Arztbesuche und Versicherungsabschlüsse

Sternenlicht

Hallo, liebes Forum,

eventuell kennt ihr meine Geschichte von meinem Hauptthread. Das Wichtigste: ich stehe kurz vorm Studienabschluss auf Gymnasiallehramt und es soll nun im Januar das dazugehörige Lehramtsreferendariat beginnen. Dafür werde ich vom Land in den Beamtenstand erhoben, d.h. vorerst natürlich erst einmal "nur" Beamter auf Widerruf. Dennoch ist auch das ein Beamtenstatus und deshalb muss ich mich da jetzt auch schon mit so allerlei langweiligem Zeugs wie Private Krankenversicherung und Berufs/Dienstunfähigkeitsversicherungen rumschlagen.

Von meinem Vater (selbstständig in der Finanzbranche) habe ich immer mitbekommen: hüte dich vor Makler, die dir allerlei Mist an Versicherungen andrehen wollen, es gäbe im Leben nur 3 wichtige Versicherungen, die man auf jeden Fall haben sollte, alles weitere ist optional und nicht unbedingt notwendig. Diese 3 wichtigen seien:

- (private) Haftpflichtversicherung
- Unfallversicherung
- Berufsunfähigkeitsversicherung

Die Krankenversicherung ist ja ohnehin schon bei jedem vorhanden, von daher zähle ich da jetzt nicht mit rein.

Nun zum eigentlichen Problem, das mir seit einiger Zeit ziemliche Sorgen bereitet (sprich zusätzlich zu den ganzen Sorgen, die ich eh schon habe):

Ein Neuabschluss einer BU ist jetzt natürlich logischerweise mit Gesundheitsfragen verbunden. Zwar bin ich Gott sei Dank bis jetzt nicht erkrankt mit irgendwas Chronischem (zumindest ist bis heute nichts offiziell diagnostiziert), dennoch hatte ich aber in der jüngsten Vergangenheit natürlich eine Reihe von Arztbesuchen und Untersuchungen hinter mir (wisst ihr ja aus meinem Hauptthread) aufgrund von körperlichen Beschwerden, für die es aber bislang keine exakten medizinischen Ursachen gab.

Jetzt muss man bei so einer Versicherung aber wahrheitsgemäße Angaben bei den Gesundheitsfragen machen, bzw. ist es dringend angeraten, denn wenn da später rauskommt, dass man irgendwas verschwiegen hat, dann waren die monatlichen Einzahlungen für die Katz und der Schutz ist weg.

Jetzt gestaltet sich das bei mir mit diesem "wahrheitsgemäß antworten" allerdings eher schwierig, denn obwohl zwar bei den vielen Untersuchungen, die aufgrund der Beschwerden gemacht wurden, nie etwas chronisch-pathologisches bei rauskam (ich gelte also als medizinisch kerngesund, was ja eigentlich gut sein sollte für die Versicherung), sind aber halt viele Fachbereiche jetzt zusammengekommen und ich müsste eigentlich bei fast jeder der Gesundheitsfragen wahrheitsgemäß mit "JA" antworten. Denn gefragt wird nicht nur nach konkreten Erkrankungen, sondern auch nur nach Beschwerden, Behandlungen, ärztliche Untersuchungen, Rat, etc.

Allein nur ein Arztgespräch müsste demnach also schon unter "Rat" mit "Ja" angegeben werden.

Und jetzt wird's richtig kompliziert:
Da ich seit jeher für die Dauer meines Studiums über meinen Vater privat krankenversichert bin, wurden mir die Arztrechnungen immer erst privat zugeschickt, welche ich dann bei der privaten KV einreichen musste, um den Betrag erstattet zu bekommen.

Das ist natürlich ein gewisser Vorteil gegenüber gesetzlichen, nämlich in dem Sinne, dass ich eine gewisse "Kontrolle" darüber habe, WAS am Ende bei meiner KV landet und was nicht. Soll heißen, es wurde längst nicht jede einzelne Rechnung bei der KV eingereicht, sondern in manchen Fällen (wenn ich das Gefühl hatte, das braucht die KV nicht wissen), dann wurde das eben selbst bezahlt und nicht zur Erstattung weitergeleitet.

Das führte dazu, dass da jetzt natürlich ein richtiger Flickenteppich entstanden ist mit Untersuchungen und Rechnungen, die an die KV weitergeleitet wurde und welche, von denen nur ich privat Kenntnis habe und sonst niemand, auch nicht meine KV oder der Hausarzt.

Meine Frage ist nun also:
ich muss wahrheitsgemäße Angaben bei der Versicherung machen und muss auch meine mich behandelten Ärzte von der Schweigepflicht entbinden bzw. den Hausarzt. Wenn da nun aber Untersuchungen und Rechnungen sind, die NIE an die PKV oder den Hausarzt weitergeleitet wurden, sondern welche ich rein privat bezahlt habe, wie sollen solche Untersuchungen nun jemals ans Licht kommen?

Soweit ich das nun verstehe, muss ich nur über SOLCHE Untersuchungen wahrheitsgemäße Angaben machen, die bei meiner PKV in der Datenbank hinterlegt sind bzw. bei meinem Hausarzt, denn das sind die beiden Institutionen, die ich beim Versicherer angeben muss und von der Schweigepflicht entbinden muss.

Das heißt: ich lass mir jeweils vom Hausarzt und von der Versicherung einen Auszug von meiner Patientenakte geben, schau sehr genau nach, was dort jeweils gelistet ist und das sind die Dinge, die ich offenlegen muss, richtig?

Alles andere, was ich privat und unter dem Ausschluss jeglicher Öffentlichkeit so vorgenommen habe, geht auch weiterhin niemanden etwas an und es kann somit auch nie ans Tageslicht gelangen, richtig?

Da müsste die Versicherung ja schon auf Gut-Glück jeden einzelnen Arzt, Heilpraktiker, Schamane etc in Deutschland abtelefonieren, um zu fragen, ob ich da mal in Behandlung war, und das scheint mir utopisch.

Ich gebe also nur das an, was in der PKV und beim Hausarzt in der Akte steht, oder?

Vielen Dank für die Meinungen!
 
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wundermittel
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Grundsätzlich sollte das funktionieren, allerdings könnten diese Behandlungen doch wieder zum Vorschein kommen, wenn du dieselben Ärzte weiterhin besuchst. Angenommen, du warst jetzt bei einem Orthopäden wegen einem Hexenschuß und hast die Rechung nicht eingereicht -- wenn du aber in fünf Jahren wegen Rückenproblemen arbeitsunfähig wärst (ganz hypothetisch) und immer noch bei diesem Arzt in Behandlung, dann könnte die Versicherung rausbekommen, daß da vor Vertragsabschluß schon was war und es ihr verschwiegen wurde.

Was ich nicht machen würde: Etwas verschweigen, von dem du eine realistische Gefahr siehst, daß es dich in den nächsten 10 Jahren wirklich dazu zwingt, die Versicherung in Anspruch zu nehmen.

P.S. Ich bin eigentlich gegen solche Tricksereien, aber nachdem die Versicherungen auch immer nur tricksen, muß man das wohl differenziert sehen. Ich bin übrigens Beamtin, aber ohne eine solche Versicherung. Eigentlich halte ich sie für unnötig.
 

Sternenlicht

Grundsätzlich sollte das funktionieren, allerdings könnten diese Behandlungen doch wieder zum Vorschein kommen, wenn du dieselben Ärzte weiterhin besuchst. Angenommen, du warst jetzt bei einem Orthopäden wegen einem Hexenschuß und hast die Rechung nicht eingereicht -- wenn du aber in fünf Jahren wegen Rückenproblemen arbeitsunfähig wärst (ganz hypothetisch) und immer noch bei diesem Arzt in Behandlung, dann könnte die Versicherung rausbekommen, daß da vor Vertragsabschluß schon was war und es ihr verschwiegen wurde.

Ja, das ist logisch, das leuchtet ein. Nein, es handelt sich wenn dann nur um einzelne Untersuchungen und/oder Behandlungen, teilweise auch bei niedergelassenen, reinen Privatärzten, also gar nicht für jedermann zugänglich.


Was ich nicht machen würde: Etwas verschweigen, von dem du eine realistische Gefahr siehst, daß es dich in den nächsten 10 Jahren wirklich dazu zwingt, die Versicherung in Anspruch zu nehmen.

Da sehe ich momentan eigentlich nirgends eine Gefahr. Wie gesagt, ich bin ja diagnostisch und medizinisch in allen Kernbereichen "kerngesund". Eigentlich sollte das die Versicherungen doch freuen. Ich weiß nicht einmal, OB es verwerflich ist, DASS Untersuchungen stattfanden, oder ob die Versicherung nur daran interessierst ist, OB eine Erkrankung rauskam. Weil Erkrankungen habe ich keine, aber Untersuchungen fanden eben statt.

P.S. Ich bin eigentlich gegen solche Tricksereien, aber nachdem die Versicherungen auch immer nur tricksen, muß man das wohl differenziert sehen. Ich bin übrigens Beamtin, aber ohne eine solche Versicherung. Eigentlich halte ich sie für unnötig.

Nun, ich sehe das eigentlich ähnlich und spiele auch immer mit offenen Karten. Allerdings bin ich der Meinung, dass ich hier gar nicht wirklich gezielt verschweige, denn die Versicherung will ja wissen, ob ich gesund bin, das BIN ich medizinisch, es gibt tatsächlich keine diagnostizierte Erkrankung, die ich verschweigen könnte.

Es geht mir nur darum, dass ich jetzt eigentlich nicht überall ankreuzen muss, dass ich "nicht gesund" bin, nur weil in diesem oder jenen Fachbereich mal Untersuchungen stattfanden, die aber am Ende ohnehin nur bekräftigten, dass ich gesund BIN und nichts bei rauskam. Was nützt der Versicherung dieses Wissen? Kann man sich doch direkt sparen, würde ich sagen.

Allerdings macht mir dieses "Borreliose"-Thema ein Wenig Sorgen. Wie soll ich da vorgehen? Ich hatte vor, wahrheitsgemäß anzugeben, dass nach einem Zeckenstich eine prophylaktische Antibiose mit Doxycyclin stattgefunden hat, TROTZ negativer Antikörpertests.

Und jetzt wird's haarig: die OFFIZIELLEN, von der Schulmedizin anerkannten Tests auf Borreliose waren stets negativ. Offiziell-medizinisch hatte ich also nie eine Borreliose.

Der nicht-anerkannte, INOFFIZELLE LTT-Test auf Borrelien war aber positiv und aufgrund dessen bekam ich dann ja zusätzlich zum Doxy noch das intravenöse Ceftriaxon.

Mach ich jetzt falsche Angaben, wenn ich lediglich angebe, dass eine prophylaktische Behandlung nach Zeckenstich mit Doxy stattgefunden hat, die offiziellen Tests aber stets negativ waren (der letzte von vor 2 Monaten) und somit aus ärztlicher Sicht keine bzw. nie eine Borreliose bestand und diesen ganzen nicht-offiziellen, alternativmedizinischen Klumpatsch mit LTT und Ceftriaxon-Behandlung komplett weglasse?

Im juristischen Zweifelsfall würde man den nicht anerkannten LTT-Test ohnehin nie anerkennen, denn nur die Antikörpertests zählen und die waren bei mir stets negativ.

Ich füttere die Versicherungen also gar nicht erst mit unnötigem Zeug, das zu unangenehmen Rückfragen führen könnte, sondern berufe mich auf die juristisch anerkannten Tests, die negativ sind, ergo ich von ärztlicher Seite attestiert bekommen habe, dass keine Borreliose vorliegt, Fall abgehakt?

Ich will da wirklich nur das Nötigste angeben und gar nicht groß ausholen hier. Leider wurde die Ceftriaxon-Behandlung und der LTT-Test aber bei der PKV eingereicht, also zumindest die weiß nun darüber Bescheid. Aber wie gesagt, juristisch wäre das eh nie haltbar, denn anerkannt ist der LTT nicht.

Wie also verfahren?
 
regulat-pro-immune

James

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Ich halte eine BU für fast jeden unverzichtbar. Ich war mein Leben lang selbstständig und hatte mir kurz nach der Wende eine Kapital-Lebensversicherung verbunden mit einer BU aufschwatzen lassen. Den BU-Anteil hielt ich für Verschwendung bis zu meinem 56. Lebensjahr. Da erwischte mich plötzlich Morbus Meniere. Es war zudem noch eine Sonderform, denn die heftigen Schwindelanfälle gingen über Stunden und an Arbeiten war nicht mehr zu denken. Ohne BU wäre ich bis zur Rente ein Sozialfall gewesen zudem noch andere Behinderungen dazu kamen. Jeder denkt....das passiert nur den anderen. Pustekuchen, jeden kann so etwas treffen.
Nun zu Deinem Problem meine Meinung:
Alles angeben, was der Versicherer fordert mehr aber nicht. Ich persönlich würde alternativ-medizinische Angaben der Versicherung nicht mitteilen, da auch diese nicht gefragt und anerkannt sind.
 

Sternenlicht

Alles angeben, was der Versicherer fordert mehr aber nicht. Ich persönlich würde alternativ-medizinische Angaben der Versicherung nicht mitteilen, da auch diese nicht gefragt und anerkannt sind.

Das heißt, da zählt dann auch der offiziell nicht anerkannte LTT-Borreliose-Test dazu, der bei mir ja als einziger positiv ausfiel?
Und wie sieht es eigentlich mit Chiropraktik aus? Soweit ich informiert bin, ist auch die Chiropraktik keine offizielle Schulmedizin. Der Chiropraktiker hat mir aber allerlei interessante Diagnosen verpasst, vom Beckenschiefstand bis hin zur Subluxation der HWS und LWS.

Meine PKV hat diese Diagnosen, da die Rechnungen eingereicht wurden. Muss das jetzt auch bei der Versicherung genannt werden? Schulmedizinisch-orthopädisch anerkannt habe ich nur Myogelosen und Dysbalancen der Muskulatur. Das muss ich natürlich angeben, aber Chiropratik weiß ich nun wieder nicht so recht. Fällt die auch unter Alternativ-Medizin?
 

nicht der papa

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Wenn man mal genauer recherchiert und ich kenne auch einen Fall persönlich (hab die Details leider vergessen), tun viele der Versicherungen alles, um bei einer BU nicht zahlen zu müssen.
Wenn man über viele Jahre eine BU-Versicherung bezahlt hat und die dann aus irgendwelchen Gründen bei einer BU nicht zahlt oder nur nach Jahren Rechtsstreit, ist das keine schöne Sache.

Man muss da schon sehr vorsichtig sein und auch die Versicherung sehr gut auswählen. Auch wenn man nicht weiß, was in 5 oder 10 Jahren ist.

Im Normalfall sieht es so aus, dass man die Ärzte angibt und die dann der Versicherung gegenüber Auskunft erteilen.
Bezweifle, dass man da groß Einfluss drauf nehmen kann, was die angeben. Denn egal, was du selbst bezahlst oder die KK, es waren alles deine Behandlung bei diesem Arzt, die er bescheinigen wird.

Was mir gerade einfällt, auch wenn es etwas anderes im Bereich Versicherungen ist.
Eine ehemalige Kollegin kauft einen Hund, gibt wirklich sehr viel Geld aus, um einen Hund zu bekommen, bei dem bis zu den Großeltern eine Freiheit von Hüftproblemen bescheinigt wurde.
Nachdem dann nach einigen Monaten doch der Verdacht auf Hüftprobleme auftauchte war sie deshalb beim Tierarzt. Danach hat sie mit dem Hund erstmal alle möglichen Sachen gemacht, um eine Verschlimmerung abzuwenden und hat erst nach diesem Tierarztbesuch eine Hundeversicherung abgeschlossen.
Für die OP ist die Versicherung dann nicht aufgekommen, da die Kollegin den ersten Besuch wegen Hüftproblemen bei der Versicherung verschwiegen hatte, der TA es aber bei Rückfrage der Versicherung gegenüber angegeben hatte.

Es wird also mutmaßlich nichts nutzen etwas zu verschweigen, was später Teil einer BU ist, da die Versicherungen im Falle eine BU die behandelnden Ärzte explizit befragen, ob der Versicherte schon vor Abschluss der Versicherung wegen Problemen behandelt wurde, die darauf hingewiesen haben, dass diese BU eintreten könnte.
 
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Hallo,

Du hast keine vom Schulmediziner diagnostizierten Krankheiten und deshalb denke ich, Du brauchst Dir keine Sorgen darum machen. Wenn Du jetzt durch irgendwelche Anmerkungen Zweifel weckst, dann könnte es auch passieren, dass Du nicht verbeamtet wirst. Das würde ich nicht riskieren.

Außerdem müssen Ärzte Ihre Patientenunterlagen nur eine gewisse Zeit (5 Jahre, soweit mir bekannt ist) aufbewahren. Oder meinst Du, dass Du doch wegen einer in jungen Jahren möglicherweise zugezogenen Borreliose irgendwann frühpensioniert werden musst? Sehr wahrscheinlich stelle ich mir das nicht vor, weil es grundsätzlich schwer ist, damit durchzukommen. Denn schulmedizinisch gilt eine Doxycyclin Behandlung als ausreichend zur erfolgreichen Behandlung.

viele Grüsse
 

Sternenlicht

Im Normalfall sieht es so aus, dass man die Ärzte angibt und die dann der Versicherung gegenüber Auskunft erteilen.

Genau. Ich muss bei der Versicherung den Arzt (wichtig: die Versicherung fragt nicht einmal in der Mehrzahl, sie fragt nur nach dem oder der Arzt/Ärztin) angeben, der/die am "besten über meinen Gesundheitszustand Auskunft geben kann".

Dies ist zu 99% der Hausarzt, sprich, der Arzt, bei welchem man am häufigsten war. Also gebe ich dort Name und Adresse des Hausarztes (Singular, nicht Plural) an, der am besten über mich Bescheid weiß.

Von diesem Arzt habe ich meine komplette (!) Patientenunterlagen angefordert. Die liegen mir hier vor. Ich weiß also haargenau, was dort alles im Abfragezeitraum von 5 Jahren angefallen ist und kann der Versicherung also wahrheitsgemäß alles nennen, was in den letzten 5 Jahren gemäß dieser Patientenakte relevant war.

Somit interpretiere ich das als "wahrheitsgemäße Angaben", die ich gemacht habe.
Bezweifle, dass man da groß Einfluss drauf nehmen kann, was die angeben. Denn egal, was du selbst bezahlst oder die KK, es waren alles deine Behandlung bei diesem Arzt, die er bescheinigen wird.

Das ist richtig, SOFERN wir bei einem und demselben Arzt bleiben.

Wie ist der Fall aber nun gelagert, wenn wir annehmen, dass dieser Hausarzt oben, der am besten über mich Bescheid weiß und den ich bei der Versicherung angegeben habe, in München ist.

Jetzt war ich aber vereinzelt mal noch bei einem Arzt in Hamburg, dann mal noch bei einem in Berlin, vielleicht auch mal noch in Frankfurt und Stuttgart.

Quantitativ genau genommen, sind das alles keine Ärzte, die (um bei der Frage der Versicherung zu bleiben) "am Besten über meinen Gesundheitszustand Auskunft" geben können, denn jetzt nehmen wir an, ich war bei jenen verschiedenen Ärzten nur 1, 2, oder 3x.

Zudem habe ich diese Ärzte allesamt auch noch privat bezahlt, das heißt, diese Ärzte/Behandlungen tauchen noch nicht einmal bei meiner momentanen PKV auf, von der ich gerade nicht weiß, ob ich die bei der Versicherung auch angeben muss. Gefragt war nur nach dem Arzt, der am besten über mich Auskunft geben kann. Weiß jemand, ob man KVs auch angeben muss bzw. ob Versicherungen dann auch darauf zugreifen?

So, jetzt habe ich in ganz Deutschland verstreut vereinzelte Ärzte, welche ich privat bezahlt habe und bei welchen ich vielleicht 1, 2, 3x war.

Wäre ein Weglassen dieser Ärzte nun ein bewusstes Verschweigen? Denn: gefragt ist nach dem Arzt, der am besten über mich Bescheid weiß. Per Definition sind das schon mal nicht solche Ärzte, bei welchen ich vielleicht nur 1x war.

Zudem sind die privat bezahlt, das heißt, es existiert weder beim Hausarzt noch bei der KV einen Eintrag oder eine Kenntnis darüber, dass ich bei jenen Ärzten war.

Wie genau könnte bzw. sollte eine Versicherung da jemals dahinterkommen?

Die einzige Möglichkeit, wie es herauskommen könnte, wäre, wenn ich NACH Abschluss einer BU dann bei einem dieser Ärzte nochmals vorstellig werden würde und dieser mir eine Erkrankung diagnostiziert, weswegen ich berufsunfähig werden würde und diesen Arzt dann bei der BU angebe. Dann würden die nämlich bei diesem Arzt graben und so würden ältere Arztbesuche auftauchen. Wenn ich jetzt aber sage, ich gehe nie mehr im Leben zu diesen Ärzten, dann sehe ich (bis auf einen technologischen Hackerangriff auf die Datenanlage dieser Ärzte) keine Möglichkeit, dass es jemals bekannt werden würde, dass ich mal dort war.

Oder habe ich da einen Denkfehler?

Und dann ist natürlich noch die Frage: was zählt zur offiziellen Medizin, also was MUSS ich angeben, und was kann ich weglassen?

Ist die Chiropraktik offizielle Schulmedizin? Meine PKV hat es übernommen und erstattet.
 
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Ist die Chiropraktik offizielle Schulmedizin?
Ich denke, das kommt auf die Art der Verordnung an. Wenn ein Arzt sie selbst ausführt, ist sie natürlich "Schulmedizin", und wenn er ein Rezept dafür ausschreibt, auch.

Übrigens habe ich das Gefühl, daß du versuchst, es dir so zurechtzubiegen, daß du das Recht hast, gewisse Dinge wegzulassen, wenn keine Diagnose vorliegt. Das ist nicht so, wie du im ersten Beitrag ja auch selbst geschrieben hast:
Denn gefragt wird nicht nur nach konkreten Erkrankungen, sondern auch nur nach Beschwerden, Behandlungen, ärztliche Untersuchungen, Rat, etc.
Du schummelst also, wenn du nicht angibst, daß du wegen etwas Rat gesucht hast, und das muß dir auch klar sein, damit du weißt, daß du ein gewisses Risiko auf dich nimmst.

Für die Versicherung ist das "Rat suchen" bzw. "für ein gesundheitliches Problem halten" auch wichtig zu wissen, weil Leute, die in jungen Jahren viel Rat suchen bzw. viele gesundheitliche Probleme bei sich sehen, statistisch vermutlich ein höheres Risiko haben, berufsunfähig zu werden.
 
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Sternenlicht

Ich denke, das kommt auf die Art der Verordnung an. Wenn ein Arzt sie selbst ausführt, ist sie natürlich "Schulmedizin", und wenn er ein Rezept dafür ausschreibt, auch.

Nein, dort wo ich war, bin ich ohne Rezept hin und der Chiropraktiker ist meines Wissens auch kein schulmedizinisch-studierter Arzt. In der PKV wird es als "Heilpraktiker" gelistet bei der Erstattung.
 
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Dann halte ich es für entscheidend, ob nach Heilpraktikern gefragt wird. Wenn nicht, kannst du sie guten Gewissens weglassen. Zum guten Gewissen aber auch mein Nachtrag oben.

P.S. Die Rechnung zeigt klar, ob nach Arzt-Tarif (GOÄ) oder Heilpraktiker-Tarif abgerechnet wurde.
 
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Eigentlich halte ich sie für unnötig.

seh ich auch so. als beamter bist du doch eh gut abgesichert und bekommst bei einer evtl. bu eine gute pension.

und da du ja gesund bist, ist die doch für die nächsten jahre auch nicht zu befürchten.

tun viele der Versicherungen alles, um bei einer BU nicht zahlen zu müssen.

machen eigentlich alle versicherungen bei allen sachen, für die sie viel oder laufend zahlen müssen.
 

James

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Meine Erfahrung zur BU zeigt, dass sie erst zahlt, wenn auch offiziell eine Berufunfähigkeit festgestellt wurde. Solange das nicht vorliegt wurde nichts ausgezahlt. Das Geld fehlt zwar entscheidend zum Lebensunterhalt, ist aber nebts Zinsen nicht verloren und man bekommt es gleich nach der Feststellung, falls nicht die üblichen Verzögerungstaktiken einsetzen.. Darin sehe ich den Schwerpunkt. Medizinische Fragen wurden in meinem Fall von der privaten BU-Versicherung so gut wie nicht behandelt. Sie machten das erst mal von dem Status der Behinderung abhängig. Als das klar war (ich bin zu 95% körperbehindert) versuchten sie sich zu drücken (und das ist die REGEL!!!) und meinten, dass ich meinen Beruf ja auch "aufsichtsführend" ausüben könnte. Ein Witz, denn so etwas gibt es weltweit nicht. Ich schaltete das (kostenlose) Sozialgericht ein und gewann nach kurzer Zeit den Prozess, wobei klar wurde, dass die Verzögerung von der Versicherung gewollt war...immer mit dem Gedanken, dass der Kläger ja versterben könnte oder genervt aufgibt. Soweit die Praxis in meinem Fall.
 
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Sternenlicht

Lieber @James

Was du beschreibst, scheint tatsächlich zu stimmen. Ich habe gestern noch ein wenig hinsichtlich BU recherchiert und diverse Foren dazu abgeklappert und darin tümmeln sich ähnliche Beschwerden und Klagen wie die deine. Hier sogar eine Dokumentation von ARD Panorama über Alianz und einer anderen...


Nach allem, was ich so gelesen habe nun, bin ich mittlerweile SEHR verunsichert, ob da mein Geld richtig investiert ist.

Vor allen Dingen, wenn ich befürchten muss, dass die mir ohnehin schon einen Strick draus drehen werden, wenn ich nicht absolut wahrheitsgemäß antworte. Wie oben schon gesagt, bin ich zwar nicht diagnostiziert krank, also habe keine Erkrankung per se, aber es kamen in den letzten 5 Jahren (insbesondere letztes Jahr nach Zeckenstich und einsetzenden Beschwerden) dann doch zahlreiche ärztliche Untersuchungen zusammen, das heißt, ich müsste viele dieser Gesundheitsfragen wahrheitsgemäß mit "JA" beantworten. Da ist der erste Eindruck dann sicher direkt schlecht, selbst wenn ich ärztliche Atteste und Briefe beilege, die bescheinigen, dass sämtliche Untersuchungen nichts ergaben. Man wird mir dann unterstellen, ich hätte "Gefälligkeitsatteste" ausstellen lassen von parteiischen Ärzten.

Was ich da gestern alles so gelesen habe in Foren, unglaublich. Offensichtlich stimmt, was du sagst, die spielen dann ordentlich auf Zeit. Nicht selten ziehen sich solche Prozesse Jahre hin, zweifellos in der Hoffnung, der Kläger gibt irgendwann von alleine auf, oder verstirbt.

Ich bin mittlerweile sehr abgeschreckt.

@Malvegil zum Thema Chiropraktik:

die Rechnungen wurden nach Heilpraktiker-Tarif ausgestellt. Nichtsdestotrotz findet sich in den Gesundheitsfragen prompt auch eine Frage, ob ich jemals schon mal in Heilpraktiker-Behandlung war. Das heißt, ich müsste die Chiropraktik samt den Diagnosen, die der mir (trotz fehlenden Medizinstudiums) aufgeknallt hat, angeben und dann wäre der Zug eh abgefahren. Die nehmen mich mit angeblichem Beckenschiefstand und HWS/LWS-Subluxationen garantiert nicht mehr.

Obwohl das eventuell schulmedizinisch gar nicht der Fall wäre. Der Orthopäde (Schulmedizin) hat lediglich Verspannungen der Muskulatur festgestellt.
 
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@Sternenlicht: Sie nehmen dich und dein Geld schon, aber sie schließen bestimmte Bereiche aus. Dann zahlst du, aber deine echten Risiken sind nicht abgesichert. Denn es ist eben doch so, daß sich die ersten Beschwerden dort zeigen, wo der Körper seine (genetischen) Schwachstellen hat. Bei den einen ist das der Stoffwechsel, bei anderen der Bewegungsapparat, bei noch anderen die Psyche. Das ändert sich auch selten über die Lebenszeit hin. Wenn dann gerade das aus der Versicherung ausgeschlossen ist, ist ihr Nutzen sehr reduziert.

Deshalb liest man in allen Foren, daß man eine BU abschließen soll, solange man ärztlich noch ein unbeschriebenes Blatt ist.

Übrigens ist dieses Forum hier sehr kompetent, was Versicherungen angeht:
Dort schreiben auch Fachleute mit.
 
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Noch was: Ein guter Versicherungsvermittler kann anonyme konkrete Anfragen bei verschiedenen Versicherungsgesellschaften stellen, so daß man Kosten/Nutzen abwägen kann, ohne sich dem Risiko auszusetzen, eine Ablehnung zu bekommen und damit für eine Versicherung verbrannt zu sein.

Den Abschluß einer BU muß man strategisch wie eine Geheimdienstoperation angehen. ;)
 

Sternenlicht

Ja, wir hatten bereits eine anonyme Voranfrage gestellt. Der Witz war ja, dass ich 2016 einen lediglichen VERDACHT auf Schilddrüsenüberfunktion hatte, aufgrund eines leicht über dem Grenzwert liegenden TH3-Werts.

2016 Schilddrüse untersuchen lassen: alles OK. Thema nicht weiter verfolgt.

Letztes Jahr (2020) dann einfach der Absicherung halber nochmals Schilddrüse untersuchen lassen bei einer anderen Ärztin mit Hinweis auf den damaligen leicht erhöhten 2016-Wert. Ergebnis: Schilddrüse plus TH-Werte super, der damalige leicht erhöhte Wert muss ein "Labor- / Messfehler" gewesen sein. Eine Erkrankung liegt NICHT vor.

Was mache ich also bei der anonymen Voranfrage? Bin ehrlich und gebe den "Verdacht auf..." an mit dem Zusatz, dass dieser Verdacht sich NICHT erhärtet hat nach einer aktuellen Untersuchung von 2020.

Ergebnis: Ablehnung der anonymen Voranfrage wegen "Verdacht auf Schilddrüsenüberfunktion".

Kann das noch jemand nachvollziehen? Es reicht also nicht mal mehr aus, DASS ich gesund bin? Was wird denn sonst noch erwartet? Niemals beim Arzt gewesen zu sein?
 

nicht der papa

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Dass Arztversicherungen alles tun, um mögliche Schadensanerkennungen bei Arztfehlern abzuweisen und das selbst gegen den Willen des Arztes, ist ja bekannt.

Ich glaube nicht, dass es überhaupt noch eine Versicherung gibt, die man selbst abschliessen kann, die die Menschen nachher so hängen lässt, wie die BU-Versicherung. Deshalb ist bei dieser Art Versicherung der gute Ruf der Versicherung von besonderer Bedeutung. Obwohl auch das sich ändern kann, denn wer weiß, was die Zukunft bringt.
Wahrscheinlich wird ein großer Teil der Versicherten aufgeben, klein bei geben und auf seine Rechte verzichten. Denn es braucht unheimlich viel Energie sich dann, wenn es einem schlecht geht, auch noch zur Wehr zu setzen.

Selbst hatte ich gar keine, weil ich nicht im Traum auf die Idee gekommen wäre, dass mir das passieren könnte und ich so eine Versicherung irgendwann bräuchte. Mein bekannter Fall hat sehr schnell klein bei gegeben, da ihr geraten wurde, dies zu tun.
Ich halte es dagegen immer für einen Fehler kampflos freiwillig auf sein Rechte zu verzichten.

Ganz schlimm wird es, wenn man sich wie mein bekannter Fall, nach der Verschlechterung des körperlichen Zustands aus der Festanstellung in die Selbständigkeit begibt, um mit etwas ganz anderem was man noch schafft sein täglich Brot zu verdienen und dabei nicht um die Rente kümmert, wie das früher bei Selbständigen üblich war.
Denn dann kann man sogar in die Situation kommen, dass der Anspruch auf die Erwerbsminderungs- oder EU-Rente praktisch verfällt, wenn man nicht eine größere Summe nachbezahlt und man erst eine Rente erhält, wenn das Rentenalter erreicht ist.
 
regulat-pro-immune

Sternenlicht

Habe morgen früh ein Online-Termin bei einem renommierten (unabhängigen) Versicherungsmakler. Bin mal gespannt, was er so meint... Ob der Zug für BU und Co schon abgefahren ist, oder ob sich da bei mir trotz der ganzen Untersuchungen noch was machen lässt.

Was ich auf jeden Fall vermeiden will: WENN ich eine BU abschließe, dann muss die so wasserdicht wie möglich sein und so wenig Angriffsfläche bieten wie möglich. Wenn es nämlich schon gängige Praxis ist, dass die BU im Leistungsfall rumdruckst und möglichst nicht zahlen will, dann sollte ich ihr nicht noch Vorlagen dazu liefern aufgrund verschwiegener Gesundheitsdiagnosen.

Andererseits bin ich kerngesund und hab eigentlich nix zu verschweigen. Es ist echt ein Dilemma.

Weil, wenn es am Ende darauf hinausläuft, dass ich jahrzehntelang umsonst monatlich eingezahlt habe und im Fall der Fälle dann keine Hilfe kriege, dann kann ich mir das ganze Geld von Vorneherein direkt sparen und in was anderes investieren.
 
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Andererseits bin ich kerngesund und hab eigentlich nix zu verschweigen.
Es ist echt ein Dilemma.

Wie siehst du in dem Zusammenhang den anderen Thread von dir, Sternenlicht?
Keiner findet eine Diagnose - seit einem halben Jahr gesundheitlich im Keller
(Threadtitel)

... möchte ich euch hier von meinem immer mysteriöser werdenden Fall berichten, in der Hoffnung, ihr habt nach Tonnen von Arztbesuchen, Diagnostiken und Therapien einen rettenden Strohhalm, nach dem ich noch greifen könnte. Ich versuche, den sehr komplexen Fall in aller Kürze darzulegen, damit ihr hier keinen Roman lesen müsst.
Zuletzt sprachst du dort von Schwermetallver- bzw -entgiftung, auch von Mitochondriopathie, wenn ich das richtig verstanden habe.

Ganz ernsthaft gefragt, bist du wirklich kerngesund und (vielleicht auch psychisch) belastbar für einen doch psychisch anspruchsvollen Beruf?
 
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