Waldgeflüster

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Nun gut, heute muss ich euch etwas gestehen. Ist mir ein weinig unangenehm. Ich habe euch angeflunkert. Zwar nur ein winzig - kleines bisschen - aber flunkern ist flunkern. Also stelle ich das heute richtig:

Ich habe doch einen Schwanz. Einen winzig - kleinen!

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....aber schaut doch mal selbst - mit diesem Anblick werde ich mehrmals täglich konfrontiert und das ist so frustrierend .

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Darum verberge ich ihn lieber .... und zeige dafür meine Krallen.

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Da bin ich wieder. Heute will ich euch ein bisschen mehr über uns erzählen. Hervorragende Taucher und nahezu Allesesser - das sind wir!
Alles was wir Blässhühner gern essen finden wir im Wasser und am Ufer. Wir achten dabei - ähnlich wie ihr Menschen - auf eine vielseitige und gesunde Ernährung. Nur unser Speiseplan ist ziemlich anders als der eure. Wir mögen Wasserpflanzen, Algen, Gras, Blütenblätter von Seerosen, Insekten, Schnecken, Muscheln, Würmern, Kaulquappen und kleine Fische.


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Die Lieblingsspeise meines Weibchen und mir sind Wasserpflanzen. Wusstet ihr, dass wir, wenn wir uns völlig vegan ernähren, knapp die Menge unseres Körpergewichts benötigen, um unseren Hunger zu stillen?
Darum seht ihr uns oft schwimmend mit etwas Leckerem im Schnabel. Wir freuen uns schon auf den Sommer, denn dann fressen wir sehr gern Schilf, wegen ihrem hohen Gehalt an Rohproteinen und Kohlenhydraten.


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Jetzt habe ich eine große Bitte an euch Menschen.

Ich weiß, dass viele von euch auch gern Fisch essen und ihn auch selbst angeln. Das sehe ich nahezu täglich. Dabei gehen euch in der Uferzone öfters auch mal diese Haken verloren. Manchmal verwechseln wir diese mit etwas Fressbaren - und einige von uns sind daran schon gestorben!

Bitte liebe Menschen, versucht die Dinger zu finden und nehmt sie mit.

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So und nun noch etwas zu meiner Wenigkeit. Eine meiner Leidenschaften ist das Tauchen und Gründeln.
Ich liebe das!

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An guten Tagen kann ich bis zu 20 Sekunden unter Wasser bleiben. Dabei komme ich bis zu 6 Metern in die Tiefe!
Dort unten, am Grund, gibt es tolle Leckereien, die ich mir dabei nach oben hole.


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Was ich wirklich gut beherrsche ist mein Kopfsprung;
der ist wichtig, denn mit ihm leite ich das Tauchen ein. Dadurch habe ich den richtigen Schwung um tief und schnell über lange Strecken zu kommen.

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Jetzt hat mich das Erzählen vom Tauchen und den Leckereien echt Appetit gemacht.
Tschüß , bis bald, ich tauche mal wieder ab.

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Ab März begann für mein Weibchen und für mich eine schöne, aber auch aufregende - und für mich auch ziemlich mühevolle - Zeit.
Wir bauten ein Nest für unsere Kinder.

Wir freuen uns riesig auf unseren Nachwuchs. Das mit dem Nestbau ist nicht so einfach wie bei euch Menschen. Wenn wir ein gutes und geeignetes Plätzchen gesichtet haben, müssen wir darum kämpfen - denn auch andere Paare wollen dort nisten. Wir hatten einen besonders guten Standort gefunden, daher ging es in diesem Jahr besonders zur Sache. Mit Flügelschlägen, Fußtritten und Schnabelhieben verteidigten wir unseren Platz an der Uferböschung. Mit Erfolg!
Uns gefiel der Baum mit den herunterhängenden Ästen sehr gut, denn sie sorgen für einen rundum Sichtschutz und genau unter ihnen begannen wir, als die Reviere abgegrenzt waren, mit dem Bauen.


Zunächst errichteten wir gemeinsam eine Nestplattform, die wir an den Ästen im Wasser verankerten.

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Beim weiteren Bauen waren unsere Aufgaben klar verteilt. Mein Weibchen ist der Architekt und schichtet unser Nest, während ich fleißig das Material besorge.
Unermüdlich trug ich in meinem Schnabel Schilf, Pflanzenmaterial, Zweige und Äste herbei, die bis zu einem Meter lang sein können, zu meinem bauenden Weibchen.


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Ich finde, unser Nest kann sich sehen lassen. Da mein Weibchen offentsichtlich zufrieden ist, bin ich es auch. Es sieht am Ende aus wie eine "Burg" ist kegelförmig und besitzt sogar eine Rampe vom Wasser zum Nest hinauf.

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Mein Weibchen und ich.....auch beim Brüten sind wir ein Team!

Ich bin so richtig stolz auf meine Liebste. Seht doch, wie geduldig sie im Nest sitzt. Nachdem das 3. Ei da war begannen wir mit dem Brüten - und das wird nun so 19 - 24 Tage so weitergehen. Ja, wir! Denn ich helfe mit, wir wechseln uns dabei ab.
Allerdings muss ich zugeben, dass mein Weibchen den Hauptanteil der Arbeit übernimmt. Ich glaube auch nicht, dass ich diese Sitzerei über so lange Zeit hinweg hinbekommen würde wie sie das tut, ohne ungeduldig mit den Krallen zu scharren.


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Wir machen das so: Eine/r sitzt im Nest während der andere weiter nach Nistmaterial Ausschau hält. Denn auch beim Brüten muss das Nest immer weiter ausgebaut und ausgebessert werden. Während der Übergabe kommen wir zwei uns sehr nah, denn das Material überreichen wir uns direkt von Schnabel zu Schnabel. Diesen Teil der Brüterei mag ich sehr.😁
Sehr kleine Äste und Blätter stopfen wir nah unter unserem Körper. So polstern wir unser Nest perfekt aus, um komfortabel zu sitzen.
Ich baue dann nebenbei noch ein Ruhenest. Wer gerade von uns nicht brütet, hält sich dort nachts zum Schlafen auf. Später wird dieses zweite Nest zur Ruheinsel für die Kleinen.


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Die Zweisamkeit mit meinem Weibchen ist immer wunderschön. Wir sind auch sehr gespannt auf unsere Kleinen!❤

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Hurra, unsere Kinder sind da!

Schaut euch unsere kleine Rasselbande an, sind sie nicht bezaubernd mit ihrer gelb - roten Löwenmähne und dem roten Schnabel mit der kleinen weißen Spitze? Eins so schön wie das andere.
Nach 21 (langen) Tagen des Brütens sind wir nun stolze Eltern. Und gleich am ersten Tag nach dem Schlüpfen stürzten sie sich kopfüber ins Leben, wollten schwimmen lernen und hatten sofort riesengroßen Appetit. Da braucht es unsere volle Fürsorge, Liebe und Aufmerksamkeit, von Anfang an.
Mein Weibchen und ich haben ganz schön zu tun die hungrigen Schnäbelchen zu füllen. Aber wir tun das im Grunde wirklich gerne. Wer könnte ihnen widerstehen, wenn sie uns so hilflos - fiepend rufen und dabei so niedlich ihren Kopf zu uns drehen.




Trotzdem wir ganz tapfere Eltern sind, können wir leider nicht immer unsere Kinder vor allen Gefahren beschützen. Unsere Kleinen leben gefährlich, denn sie kennen noch nicht den Hecht und die anderen großen Fische und die Gefahr aus der Luft. Darum starben bereits in den ersten Tagen ihres Lebens einige unserer Kinder, was uns ganz traurig macht.

Mein Weibchen und ich teilen uns die Kindererziehung, nur am Anfang schwimmen wir gemeinsam und später teilen wir uns dann auf.
Immer wieder treffen wir uns am Nest oder an den Ruheinseln wieder. In dieser Zeit baue ich auch weiter an Ruhe - und Schlafnester für unsere Kinder.



Mit etwa 8 Wochen werden unsere Kleinen flügge und selbständig sein, aber aus Erfahrung wissen wir, dass sie auch dann noch bei uns um Futter betteln werden und wir noch lange gemeinsam im Revier leben. Das wird eine schöne Familienzeit und wenn mein Weibchen noch einmal Nachwuchs bekommt, dann helfen die Geschwister bei der Aufzucht mit.😍

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Liebes Orangerl,
mir sind meine kleinen Freunde in den letzten Wochen so richtig ans Herz gewachsen und sie waren mein Lichtblick in diesen Corona - Wochen.
Es gab so viele berührende Szenen zwischen dem Männchen und seinem Frauchen und dann die gemeinsame tierische Liebe zu ihren hinreißenden Kinder. Fast täglich radelte ich zu ihnen und fieberte mit beim Brüten und erfreute mich dann an der Rasselbande. Es traf mich hart, wenn von den anfangs 8 Küken wieder eines fehlte.
Nun hoffe ich, dass die kleine Viererbande unbeschwert groß wird.🥰
Es ist schön dich hier zu treffen, liebes orangerl.😘

Liebe Grüße von Wildaster
 
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Wuhu liebe Wildaster,
ich schaue regelmäßig in die Bilder-Threads, nur schreibe ich halt nicht oft die wunderbaren Eindrücke nieder *gelobeBesserung* 😌

Bei mir in der (für mich erreichbaren) Nähe gibts so idyllische Plätzchen nicht, meine Erfahrung mit Vogel-Nachwuchs beschränkt sich auf die Nestchen im Garten; Zumindest da gibts - erstaunlicher Weise - ziemlich viele verschiedene, und hab ich das Fenster offen, dann klingt es, als würde ich in einer Vogel-Voliere sitzen 😁
 
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Bei uns gegenüber hat sich ein Drama abgespielt: Dort steht eine Liguster-Hecke, die sehr verwildert war. Sie wurde geschnitten. An einer Stelle ließ der Heckenschneider eine Art "Huckel" stehen, und ich habe mir das mit dem Fernglas angeschaut, weil er sonst korrekt geschnitten hatte.
Genau an der Stelle sah ich ein Nest, in dem eine Amsel aktiv war. Als sie weg flog, sah ich zwei offene Schnäbel, es waren also Junge da. Das hat mich sehr gefreut, weil dieses Jahr eher wenig Amseln unterwegs sind.
Etwa eine Stunde später habe ich wieder geschaut: die Amseln zeterten, eine wunderschöne große Elster saß an der Stelle des Nests auf der Hecke, das Nest war leer ...

Grüsse,
Oregano
 
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Wuhu,
oyi 😰

Vor zwei, drei Jahren hatten wir in der Spitze unserer hohen Tränen-Kiefer ein größeres Nest, wo eine kleine Falken-Art (genau bestimmen konnte ichs nicht) brütete; In dem Jahr gabs einige auffällige Stellen im Gras oder am Boden, wo diese Vögel wohl fraßen - und die Beute von denen sind nicht nur Mäuse uä, sondern auch andere kleinere Vögel - eindeutig an den "gerupften" Federchen erkennbar, darunter dürfte einmal eine Türken-Taube des in unserem Garten ständig lebenden Paares gewesen sein, weil dann mehrere Wochen nur noch eine Taube zu sehen war...

Glücklicherweise ist unser Kater diesbezüglich faul/er, naja, auch schon älter, fängt selten Mäuse, aber noch nie Vögel (obwohl sie ihn freilich manchmal "reizen" würden)...
Tragisch, zumindest für uns beobachtende Menschen, dieser "Lauf der Natur"...
 
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Hallo Oregano und Orangerl,
mir tut so etwas auch immer weh.
Eigentlich dürfen Hecken ja vom März bis September nicht mehr stark beschnitten werden, wegen den Nestern und es ärgert mich immer sehr, wenn ich anderes beobachte.
Ich habe zur Zeit Drama im Garten. Dort fühlen sich ja viele Tiere wohl und leider auch Mader und Waschbären. Sie haben meine drei Nistkästen ausgeräubert und auch die Amselnester entdeckt. Heute sah ich ein neugebautes Nest eines Rotschwänzchen an meiner Laube und befürchte schlimmes. Der "Lauf der Natur" ist wirklich oft tragisch ....

Vor zwei Tagen durchstreifte ich gemeinsam mit meinen Enkelkindern zum ersten Mal seit Wochen wieder einen Wald.
Dabei kamen wir an einem See vorbei mit einem Wiesenstück. Darin war so viel Leben und es summte und brummte wie verrückt. Meine Mädchen entdeckten sooo viel. Fasziniert waren wir von den vielen Libellenarten. Sie schwirrten um uns herum und benutzten uns auch als Landeplatz und es lag Magie in der Luft. Die leuchtenden Augen der Mädchen sprachen Bände.

Sie hielten vor Glück die Luft an, als diese wunderschöne Libelle auf ihren Fingern saß..💞

Auf dem Rückweg freuten wir uns erneut auf die kleinen magische Wesen ....... die Wiese wurde in der Zwischenzeit ( sinnlos) abgemäht und uns war zum Heulen.:eek:

Liebe Grüße von Wildaster

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