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Treffen (nur) der Chemotherapie-Verweigerer/innen (II)

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06.08.08
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Liebe Anomar

Bist Du noch bei uns?
Ich bin so sehr in Sorge um Dich.

Ich selbst war noch einmal in Heidelberg und habe dort eine
weitere PRLT erhalten, aber das radioaktive Zeug geht auch
an die Blutbildung und schwächt mich dadurch zusehend.
Weniger zwar, als die Chemo, aber oft werde ich das nicht mehr
mitmachen können. Immerhin hilft das nun schon ein Jahr.
Diesmal haben die Tränendrüsen arg gelitten, aber dafür sind
die Metastasen erheblich geschrumpft.
Wieder Zeit gewonnen, oder werden die Nebenwirkungen
den Gewinn teilweise wieder auffressen?

Wo sind eigentlich die anderen Chemoverweigerinnen?
Wie geht es euch?


Puistola
 
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30.10.14
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Liebe Puistola,

danke, dass Du nachfragst wo wir - die Chemoverweigerer- denn sind .

Ich habe morgen wieder die 1/4 jährliche Nachsorgeuntersuchung - mein Blutdruck spielt schon jetzt verrückt. Die Anspannung alle paar Wochen ....

wenn diesmal alles okay ist werden die Untersuchungen nur noch zweimal jährlich durchgeführt.

Wie es mir geht weiss ich vorher nicht, denn die Ängste überdecken meine Intuition.

Bin gespannt, was die anderen berichten werden.

Einen lieben Gruss

uriela
 
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06.08.08
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LiebeUriela
ich wünsch dir von Herzen, dass das mit dem Halbjahresrhytmus klappe
und deine Angst sich als unbegründet erweise.

Puistola
 
Beitritt
08.06.17
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Liebe Anomar

Bist Du noch bei uns?
Ich bin so sehr in Sorge um Dich.

Ich selbst war noch einmal in Heidelberg und habe dort eine
weitere PRLT erhalten, aber das radioaktive Zeug geht auch
an die Blutbildung und schwächt mich dadurch zusehend.
Weniger zwar, als die Chemo, aber oft werde ich das nicht mehr
mitmachen können. Immerhin hilft das nun schon ein Jahr.
Diesmal haben die Tränendrüsen arg gelitten, aber dafür sind
die Metastasen erheblich geschrumpft.
Wieder Zeit gewonnen, oder werden die Nebenwirkungen
den Gewinn teilweise wieder auffressen?

Wo sind eigentlich die anderen Chemoverweigerinnen?
Wie geht es euch?


Puistola

Hallo,
eine sehr traurige Nachricht:
"Anamor" Ramona ist am 22. Sept. 17 verstorben
https://www.facebook.com/ohnechemogehtesauch/posts/1514571315248421
Stiller Gruß
Bethalousa43
 
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06.08.08
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Liebe Bethalousa, liebe Familie Uhlisch

Danke für die Mitteilung über das Entschlafen unserer Mitstreiterin Ramona.

Mit den Bild auf Facebook wurde sie für mich plötzlich fassbar, ein Mensch,
statt nur ein flüchtig zur Kenntnis genommener Internet-User.
Zu spät, wie so vieles zu spät ist angesichts des Todes.
Nicht Gesagtes verhallt nun sinnlos im Nichts, aber die Erinnerung bleibt.
Meine Erinnerung ist, dass Ramona ihr Leid selbstbewusst ertragen hat.

Mein Rat für allerlei Therapien ging wohl am Kern der Sache vorbei:
Diese Krankheit war längst bevor sie wieder sichtbar auftrat unbesiegbar.
Ramonas Versuche, mit Hausmitteln zu lindern, statt mit 'grosser
Medizin' zu kämpfen, verdienen unseren Respekt.


Puistola
 

Kate

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16.11.04
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Auch von mir ein Dank für diese, wenn auch sehr traurige, Mitteilung. Ich habe oft an Anomar-Ramona gedacht in letzter Zeit, sie schrieb ja hier noch vor einiger Zeit über die Zuspitzung Ihrer gesundheitlichen Situation.

Ramona, Du starke und liebenswerte Frau, ich werde Dich vermissen, auch wenn wir uns nur über dieses Forum kannten. Trotzdem sind wir uns ja irgendwie "begegnet" und Du hast mich beeindruckt.

Ramonas Familie und allen anderen direkt Betroffenen wünsche ich viel Kraft.

Kate
 
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25.03.12
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Liebe Ramona,

Es tut mir leid das zu lesen.

Ich bewunderte dein offenes, freundliches und positives Wesen. Lass es dir gut gehen, wo immer du auch bist :wave:

Der Familie und Angehörigen alles Liebe und viel Kraft.

Anahata
 

admin

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01.01.04
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Es tut mir sehr leid, dies zu lesen und auch ich möchte der Familie von Anomar mein herzliches Beileid aussprechen. Anomar war über 5 Jahre hier im Forum aktiv unterwegs und hat verschiedenste Wege genutzt, um ihr Wissen und ihre Erfahrungen zugänglich zu machen und so möglicherweise anderen in ähnlicher Situation eine Unterstützung sein zu können. Ich möchte ihr dafür danken. Wenn man sich auf diese Weise für andere Menschen einsetzt, kann man nie wissen, wieviele Schicksale man positiv verändert hat. Schon ein einziges Schicksal ist es aber bereits wert. Und sie hat sicherlich viele erreicht. Ein guter Mensch, der viel zu früh gehen musste.
Mein tief empfundenes Beileid.

Gruss, Marcel
 
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06.08.08
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Ich hab mal ein bisschen zurückgelesen in diesem Thread,
denn das Sterben von Anomar lässt mir keine Ruhe. Sie wurde zuletzt
überrollt vom exponentiellen Wachstum ihrer Brustkrebsmestastasen,
wie ihre CT-Bilder erschreckend zeigen.
(Ich bin wohl der nächste, den es treffen wird.)

Ist toll, dass immer mehr Frauen andere Wege gehen als den Schulmedizinischen, der oft nur Leid bringt.


Du, lieber Marcel, schreibst, man könne nie wissen,
wieviele Schicksale 'man' (Ramona?) positiv verändert habe.
Angesichts des Sterbens bereits mehrerer Mitstreiterinnen kommen
mir schon erhebliche Zweifel, ob die hier betriebene internetbasierte
Quacksalberei diese Schicksale nur positiv beeinflusse.
Die von der Medizin angebotene adjuvante Chemotherapie nach der
OP oder Bestrahlung von Brustkrebs ist just eine der ganz wenigen
Anwendung von Chemotherapie, die zur Heilung führen kann.
Frauen davon abzuraten, sehe auch posthum nicht als Lebenshilfe.

Auch im achten Jahr mit hochaggressivem Krebs, zwar erheblich geschwächt,
aber dank des medizinischen Fortschritts immer noch ohne Chemotherapie
(die würde mir statistisch keine drei Monate Überleben bringen), wünsche ich
den verbleibenden Mitstreiterinnen weiterhin Krebsfreiheit und auch
Gesundheit im weiteren Sinne.


Puistola
 

admin

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01.01.04
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Du, lieber Marcel, schreibst, man könne nie wissen,
wieviele Schicksale 'man' (Ramona?) positiv verändert habe.
Angesichts des Sterbens bereits mehrerer Mitstreiterinnen kommen
mir schon erhebliche Zweifel, ob die hier betriebene internetbasierte
Quacksalberei diese Schicksale nur positiv beeinflusse.
Die von der Medizin angebotene adjuvante Chemotherapie nach der
OP oder Bestrahlung von Brustkrebs ist just eine der ganz wenigen
Anwendung von Chemotherapie, die zur Heilung führen kann.
Frauen davon abzuraten, sehe auch posthum nicht als Lebenshilfe.
Hallo Puistola

Es ist sehr schade, dass Du dies schreibst. "Internetbasierte Quacksalberei" ist m.E. mehrfach deplatziert, nicht nur da wir momentan jemanden verabschieden, dem der eingeschlagene Weg persönlich wichtig war.

Gruss, Marcel
 
Beitritt
27.08.13
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Die von der Medizin angebotene adjuvante Chemotherapie nach der
OP oder Bestrahlung von Brustkrebs ist just eine der ganz wenigen
Anwendung von Chemotherapie, die zur Heilung führen kann.
Frauen davon abzuraten, sehe auch posthum nicht als Lebenshilfe....

Das stimmt so nicht.
Hulda Clark hatte behauptet, Wermut (Artemisia) würde Parasiten und Krebszellen töten, weil beide einen erhöhten Eisenbedarf haben und viel Eisen speichern. Sie hatte recht:

Gerät das Artemisinin vom Wermut in Kontakt mit Eisen, kommt es zu einer chemischen Reaktion, durch die freie Radikale erzeugt werden, die die Zellmembrane auseinanderreißen und vernichten. Bestätigt wurde das auch an Burstkrebszellkulturen und Leukämiezellen. Ein paar Stunden, nachdem sie mit Artemisinin in Berührung kamen, waren die meisten vernichtet, nach 16 Stunden lebten so gut wie keine mehr, gesunden Zellen passierte nichts.

Orginalstudie hier: https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/22185819
Auch interessant:
https://www.uni-heidelberg.de/presse/news2011/pm20110708_artesunat.html
Artemisinin aus der TCM - KrebsforschungsZentrum Heidelberg - Dr. Kleef Wien

Jeder sollte sich selber für eine Therapie entscheiden dürfen und sich hier darüber auszutauschen ist keine "internetbasierte Quacksalberei". Man sollte froh sein, dass das überhaupt noch in geringen Masse erlaubt ist.
Frauen von Chemotherapie abzuraten, kann eventuell auch Leben retten, aber eben nicht immer. Das Leben ist für alle begrenzt.
Anomar möge in Frieden ruhen. Es war ihre Entscheidung, die Chemotherapie nicht zu machen. Schade ist, dass sie für andere alternative Behandlungsmethoden kein Geld hatte und schade, dass die Kassen meistens nur die Chemotherapie oder andere schulmedizinische Behandlungsformen bezahlt.
 
Beitritt
06.08.08
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Ja, liebe Ullika, möge Ramona in Frieden ruhen.

Es tut mir ausgesprochen leid, dass Marcel in seinem Beitrag
unwahre Dinge schrieb, die hier nicht unwidersprochen stehen
bleiben durften.

Und noch was:
Die Kasse hätte Ramona alle möglichen Therapien bezahlt
gegen ihre Metastasen. Aber sie hat, was ihr gutes Recht ist,
viel zu lange gewartet, bis diese riesigen Lymphknoten
nicht mehr therapierbar waren.
Schaut euch das CT- Röntgenbild an und was wir dazu alles erwogen
hatten: https://www.symptome.ch/vbboard/kre...apie-verweigerer-innen-ii-19.html#post1148195


Und ein Weiteres:
Die Krankheit von Ramona war bereits nach dem ersten Auftreten
von Metastasen unheilbar. Jede bekannte Therapie hätte, rechtzeitig
angewendet, ihr Leben vielleicht verlängern und ihr Leiden
vorübergehend lindern können. Gegen metastasierten Krebs
gibt es noch (?) keine heilende Therapie. So auch in meinem Fall:

Seit sieben Jahren hechle ich von einer palliativen Therapie zur
nächsten, aber das 'Urteil' ist längst gesprochen
und dessen Vollzug rückt näher. Ich bin schwach und
gebrechlich geworden von meinen Therapien, nicht vom Krebs,
und bald sind ist die Chemo mit pflanzlichen Taxane meine letzte Option.
Ob ich die dann ergreife und damit dem Motto dieses Threads untreu
würde, denke ich nicht. Ich werde dann wohl zu schwach sein, um
dieses Zeug zu vertragen im Tausch gegen vielleicht ein paar Wochen
oder gar Monate längerem Überleben.


An Artesimin wird nun seit mehr als 10 Jahren geforscht,
https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed...ez.Pubmed.Pubmed_ResultsPanel.Pubmed_RVDocSum
und es ist bisher selbst am pharma-unabhängigen DKFZ
nicht gelungen, ein Medikament herzustellen, das man
in in-vivo-Studien einsetzen könnte.
Wenn es dann soweit wäre, würde hier der Chor wieder
krähen, das sei abzulehnen, weil es bloss eine andere
Chemotherapie sei, die aus der 'Schulmedizin' komme.
Ich vertraue dem DKFZ, dem weltweit grössten Pharma-
Unabhängigen Krebsforschugs-Institut. Die haben auch
meine gegenwärtige nukleare Therapie entwickelt, die ich
mir nun immer wenn der Krebs wieder wächst an der
Uniklinik Heidelberg hole, bis die Nebenwirkungen
überwiegen werden.
Aber zum Stichwort Artemisin findet sich nach 2011 nichts
mehr. Die stets knappen Forschungsgelder wurden wohl in
aussichtsreichere Projekte gesteckt.

Wer es dennoch im Selbstversuch wagen will:
Kein Problem, wo dieser Dr. Kleef sein Artesimin bezieht,
gibt es das Zeug tonnenweise. Einige patentierte Derivate
des Artemisins sind gefeierte Medikamente gegen Malaria.


Carpe diem!
Puistola


Anomars unvergessliche Signatur, die nun auf traurige Weise
einen bitteren Beigeschmack bekommen hat, lautete:

"Ein jeder ist seiner Glückes und seiner Gesundheit Schmied!"
 
Beitritt
27.08.13
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... Gegen metastasierten Krebs
gibt es noch (?) keine heilende Therapie.

keine "schulmedizinische" heilende Therapie, andere werden ja nicht anerkannt und als "Spontanheilungen" bezeichnet.

.
Seit sieben Jahren hechle ich von einer palliativen Therapie zur
nächsten, ...

hast du nie daran gedacht, alternative Behandlungen jenseits der Schulmedizin auszuprobieren?

.
An Artesimin wird nun seit mehr als 10 Jahren geforscht,...
Und?
Ich esse seit Jahren immer wieder einfach so Wermutblätter, damit mögliche Krebszellen und Parasiten platzen.
Kosten: ungefähr 3 € für die Wermutpflanze, inzwischen habe ich sie selber vemehrt und sie wuchert im Garten.


.
... Wenn es dann soweit wäre, würde hier der Chor wieder krähen, das sei abzulehnen, weil es bloss eine andere Chemotherapie sei, die aus der 'Schulmedizin' komme...

Vermutlich wird nicht weiter geforscht, weil damit kein Geld zu machen ist.
 
Beitritt
15.05.13
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Aus den Posts kann man entnehmen, dass Anomar 7 Jahre lang ohne Chemo gelebt hat. Das ist nicht wenig. Ob sie mit Chemo so lange gelebt hätte, kann man nicht sagen. Ich persönlich kenne jedenfalls keinen.

Mein Großvater lebte nach seiner Diagnose eines Gehirntumors 13 Jahre lang ohne OP, Chemo und Bestrahlung. Die ärztliche Prognose war circa 4 Monate. Ein Jahr nach der Diagnose und Prognose hatte sich der Tumor vollständig zurückgebildet und er konnte wieder ganz normal arbeiten und leben.

Freundliche Grüße
 
Beitritt
25.03.12
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Hallo,
Ich denke, jeder muss für sich wissen für oder gegen was er sich entscheidet.
Angst und Druck ist immer ein schlechter Ratgeber, leider gerät man mit einer solchen Diagnose selber in genau so eine Situation durch Ärzte ausgehend. Selber erlebt und im Umfeld mitbekommen. Die Menschen die sich für eine Chemo entschieden haben, waren alle ca 1 Jahr nach ihrer Diagnose verstorben. Nicht am Krebs. An den Folgen der Chemo und, war das Immunsystem erst einmal ausgeschaltet, explodierte die Erkrankung in den meisten Fällen noch zusätzlich. Und in irgendeiner Form lebenswert während der Zeit der Chemo war die Zeit auch nicht.
Wünsche allen, dir Puistola im besonderen, viel Kraft und Mut die für dich stimmigen Entscheidungen zu treffen.
Lg
Anahata
 
Themenstarter
Beitritt
23.11.12
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Ich bin nur noch selten hier, und lese erst heute über die letzten Monate.

Ich hab jetzt 5 Jahre hinter mir, 5 Jahre, in denen mir regelmäßig alle Ärzte, wenn sie mich denn unter die Finger kriegen, sagen: Sie sterben bald, nur Chemo kann das noch bremsen...

Keine Chemo, keine Bestrahlung, keine Antihormontherapie,
auch keine teuren Aufenthalte in Alternativkliniken oder sonstige teure Behandlungen,
und: Keine Beschwerden.

Aber natürlich weiß ich, dass es auch anders laufen kann. Aber, ich weiß auch, dass das für jeden gilt, mit oder ohne Chemo, und sogar für Diagnostizierte ebenso wie für viele, die von dem "Krebs"geschehen in ihrem Körper noch gar nichts wissen. Und manche heilen dann wieder, manche gar im letzten Moment. Andere sterben (um anders zu heilen). Wir verfügen nicht über unsere Körper.
Wir sind Menschen.

Ich weiß nicht, ob die Familie der gerade Gegangenen das hier überhaupt liest... Wenn doch, so grüße ich Euch von Herzen.
<3 Tolle Frau :0)
 
Beitritt
06.08.08
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...7 Jahre lang ohne Chemo gelebt hat. Das ist nicht wenig.
Ob sie mit Chemo so lange gelebt hätte, kann man nicht sagen.
Ich persönlich kenne jedenfalls keinen.
Ja, Sieben Jahre sind nicht wenig, und mit einer späten, palliativen
Chemotherapie wäre wohl nicht viel mehr dazugekommen.
(ImZitat oben hab ich Pünktchen verwendet, weil das Folgende
allgemeine Erwägungen sind zur Ablehnung der Chemo.)

Chemotherapien werden adjuvant im Frühstadium einer Krebserkrankung
zur Heilung eingesetzt, oder palliativ im Spätstadium.
Damit sind die Therapieziele und -chancen sehr unterschiedlich.


Die Frage ist, ob eine neoadjuvante oder adjuvante Chemotherapie
vor sieben Jahren bereits gestreute Krebszellen und daraus
entstandene Micrometastasen vernichtet hätten, sodass das
Rezidiv gar nicht erst aufgetreten wäre.

Das schwierige an einer solchen frühen Chemo ist, dass das
Vorhandensein von Micrometastasen nicht nachgewiesen werden kann,
und auch dass es keine Garantie gibt, dass damit alle Krebszellen
zerstört werden.
Es ist also nun statistisch nachweisbar, dass diese frühe Chemo
Heilungschancen gibt und es besteht auch eine gewisse Gefahr,
dass man Patientinnen therapiert, die gar keine Krebszellen mehr
in sich haben. Ein ausgesprochen schwieriger Entscheid, denn es
erscheint absurd, nach einer überstandenen OP bei subjektiv guter
Gesundheit sich einer nebenwirkungsreichen Therapie zu unterziehen,
die man vielleicht gar nicht braucht.
Selbst wenn man nach der adjuvanten Chemo kein Rezidiv erleiden sollte,
bleibt es ungewiss, ob dies auf die Therapie zurückgehe, oder ob man
nach der primären OP oder Bestrahlung nicht ohnehin geheilt war.


Später, wenn dann das Rezidiv eingetreten ist, ist Heilung durch eine
Chemotherapie nicht mehr möglich. Krebs wächst exponentiell, nach dem
Muster 1 2 4 8 16 32 64 125 250 500 1000, wobei jeder dieser
Verdoppelungsschritte gleich lange dauert. Bei gering aggressivem Krebs
kann diese Verdoppelungszeit viele Monate oder sogar Jahre dauern,
bei hochaggressiven Krebsen wenige Wochen oder gar nur Tage.
Selbst wenn eine Therapie die Hälfte aller Krebszellen vernichten würde,
und damit Schmerzen gelindert wären, würde diese Tumormasse in
einer einzigen Verdoppelungszeit wieder nachwachsen.
Wer wie ich eine Tumor-Verdoppelungszeit von etwa 18 Tagen hat,
hätte ohne Therapien innert 26 Wochen bereits eine tausendmal
grösseren Tumormasse, in einem Jahr wäre der Tumor millionenfach
gewachsen. Das geht aber gar nicht, weil ein Tumor von einem Gramm
Gewicht dann auf eine Tonne angewachsen wäre. Offensichtlich
wäre das nicht zu überleben. Mit einer Chemotherapie, die den Krebs
nicht nur halbieren würde, sondern auf einen Zehntel reduzieren,
wäre der Tumor nach einem Jahr nicht eine Tonne schwer, sondern eben
'nur' 100kg. Auch dies wäre offensichtlich nicht zu überleben.
Das ist der Grund, warum die späte, also palliative Chemo niemals
heilt, sondern lediglich vorübergehend den Tumor verkleinern und
damit Schmerzen, Blockaden etc. vorübergehend verringern kann.
Dass fortgeschrittene Patienten trotz Chemo nach einem Jahr nicht
mehr leben, ist also normal. Der Verzicht auf die Chemo lässt den Tumor
natürlich weiterwachsen, was man dann mit zunehmend heftigen
Schmerzmitteln versucht, erträglicher zu machen.

Der Entscheid, eine Chemo zu beanspruchen oder eben nicht, ist individuell
und absolut zu respektieren. Was aber gar nicht geht, ist, dass Laien
versuchen, Krebskranke von Therapien abzuhalten oder sie dazu zu drängen.

Da hatte Anomar absolut recht mit ihrem Hinweis, dass jeder seiner
Gesundheit Schmied sei. Wie das dann rauskomme, weiss der Schmied
aber erst hinterher und niemand kann wissen, wie es bei einem anderen
Entscheid rausgekommen sei.


Puistola
 
Beitritt
27.08.13
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....Der Entscheid, eine Chemo zu beanspruchen oder eben nicht, ist individuell
und absolut zu respektieren. Was aber gar nicht geht, ist, dass Laien
versuchen, Krebskranke von Therapien abzuhalten oder sie dazu zu drängen.

Ja, das sehe ich auch so. Das sollte für die Chemo gelten, aber auch für alternative Heilversuche.
Ich hab in meinem Umfeld einige Menschen kurz nach der Chemo sterben sehen. Ich hab zwar meine Hilfe (gratis) angeboten, ohne die Chemotherapie zu hinterfragen, aber die meisten sind ohnehin skeptisch, was Alternatives anbelangt, so wollte meine Hilfe bis jetzt keiner, der Krebs hatte.
Im Grunde war ich auch erleichtert, denn was wäre gewesen, wenn ich versucht hätte zu helfen und sie wären auch gestorben? Vielleicht hätte man mir die Schuld zugeschoben?
 
Themenstarter
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23.11.12
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Der Entscheid, eine Chemo zu beanspruchen oder eben nicht, ist individuell und absolut zu respektieren.

Dem stimme ich absolut zu,
und das würde wohl jeder.
Andersherum sieht es schon ein bißchen anders aus, die Entscheidung KEINE Chemo zu beanspruchen wird allzuoft mit Aggression, Unterstützungsemtzug, etc. beantwortet.

Deswegen u.a. habe ich damals diesen thread eröffnet - für die von der zweiten Sorte.
(Bitte immer mal wieder die Überschrift des threads lesen - da steht ein "NUR"!)

Leider funktioniert das nur bedingt, und deswegen bin ich hier auch nur noch ein, zweimal im Jahr, oder auch seltener; weil je-des-mal wenn ich hier poste nur kurz danach solcherart Meinungs-Sermon in der Verkleidung von "Wissenschaftlichem" daherkommt, und damit einhergehend mehr oder minder subtil auch Infragestellungen, die den Sinn dieses threads torpedieren.

In diesem thread geht es nicht darum, was besser wäre, und schon gar nicht darum was besser gewesen wäre. Hier soll ein Raum sein, in dem ein bißchen Austausch stattfindet von Menschen, die EXPLIZIT keine Chemo möchten und erlauben (ohne die Anfeindungen oder auch nur Infragestellungen, mit denen wir nämlich ohnehin permanent zu tun haben).

So wie Ramona. Die nicht verloren sondern gewonnen hat.
Im Rahmen des Möglichen ist sie absolut konsequent ihren ganz eigenen Weg gegangen. Das ist heutzutage nicht üblich und beachtenswert. Respekt!
Und dazu (oder vielleicht gerade deswegen) hatte sie stets Kraft und Herz, den anderen alles Gute zu wünschen.
Ich schließe mich demütig an und wünsche Euch und allen Betroffenen herzlich alles, alles Gute auf dem ganz eigenen Weg, aber nicht allein.
Schön wäre, wenn dieser thread eine Unterstützung dafür sein dürfte.

(Und ich werde den nächsten post, den P. in schätzungsweise ein paar Minuten, oder aber ein klein bißchen später, hier geschrieben hat erst lesen, wenn ich in ein paar Monaten mal wieder reinschaue.
In diesem Sinne keine Diskussion.)
 
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