Toxikologie von Hg (bei Tieren)

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Umwelttoxikologie Bekannt geworden ist die Verseuchung einer japanischen Meeresbucht
(Minamata) durch quecksilberhaltige Industrieemissionen. In der
Nachkriegszeit kam es dort zu Massenvergiftungen in der Bevölkerung
wegen der Einleitung metallischen Quecksilbers in die Gewässer ("Mi-
namata-Krankheit"). Dabei wurde das Quecksilber zuerst durch Mikro-
organismen methyliert*, in dieser organischen Bindung wurde es dann
von Schalen- und Krustentieren, sowie Fischen aufgenommen und in de-
ren Organismen angereichert. Da die einheimische Bevölkerung sich
vorwiegend vom Fischfang ernährte, führte die Kumulation von organi-
schem Methylquecksilber in der marinen Nahrungskette zu Hunderten
von Todesfällen, und die Überlebenden litten unter schweren neurolo-
gischen* Folgeschäden.

[FONT=Courier New, Courier, mono]II. Spezielle Toxikologie - Pferd[/FONT]
[FONT=Courier New, Courier, mono]1. Toxizität [/FONT]
[FONT=Courier New, Courier, mono]Wegen ihrer guten Lipidlöslichkeit* ist die Toxizität der organi-
schen Quecksilberverbindungen höher als die der anorganischen Ver-
bindungen. Die minimale toxische Dosis für Pferde (oral) wird wie
folgt angegeben: Sublimat, 8-16 mg/kg Körpergewicht; Kalomel, 24-32
mg/kg. Genaue Angaben für andere Verbindungen liegen nicht vor.
[/FONT]
[FONT=Courier New, Courier, mono]2. Latenz [/FONT]
[FONT=Courier New, Courier, mono]Die Latenzzeit* variiert wegen der unterschiedlichen Aufnahmekinetik
der verschiedenen Quecksilberpräparate sehr stark. Es sind sowohl
akute wie chronische Vergiftungen möglich.
[/FONT]
[FONT=Courier New, Courier, mono]3. Symptome [/FONT]
[FONT=Courier New, Courier, mono]3.1 Allgemeinzustand, Verhalten
Anorexie*, Ataxie*, ZNS-Depression, gelegentlich Hyperthermie*

3.2 Nervensystem
Tremor*, Krämpfe aber auch Schwäche der Gliedmassen bis Läh-
mungen

3.3 Oberer Gastrointestinaltrakt*
Salivation*, Stomatitis*, bläulicher bis schwarzer Gingiva-
saum*, bei chronischen Vergiftungen: Zahnverlust

3.4 Unterer Gastrointestinaltrakt
Gastroenteritis*, Kolik*, Durchfall, blutiger Kot, Meläna*

3.5 Respirationstrakt
Keine Symptome

3.6 Herz, Kreislauf
Keine Symptome

3.7 Bewegungsapparat
Keine Symptome

3.8 Augen, Augenlider
Beeinträchtigung des Sehvermögens

3.9 Harntrakt
Erst Polyurie später Anurie, schließlich Nierenversagen, Hä-
maturie

3.10 Fell, Haut, Schleimhäute
Hautekzem, Verlust der Langhaare

3.11 Blut, Blutbildung
Hämolytische* Anämie, blasse Schleimhäute

3.12 Fruchtbarkeit, Laktation*
Keine Symptome
[/FONT]
[FONT=Courier New, Courier, mono]
4. Sektionsbefunde
[/FONT]
[FONT=Courier New, Courier, mono]Quecksilbervergiftungen hinterlassen Tubulonekrosen*, primäre Axon-
degenerationen*, Hirnödem, eventuell Degeneration der Purkinjefa-
sern* und Spinalganglien*, Ödeme* und Ulcera* von Dünn- und Dick-
darmwand, Gastroenteritis*, blutiger Darminhalt und petechiale* Blu-
tungen der Schleimhäute.
[/FONT]
[FONT=Courier New, Courier, mono]5. Weiterführende Diagnostik [/FONT]
[FONT=Courier New, Courier, mono]5.1 Nachweis von Quecksilber im Futter: Futtermittel sollten weni-
ger als 1 ppm* Quecksilber enthalten (bezogen auf das Trocken
gewicht).

5.2 Nachweis in Harn (Normalwert bis 50 ppb*), Kot, Blut (Normal
wert bis 30 ppb*), Haaren (Normalwert bis 10 ppm*) und postmor-
tem* in den Nieren oder Leber (Normalwert bis 1 ppm*). Methode:
Atomabsorptionsspektrometrie*.

5.2 Kreatinin- und Harnstoffbestimmung im Blut sowie Harnanalyse
zum Nachweis der Niereninsuffizienz*
[/FONT]
[FONT=Courier New, Courier, mono]
6. Differentialdiagnose
[/FONT]
[FONT=Courier New, Courier, mono]Die Differentialdiagnose ist sehr umfangreich: Blei-, Fluor-, Arsen-
oder Thalliumvergiftung, sowie andere Ursachen für Gastroenteritis*,
ZNS-Störungen* oder Niereninsuffizienz*. Weitere Differentialdiagno-
se*: Pflanzenvergiftung.
[/FONT]
[FONT=Courier New, Courier, mono]
7. Therapie
[/FONT]
[FONT=Courier New, Courier, mono]7.1 Dekontamination
Dekontamination mittels Aktivkohle, Entfernung der Quecksil-
berpräparate von der Haut

7.2 Kreislauf
Flüssigkeit- und Elektrolytersatz

7.3 Nierenfunktion
Unterstützung der Nierenfunktion durch Diurese*

7.4 Forcierte Ausscheidung
Die renale* Quecksilberausscheidung kann durch Komplexierung
mit Dithiolverbindungen - zum Beispiel Dimercaptopropansulfo-
nat (DMPS) - beschleunigt werden: Dosierung von DMPS: 5 mg/kg
langsam - während 10 Minuten - i.v.; 6 Verabreichungen im Ab-
stand von 4 Stunden; danach: 2 mg/kg p.o. alle 8-12 Stunden.
Andere Komplexbildner - wie zum Beispiel Dimercaprol - sind
nur bei Vergiftungen mit anorganischen Quecksilberverbindungen
effektiv.

Weil Komplexbildner am Tier selten Anwendung finden, muss sich
die Therapie oft auf die symptomatischen Maßnahmen beschrän-
ken.
[/FONT]
[FONT=Courier New, Courier, mono]
[/FONT]
http://www.impf-report.de/jahrgang/2002/12.htm

Ich möchte noch dazu sagen, daß ich im allgemeinen nicht viel vom impf-report halte, weil dort die Haltung eindeutig überhaupt gegen jedes Impfen eingenommen wird.
Aber in diesem Fall finde ich die Zusammenfassung der Quecksilber-Wirkungen und evtl. mögliche Therapieen recht aufschlußreich.

Gruss,
Uta
 
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Methylquecksilber im Hai

unser Thema war nicht Quecksilber sondern Methylquecksilber - ein organisches Quecksilber und gleichzeitig eines der stärksten biologischen Gifte. Dieses Methylquecksilber reichert sich in Topräubern der Meere an und besonders vor der Konzentration im Hai wurde schon weltweit gewarnt. Diese Warnungen blieben jedoch ohne Auswirkungen in Europa und ohne Auswirkungen für die veterinärmedizinischen Untersuchungen in Deutschland, Österreich und der Schweiz. Einer der möglichen Gründe dafür liegt in der bisher sehr komplizierten Analyse dieses flüchtigen Giftes, das frei im ganzen Körper wandert. Fakt ist, dass es bis heute keine veterinärmedizinischen Lebensmitteltests für dieses für den Menschen hochgefährliche Gift gibt. Zu kompliziert, zu teuer, zu langwierig sind die wahrscheinlichen Gründe dafür.
Vor wenigen Monaten gelang es Prof.Heumann von der Universität Mainz dieses Problem mit einer völlig neuen, patentierten Analysemethode zu lösen. Sharkproject E.V. gab sofort eine erste Analyse in Auftrag, bei der stichprobenartig Blauhai-Steaks sowie die Dornhai-Produkte - Schillerlocke und Seeaal – auf Methylquecksilber untersucht wurden. Diese Ergebnisse wurden dann von einem der weltweit renommiertesten Toxikologen Dr..Kruse von der Universität Kiel bewertet. Mit erschreckenden Ergebnissen (siehe dazu unsere ausführlichen Unterlagen auf der Aktionsseite).
Fazit: Die Stichproben-Analysen der Sharkproject-Studie belegen eindeutig, dass in deutschen Geschäften Haiprodukte verkauft werden, die nach internationalen Standards als hochgiftig gelten. Das heißt, dass jeden Tag Lebensmittel verkauft werden, die nach diesen Tests eher auf den Sondermüll gehören als auf den Teller des Verbrauchers.
Und das Schlimmste - die Händler und Restaurants wissen selbst nichts von der Gefährlichkeit ihrer Angebote. Sie handeln in gutem Glauben, vertrauend auf die gesetzlich vorgeschriebenen Lebensmittelkontrollen, die jedoch Methylquecksilber-Konzentrationen nicht testen.

Unsere Stichprobentests sind valide und mehrfach überprüft. Die Produkte wurden in ausgewählten Geschäften in Deutschland gekauft, im Kühlkreislauf transportiert und sofort analysiert. Jeder Test wurde 3x durchgeführt und mehrfach überprüft.
Die Ergebnisse sind mehr als erschreckend und die Zahlen haben uns alle – inkl. der beteiligten Wissenschafter – komplett schockiert.
Besonders wenn man die Stellungnahme des Bundesinstitutes für Risikobewertung vom 29.3.2004 liest, die aufgrund damals deutlich niedriger gemessener Methylquecksilber-Werte nur von mäßiger Gefahr spricht, vornehmlich für Schwangere. Hier liegt Gefahr in Verzug und es muss schnell gehandelt werden.

Wir werden die Ergebnisse des Testes ab Montag, den 22.8.2005 der Presse vorstellen. Aktiv unterstützt wird die Aktion durch 16 Tier-/Naturschutzorganisationen und Verbände, wie z.B. GREENPEACE Deutschland, WWF, NABU, BUND, die sich in der Initiative HAILIFE zusammengeschlossen haben. 10 Millionen Mitglieder sind aufgefordert, aktiv zu informieren.
www.sharkproject.org/phpBB2/viewtopic.php?t=3780

Das ist noch einmal eine Warnung, Seefisch zu essen, weil er ja sooooo gesund ist. - Einmal ist er für Histamin-Intolerante oft nicht gut verträglich bis unverträglich und zum zweiten ist es ja nicht unbedingt bekömmlich, solche Mengen an Methylquecksilber zu sich zu nehmen. Schade :mad: .

Uta
 

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Methylquecksilber

Wie gefährlich das Methylquecksilber ist, bestätigen mehrere Forscher. "Methylquecksilber ist einer der gefährlichsten Stoffe überhaupt", so der österreichische Mikrobiologe Horst Felsch. "Das gefährliche daran ist, dass dieses Gift fettlöslich ist", bestätigt der Umweltmediziner Klaus Rhomberg. Die Giftmengen in den drei untersuchten Produkten - es handelt sich um ein Blauhai-Steak, sowie Schillerlocke und Seeaal – waren offenbar so groß, dass mehrere Mahlzeiten zu einer toxikologisch relevanten Körperanreicherung führen würden, schätzt der Humanmediziner Andreas Keppeler.

Gift greift Gehirn und Nervensystem an

Methylquecksilber passiere mühelos jede Schutzbarriere des menschlichen Organismus, was anderen Giften nicht gelinge. "Die Schäden beziehen sich meist auf das Gehirn, das periphere Nervensystem wird auch oft in Mitleidenschaft gezogen", so der Mediziner. Im Tierexperiment wurden auch Nierenschäden und eine Einschränkung der Zeugungsfähigkeit festgestellt.

Wie Keppeler berichtet, wurden die ermittelten Methylquecksilberwerte eines 300-Gramm-Steaks bei einem 70-Kilogramm schweren Mann um das 60-fache überschritten. "Eine einmalig hohe Dosis verursacht größere irreversible Schäden als längerfristig niedere Dosen", führt Keppeler aus. ...
http://www.aerztlichepraxis.de/artikel?number=1129533784

Uta
 
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