Autoimmunkrankheiten wie SLE (Lupus erythematodes) usw.

Forscher aus Magdeburg scheinen einen Knopf „Reset“ gefunden zu haben, mit dem man Autoimmunkrankheiten zurück fahren kann.

... An der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg (FAU) wurden weltweit erstmalig mehrere Patientinnen und Patienten mit schweren Formen einer Autoimmunerkrankung mit körpereigenen gen-modifizierten Immunzellen – sogenannten CAR T Zellen – behandelt. Diese Behandlung erwies sich zum Erstaunen der Ärzte wie eine Art „Reset-Knopf“: Unmittelbar nach der Therapie löste sich die Autoimmunerkrankung völlig und nachhaltig auf.
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„Wir konnten mittlerweile sechs junge Patientinnen und Patienten, die lebensbedrohlich an einem SLE erkrankt waren, mittels CAR T Zellen vollständig von ihrem SLE befreien“, sagte Prof. Dr. Georg Schett, Direktor der Medizinischen Klinik 3 (Rheumatologie und Immunologie). Dies sind weltweit die ersten Patientinnen und Patientenmit Autoimmunerkrankungen, die CAR T Zellen erhielten. Die Daten zu den ersten fünf Erkrankten wurden nun in der Fachzeitschrift Nature Medicine veröffentlicht. „Das Besondere dabei ist, dass eine einmalige Infusion von CAR T Zellen das Kartenhaus aus Entzündung und Autoimmunität zum Einsturz brachte, und dass die Patientinnen und Patienten alle Therapie einschließlich Kortison absetzen konnten“. ...

Grüsse,
Oregano
 
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Mehr zur Car-T-Cell-Therapie, die bisher wohl in erster Linie auf dem Gebiet der Krebsforschung und -behandlung angewandt wird:

... Die CAR-T-Zell-Therapie ist eine Krebsimmuntherapie, die auf gentechnisch veränderten T-Zellen mit synthetischen antigenspezifischen Rezeptoren basiert. CAR steht für "chimärer Antigenrezeptor" bzw. "chimeric antigen receptor".
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Die Wirkung einer CAR-T-Zell-Therapie beruht darauf, dass die CAR-T-Zellen bestimmte Antigene(z.B. CD19) auf den Tumorzellen erkennen und die entsprechenden Zellen durch ihre zytotoxischeAktivität zerstören. Ein wesentlicher Vorteil von CARs gegenüber nativen T-Zell-Rezeptoren ist ihre Fähigkeit, Antigene unabhängig von der Peptidpräsentation über MHC-Klasse-I-Moleküle zu erkennen. Daher können Tumorzellen auch dann noch wirksam von CAR-T-Zellen angegriffen werden, wenn sie die MHC-I-Expression im Rahmen der Immunevasion herunterregulieren. So kann eine Antitumorimmunität gegen schwach immunogene Tumoren aufgebaut werden, die sonst einer Immuntherapie nicht zugänglich wären.

Grundsätzlich lässt sich das Prinzip der CAR-T-Zell-Therapie auf alle Tumoren anwenden, die gut abgrenzbare Antigeneigenschaften zu gesunden Geweben haben. Eine Voraussetzung ist, dass passende Antikörper gegen dieses Antigen entwickelt werden können. ... CAR-T-Zell-Therapien stellen in der Onkologie einen therapeutischen Fortschritt dar, sind aber oft mit schweren Nebenwirkungen verbunden. ...

Grüsse,
Oregano
 
So gut das klingt, scheint diese Therapie trotzdem nicht so ganz einfach durchzuführen zu sein. Das ist ja auch nicht verwunderlich, weil diese Therapieform noch sehr neu ist.

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Bei älteren SLE-Patienten, die aufgrund der Erkrankung über viele Jahre chronische Entzündungen erleiden und häufig Kortison-Behandlungen erhalten haben, könne man die irreversiblen Folgen der Entzündung („Damage“) nicht so zurückdrängen.

Zu klären bleibe auch, ob die Therapie auch für SLE-Patienten mit fortgeschrittener Krankheit geeignet ist, bei denen die B-Zellen, die die Autoantikörper produzieren, sich zu CD19-negativen Gedächtniszellen entwickelt haben, die von den CAR-T-Zellen nicht mehr erkannt werden.
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Radic sagt: „Wie die Autoren selbst einräumen, ist eine Prognose für die Zukunft zum jetzigen Zeitpunkt nicht möglich, und die Patienten müssen in regelmäßigen Abständen beobachtet werden. Für diese neue Therapie gibt es keinen Präzedenzfall, und mögliche Wiederholungsbehandlungen können nicht ausgeschlossen werden.“ ...
https://deutsch.medscape.com/artikelansicht/4911612▹

Grüsse,
Oregano
 
Zuletzt bearbeitet von einem Moderator:
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Bei Autoimmunerkrankten finden sich häufig biochemisch und genetisch veränderte regulatorische T-Zellen. Eine in-vitro Studie zeigte nun, dass eine hohe Bereitstellung von Natriumchlorid bei diesen Immunzellen zu Prozessen führt, die den bei Autoimmunkrankheiten ähnlich sind. Die mitochondriale Atmung steht im Mittelpunkt dieser Veränderungen.
Ein hoher Kochsalzkonsum kann über renale Prozesse den Blutdruck erhöhen und das Herz-Kreislauf-System schädigen. Die Deutsche Gesellschaft für Ernährungempfiehlt, täglich nicht mehr als 6 g Natriumchlorid (NaCl) zu sich zu nehmen. Frauen verzehren am Tag durchschnittlich 8,4 g und Männer 10 g, also deutlich mehr als die empfohlene Menge. Dass Salz nicht nur die Gefäße, sondern auch das Immunsystem negativ beeinflussen kann, legt eine belgisch-deutsche Forschungsarbeit nahe. ...
Das deutet wieder darauf hin, daß ein zu hoher Kochsalzverbrauch nicht bekömmlich ist. Wenn es schwerfällt, den Kochsalzkonsum zu reduzieren, wäre evtl. ein Kaliumsalz eine Alternative?


Grüsse,
Oregano
 
... schlug er der Patientin vor, erstmals Teclistamab einzusetzen. Teclistamab ist ein sogenannter bispezifischer Antikörper, der für die Behandlung des Multiplen Myeloms, eine Krebserkrankung der Plasmazellen im Knochenmark, zugelassen ist. Beim systemischen Lupus erythematodes produzieren Plasmazellen Autoantikörper, also Antikörper, die sich gegen das eigene Gewebe richten. „Teclistamab zerstört die Plasmazellen sehr effektiv und wirkt auch gegen deren Vorläufer, die sonst rasch neue Plasmazellen produzieren würden“, erklärt der Rheumatologe. „Wir haben deshalb angenommen, dass das Krebsmedikament die Ursache des systemischen Lupus beseitigen und der Patientin langfristig helfen könnte.“

Erkrankung nach fünf Injektionen nicht mehr nachweisbar

Mit dem Einverständnis der Patientin wurde das Arzneimittel zulassungsüberschreitend („off-label“) angewendet. Die Therapie erfolgte stationär an der Medizinischen Klinik mit Schwerpunkt Hämatologie, Onkologie und Tumorimmunologie am Charité Campus Benjamin Franklin – und zeigte Erfolg: Fünf Injektionen des Krebsmedikaments unter die Bauchhaut, verteilt über einen Zeitraum von fünf Wochen, ließen die Symptome der Patientin schrittweise zurückgehen. Innerhalb weniger Wochen besserten sich ihre Nieren- und Blutwerte, die Entzündung der Haut und Gelenke ebbte vollständig ab. Seit Mitte April sind im Blut der 23-Jährigen keine Autoantikörper mehr nachweisbar, obwohl die Behandlung mit Immunsuppressiva vor Therapiebeginn beendet und die Gabe von Kortison nach sechs Wochen eingestellt wurde.

„Die Patientin ist in kompletter Remission“ ...

Grüsse,
Oregano
 

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