Zwangsgedanken adieu!

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Hallo !

Vor fast 3 Jahren hatte ich das erste mal mit Zwangsgedanken zu tun. Nach einer anfänglichen "intensiven" Phase legten sich diese jedoch realtiv schnell und traten dann erst ca ein halbes Jahr später wieder auf.

Meine Zwangsgedanken hatten viele verschiedene Inhalte; ich machte Bekanntschaft mit einer ganzen Reihe von Ihnen. Eine "Hauptangst" zog sich dann über mehrere Wochen und wurde später von einer anderen abgelöst. So hatte ich beispielsweise einen Monat lang Zwangsgedanken, ich könne schwul werden, danach wiederum 3 Monate Zwangsgedanken, die sich auf Gewalt gegenüber geliebten Mitmenschen bezog, usw.

Die "Themen" der Zwangsgedanken wiederholten sich im Laufe der Zeit aber auffallend ist im Nachhinein , dass ich immer nur eine "Hauptangst" zu einer bestimmten Zeit hatte.

Ich verbrachte etliche Stunden im Internet auf der Suche nach Möglichkeiten, die schrecklichen Gedanken loszuwerden. Bald hatte ich einen Termin zur Hypnotherapie, die ich 10 mal besuchte. Kurz gesagt: sie hat mir nicht weitergeholfen.

Weiter ging es mit Terminen bei einem Psychologen bei dem ich zur Verhaltenstherapie war. Die Gespräche taten mir ganz gut, die Gedanken blieben weitestgehend. (Es gab jedoch immer wieder Zeiträume, in denen die Gedanken wesentlich milder waren)

Nach einer Weile verschrieb mein Hausarzt mir Antidepressiva. Diese wirkten. Ich merkte eine veränderung. Die Gedanken waren zwar noch da aber hatten nichtmehr die ganz niederschmetternde Wirkung auf mich (Vielleicht hatte ich mich auch ein Stück weit an sie gewöhnt). Nach einer Weile gab es kleine Zeiträume, in denen ich garkeine ZG mehr hatte und innerhalb des nächsten Jahres wurden die Zeiträume mit ZG immer kürzer und die Zeiträume ohne ZG länger.

Im April diesen Jahres fing ich dann an das Medikament auszuschleichen (bin immernoch dabei, jetzt bei einer ganz niedrigen Dosis angekommen). Das langsame Ausschleichen wurde mir so empfohlen und gab mir Sicherheit.

Heute bin ich fast komplett Beschwerdefrei. Die negativen Gedanken die ich selten habe kann man nichtmehr als ZG beschreiben, wie ich sie kennengelernt habe! Bleibe ich dennoch mal wieder in einer gedanklichen Schleife hängen, hilft mir das Wissen, dass die Gedanken auch wieder gehen.

Was mir am Ende tatsächlich am meisten geholfen hat weiß ich garnicht so recht.. Sicher auch das Medikamt aber vor allem der Umgang mit den ZG. (An dieser Stelle möchte ich 2 Bücher erwähnen, die mir geholfen haben: "Der Kobold im Kopf" von Lee Bear und "Wer dem Glück hinterherrennt, läuft daran vorbei" von Russ Harris). Die Bücher werden viele Betroffene kennen, es geht um Akzeptanz und Achtsamkeit.

Dieser Eintrag gibt zwar nicht den Weg vor, wie ZG zurückgelassen werden können aber er soll denen Mut machen, die wenig Hoffnung haben.
Es gab zeiten da war ich überzeugt, dass ich nie mehr "normal" leben könnte aber sie her, sie ist da :)

Viel Kraft euch allen !!
breiti
 
Beitritt
12.03.11
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192
Vielen Dank für diesen Bericht und die Empfehlung der Bücher! Alles Gute. :wave:
 

Bei Zwangsstörungen kann Hypnosetherapie hilfreich sein

Niemand wird mit einem Zwang geboren. Zwänge entwickeln sich. Die Gründe hierfür liegen meist tief verborgen im Unterbewusstsein des Menschen und können durch die aufdeckende Hypnosetherapie rasch lokalisiert, identifiziert sowie auch neutralisiert werden. Ist das geschehen, gibt es keinen Grund mehr, das unerwünschte und störende Verhalten an den Tag zu legen.

Nur zu wissen oder zu vermuten, warum man sich so verhält, hilft den meisten Betroffenen nicht, das zwanghafte Verhalten abzulegen. Dies ist so, weil es ein kognitiver Prozess ist. Die korrekte Programmierung für einen Zwang liegt jedoch im Unterbewusstsein.
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