Kortisolkonzentration im Blut war bei Patienten mit SARS-CoV-2 Infektion höher als bei Patienten ohne Infektion.

Bei den 403 Patienten mit nachgewiesener COVID-19-Erkrankung – 40% von ihnen waren Diabetiker und fast 50% hatten Bluthochdruck – korrelierte die Höhe der Kortisolspiegel mit der Prognose.
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Falls insulinpflichtige Patienten merken, daß ihr Blutzucker erhöht ist, sollten sie sich mit ihrem Diabetes-Arzt beraten, ob evt. die Insulindosis erhöht werden sollte oder ob es andere Möglichkeiten gibt, denj Blutzucker stabil zu halten trotz Stress = Kortison-Ausschüttung = Blutzuckeranstieg.

Grüsse,
Oregano
 

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