Bauchgehirn / intramurales System, enterales Nervensystem

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Das Enterische Nervensystem, das im Englischen auch treffend als "second brain" oder "abdominal brain" bezeichnet wird, ist ein komplexes Geflecht aus Nervenzellen, das nahezu den gesamten Gastrointestinaltrakt durchzieht. Die Zahl der Neuronen entspricht etwa der des Rückenmarks.
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Enterisches Nervensystem - DocCheck Flexikon

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Ist das Bauchgehirn eine Kopie des Hirns?

Das Bauchgehirn ist eigentlich eine Kopie des Gehirns, meinen einige Forscher, denn die Zelltypen und Rezeptoren des Magen- Darmtraktes seien identisch mit denen des Gehirns und kommunizieren miteinander über ihre eigenen Botenstoffe (Serotonin und Dopamin). Ferner besteht eine Nervenstrangverbindung zu der Großhirnrinde und somit zum limbischen System, unserem Emotionszentrum im Gehirn. Das Bauchgehirn scheint auch somatische Marker zu besitzen, die uns für gewisse Dinge ein "Vorgefühl" geben, es sendet Informationen vom Bauch an das Großhirn und ist somit auch für Stimmungen und Emotionen von Bedeutung (emotionale Kompetenz). Das enterische Nervensystem verfügt demnach auf chemischer und neuronaler Ebene über Ähnlichkeiten mit dem Gehirn. Das Gehirn unterscheidet sich jedoch insbesondere durch den hohen Grad seiner neuronalen Komplexität sowie durch deren funktional klar unterschiedene Nutzung, insbesondere für Kognition (also, grob gesagt: Denken, Emotionsverarbeitung und Bewusstsein) und Motorik, sowie die Verarbeitung von Sinnesdaten und deren Bewusstmachung.
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Weiterführende Analogien zwischen Bauchgehirn und eigentlichem Gehirn führen des Öfteren zu Verwirrung und insbesondere zur falschen Zuschreibung von kognitiven Eigenschaften. So heisst es etwa „man entscheide aus dem Bauch heraus“ und schließt aus der Geläufigkeit dieser Redewendung oft fälschlicherweise, die entsprechende Entscheidung sei im Bauchgehirn vonstatten gegangen. Die landläufige Redewendung "aus dem Bauch heraus entscheiden" bezeichnet jedoch keine Vorgänge im gastro-intestinalen Trakt, sondern intuitive kognitive Prozesse. Kognitive Prozesse finden ausschließlich im Gehirn statt. Insofern bezeichnet der Begriff "Bauchentscheidung" eine Tätigkeit des Gehirns und nicht des Bauchgehirns. Entscheiden "aus dem Bauch heraus", oder Entscheidungen, die auf einem Bauchgefühl beruhen (o.Ä.), ist stets intuitives Entscheiden, also Entscheiden ohne das explizite Benennen (d.i. das Explizieren ggü. anderen) oder Bewusstmachen (d.i. das Explizieren ggü. sich selbst) von Gründen....
FlexiEssay: Bauchgehirn - DocCheck Flexikon

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unser Bauchgehirn funktioniert ähnlich wie das in unserem Kopf. Bis in die kleinsten Darmzotten hinein gehen Gefäße und Nerven. Millionen von Nervenzellen senden ständig ihre Informationen zum Kopfhirn. Dieselben Überträgerstoffe wie im Gehirn findet man auch im Darm, bspw. das Glückshormon Serotonin. Aber nur, wenn Ihr Darm gesund ist, kann auch das Bauchhirn richtig arbeiten, deshalb gehen Sie pfleglich mit Ihrem Darm um....
Und unser Bauch denkt wirklich mit! | Netzwerk Frauengesundheit - Ratgeber für Frauenheilkunde

Frau Prof. Gerhard gibt auf dieser Seite praktische Tipps, die dazu helfen können, den "Bauch" zu pflegen und ihm Gutes zu tun.
Besonders erwähnt wird der Leinsamen:

... Zur Verhütung von Krankheiten schroten Sie den Samen und essen Sie ihn zu Joghurt oder über das Müsli. 3 gehäufte Esslöffel am Tag sind ausreichend, um Sie mit den wertvollen Leinölen, Pflanzenhormonen und Antioxidanzien zu versorgen. Studien konnten zeigen, dass dadurch die Blutfette abnehmen, das Risiko von Herz-Kreislauferkrankungen sinkt und Brust- und Prostatakrebs seltener vorkommen....
Michael Gershon hat das Thema "kluger Bauch" bekannt gemacht:

Bücher von Amazon
ISBN: 3442151147


Ich halte ja viel von Osteopathie und deshalb auch von diesem Buch von Jean-Pierre Barral:

Bücher von Amazon
ISBN: 3424152293


Hier noch eine ausführliche Seite zum Bauchhirn: Bauchhirn im Stress

Die Verbindung zwischen den Nervengeflechten im Bauchhirn und Kopfhirn läuft u.a. über den Nervus vagus (http://www.dr-gumpert.de/html/nervus_vagus.html), der wiederum in enger Beziehung zum Parasympathicus steht und damit indirekt auch zum Sympathicus.

Mehr zu Sympathicus und Parasympathicus hier:
http://www.weiss.de/krankheiten/fun...e-sensitivierung/das-vegetative-nervensystem/

Hier im Forum wird in diesem Zusammenhang Joachim B. Vollmer als Autor erwähnt:
http://www.symptome.ch/vbboard/gefu...macht-koerperliches-problem-2.html#post957442


Allerdings bin ich auf der Suche nach Artikeln und Buchtiteln zum Thema "Bauchgehirn" auch auf Texte gestoßen, die mir zu abgehoben scheinen.
Sicher muß hier jeder für sich heraus finden, wie weit er das Bauchgehirn pflegt und wie weit er das auch mit dem Kopfgehirn tut. Ich denke, man sollte weder das eine noch das andere vernachlässigen und sich um beide gut kümmern.

Grüsse,
Oregano
 
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Die Neurogastroenterologie erklärt, wie das sprichwörtliche Bauchgefühl, das unser Handeln oft wesentlich intensiver bestimmt als der Verstand, funktioniert. So speichert der Bauch etwa zur Weihnachtszeit Emotionen, mit denen wir auf bestimmte spezifische Festtage reagieren, um diese unbewusst in vergleichbaren Momenten wieder abzurufen. Die Erinnerung des Bauches an das wohlige Gefühl beim Verzehr eines Bratapfels in unserer Kindheit kann dafür verantwortlich sein, dass wir in der Adventszeit immer wieder diese Süßspeise genießen (Ebbing 2008). Was das Wohlbefinden angeht, sind Gehirn und enterales Nervensystem eng miteinander vernetzt, sodass Stress Einfluss auf die Verdauung hat und diese gestörte Verdauung verursacht Unwohlsein, woraus sich für manche sensible Menschen ein Teufelskreis entwickelt.
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Das Bauchhirn - das kleine Gehirn

Grüsse,
Oregano
 
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