@sille9 Danke für Deine Rückmeldungen.
Habe noch etwas gefunden. Für alle, die vermuten, dass "Migräne" hier oder bei ihnen auch wieder nur ein eng verknüpfter Bestandteil eines größer zusammenhängenden Geschehens ist. Oder denen z.B. (niedrigdosiertes) Amitrypitil, Nortryptilin, Duloxetin und SSNRI auch zunächst einfach überhaupt nicht geheuer ist.
Lest euch mal in dieses Buch ein:
(wenn ihr es euch leisten oder anderweitig finden könnt)
Und dann folgt dieser Spur zu:

und hier zu den Untersuchungsmöglichkeiten:
Arbeitsgemeinschaft Autonomes Nervensystem
Autonome Labore in Deutschland und Österreich sowie Hospitationen
Die Erfolge von trizyklischen Antidepressiva und teilweise SSNRI, wie auch ausgewählter Antihistaminika, gehen dabei wahrscheinlich vor Allem auf die anticholinerge Wirkung zurück. Also die Reduktion des parasympathischen Nervensystems.
Das kann nämlich im Gegensatz zum allseits dummdämlichen Tenor nämlich massiv überaktiv sein und in Folge die Respons des sympathischen Nervenssystem hemmen, wie für die Blutdruck-/ und Gefäßregulation beim (Auf)Stehen erforderlich.
Und/oder in Folge das SNS ebenfalls in die Höhe treiben, wobei dann bei Senkung des SNS durch Stressabbau, Betablocker o.ä. vieles schlimmer und noch instabiler wird. Das ist dann eine "versteckte" PNS-Überaktivität.
"Still" ist es sowieso alles daran, da sich Schäden durch autonome Dysfunktion nur über Jahre und Jahrzehnte an fortschreitenden Dysfunktionen betroffener Organe zeigen.
Das PNS könne sich in der Regel nur sehr langsam wieder auf Normalniveau einpendeln - über den Lauf eines 3/4-1 Jahr.
Und natürlich kann auch nur das SNS isoliert erhöht sein oder nur dessen Reaktivität auf kurzfristige Reize vermindert sein.
Die richtigen Messungen sind wichtig denn nur mit ihnen kann man die richtige Ausgangssituation erfassen und nachweislich sehen und dokumentieren, dass und wie gut eine Maßnahme überhaupt anschlägt.
Fragebögen gezielt zur validierten klinischen Bewertung autonomer Dysfunktion, die man auch zur Selbsteinschätzung (verlinkt) und im Verlauf verwenden kann, sind bspw. der
- COMPASS 31 (Composite Autonomic Symptom Score) mit 31 Fragen, der aus dem umfangreicheren 84-Punkte COMPASS und dieser wiederum aus dem 169-Punkte ASP (Autonomic Symptom Profile) hervorgeht.
- Der SF-36 (Short Form-36) hingegen ist allgemeiner zur Lebensqualität (QoL) über 8 Bereiche: Körperliche Funktionen, körperliche Einschränkungen, emotionale Einschränkungen, Grade an Energie oder Erschöpfung, emotionales Wohlbefinden, soziale Einbindung, Schmerzen und Allgemeingesundheit.
Von bunten VNS-Analysen (VNS=Vegetatives Nervensystem =ANS=Autonomes NS) bei Privatärzten und Heilpraktikern oder in teuren Geräten mit Apps für den Heimgebrauch sollte man im Übrigen tunlichst die Finger lassen, oder eben ohne größeres Gesamtbild keinen Deut auf deren Ergebnisse geben, da diese:
- nur die Herzfrequenvariabilität (HRV) für das SNS messen aber nicht die respiratorische Aktivität als unabhängiger Marker des PNS. Also keine absoluten Ergebnisse zu SNS und PNS sondern nur deren Verhältnis gegeben werden.
- selbst diese Messungen nur in einem strikten Atemfrequenz-Bereich (z.B. 9-14/Min) verlässlich sind, weil es bei langsamerer oder schnellerer Atmung zur Interferenz mit den Herzrythmusdaten kommt.
Entsprechend sollten diese Atmungsanweisungen für HRV-Resonanz meistens völliger Mist sein. Da diese einfach nur die messtechnische, nicht aber die biologische/physiologische Verbesserung anzeigen.
Zu bunten Neurotransmitter-Laboranalysen gilt im Übrigen das Gleiche: Isoliert ziemlich sicher unbrauchbar und irreführend statt vollständig oder aufklärend.
Peace.