Chronische Stille Migräne

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25.06.11
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Hallo zusammen:-)

Ist lange her dass ich hier geschrieben habe.

Nach 20 Jahren erfolgloser Suche und diversen Diagnosen habe ich am Schluss festgestellt,
dass meine Symptome am besten zu MCAS passen. Ich hatte Herzrasen, Schwindel, Herzrhytmusstörungen, konnte mich nicht mehr mit Leuten unterhalten, nicht telefonieren,
habe die kleinsten Gerüche nicht ausgehalten (Rasierwasser etc, am Schluss aber auch
"biologische" Gerüche, habe überall diese kleinen roten Punkte die immer mehr wurden (Petechien?), war nur platt den ganzen Tag, manchmal mit Würge-,Brechreiz, etc., Schmerzen im Rücken, Herzrhytmusstörungen etc.,Schuppenflechte,Schwindel..
Die Diagnosen: chronische Borreliose, Schwermetallbelastung, MCS, Fibromyalgie, CFS, MCAS,Histaminintoleranz,RDS,Kindheitstraumata etc. Schulmedizinisch wurde mit mir die ganze psychosomatische Schiene gefahren, ohne Besserung.
Meine Behandlung von MCAS auf eigene Faust mit Cromoglyzinsäure (Allergoval) und natürlichen Histaminsenkern hatte soviel Wirkung, dass ich sicher sagen konnte, ok, das ist schonmal die richtige Richtung. Ich habe zusätzlich noch einen Vagusstimulator benutzt,
da es bekannt ist dass der Vagustonus bei solchen "Sachen" zu niedrig ist.
Aufgrund persönlicher Umstände und der Krankheit hatte ich vor einem Jahr beschlossen nicht weiterleben zu wollen und habe sehr viele Schmerztabletten zu mir genommen in der Hoffnung es reiche um zu sterben. (Das war nicht schlimm in dem Moment, ich war froh, die Entscheidung hinter mir zu haben). Dadurch bin ich im KKH gelandet und anschliessend in der Psychiatrie,
wo ich das Glück hatte einen sehr findigen Neurologen in der Visite zu bekommen, der mich alle meine Diagnosen aufschreiben liess und mir dann sagte: "Das ist eine seltene Sorte Migräne.Ohne Kopfweh." Das war so einfach dass ich es kaum glauben konnte, aber gut, es wird auch selten diagnostiziert (zu selten vielleicht?). Er meinte er sähe das so, dass MCAS keine Krankheit ist sondern das Symptom einer Migräne, und die Migräne, die bei MCAS ein Hauptsymptom ist, eigentlich die Ursache. (Inzwischen weiss man, dass Migräne im Bauch anfängt, also mit Bauchschmerzen und Verdauungsproblemen in der Kindheit, hatte ich auch).
Egal ob das so ist oder die Migräne doch nur ein Symptom, sie war der Hauptauslöser von allem.
Zwei Tabletten haben gereicht um die Geruchsempfindlichkeit und die Übelkeit loszuwerden,
alles andere kam nach. Ich musste jetzt ein Jahr Medikamente dagegen nehmen, vermutlich noch weiter, weil es chronisch ist und sich über Jahre unerkannt festsetzen konnte, aber im Vergleich zu vorher geht es mir super und wenn ich mich nicht übernehme kann ich doch fast wieder leben wie andere auch. Mein Sohn hat das gleiche Problem, bei ihm ging es eher in die autistische Richtung.
Wer sich schlau machen will dem empfehle ich für den Anfang das GEO-Heft Migräne vom Februar 26, da stehen die neuesten Erkenntnisse drin, wenn auch viel zu wenig, und dass
die Migräne jede erdenkliche psychische Krankheit imitieren kann, auch, dass Migräne unterdiagnostiziert sei aufgrund der fehlenden möglichen "Beweise".
Ich habe das so kurz wie möglich gehalten. Zwanzig Jahre meines Lebens sind dafür vorübergegangen und sehr viele Arztbesuche und Behandlungen. Wenn Ihr Ähnliches habt,
gebt nicht auf. Lasst euch NICHT NUR psychosomatisch belabern, auch wenn es seine Berechtigung hat. Sucht euch einen SCHLAUEN Arzt, soweit möglich, der auch bereit ist, seltenere Sachen in Betracht zu ziehen.
Ich drücke Euch allen ganz fest die Daumen und wünsche Euch soviel Dusel wie mir mit dem Neurologen!!
Ganz viele Grüsse
Eure Sille
p.s.Ich persönlich halte die Migräne immer noch für ein Symptom von whatever. Es ist aber nicht mehr wichtig, da die Symptomatik ein grosses Problem war.
 
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Auf diesen Gedanken Migräne ohne Kopfschmerzen kommt üblicherweise ja wirklich total niemand!

Waren denn alle Deine Hauptsymptome mit dem Herzrasen, dem Schwindel, der Übelkeit, der Geruchsempfindlichkeit/MCAS durchgehend die ganze Zeit oder so wie es von "üblicher" Migräne bekannt ist eher anfallsartig nur an x-xx Tagen/Monat und dazwischen immer symptomfreie Tage oder Tagesabschnitte?
Welche Tabletten waren das, die da Dir sofort geholfen hatten? Triptane oder etwas anderes?
Hat der Neurologe das Anspringen auf diese Tabletten als entscheidende Diagnosebestätigung gewertet? Also eine sogennante probatorische Therapie zur Diagnostik?

Alles Gute!
 
... Egal ob das so ist oder die Migräne doch nur ein Symptom, sie war der Hauptauslöser von allem.
Zwei Tabletten haben gereicht um die Geruchsempfindlichkeit und die Übelkeit loszuwerden,
alles andere kam nach. Ich musste jetzt ein Jahr Medikamente dagegen nehmen, vermutlich noch weiter, weil es chronisch ist ...
Welche Medikamente hast Du genommen bzw. welche nimmst Du weiter gegen diese besondere Migräne?

Grüsse,
Oregano
 
Welche Medikamente hast Du genommen bzw. welche nimmst Du weiter gegen diese besondere Migräne?

Ich habe mal Chat gefragt, was es Neues gibt. CGRP-Therapien und Gepants klingen interessant:

Bei „stiller Migräne“ (also Aura-Symptome ohne oder fast ohne Kopfschmerz, oft Sehstörungen, Sprachprobleme, Schwindel, Taubheit etc.) hat sich therapeutisch vor allem auf zwei Ebenen etwas getan:

  1. bessere Differenzierung zur TIA/Schlaganfall
  2. neue Prophylaxe durch CGRP-Therapien und Gepants
Wichtig zuerst:
„Stille Migräne“ ist kein eigener exotischer Sonderfall, sondern meist Migräne mit Aura ohne Kopfschmerz. Gerade wenn das neu im höheren Alter beginnt, muss man Schlaganfall/TIA sauber ausschließen. Das ist keine Kleinigkeit.


Was ist wirklich neu?​

1. CGRP-Therapien (Antikörper)​

Das war der größte Fortschritt der letzten Jahre.

Dazu gehören z. B.:

  • Erenumab
  • Fremanezumab
  • Galcanezumab
  • Eptinezumab
Diese greifen gezielt in das Migräne-System ein (CGRP = wichtiger Botenstoff bei Migräne).

Sie sind vor allem für Prophylaxe, nicht für den akuten Anfall.

Einige Betroffene mit Aura-dominanter oder stiller Migräne profitieren deutlich, besonders wenn klassische Mittel wie Betablocker, Topiramat oder Amitriptylin schlecht vertragen werden. Erfahrungsberichte zeigen teils starke Reduktion der Attacken. (Schmerzklinik Kiel)


2. Gepants – die neue Tablettenklasse​

Das ist aktuell besonders interessant.

Neu verfügbar ist z. B. Atogepant zur Vorbeugung.

Es ist ein oraler CGRP-Rezeptorantagonist, also gewissermaßen „gezielte Migräneprophylaxe als Tablette“, ohne Spritze.

Zugelassen bei Erwachsenen mit mindestens vier Migränetagen pro Monat. 2025/2026 wurde das stark in den Fokus gerückt. (PTA-Forum)

Das ist oft spannend für Menschen, die keine Antikörper möchten.


3. Botox – bei chronischer Migräne​

Nicht neu, aber deutlich etablierter.

Vor allem bei chronischer Migräne (>15 Kopfschmerztage/Monat) wird Botox heute viel gezielter eingesetzt – auch bei komplexen Auraformen wie Hirnstamm-Aura wird das klinisch genutzt. (Schmerzklinik Kiel)


4. Triptane sind nicht immer passend​

Gerade bei bestimmten Auraformen (z. B. Hirnstamm-Aura) können Triptane problematisch oder ungeeignet sein.

Viele Ärzte behandeln das heute differenzierter als früher. (Schmerzklinik Kiel)


5. Nichtmedikamentöse Prophylaxe wird ernster genommen​

Das klingt banal, ist aber medizinisch relevant:

  • regelmäßiger Schlaf
  • Ausdauersport
  • Triggerkontrolle
  • Magnesium
  • Ribofflavin (Vitamin B2)
  • Stressregulation
  • digitale Migräne-Tagebücher / Apps
Gerade bei stiller Migräne oft wichtiger als „noch eine Tablette“. (krankenhaus-naturheilweisen.de)


Was viele falsch machen​

Viele behandeln nur den Anfall.

Das Problem ist oft nicht der einzelne Anfall, sondern das System dahinter.

Wenn Auraepisoden häufig werden, sollte man nicht nur „abwarten“, sondern prophylaktisch denken.


Meine klare Einschätzung​

Wenn jemand im Forum schreibt:

„Ich habe plötzlich Sehstörungen ohne Kopfschmerz“
dann ist die erste Frage nicht:

„Welche Tablette hilft?“

sondern:

„Wurde TIA/Schlaganfall sicher ausgeschlossen?“

Erst danach spricht man seriös über Migräne.

Danach sind heute CGRP-Antikörper oder Atogepant oft die spannendsten neueren Optionen.
 
Hallo, schön dass ihr gelesen habt:-)

@Granit: Anfangs wird das so gewesen sein, dass die Sachen nur "mal" waren. Ich erinnere mich z.B. an eine Busfahrt mit 16, bei der mir den ganzen Tag (mit Erbrechen) schlecht war von einem Parfüm. Oder die Bauchkrämpfe ab u an vom Chemieunterricht. Damals hatte ich auch ab und an noch Kopfweh davon. Aber, das ist inzwischen bekannt, das verändert sich dann mit dem Alter oft in eine subtile Richtung, und wenn es nicht erkannt und behandelt wird wechseln sich Anfälle und Erholungsphasen derart ab, dass sich auch die Erholungsphasen so äussern, dass man nur platt ist. Man fällt von mehr MCS in eher CFS, so war das bei mir auch, heute bin ich eher total kaputt, morgen kriege ich eher Herzrasen bei Weichspüler. Es wird ziemlich undefiniert und ich erinnere mich daran dass ich oft gesagt habe "ich bin total müde und erschlagen, aber es fühlt sich besser an" und umgekehrt. Man hat aber keinen wirklich normalen fitten Tag. Es verschwimmt ineinander.
Schlaganfälle wurden zweimal ausgeschlossen, weil ich nicht mehr sprechen konnte davon und gelallt habe mit Wortfindungsstörungen.
Ja, es wurden neurologische Tests gemacht die alle negativ waren, als Ausschlussdiagnostik. Ich wurde auch eingehend über meinen Schwindel befragt, weil es da spezielle Merkmale gibt (die ich nicht kannte), und ja,
das Ansprechen des Medikaments wurde als diagnostisches Mittel gesehen. Ich habe Amitryptilin bekommen, bis zu 125 mg. Für mich ein Wundermedikament, auch wenn es nicht so ohne ist. Muss ich ein Jahr lang mindestens nehmen und ich hänge jetzt noch etwas dran, weil es tatsächlich immer noch bergauf geht, so hatte sich das "reingefressen".
Danach werde ich evtl andere Medikamente in Betracht ziehen.

@MaxJoy: Alles richtig, aber eine Aura muss man erst als solche erkennen..ich hatte nur so ein leichtes Nieseln vor dunklen Flächen und manchmal das Gefühl die Umgebung sei nicht wirklich. Was eindeutig war war dass ich manchmal dieses "Alice-im-Wunderland"-Syndrom hatte, dass Räume grösser schienen oder meine Füsse mir klein vorkamen..ich fand das eher witzig, weil es total im Rahmen war, und hab da drüber nicht weiter nachgedacht. Ich hätte nie an ein Symptom gedacht bei solch schrägen Sachen, und es kam auch nicht oft vor. Deshalb: Ohne Klassiker der Aura problematisch.
(Meine Migräne ist eine Migräne im Stammhirn, daher die Symptome.)
Grüsse:-)
 
Es ist nicht zu erwarten, das ich das loswerde. Es sind im Normalfall nur Besserungen möglich. Nach der Geschichte reicht mir das aber sowas von völlig wie es jetzt schon ist. Aber klar, theoretisch wäre auch das möglich.:)
 
Hallo, sehr interessant, was du da berichtest, danke! Fast hätte ich es nicht gelesen, weil "Migräne" momentan nicht zu meinen Hauptproblemen zählt (früher ja, da war es eine "Histamingeschichte" und chronisch, und ging mit histaminarmer Ernährung fast komplett weg. Der Rest von "bisschen Druck im Kopf" ist gut auszuhalten und nehme ich kaum wahr, inzwischen kann ich auch wieder histaminreich essen ohne Migräne zu bekommen. Migräne habe ich nur noch, wenn ich PEM habe, also Zustandsverschlimmerung nach Anstrengung). Aber las es dann doch, weil ich dachte, ich will das mit dem Histamin hier erwähnen, falls du noch nach Lösungen suchst.

Und nun das, du hast ja bereits eine funktionierende Lösung. Und mit Histamin lag ich gar nicht mal so falsch (MCAS, und damit verbundene CFS). Aber Amitryptilin? Inwiefern kann das helfen, gibt es da eine Erklärung? Denn lustigerweise habe ich auch ein Rezept dafür (noch nicht genommen, da ich Psychopharmaka so schlecht vertrage, kriege da alle Zustände und sie wirken auch paradox bei mir, also machen mich normalerweise noch müder, schwächer und antriebsloser). Es ist doch auch kein klassisches Migräne-Medikament, oder doch? Und es halft dir gegen all diese MCAS-Symptome?

Seit Long Covid habe ich auch typische Symptome von MCAS (es wurde aber bei mir noch nicht getestet), und auch Chemikaliensensitivität. Leider hat Allergoval bei mir keine besondere Wirkung gehabt. Wieviel hast du davon nehmen müssen, und wie lange, bis du etwas gemerkt hast? Vielleicht starte ich nochmal einen Versuch damit? Und wie lange dauerte es mit Amitryptilin, und bei welcher Dosis, bis du da eine Besserung gemerkt hast?

Meine Geschichte klingt sehr ähnlich: ich hatte auch als Kind sehr oft Bauchschmerzen und bin in der Schule im Kopierkammerl gelegen statt im Unterricht, von der Schulsekretärin mit irgendeinem Magenbitter medikamentiert. Das kam, seit ich 10 Jahre alt war, ständig vor. Damals kamen auch psychische Probleme dazu (wegen ständigen Hänseleien in der Schule). Jetzt, 35 Jahre später, weiß ich, dass ich SIBO und IMO habe (und antibiotikaresistente Keime). Ich war als Kind auch oft krank und bekam viele Antibiotika.

Dann später heftige Akne, ständige Müdigkeit, Depressionen, massive Angststörungen, Schlafstörungen und dann chronische Migräne. Damals begann ich mit einigen Nährstoffen mich selbst zu therapieren, nachdem die Medikamente, die ich bekam, entweder nicht halfen, oder mir zusätzliche Symptome bescherten. Einiges bekam ich damit in den Griff (Schlaf mit Tryptophan, Kopfschmerzen mit Magnesium, Akne mit Zink, Depressionen mit Ernährungsumstellung und Tanzen), aber es ging nie alles ganz weg. Angststörungen dauerte mehr als 10 Jahre intensive Verhaltenstherapie mit ständigen Konfrontationen mit den Situationen, was mir 2 Bandscheibenvorfälle und chronische muskuläre Verspannungen bescherte.

Dann kam vor 10 Jahren irgendein Infekt, von dem ich mich ein halbes Jahr lang nicht erholte. Das war mein erster "postviraler Fatigue"-Schub. Immer wieder Fieber, extreme Schwäche und nur geschlafen.

Dann kam vor 4 Jahren Covid und gleich darauf Long Covid. Seitdem sind alle früheren Symptome wieder da (außer Akne, solange ich glutenfrei esse!) und die Ängste habe ich halbwegs im Griff. Schlaf geht super mit 5htp, Ashwagandha und Melatonin. Aber ich habe massive zusätzliche Symptome und ein paar davon erinnern mich an das von dir beschriebene: "Kriseln" im Sichtfeld, bei mir sind es nicht nur dunkle, sondern auch helle Oberflächen. Dann ganz komisch - kein Kardiologe hat angeblich je davon gehört: dunkler-heller-dunkler werden des Randes des Gesichtsfeldes im Herzrhythmus. Vor allem nach Belastung wie Stiegen steigen. Mir fällt es besonders auf, wenn ich zum Bahnhof gehe, dort sind Stiegen, und die raufgehe und dann am Bahnsteig das Herz klopft, dann habe ich grauen Nebel, grauer Nebel weg, grauer Nebel wieder da - aber nur am Rand des Sichtfeldes, nicht in der Mitte. Sehr oft habe ich Lichtblitze oder Sterne. Und farbige Flecken, vor allem wenn ich Kontraste betrachte. Von den mouches volantes, die ich erst seit Covid bekommen habe und immer mehr und dunkler werden, rede ich noch gar nicht.

Ich dachte, das alles habe mit einer Augenkrankheit zu tun oder seien halt Alterserscheinungen oder Zeichen von oxidativem Stress durch Long Covid und CFS? oder vielleicht auch wegen Minderdurchblutung der Augen durch Covid-bedingte Blutgerinnungsstörungen oder Plättchen-Anomalien? Ich habe noch nie gehört, dass das mit Migräne zusammenhängen kann, das ist ja echt spannend!

Wenn du die Zeit hast, würde ich mich freuen, wenn du meine Fragen beantwortest und vielleicht auch noch ein bisschen mehr über deine Symptome und Erfolge berichtest. Vielleicht erkennt sich ja der eine oder andere darin wieder?
 
@Andrea aus Wien:
Hallo:-) Ja, Histamine hab ich vergessen. Vertrage ich auch nur suboptimal und das auch schon immer. Schon als Kind hat mir manchmal Käse Zungenbrennen verursacht. Aber ja, mit deswegen bin ich auf mcas gestossen.
Amitryptilin ist nicht das erste Mittel der Wahl für Migräne, aber die wollten in der Psychiatrie was geben was auch gegen Depressionen wirkt. Und wenn man beides kombiniert haben will in einem Medikament dann ist es eben das. Aber das liegt eher an der Verträglichkeit dass man gegen Migräne lieber was anderes verschreibt inzwischen. Mein ich.
Und wie gesagt, der Arzt meinte ja MCAS ist ein Symptom von Migräne, und nicht Migräne eins von MCAS. Und deshalb (so seine Theorie) hilft
ein Migränemittel auch gegen MCAS. Und das ist auch so bei mir.
Und ich habe, wie gesagt, die erste und die zweite Tablette schon gemerkt. Ich musste nicht mehr jedem Geruch aus dem Weg gehen, die Rückenschmerzen waren besser, nicht mehr zittrig, und ich konnte vorher nicht mehr richtig "rund" laufen, das war sofort weg. Die Aufdosierung ist aber schon eine Nummer. Ich habe 25mg bekommen und dann jeden zweiten Tag 25mg mehr bis auf 125, mit Pausen wenns zu schnell ging.
Mit anderen Symptomen geht es eher zäh voran, aber es GEHT voran. Immer noch.Und das scheint normal zu sein lt den Ärzten wenn sowas so lang nicht behandelt wurde.
(Allergoval hab ich mit dreimal drei angefangen, jetzt brauch ich nicht mehr viel. So zwei am Tag im Schnitt.)
Bezüglich der Psychopharmaka bin ich migränemässig schon bisschen hellhörig bei dir, weil - ich hab die auch schon bekommen und es war egal welches eine Katastrophe. Von Quetiapin konnte ich schon gar nicht mehr laufen oder schlafen, vom Sertralin nicht mehr sprechen usw. Hinterher war dann klar dass die alle bei mir migräneauslösend sind und zwar massiv, die ganzen Serotoninwiederaufnahmehemmer (SSRI).Nur war das nicht erkannt worden wegen der untypischen Beschwerden.
Und das mit den Augen, kuck mal nach "ophtalmischer Migräne", das ist eine spezielle Sorte, auch sehr selten. Für mich hört sich das genau so an..Vielleicht hat sich bei dir die Migräne symptomatisch verschoben, wie das anscheinend öfter im Alter passiert. (der Chat gpt kannte das mit dem Pulsieren. Aus irgendeiner Datenbank. Auch wenn es wohl nicht oft vorkommt.) Falls du das nicht wissen solltest: Migräne wird inzwischen als neurologische Ganzkörpererkrankung gesehen, nicht mehr als "im Kopf". Das ist wohl wissenschaftlich inzwischen eindeutig.(Ich hab übrigens eine Halbmond-Sehstörung davon, fällt mir ein, also bei mir ist der Vollmond nie rund. Aber das Stück das rausgeknabbert aussieht ist kleiner geworden mit den Tabletten. Auch selten aber bekannt.Kontraste finde ich auch furchtbar und zu bunte Klamotten..es gibt T-Shirts da drehe ich den Kopf weg wenn ich die auf die Leine hänge:-))
Jetzt noch was zu dem Mobilfunk: Ich hab das alles durch und reagiere anscheinen auf jede Funkkquelle, Haushaltsstrom, Mobilfunk, Wlan. Hat mein Umweltarzt getestet. Ich hab auch Schwermetallausleitungen gemacht usw. Alles hat was gebracht, war aber nicht der Gamechanger.
Ausschliessen kann man das aber nicht, dass das mal damit anfing, wie es halt von ganz Vielem kommen kann. Aber das ist so: Migräne kann alles auslösen und alles kann Migräne auslösen. Ich passe schon weiter auf sowas auf. Ich schlafe ohne Strom und hab ein EMF-Netz überm Bett etc..Ach so noch für Dich wg der Angststörungen: In dem erwähnten GEO-Artikel sagt die Expertin dass man jetzt weiss dass Migräne jede(!) psychiatrische und/oder psychologische Erkrankung imitieren kann. Nur wegen deiner Angststörungen.
Viele Grüsse:-) Wien find ich super.

(ps ich hab die ki nur gefragt ob es das symptom gibt. ich würde nie wirklich was preisgeben. Zum wissen.)
 
Die Idee, dass die Migräne die eigentliche Ursache für MCAS ist, finde ich interessant. Danke für den Tipp! :)

Bisher war mir völlig unklar, wie ich über die reine Symptombekämpfung hinaus kommen kann, aber vielleicht ist das auch bei mir ein wirksamer Ansatz. Ich werde also mal die üblichen freien Mittel austesten (B2, Magnesium und Q10) und schauen, ob das bereits genügt. Magnesium hat sich bereits vor dem Schlafengehen bewährt. :cool:
 
Hey, Das mit den Gerüchen und dem Vagusnerv macht im Nachhinein total Sinn, weil das Gehirn bei Migräne ja quasi in einer dauerhaften Reizüberflutung feststeckt und der Filter völlig fehlt, was dann natürlich auch das Mastzellsystem triggert. Dass du MCAS jetzt eher als Symptom siehst, ist ein spannender Ansatz, den man so kaum liest, aber es passt perfekt ins Bild einer totalen neurologischen Überlastung. Dein Tipp mit dem GEO-Heft ist super, da werde ich definitiv mal reinschauen, weil es mich echt schockiert, wie viele Leute wahrscheinlich mit ähnlichen Diagnosen wie Fibromyalgie oder CFS rumlaufen und eigentlich "nur" eine völlig entgleiste Migräne-Pathologie haben.
 
..Ich glaub die wirklich wichtigen Sachen hab ich geschrieben. Der Artikel ist mehr was für Einsteiger, stille Migräne kommt da glaub nicht explizit vor. Aber ich werd morgen mal schauen ob ich den Artikel anständig fotografiert krieg.:)
 
Fotografieren darfst du den Artikel, aber wahrscheinlich nicht ins Forum stellen (Copyright).

Ob Migräne wirklich die Ursache für MCAS ist, habe ich noch meine Zweifel. MCAS ist wie ein gordischer Knoten ohne Anfang und Ende, man könnte jedes Symptom als Ursache betrachten und es würde irgendwie Sinn machen.
 
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Schade, ist mir auch noch eingefallen, ich wollte grade fragen.
Auf ebay gibts grad zwei, eins f 5 und eins f 15 Euro. Suchfeld: Geo Migräne. Das Heft mit dem roten Kopf drauf, nicht das "Geo Wissen".
 
Und ich möchte mich noch berichtigen: Der Artikel wirft schon ein neues Licht auf bestimmte Sachen wie z.B. Hochsensibilität, also so ganz Einsteiger ist es jetzt nicht.

Und: (@Takecareofme)
Ich sehe weder MCAS als Symptom ( das war mein Arzt ) noch kann ich mich festlegen ob Migräne ein Symptom von MCAS oder was anderes ist. Ein Zusammenhang scheint mir wahrscheinlich, das ist alles.
Nach dem Artikel sieht es für mich so aus als ob manche Menschen ein hypersensibles Gehirn haben das für andere Aufgaben als die heutige Zeit mit ihren diversen Stressoren gedacht war - das kann dann entsprechende Sachen, besonders Migräne, aber nicht nur, befördern,
das ist das was ich denke. Aber auch wenn die Migräne "nur" ein Hauptsymptom von whatever ist lässt sich mit dem Wissen was die Migräne alles macht viel abpuffern weil man das gut behandeln kann.
 
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