Brainfood - macht leistungsfähiger, aber nicht klüger

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Aus dem Mailing der schweizerischen Gesellschaft für Ernährung:
http://www.sge-ssn.ch/d/dienstleistungen/medienservice/newsletter/mailings/03_2007/mailing_52.pdf

Dass sich unsere Leistungsfähigkeit und Konzentration mit der richtigen Ernährung optimieren und verbessern lässt, daran scheint niemand mehr zu zweifeln. Ebenso
scheint klar, dass man sich mit Brainfood nicht gescheiter essen kann, als man bereits
ist. Die Lebensmittelpyramide der Schweizerischen Gesellschaft für Ernährung bietet die ideale Voraussetzung für konzentrierte Denker und coole Köpfe.

Unser Gehirn, die Denkzentrale

Darin, dass ein Zusammenhang zwischen der Ernährung und der Gehirnaktivität besteht,
sind sich die Forscher einig, wenn auch die einzelnen Vorgänge noch nicht vollständig erforscht
sind. Die Ernährung beeinflusst unsere Leistungsfähigkeit und die Fähigkeit, konzentriert
zu arbeiten. Sie hilft uns also, das gesamte Potenzial unserer Intelligenz auszuschöpfen.
Die angeborene Intelligenz eines Menschen lässt sich jedoch durch die Ernährung nicht
verbessern.
Das Gehirn eines Menschen wächst in der zweiten Hälfte der Schwangerschaft und in den
ersten beiden Lebensjahren am stärksten. Eine gute Versorgung mit Nährstoffen wie Omega-
3 Fettsäuren, Jod und Eisen sind in dieser Phase der Gehirnentwicklung deshalb sehr
wichtig. Massive Nährstoffmängel können unter Umständen zu einer langfristigen Beeinträchtigung
der Leistungsfähigkeit führen.
Auch später, wenn das Wachstum unseres Gehirns abgeschlossen ist, spielt die Ernährung
eine Rolle. Obwohl unser Gehirn nur etwa 2 % unseres Körpergewichtes ausmacht, beansprucht
es einen grossen Teil der aufgenommenen Energie für sich.


Nährstoffe für die Leistungsfähigkeit

Im Gegensatz zu den Muskeln und der Leber kann unser Gehirn praktisch keine Energie
speichern, sondern ist auf eine stetige Zufuhr angewiesen, um leistungsfähig zu bleiben.
Dazu kommt, dass das Gehirn wählerisch ist und sich nur mit Kohlenhydraten in Form von
Glucose (Traubenzucker) zu Höchstleistungen antreiben lässt. Eine mangelnde Versorgung
mit Glucose ist daher oft mit einem Leistungsabfall bzw. einem Konzentrationsverlust verbunden.
Aber nicht nur die Kohlenhydrate spielen eine wichtige Rolle. Auch dem Nährstoff Protein
werden wichtige Funktionen zugeschrieben: Enthalten ist er vor allem in Fleisch, Fisch, Eiern
und Milchprodukten. Protein schafft die räumliche und stoffliche Voraussetzung für das Lernen im Neuronennetzwerk. Darüber hinaus sind Proteine auch Vorstufen von Nervenbotenstoffen,
den flinken Kurieren im Nervensystem.
Auch Fett ist an der Denkleistung unseres Gehirns beteiligt. Dabei ist besonders die Qualität
des Fettes wichtig. Fett ist nach wie vor der Nährstoff, von dem wir quantitativ deutlich zu viel
konsumieren, nämlich rund 35 bis 40% der Gesamtenergie. Dabei würden rund 30% ausreichen.
Beim Fettkonsum spielen hochwertige Pflanzenöle mit reichlich ungesättigten Fettsäuren
eine wichtige Rolle. Im speziellen geht es um Omega-3, die z.B. in Rapsöl oder fettem
Meerfisch enthalten ist. Sie wirkt - einfach ausgedrückt - als Schmiermittel der Zellwände und
ist so am reibungslosen Stoffaustausch beteiligt.
Last but not least spielt Flüssigkeit in der Brainfood-Ernährung eine zentrale Rolle. Denn
eine ausreichende Zufuhr von Nährstoffen kann sich nur auszahlen, wenn täglich ausreichend
getrunken wird. 1-2 Liter Flüssigkeit braucht ein erwachsener Mensch um die unzähligen
Funktionen im Körper, an dem Wasser beteiligt ist, ausführen zu können. Eine mangelnde
Flüssigkeitszufuhr führt dazu, dass das Blut eindickt und die Nährstoffe nicht ausreichend
in unser Gehirn transportiert werden können.


Was Essen?

Brainfood ist also eigentlich nichts anderes als eine ausgewogene und vollwertige Mischkost.
Genügend Kohlenhydrate für die Energieversorgung des Gehirns, Proteine für das Gedächtnis
und den Informationsfluss, Fettsäuren als Schmiermittel für die Datenübertragung.
Am besten startet man den Tag mit einem ausgewogenen Frühstück. Ein Café Complet mit
Vollkornbrot oder ein Müesli mit frischen Früchten und Milch oder Joghurt geben jedem die
nötige Energie für einen erfolgreichen Vormittag. Auch das Mittag- und Abendessen sollte je
aus einer Portion Kohlenhydratlieferanten (wie z.B. Reis, Teigwaren, Kartoffeln), einer Proteinbeilage
wie Fisch, Fleisch, Eier, Milchprodukte und einer grossen Portion Gemüse oder
Salat bestehen. Dabei sollte die Mahlzeit nicht zu üppig und fettreich ausfallen, denn volle
Bäuche brauchen viel Energie, die unserem Gehirn dann zum Denken fehlt. Die Zeit bis zum
Abendessen kann bei Bedarf mit einer Zwischenmahlzeit z.B. aus Früchten oder Getreidecrackern
überbrückt werden.
Neben der Ernährung sind auch noch andere Faktoren an der Konzentration und Leistungsfähigkeit
beteiligt. So gehören auch Pausen zu einem Arbeitstag, die man am besten mit
etwas Bewegung an der frischen Luft verbindet. Ausreichend Schlaf nach einem strengen
Arbeitstag hilft unserem Körper, sich zu erholen und ihn für den folgenden vorzubereiten.
Lebensmittelpyramide der SGE: http://www.sgessn.
ch/d/navigation_header/lebensmittelpyramide/food_pyramid_details.html
 

Horaz

in memoriam
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Aus vielen Büchern und Diskussionen wissen wir, dass es die perfekte Ernährung für alle und jeden nicht gibt. Was ein Buch beweist, widerlegt das andere. Deshalb erfreuen uns am Büchermarkt und in Zeitschriften ständig neue Informationen darüber, was wir am besten essen und was wir am besten lassen sollen. Deshalb herrscht auch so viel Verwirrung. Oft genug konzentriert sich die öffentliche Diskussion auf das Abnehmen, weil unser Lebensstil Übergewicht fast schon zur Normalität macht.

Es gibt ein paar allgemein anerkannte Grundregeln, wie zum Beispiel, dass Obst und Gemüse gesund sind. Oder dass Fertigprodukte der Nahrungsmittelindustrie nicht die Nährstoffe beinhalten, die wir für unsere Gesundheit bräuchten. Oder, dass viele Getränke viel zu viel Zucker enthalten. Aber im Grund muss jeder seine Ernährung individuell zusammenstellen. Was tut uns gut, was weniger. Es empfiehlt sich, gründlich und regelmäßig in den Körper hineinzuhorchen, vielleicht sogar für eine gewisse Zeit ein Ernährungstagebuch zu führen.

Nicht jeder und nicht jede verträgt alles, auch wenn es theoretisch noch so gesund sein mag. Viele im Forum haben mit Unverträglichkeiten zu kämpfen und müssen ihre Ernährung dementsprechend anpassen. Die Ernährung muss uns aber nicht nur alle wichtigen Stoffe zuführen, sie muss auch dahingehend ausgerichtet sein, dass der Körper sein Säure-Basen-Gleichgewicht halten kann. Das heißt auf Lebensmittel mit basischer Wirkung ist besonders zu achten. Ist das Milieu sauer, werden negative Voraussetzungen für zahlreiche gesundheitliche Beschwerden geschaffen.

Wenn die Ernährung nicht optimal für den Körper ist, folgen Verdauungsprobleme. Die Zahl der Menschen, die an irgendwelchen "Bauchproblemen" laborieren, ist hoch. Im Darm sitzt aber der größte Teil unseres Immunsystems. Ist der Darm nicht gesund, werden wir häufig(er) krank. Deshalb ist Ernährung nicht einfach Nahrungsaufnahme, sondern die wichtigste Voraussetzung, um gesund durch`s Leben zu kommen. Diesem Umstand wird - nach meiner Erfahrung - nicht genügend Aufmerksamkeit geschenkt. Unter anderen deshalb, weil die Medizin diese Thematik lange Zeit sträflich vernachlässigt hat.

Viele Grüße, Horaz
 

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Horaz

in memoriam
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05.10.06
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Beim Googeln stieß ich vorhin zufällig auf ein chinesisches Sprichwort zu Ernährung und Gesundheit, das ich sehr richtig und weise finde:

Wer immer der Vater der Krankheit gewesen ist, die Mutter war schlechte Ernährung!

Gruß, Horaz
 

Bodo

Brainfood ist also eigentlich nichts anderes als eine ausgewogene und vollwertige Mischkost.
So ist es. So einfach kann das sein.

Brainfood - ein problematischer Ausdruck. Bekannter Weise braucht unser Gehirn Energie, also Zucker, oder den aus Kohlehydraten gespaltenen Zucker, also den aus Brot, Eiern, Nudeln usw.

Wer sich ausgewogen ernährt, leidet keinen Mangel. Wichtig ist, mindestens einmal täglich eine Portion Obst und Gemüse zu sich zu nehmen. Alle Lebensmittel sollten schon beim Kauf bewusst gewählt werden.

Also regional, beim Bauern, auf dem Markt und möglichst, wenn konventionell bio. So kann man schon beim Einkaufen Lust auf Essen bekommen.

Bodo
 

KimS

Darin, dass ein Zusammenhang zwischen der Ernährung und der Gehirnaktivität besteht, sind sich die Forscher einig, wenn auch die einzelnen Vorgänge noch nicht vollständig erforscht sind.
 
Zuletzt bearbeitet von einem Moderator:

Datura

in memoriam
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09.01.10
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Hi,

Ich bin über die "angeborene Intelligenz" gestolpert.

Wir wissen doch, wie plastisch das Gehirn ein Leben lang ist. Intelligenz entwickelt sich nicht nur durch gutes Essen, sondern Anregung in intellektueller und sozialer Hinsicht ist eine weitere Grundbedingung.

Wahrscheinlich kommt bei zwei hochintelligenten Eltern bei entsprechender Ernährung und Förderung wieder was hochintelligentes raus, das heißt aber nicht unbedingt, dass diese Intelligenz angeboren war oder höchstens zum Teil.

Lieben Gruß
Krissi

Ach und das video ist köstlich.
 
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