Wie mit psychischen/körperlichen Folgeschäden umgehen?

Schwarzflug

Hallo Liebes Forum,

ich möchte gerne etwas schreiben was mir persönlich sehr am Herzen liegt, weil mich hier wahrscheinlich mehr Menschen verstehen werden als in meinem Umfeld.
Also es geht darum das ich lange Zeit ein lebensfroher und Energie geladener Mensch war, bis ein Besuch beim Zahnarzt alles schlagartig verändert hat.
Ich weiß bis heute nicht genau was es war: ob die Wurzelbehandlungen, das herausbohren des Amalgams oder verschiedene weitere Faktoren wie einen Vitamin B 12 Mangel, lange Zeit nicht die Beste Ernährung und viel Alkohol auf Partys am Wochenende, aber um Mutmaßungen geht es hier jetzt auch nicht.
Ich habe viel und lange probiert: Vom Ziehen Wurzeltoter Zähne über die (Schwermetall-) Entgiftung bis hin zur hohen Suplimation von Vitaminen und Darmsanierung, ebenso habe ich auf eine gesunde Ernährung geachtet und kein Alkohol oder sonstige Drogen zu mir genommen. Die Anleitungen zur Entgiftung habe ich genau nach Erfahrungen in diesem Forum gemacht, dennoch bin ich bis heute nicht so gesundet wie ich das gerne hätte.
Es ist zwar deutlich besser als noch vor ca. 2 Jahren wo alles noch sehr stark ausgeprägt war., dennoch glaube ich mittlerweile nicht mehr das ich vollständig genesen werde.
Körperlich geht es mir bis auf Taubheitsgefühle gut, doch was mir am meisten zu schaffen macht ist die psychische Veränderung der Krankheit oder wie ich dieses Phantom auch immer nennen soll:
Ich bin depressiv geworden, gehe nicht mehr feiern oder treffe mich generell nicht mit Freunden wie früher, weil ich es nicht ertrage die glücklichen Menschen zu sehen der ich früher auch war oder weil Sie sich von mir wegen meiner Art distanziert haben. Ich muss mich jeden Tag zur Schule aufrappeln um mein Fachabitur zu machen nur um dann fest zu stellen das ich vom ehemaligen Schüler der einen guten Realschulabschluss gemacht hat auf das Niveau eines Hauptschülers abgesunken bin, so sehr ich mich auch anstrenge, es geht einfach nicht mehr. Wie soll ich später nur eine Ausbildung finden wenn ich nicht mal mehr die Kraft und Motivation habe zur Schule zu gehen oder eine Bewerbung zu schreiben?? Sogar meine frühere Lieblingsband gefällt mir plötzlich nicht mehr, ich erkenn mich selbst einfach nicht wieder :(Meine Freundin denkt zurzeit darüber nach mich zu verlassen, kann ich auch ganz ehrlich verstehen da sie noch jung ist und natürlich einen lebensfrohen Mann haben will der auch was mit ihr macht. Sie hatte schon 2 Jahre Verständnis für mich aber irgendwann kann sie (verständlicher weise) auch nicht mehr, dabei ist sie das Einzigste was ich noch habe :( Ich hatte sogar schon einen Suizidversuch hinter mir weil ich es nicht mehr ausgehalten habe, in der Klinik wurde dann eine Borderline-Persönlichkeitsstörung diagnostiziert.
Doch daran glaube ich nicht so recht da alles mit dem Zahnarzt-Besuch anfing und mir ein Zufall zu weit hergeholt ist. Was mich so gemacht hat ist diese Krankheit und keine Borderline Störung die plötzlich da ist ohne jeglichen Grund.
Selbst wenn es jetzt so wäre war es die Folge einer Hirnschädigung durch Gifte, weil ich es mir anders nicht erklären kann. Klinghardt z.B sagt auch das Borderline u.a. durch Quecksilber ausgelöst werden kann...

Nun frage ich euch: Ist es möglich das durch langes Leiden psychische Folgeschäden ausgelöst werden können und wie behandelt man diese?
Wie geht ihr mit diesen Folgeschäden um, wie tröstet ihr euch und findet euch damit ab?
Habt ihr vielleicht sogar ähnliche Erfahrungen, das sich eure Persönlichkeit wegen Amalgamvergiftung oder anderen Krankheiten derart verändert hat?
Oder bin ich doch nur ein psychisch kranker Spinner der sich alles einbildet?? Ich kann es einfach nicht glauben weil ich keinen Grund dazu sehe. Ich weiß nur das ich mein altes Leben zurück haben will und mich keiner wirklich ernst nimmt, das tut schon weh und macht es nicht leichter...
Ich hoffe das jemand bis hierhin gelesen hat. Es ist doch mehr geworden als ich eigentlich schreiben wollte, aber ich musste es einfach loswerden auch wenn ich ungerne hier rum jammern will geschweige denn in Selbstmitleid versinken will. Ich würde mich einfach über den Austausch o.g. Erfahrungen von Gleichbetroffenen oder Aufmunterungen freuen.

Liebe Grüße

Schwarzflug


Nun frage ich euch:
 

Malve

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26.04.04
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22.127
Hallo Schwarzflug,

ich verweise auf Deinem vorherigen Thread, in dem Du Dein Anliegen geschildert hast und der als Hintergrund-Information sicher hilfreich ist:

http://www.symptome.ch/vbboard/zahn...lung-amalgamentfernung-seltsame-symptome.html

An dieser Stelle - im Thread eines anderen Mitglieds - hast Du über ähnliche Beobachtungen, wie man sie hier in Deinem neuen Thread findet, berichtet:

http://www.symptome.ch/vbboard/amal...persoenlichkeitsentwicklung-9.html#post900222

Liebe Grüße,
Malve
 

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darleen

Hallo Schwarzflug

Wurden dir nochmal Schilddrüsenwerte abgenommen nach deiner Ausleitung ? hat ja doch oft eine Auswirkung auf die SD

Da die Hormoen nun mal die menschliche Stimmung beeinflusst , wäre es wichtig Dies nochmal zu überprüfen

und auch das Vitamin D. wäre wichtig--> Stimmungbestimmend

konnte jetzt beim Überlfiegen deiner 50 Beiträge Nichts davon entdecken, kann aber sein das ich es übersehen habe

nur das du erwähntest das deine SD-Werte in Ordnung wären

ist schon eine Weile her und in Ordnung ist immer so eine Sache

liebe grüße darleen:wave:
 
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Kann dir nur meine Geschichte erzählen. Ich hatte über 11 Jahre ein "chronisches Schultergelenk". Erstursache war ein Unfall mit der Folge "frozen shoulder", seither hatte ich immer wieder Momenten wo es eingefrohren ist und urprötzlich Entzündungen aufkamen, aus Null Belastung teilweise. Es kam immer wieder, der Arzt wusste nicht weiter, keine Therapie half, einfach so urplötzlich wieder heftigste Schmerzen aus dem Nichts...... ich hatte diese Schulter wirklich aufgegeben und mich irgendwie daran gewöhnt über die Jahre. Am Anfang kämpfte ich noch, auch psychisch.............aber irgendwann gab ich auf und so wurde wenigstens die Psyche wieder stabiler, auf dieser Hinsicht. Und mein Leben hatte ich so eingerichtet dass es funktionierte

Letztes Jahr tauchte aber etwas ganz Anderes auf, Prüfungsängste------- so heftig das es zu Panikattackem kam. Und wieder, ich rannte von Therapie zu Therapie(über 1,5 Jahre) und nichts half. Doch ich wollte nicht wieder aufgeben und so kam ich auf die Idee, einmal tiefer anzusetzen: im Unterbewussten. Traumatherapie, Hypnose. Suchte mir da wirklich eine sehr gute Psychiaterin auf diesem Gebiet aus da ich wusste, dass wohl sehr viel aufkommen könnte und ich mich "sicher" fühlen wollte. Das Problem der Prüfungsangst war sofort weg, doch mittendrin tauchte auch wieder der Schmerz in der Schulter auf, aber heftig. Ich durchlebte den ganzen Unfall nochmals und seither habe ich keine Schmerzen mehr. Endlich kann ich wieder Muskeln aufbauen und meine Schulter uneingeschränkt nützen........ ich weinte vor Glück, wirklich. Hatte nicht erhofft dass man diese Schulter jemals wieder hinkriegt, aber sie ist heute fast 98% wieder normal. Nachträglich betrachtet ergab es auch einen Sinn warum es nicht besser geworden ist - ich hatte einfach das eigentliche Problem vergessen/verdrängt.

Es gibt ja keine Garantie aber vielleicht wäre der Ansatz noch eine Möglichkeit für dich. Über Traumatherapien nochmals das Problem aufgreifen. Aber das Angebot ist gross diesbezüglich, daher kann ich raten da einfach wirklich genau hinzuschauen wer therapiert.

Hoffe für dich dass du auch deine Lösung findest, dass es irgendwann vielleicht auch etwas besser wird.
 
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12.05.13
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Hast Du es schon mal mit einem Homöopathen versucht?

In welcher Form hast Du das Amalgam ausgeleitet?

Liebe Grüße Tarajal :)
 

Schwarzflug

Hast Du es schon mal mit einem Homöopathen versucht?

In welcher Form hast Du das Amalgam ausgeleitet?

Liebe Grüße Tarajal :)
Hallo,

ich habe ca. ein halbes Jahr lang die Chlorella-Bärlauch und Korianderausleitung gemacht. Dann ca. nochmal 2 Wochen nach Cutler was ich jedoch wegen einer beginnenden DMSA-Allergie abbrach.
Jetzt war ich zwischendurch mal in der Sauna und nehme ALA, was mir bis jetzt ziemlich gut tun zu scheint.
 

Schwarzflug

IQ Verlust und Reperatur des Gehirns durch Amalgam/Vit.B12-Mangel

Hallo,

mir liegt noch eine Sache auf dem Herzen.
Und zwar wurde mein Gehirn (ob jetzt durch Amalgam oder langem Vit.B 12-Defizit sei dahingestellt, ich werde es eh nie mehr erfahren was wir diese schrecklichen Symptome bereitet hat und zum teil auch noch tut) während meiner Vergiftungsphase und den Ausleitungsphasen stark in Mitleidenschaft gezogen.
Ich merke dies besonders in der Schule, das ich vom ehemaligen guten Realschüler auf das Niveau eines Hauptschülers abgesunken bin und werde daher mein Fachabitur wohl schmeißen, da ich so sehr ich auch will einfach nicht kann.
Dazu kommt noch eine allgemeine Motivationslosigkeit und Depression, schlechtes Konzentrations- und Merkvermögen (betrifft nur Kurzzeitgedächtnis).
Meine Hirnsymptome sind zwar besser geworden als noch vor wenigen Monaten, aber nicht das Endresultat was ich gerne hätte.
Jetzt frage ich euch:
Habt ihr ähnliches nach der Amalgam-/Quecksilbervergiftung (oder auch langem B-12 Mangel) erlebt und wie habt ihr euer Hirn wieder auf Trapp gebracht, oder habt ihr bis heute neurologische Folgeschäden?

Ich habe bisher mit folgenden Dingen Besserung erreichen können:
Alpha Liponsäure, ein hirngängiger Chelator und verbessert zudem die Leitfähigkeit und Funktion der Nerven.
Hohe Vitamin B-Dosen (die "Nervenvitamine")
Omega 3 Fettsäuren (der Dünger für's Gehirn überhaupt) hauptsächlich aus Fischölkapseln und Leinöl
Möglichstes meiden von Giften in unseren heutigen Nahrungsmitteln/der Umwelt (nur selten und bestimmte Fischsorten, Glutamat, Aspartam etc.)

LG
 
Zuletzt bearbeitet von einem Moderator:

Clematis

Letztes Jahr tauchte aber etwas ganz Anderes auf, Prüfungsängste-
Idee, einmal tiefer anzusetzen: im Unterbewussten. Traumatherapie, Hypnose. Suchte mir da wirklich eine sehr gute Psychiaterin auf diesem Gebiet aus da ich wusste, dass wohl sehr viel aufkommen könnte und ich mich "sicher" fühlen wollte. Das Problem der Prüfungsangst war sofort weg, doch mittendrin tauchte auch wieder der Schmerz in der Schulter auf, aber heftig. Ich durchlebte den ganzen Unfall nochmals und seither habe ich keine Schmerzen mehr. Endlich kann ich wieder Muskeln aufbauen und meine Schulter uneingeschränkt nützen........ ich weinte vor Glück, wirklich. - ich hatte einfach das eigentliche Problem vergessen/verdrängt.
Hallo Schwarzwald,

ich gehe jetzt nur auf das ein, was Du in diesem Thread schreibst und nicht anderswo. So wie ich es sehe, hat die lange Krankengeschichte, Dich nicht nur physisch beeinträchtigt, sondern auch seelisch. Außerdem scheinst Du irgendwo unter 20 Jahre jung zu sein. Deine Erkrankung fiel also auch noch in eine Zeit, in der man sich voll in einer Entwicklungsphase befindet, die auch ohne Krankheit recht schwierig zu bewältigen ist - die seelisch-körperliche Reife wird ja erst so mit ca. 23 erreicht. Dadurch kann sich so manches seelisch schlimmer ausgewirkt haben, als es vielleicht mit 30 oder 35 der Fall gewesen wäre. Daher erhöht sich das Gefühl der Beeinträchtigung.

Nun hängen aber Psyche und Körper zusammen, das heißt sie beeinflussen einander, da es Dir physisch schlecht geht, verschlimmert das Deinen seelischen Zustand und umgekehrt. Das hast Du bei der oben genannten Therapeutin erkannt und erlebt. Ich will es mal so ausdrücken, Deine Krankheit ist inzwischen zu einem Trauma geworden, das die Folgen der damaligen Vergiftung noch nachhaltig beeinflussen kann und so die Genesung verhindert, obwohl Du auf der körperlichen Ebene in diese Richtung schon das Meiste gemacht hast.

Auch Deine Probleme in der Fachschule belasten Dich über alle Maßen, obwohl Du dafür nichts kannst. Zukunftszweifel plagen Dich und Deine Freundin packt es auch nicht mehr so richtig. Also ein ganz schön dickes Paket Sorgen. So wie Du hier schreibst ist Dir wahrscheinlich klar, daß Dich diese Sorgen auch daran hindern gesund zu werden. Daher würde ich Dir empfehlen, diese Psychiaterin nochmal aufzusuchen, sie versteht offenbar etwas von ihrem Handwerk. So wie Deine Schulter (physisch) in Ordnung kam als Du die seelischen Hintergründe abgearbeitet hast, so könnte es auch mit den physischen Folgen der Amalgam-usw.-Vergiftung gehen. Verarbeitest Du das Trauma dieser Krankheit, dann könntest Du anschließend sehr schnelle Fortschritte auch auf körperlicher Ebene erfahren. Eine derart langanhaltende Beeinträchtigung wird zu einem Trauma, davon sollte man ausgehen.

Warum das so ist, ist eigentlich leicht zu verstehen, wenn man weiß, daß die menschlichen Zellen alle Informationen speichern. Momentan sind sie noch auf die Folgen der physischen Krankheit eingestellt (auch deshalb weil Du dauernd und zwangsläufig immer daran denken mußt, was ganz normal ist) und die Zellen haben trotz Ausleitung und anderem noch nicht richtig verstanden, daß sie sich nicht mehr vergiftet fühlen brauchen, daß das eigentlich vorbei ist. Dieser Zustand könnte bei der Therapie, die Du schon einmal gemacht hast verändert werden. Wenn sich die Zellen umstellen ist schon viel gewonnen, auch sie müssen begreifen, daß das Schlimmste überstanden ist.

Und noch etwas, höre auf gegen die Beschwerden zu kämpfen. Erstens hilft das nicht weiter und zweitens kostet das Nerven und viel Kraft und diese Kraft brauchst Du zum gesund werden. Kampf ist Streß pur und das macht alles nur noch schlimmer. Versuche mal den jetzigen Zustand zu akzeptieren wie er gerade ist, damit Ruhe in Dir einkehrt - sei friedlich. Das bedeutet natürlich nicht, Deine Behandlungen aufzugeben. Die solltest Du weiter machen, aber eben nicht als Kampf sehen. Betrachte Deinen Körper als einen lieben Kumpel, der gelitten hat, dem Du aber liebevoll Deine Hand reichst, damit ihr in freundschaftlicher Verbundenheit wieder gesund und seelisch heil werdet. Gelingt Dir das, wirst Du Dich schon allein dadurch etwas besser fühlen. In diesem friedlichen Miteinander kann der Körper Deine Seele/Intellekt/Verstand/Gehirn (wie immer Du das lieber nennen magst) unterstützen und die Seele unterstützt den Körper.

Folgendes mag absonderlich klingen, aber auch das funktioniert tatsächlich: setz Dich still und bequem hin, enspann Dich richtig, horche in Dich hinein und unterhalte Dich mit Deinen Zellen, wenn Du das zuläßt und aufnahmebereit bist, wirst Du vielleicht nicht "hören" wie sie antworten, aber Du wirst es spüren, empfinden. Frage sie mal, was Du ihnen Gutes tun kannst, was sie brauchen und dann erfülle ihren Wunsch nachdem Du geprüft hast, ob Du sie richtig verstanden hast. Das Überprüfen ist sehr wichtig, damit Du Deine Empfindungen nicht falsch interpretierst!

Behalte also Deinen Mut, es ist noch lange nicht alles verloren, wie Du momentan zu glauben scheinst.

Liebe Grüße,
Clematis
 

Schwarzflug

Hallo Schwarzwald,

ich gehe jetzt nur auf das ein, was Du in diesem Thread schreibst und nicht anderswo. So wie ich es sehe, hat die lange Krankengeschichte, Dich nicht nur physisch beeinträchtigt, sondern auch seelisch. Außerdem scheinst Du irgendwo unter 20 Jahre jung zu sein. Deine Erkrankung fiel also auch noch in eine Zeit, in der man sich voll in einer Entwicklungsphase befindet, die auch ohne Krankheit recht schwierig zu bewältigen ist - die seelisch-körperliche Reife wird ja erst so mit ca. 23 erreicht. Dadurch kann sich so manches seelisch schlimmer ausgewirkt haben, als es vielleicht mit 30 oder 35 der Fall gewesen wäre. Daher erhöht sich das Gefühl der Beeinträchtigung.

Nun hängen aber Psyche und Körper zusammen, das heißt sie beeinflussen einander, da es Dir physisch schlecht geht, verschlimmert das Deinen seelischen Zustand und umgekehrt. Das hast Du bei der oben genannten Therapeutin erkannt und erlebt. Ich will es mal so ausdrücken, Deine Krankheit ist inzwischen zu einem Trauma geworden, das die Folgen der damaligen Vergiftung noch nachhaltig beeinflussen kann und so die Genesung verhindert, obwohl Du auf der körperlichen Ebene in diese Richtung schon das Meiste gemacht hast.

Auch Deine Probleme in der Fachschule belasten Dich über alle Maßen, obwohl Du dafür nichts kannst. Zukunftszweifel plagen Dich und Deine Freundin packt es auch nicht mehr so richtig. Also ein ganz schön dickes Paket Sorgen. So wie Du hier schreibst ist Dir wahrscheinlich klar, daß Dich diese Sorgen auch daran hindern gesund zu werden. Daher würde ich Dir empfehlen, diese Psychiaterin nochmal aufzusuchen, sie versteht offenbar etwas von ihrem Handwerk. So wie Deine Schulter (physisch) in Ordnung kam als Du die seelischen Hintergründe abgearbeitet hast, so könnte es auch mit den physischen Folgen der Amalgam-usw.-Vergiftung gehen. Verarbeitest Du das Trauma dieser Krankheit, dann könntest Du anschließend sehr schnelle Fortschritte auch auf körperlicher Ebene erfahren. Eine derart langanhaltende Beeinträchtigung wird zu einem Trauma, davon sollte man ausgehen.

Warum das so ist, ist eigentlich leicht zu verstehen, wenn man weiß, daß die menschlichen Zellen alle Informationen speichern. Momentan sind sie noch auf die Folgen der physischen Krankheit eingestellt (auch deshalb weil Du dauernd und zwangsläufig immer daran denken mußt, was ganz normal ist) und die Zellen haben trotz Ausleitung und anderem noch nicht richtig verstanden, daß sie sich nicht mehr vergiftet fühlen brauchen, daß das eigentlich vorbei ist. Dieser Zustand könnte bei der Therapie, die Du schon einmal gemacht hast verändert werden. Wenn sich die Zellen umstellen ist schon viel gewonnen, auch sie müssen begreifen, daß das Schlimmste überstanden ist.

Und noch etwas, höre auf gegen die Beschwerden zu kämpfen. Erstens hilft das nicht weiter und zweitens kostet das Nerven und viel Kraft und diese Kraft brauchst Du zum gesund werden. Kampf ist Streß pur und das macht alles nur noch schlimmer. Versuche mal den jetzigen Zustand zu akzeptieren wie er gerade ist, damit Ruhe in Dir einkehrt - sei friedlich. Das bedeutet natürlich nicht, Deine Behandlungen aufzugeben. Die solltest Du weiter machen, aber eben nicht als Kampf sehen. Betrachte Deinen Körper als einen lieben Kumpel, der gelitten hat, dem Du aber liebevoll Deine Hand reichst, damit ihr in freundschaftlicher Verbundenheit wieder gesund und seelisch heil werdet. Gelingt Dir das, wirst Du Dich schon allein dadurch etwas besser fühlen. In diesem friedlichen Miteinander kann der Körper Deine Seele/Intellekt/Verstand/Gehirn (wie immer Du das lieber nennen magst) unterstützen und die Seele unterstützt den Körper.

Folgendes mag absonderlich klingen, aber auch das funktioniert tatsächlich: setz Dich still und bequem hin, enspann Dich richtig, horche in Dich hinein und unterhalte Dich mit Deinen Zellen, wenn Du das zuläßt und aufnahmebereit bist, wirst Du vielleicht nicht "hören" wie sie antworten, aber Du wirst es spüren, empfinden. Frage sie mal, was Du ihnen Gutes tun kannst, was sie brauchen und dann erfülle ihren Wunsch nachdem Du geprüft hast, ob Du sie richtig verstanden hast. Das Überprüfen ist sehr wichtig, damit Du Deine Empfindungen nicht falsch interpretierst!

Behalte also Deinen Mut, es ist noch lange nicht alles verloren, wie Du momentan zu glauben scheinst.

Liebe Grüße,
Clematis
Hallo Clematis,

erst mal danke für diesen ausführlichen Text,die Zeit die du dafür aufgebracht hast und für's Mut machen :)
An solche psychischen Folgeschäden habe ich auch schon gedacht. Wie du sagtest bin ich noch jung und es kommen gleichzeitig noch vielerlei andere Probleme und Sorgen hinzu, was nochmals eine zusätzliche psychische Belastung darstellt.
Es ist eben nur die Frage ob man diese Folgeschäden nur mit einer Gesprächstherapie wieder "reparieren" kann. Ich werden auf jeden Fall so oder so nochmal eine Therapeutin aufsuchen die mir dabei helfen soll diese schlimme (eigentlich ungelogen die schlimmste Zeit meines Lebens) zu überstehen.
Ich werde deine Ratschläge befolgen und versuchen das ganze zu akzeptieren, einen Sinn daraus zu erkennen und nicht mehr so sehr dagegen anzukämpfen, die Behandlung jedoch trotzdem weiter führen.
Es ist nur manchmal verdammt schwer zu akzeptieren das man aus heiterem Himmel plötzlich so krank wurde und alle anderen um einen herum glücklich lachen und energiegeladen sind, obwohl sie einen Scheiß auf ihre Gesundheit achten so wie ich es jetzt tue. Da fragt man sich immer was aus einem geworden ist, erinnert sich an die Zeit wo man noch gesund war und fragt sich wofür das alles? Warum ausgerechnet ich der es schon so schwer in der Kindheit hatte? Und das auch noch so jung, da werde ich manchmal total depressiv und dann plötzlich wieder total wütend.

Na ja Gute Nacht und liebe Grüße
 

Clematis

Es ist eben nur die Frage ob man diese Folgeschäden nur mit einer Gesprächstherapie wieder "reparieren" kann. Ich werden auf jeden Fall so oder so nochmal eine Therapeutin aufsuchen die mir dabei helfen soll diese schlimme (eigentlich ungelogen die schlimmste Zeit meines Lebens) zu überstehen.
Hallo Schwarzflug,

ich denke schon, daß das in Ordnung kommen kann. Dabei ist Jugend ein großer Vorteil, weil der Körper noch viel mehr vertragen kann und sich auch leichter regeneriert als ein "Oller", der schon viele Kilometer gelaufen ist. Falls eine Gesprächstherapie nicht tief genug greift, ziehe die Hypnosebehandlung in Betracht, die Du schon mal gemacht hast.

Es ist nur manchmal verdammt schwer zu akzeptieren das man aus heiterem Himmel plötzlich so krank wurde und alle anderen um einen herum glücklich lachen und energiegeladen sind, obwohl sie einen Scheiß auf ihre Gesundheit achten so wie ich es jetzt tue. Da fragt man sich immer was aus einem geworden ist, erinnert sich an die Zeit wo man noch gesund war und fragt sich wofür das alles? Warum ausgerechnet ich der es schon so schwer in der Kindheit hatte? Und das auch noch so jung, da werde ich manchmal total depressiv und dann plötzlich wieder total wütend.
Ja, es ist schwer zu akzeptieren. Doch wenn Du Dir klar machst, daß kämpfen nichts bringt, eher schadet - könnte es da nicht einen Tick leichter werden?

Die Frage, warum ausgerechnet ich, stellt sich so mancher, der schwer krank wurde und findet keine Antwort. Folgendes ist jetzt vielleicht kein Trost, das weiß ich, denn Du bist jung, doch ich habe es mehrfach erlebt, daß ich nach schwerer und teilweise chronischen Erkrankungen immer wieder auf die Füße gefallen bin. Im Rückblick, nach jeder einzelnen überwundenen Krankheit, war ich danach stärker, war reifer und auch selbstbewußter. Das befähigte mich dann dazu den nächsten Schlag ins Genick etwas besser zu verkraften, weil ich durch den Vorherigen gestärkt worden war und im tiefsten Innern wußte, daß ich auch damit fertig werden würde. Krankheiten sind so betrachtet auch ein Lernprozeß durch den wir über uns hinaus wachsen können. Letztlich kann man sie unter wertvolle Lebenserfahrung verbuchen, auch wenn man das während der Krankheit kaum so sehen kann.

Verhindere auf jeden Fall in eine Depression zu verfallen - das hieße Aufgeben. Dann sei lieber ein bißchen wütend, denn das hält Dich im Bereich von Aktivität, wer wütend ist geht nicht so leicht unter, sondern wehrt sich und handelt.

Auch Du wirst es schaffen. Der Mensch ist zu so vielem fähig und hinterher ist man selbst erstaunt, daß man das "damals" so tragisch genommen hat.

Liebe Grüße,
Clematis
 
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