Starke Überreizung des vegetativen Nervensystems (Sympathikus)

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19.07.26
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Hallo liebe Forums-Mitglieder,

ich habe mich heute neu angemeldet, da ich mit dem aktuellen Zustand meiner Mutter überfordert bin, und mir große Sorgen mache.

Meine Mutter ist 50 Jahre alt, und mit diagnostizierter Fibromyalgie und Fatigue (kein Fatigue-Syndrom) vorbelastet. Vor einigen Wochen fing ihre rechte Schulter an zu schmerzen, und die Schulter wurde immer unbeweglicher. Die Untersuchung ergab nichts auffälliges, sie hat aber Physio verschrieben bekommen.

Die letzte Physio-Behandlung, eine manuelle Therapie, erfolgte vor 11 Tagen. Danach hat sich innerhalb von 3-4 Tagen ein Zustand aufgebaut, der bis jetzt anhält. Es wirkt auf uns beide wie eine massive Überreizung oder ein Crash ihres vegetativen Nervensystems – rückblickend vermutlich eine Reaktion auf die manuelle Therapie, die viel viel zu stark war.

Symptome und aktuelle Situation:
- Kribbeln / Ziehen / Brennen in allen Muskeln, besonders Arme und Beine (Oberschenkel)
- Muskeln fühlen sich sehr müde und erschöpft an. Totals kraftlos
- Ruhepuls trotz liegen erhöht (meist 80-90)
- Blutdruck leicht erhöht (120/x - 145/x)
- Muskeln und Sehnen besonders im Nacken-Bereich teilweise stark verkrampft
- Schlafstörungen
- Bettlägerig, nur Aufstehen für Klogänge
- Ihren Kopf beschreibt sie aber als "hellwach"
- Alles kann sehr schwankend sein

- Wird so gut wie möglich von jeglichen Reizen abgeschirmt. Auch kein Handy / TV, da es für sie gar nicht möglich ist
- Leichte, für die Verdauung möglichst schonende Ernährung. Auch nur wenig

Nach meiner Recherche deuten diese Symptome eher daraufhin, dass der Sympathikus-Nerv wie "überstimuliert" ist und auf Hochtouren läuft.


Vor 4 Tagen waren wir kurzfristig bei ihrem Hausarzt, der Gott sei Dank sehr einfühlsam ist, und mir ihrer bereits bestehenden Problematik (Fibro, Fatigue) vertraut ist. Er hat sofort ein EKG gemacht und Blut abgenommen. Alles eher unauffällig.

Der Hausarzt hat uns einen Streifen Biso Lich Beta Blocker und eine Valium-Tablette als absolute Notfall-Maßnahme mitgegeben. Seit zwei Tagen nimmt meine Mutter nun 2,5 mg Biso Lich am Tag, da der erhöhte Ruhepuls (und auch Blutdruck) für sie besonders unangenehm ist. Es hilft dabei, den Puls und Blutdruck niedriger zu halten.

Erst am Mittwoch hätten wir wieder einen Termin bei ihrem Hausarzt, wobei momentan ein Hausbesuch wahrscheinlich deutlich besser wäre. Ich rufe aber morgen früh an, und frage nach, ob sich der Termin vorlegen lässt.


Die letzte Nacht hat sie besonders schlecht geschlafen. Es dürften nicht mehr als 2 Stunden gewesen sein. In den Nächten davor waren es eher um die 5-6 Stunden. Sie ist heute sehr erschöpft, was nicht verwunderlich ist.


Ich versuche optimistisch zu bleiben. Ich hoffe sehr, dass sich dieser Zustand verbessert, wenn sie weiterhin so viel Ruhe wie möglich bekommt. Ich gebe alles dafür.
Ich weiß aber nicht, was richtig und was falsch ist, wenn es darum geht, vielleicht doch den Notarzt zu rufen oder mit ihr ins Krankenhaus zu fahren. Sollte sich etwas deutlich verschlechtern, mache ich das auf jeden Fall. Ansonsten wären auch das eher überfordernde Reize, die womöglich kontraproduktiv wären.

Dazu möchte ich noch erwähnen, dass meine Mutter auch schon seit 5 Wochen krankgeschrieben ist. Das ist unabhängig von diesem akuten Zustand. Die Arbeit, die sie die letzen Jahre qualvoll durchgestanden hat, ist einfach zu viel geworden. Vor allem mit ihrer Vorbelastung durch die Fibro + Fatigue.

Ich weiß einfach nicht weiter, und ob das so richtig ist, was ich mache. Ich bin allen dankbar die sich das hier durchgelesen haben, und wäre über jeglichen Input sehr froh. Man kann sich ja mit sonst niemandem über so etwas austauschen...
 
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Deine Wegweiser:
Hallo endure,

erst einmal: willkommen im Forum und gute Besserung für Deine Mutter :)☘️!

Blutdruck:
KI sagt:
Ein optimaler Blutdruck liegt in jedem Alter idealerweise unter 120/80 mmHg. Mit zunehmendem Alter steigen die Normwerte jedoch leicht an, da die Elastizität der Blutgefäße nachlässt. ...

Somit finde ich die Werte Deiner Mutter nicht wirklich besorgniserregend (oder verstehe ich da etwas falsch?).
Hat Deine Mutter mit ihren chronischen Krankheiten denn bisher manuelle Therapien gut vertragen? Für mich klingt Deine Beschreibung danach, daß da wirklich etwas schief gelaufen ist. Hast Du mit dem/der PhysiotherapeutIn gesprochen, was da passiert sein könnte?
Evtl. eine weitere sehr vorsichtige Behandung durch einen Ostepathen?

Ist untersucht worden, ob Deine Mutter an einer Polyneuropathie leidet?
Sind entsprechende Untersuchungen wie u.a. die Nervenleitgeschwindigkeit gemacht worden?

Sind die bekannten Ursachen der Polyneuropathie abgeklärt?

Nimmt Deine Mutter Nahrungsergänzungsmittel oder Medikamente bzw. ist untersucht worden, ob da Mängel bestehen?

KI sagt:
Bei Polyneuropathie können gezielte Nahrungsergänzungsmittel wie Alpha-Liponsäure und Vitamin-B-Komplexe (vor allem B1, B6 und B12) die Nervenfunktion unterstützen und Schmerzen lindern. Die Einnahme sollte jedoch immer vorab mit einem Arzt abgeklärt werden, um mögliche Wechselwirkungen zu vermeiden. ...

Fragen über Fragen ...

Wie gesagt: alles Gute für Euch beide: Mutter und Tochter !

Grüsse,
Oregano
 
Hallo Oregano,

danke für deine Nachricht und die Besserungswünsche!

Ihr Blutdruck liegt normalerweise immer etwas unter dem Normwert (120/80) sprich 110/80 oder 110/70.

Die 120/80 erreicht sie erst jetzt seit der Einnahme des Beta Blockers. Vor dem Beta Blocker, ging der Blutdruck während diesem akuten Zustand meist über 130/x bis 150/x. Der Ruhepuls ist mit 80-90 ja auch etwas erhöht. Aber auch da hilft der Beta Blocker ein wenig.

Hat Deine Mutter mit ihren chronischen Krankheiten denn bisher manuelle Therapien gut vertragen? Für mich klingt Deine Beschreibung danach, daß da wirklich etwas schief gelaufen ist. Hast Du mit dem/der PhysiotherapeutIn gesprochen, was da passiert sein könnte?
Bei anderen, früheren physiotherapeutischen Behandungen war für meine Mutter "weniger" schon immer "mehr". Wenn mal zu stark gedrückt oder bearbeitet wurde, hat sich das immer übel gerächt. Der Zustand jetzt übertrifft aber alle früheren Reaktionen erheblich.
Auf die Idee, mit dem Therapeuten zu sprechen, bin ich noch nicht gekommen. Wenn irgendwie möglich, werde ich das machen. Danke!

Evtl. eine weitere sehr vorsichtige Behandung durch einen Ostepathen?
So wie es ihr jetzt aktuell geht, wäre eine weitere Behandlung undenkbar. Sie liegt wie gesagt möglichst von allen Reizen abgeschirmt im Bett, seit mehreren Tagen. Der Zustand ähnelt dem einer starken ME/CFS, so wie ich sie aus Dokus kenne. Jeglicher Reiz ist zu viel.

Das mit der Polyneuropathie ist m. W. noch nicht untersucht worden.
Meine Mutter nimmt auch keine Nahrungsergänzungsmittel, und die Blutwerte vom Mittwoch sind unauffällig. Nichts, was diesen Zustand erklären würde.

Vielleicht probieren wir es mal mit einem ganz kleinen Stückchen von der Valium-Tablette, die der Hausarzt mitgegeben hat. Das könnte bei den Symptomen helfen. Wir sind da aber immer vorsichtig mit solchen Sachen.

Hier schreibt übrigens der Sohn und nicht die Tochter.

Grüße

...

Vor ungefähr einer Stunde überlegte ich die 112 zu rufen, da meine Mutter meinte sie hält es so nicht mehr aus. Habe es dann zuerst bei der 116 117 probiert, und wurde von einem Bereitschaftsarzt zurückgerufen. Er hat es überhaupt nicht verstanden, und wollte es vermutlich auch gar nicht. Meine Mutter solle doch in die psychatrische Klink, um erstmal runtergefahren zu werden. Sie liegt ja seit 10 Tagen "nur rum". Abartig, aber man kennt es ja.
 
Hallo endure,

wer weiß: vielleicht ist es gut, daß Deine Mutter nicht ins Krankenhaus gekommen ist. Da ist erfahrungsgemäß am Sonntag viel los, sie würde evtl. in einem Zwei- oder Mehrbettzimmer liegen. Ob ihr das gut täte, ist fraglich.
Falls tatsächlich eine Erkrankung wie ME/CFS besteht, sind Krankenhäuser sowieso nicht unbedingt gut informiert. Und sie jetzt mit Psychopharmaka zuzudröhnen ohne richtige Diagnostik halte ich für gefährlich für Deine Mutter.

Nimmt sie eigentlich Magnesium? Oder anders gefragt: was nimmt sie überhaupt regelmäßig ein? Welche Blutwerte wurden bei ihr bestimmt?

Ist sie in einer Praxis für Neurologie Patientin? Was sagt der Hausarzt zu einer Krankenhauseinweisung? Ist Deine Mutter Diabetes-Patientin?

Wenn der Notarzt so gar nicht interessiert schien, kannst Du evtl. noch einmal die 116117 anrufen und erklären , warum Du noch einmal anrufst.

Grüsse und viel Glück (für Mutter und Sohn (y) )
Oregano
 
Es ist toll, wie du dich kümmerst! Aber ich würde von Notarzt und Klinik abraten. Sie hat offensichtlich nichts, was man mit Apparaten herausfinden kann, und dann ist ein Notarzt erstmal hilflos. Und die Psychiatrie für "Nervenzusammenbrüche" wird auch nicht die richtige Schiene sein.

Und wenn ich überlege, wie eine manuelle Behandlung für die Schulter das ausgelöst haben könnte, dann denke ich an die obere Wirbelsäule. Es ist gut möglich, daß der Physiotheapeut da etwas "mobilisiert" hat. Entlang der Wirbelsäule läuft aber auch der sogenannte Grenzstrang, und der führt zu Sympathikus-Reaktionen. Bekannt ist das vor allem in Form von Blockierungen bezüglich chronischer orthopädischer und internistischer Krankheiten, aber meine Überlegung wäre, daß eine akute (Über-)Reizung bei einem empfindlichen Menschen auch akute Phänomene hervorrufen könnte.


Das ist nur eine Überlegung von mir, kein Diagnosevorschlag! Mit dem Grenzstrang kennen sich leider die allerwenigsten Orthopäden und Physiotherapeuten aus, das ist ein Nischenthema.
 
Zuletzt bearbeitet:
Hallo endure,

von mir ebenfalls ein herzliches Willkommen im Forum :)

Den Denkanstößen von @Oregano und @Malvegil schließe ich mich an. Ich würde vermutlich (solange heute kein bedrohlicher Zustand entsteht), morgen als erstes den Physio anrufen. Denn dies:
Vor einigen Wochen fing ihre rechte Schulter an zu schmerzen, und die Schulter wurde immer unbeweglicher. Die Untersuchung ergab nichts auffälliges, sie hat aber Physio verschrieben bekommen.

Die letzte Physio-Behandlung, eine manuelle Therapie, erfolgte vor 11 Tagen. Danach hat sich innerhalb von 3-4 Tagen ein Zustand aufgebaut, der bis jetzt anhält. Es wirkt auf uns beide wie eine massive Überreizung oder ein Crash ihres vegetativen Nervensystems – rückblickend vermutlich eine Reaktion auf die manuelle Therapie, die viel viel zu stark war.

Symptome und aktuelle Situation:
- Kribbeln / Ziehen / Brennen in allen Muskeln, besonders Arme und Beine (Oberschenkel)
wirkt auch auf mich wie eine Reaktion auf die Physio-Sitzung. Es ist für mich vorstellbar, dass allein die von mir zitieren Symptome schon die anderen wie Schlafstörungen, erhöhter Puls/Blutdruck,... nach sich ziehen.

Von Ärzten wird Physiotherapie nach meinem Eindruck oft unterschätzt - somit würde es seitens des Hausarztes vermutlich auf weitere Symptomunterdrückung hinaus laufen. Dass bei der Vorgeschichte die Mikronährstoffsituation noch nicht untersucht wurde, wundert mich etwas.

- Muskeln und Sehnen besonders im Nacken-Bereich teilweise stark verkrampft
Ich habe gerade gestern bei Wolf Harwath (Physio mit großer Internetpräsenz, hier im Forum ziemlich bekannt) gehört, dass Nacken und Schulter funktionell nicht trennbar seien. Kürzlich sagte es ähnlich auch ein Allgemeinmediziner mit Akupunkturausbildung zu mir. Ich gehe also hier von einem Zusammenhang zum Schulterproblem aus.
 
Hallo Oregano, und hallo Malvegil,
und nachträglich auch ein Hallo an Kate,

wir versuchen jetzt einfach den Tag und die kommende Nacht zu überstehen. Morgen früh rufe ich beim Hausarzt an. Bei der Physio-Praxis rufe ich auch an.

Ja, ein Krankenhaus- oder gar Psych. Klinikaufenthalt wäre das aller letzte, was meine Mutter nun gebrauchten könnte. Der Bereitschaftsarzt sollte laut der Dame von der 116 117 Hotline zu uns nach Hause kommen, aber dazu kam es ja nicht. Die Überlegung war, dass ein Arzt ggf. kontrolliert etwas zum Beruhigen geben könnte.

Ich habe ihr jetzt vor 90 Minuten ein kleines Stückchen von der Valium-Tablette gegeben. Das zeigt bis jetzt nur moderate Besserung. Eigenständig möchte ich ihr aber nicht noch mehr davon geben.

Nahrungstechnisch gebe ich ihr nur Dinge die sehr gut verdaulich sind. Zwiebach, Banane, Frischkäse, leichter Joghurt, Kartoffeln... alles in kleinen Häppchen. Viel Wasser und beruhigender Tee.

@Malvegil Das mit dem Grenzstrang hört sich sehr interessant an. Danke für die Links. Danke an euch alle.
 
Dass bei der Vorgeschichte die Mikronährstoffsituation noch nicht untersucht wurde, wundert mich etwas.
Dem schließe ich mich an. Wenn Ärzte sagen, daß die Blutwerte alle ok sind, dann heißt das gar nichts, weil sie standardmäßig nur sehr wenige Werte testen (Leber, Niere, Elektrolyte, kleines Blutbild). Schon Ferritin (Eisen bei Frauen gerade in diesem Alter oft heftig im Mangel) wird nur auf Bitte gemessen. Leider muß man das fast alles selbst bezahlen, und so ein (extrem sinnvoller!) Test kann schnell mehrere Hundert Euro kosten.

Ich kann für dieses Thema nur dringend die Bücher von Helena Orfanos-Boeckel empfehlen:

Da bekommt man eine perfekte Anleitung, was wofür wichtig ist, wie man es messen läßt und wie man Mängel beseitigt.

Mit Orfanos-Boeckel gibt es auch auf Youtube Interviews, da kann man erst mal reinhören. Frauen im mittleren Alter, die nicht organisch krank sind und trotzdem irgendwie aus dem Gleis geraten, sind ihre Hauptzielgruppe. Auch die Hormone spielen mit 50 übrigens eine wichtige Rolle.
 
Alles in allem ja ein, wenn nicht das Problem unserer Zeit!

Wie kann man den Parasympathikus (wieder) aktivieren/ fördern?

Der Sympathikus wird primär durch physischen und psychischen Stress, akute Gefahren sowie körperliche Anstrengung gereizt. Als Teil des vegetativen Nervensystems versetzt er den Körper in evolutionäre Überlebensmodi wie „Fight or Flight“ (Kampf oder Flucht).

Psychische und emotionale Reize
  • Akute Angst: Bedrohliche Situationen triggern sofortige Alarmbereitschaft.
  • Zeitdruck und Hektik: Beruflicher oder privater Dauerstress im Alltag.
  • Ärger und Wut: Starke emotionale Ausbrüche aktivieren die Stressachse.
  • Prüfungsangst: Mentale Leistungsanforderungen und Lampenfieber vor Vorträgen.

Physische und biologische Reize
  • Körperliche Arbeit: Schwere Lasten heben oder intensive Bewegung.
  • Hochleistungssport: Maximales Training pusht die Adrenalausschüttung.
  • Akuter Schmerz: Verletzungen stimulieren die Nervenbahnen direkt.
  • Sauerstoffmangel: Atemnot oder Ersticken zwingen den Körper zum Handeln.
  • Blutverlust: Sinkender Blutdruck aktiviert den Sympathikus zur Kreislaufrettung.

Chemische Substanzen und Genussmittel
  • Koffein: Kaffee, Energydrinks und Cola stimulieren das Nervensystem.
  • Nikotin: Tabakkonsum sorgt für eine direkte Ausschüttung von Adrenalin.
  • Medikamente: Sogenannte Sympathomimetika (z. B. in abschwellenden Nasensprays).
  • Illegale Stimulanzien: Substanzen wie Kokain oder Amphetamine.

Umwelteinflüsse
  • Extreme Kälte: Der Körper muss aktiv Wärme produzieren.
  • Extreme Hitze: Starke Wärmebelastung fordert die Temperaturregulation.
  • Lärm: Anhaltender oder plötzlicher Krach stresst das Gehirn unbewusst. [1]

Um den Sympathikus zu beruhigen und den beruhigenden Gegenspieler (den Parasympathikus) zu aktivieren, helfen gezielte Techniken. Wenn der Sympathikus jedoch dauerhaft aktiv bleibt, führt dies zu chronischen Symptomen.

So beruhigst du den Sympathikus im Alltag
  • 4-7-8 Atemtechnik: 4 Sekunden einatmen, 7 Sekunden halten, 8 Sekunden ausatmen.
  • Verlängertes Ausatmen: Aktiviert direkt den Vagusnerv, das Hauptkabel des Parasympathikus.
  • Kaltes Wasser: Gesicht kalt abwaschen triggert den beruhigenden Tauchreflex.
  • Progressive Muskelentspannung: Gezieltes Anspannen und Loslassen von Muskelgruppen senkt Stress.
  • Medienfasten: Smartphone-Pausen reduzieren die permanente Reizüberflutung des Gehirns.
  • Moderater Ausdauersport: Spaziergänge im Wald (Waldbaden) bauen Stresshormone effektiv ab.

Symptome einer dauerhaften Aktivierung (Chronischer Stress)
Bleibt der Sympathikus ohne Erholungsphasen aktiv, zeigt der Körper klare Warnsignale:
  • Herz-Kreislauf: Dauerhaft erhöhter Puls, Herzrasen und Bluthochdruck.
  • Verdauung: Magen-Darm-Beschwerden, Verstopfung oder Reizdarm, da die Verdauung blockiert wird.
  • Schlaf: Ein- und Durchschlafstörungen durch das hormonelle Gefühl von ständiger Gefahr.
  • Muskeln: Chronische Verspannungen, besonders im Nacken-, Schulter- und Kieferbereich.
  • Immunsystem: Erhöhte Infektanfälligkeit, da das Immunsystem im Alarmmodus heruntergefahren wird.
  • Mental: Innere Unruhe, Nervosität, Konzentrationsmangel bis hin zum Burnout.

..meint KI.
 
Endure, ich finde die von Remy gepostete Liste gut. vA den Part mit "wie beruhigt man...".

Hier ergänze ich zum bereits geschriebenen (Eiweiß! Fette! Magnesium, B Vitamine, Elektrolyte) etc.. optimieren, damit die Nervenfunktion überhaupt "biologisch korrekt" ablaufen kann. (eventuell nicht mehr notwendig, wenn ihr den unteren Teil gemacht habt).

Zu den möglichen "Überreaktionen" des Nervensystems passiert mit der Zeit (da es bei deiner Mutter ja schon länger läuft) leider folgendes: der Körper versucht sie zu beschützen, und kann mit der Zeit nicht mehr zwischen "harmlos" und "gefährlich" unterscheiden. Damit ist sie nun vermutlich von Triggern umgeben - das Bett, die Couch, das Schlafzimmer, diverse Nahrungsmitteln... Ganz simpler Prozess - das System ist auf "Mustersuche", um "schützen zu können" und "sammelt" da leider falsche Infos.

Kann gut sein, dass die Physio einfach nur der letzte Tropfen für das ohnehin volle Fass war. mE kann es sein, dass "das Fass" auch tröpfchenweise (allerdings geht das schnell) geleert werden muss, indem man möglichst viele Trigger eliminiert und das Nervensystem neu "anlernt".

Wie man das wieder los wird (in eine gesunde "Regulation" kommt): viele Wege führen ans Ziel ☺️

Die von Remy erwähnte Atemtechnik (zB 4x einatmen, 6x ausatmen) ist ein guter Start. Das immer machen, bis die Unruhe besser wird. (bzw. kannst du sie fragen, ob sie das Gefühl hat eher flach zu atmen. Teilweise um Atemzüge kämpfen zu müssen). Wenn ja, wäre das ein Teil der Lösung (die Lunge könnte "alte Luft sammeln" und das führt zu weiterem Stress).

GRINSEN: wäre auch eine Option (um Endorphinausschüttung auszulösen - das wiederum ist eins der besten körpereigenen Schmerzmittel). Nähere Infos siehe hier: https://www.symptome.ch/threads/psy...echniken-um-biochemie-zu-beeinflussen.137509/ (gleich im 1 Post habe ich das damals unter "Lachen" stehen). lass dich nicht von der Banalität abschrecken - wir sind mitten drin in der "Psycho-Neuro-Immunologie". Schon klar, dass deiner Mutter gar nicht zum Lachen ist - aber durch die "Lachmuskulatur" kann sie ihr "Stressfass" ausleeren. Ganz ohne Medikamente.

Dazu - so gut sie es schafft - in ein positives Mantra reingehen. Also statt so Gedanken wie ("ich kann nicht mehr", "ich will nicht mehr") irgendein positives Mantra/positive Affirmationen loopen lassen. Das ist am Anfang "irre" (weil der Verstand vermutlich - "zu Recht" - völlig blockiert), aber es rutscht mit ein wenig Disziplin rasch durch.
"Mein Leben ist wunderbar" wird vermutlich am Anfang nicht gehen :unsure:, aber sowas wie "es geht mir besser und besser, ich schaff das" könnte machbar sein.
Gedanken sind Befehle, die das System (Hirn, Nerven...) 1:1 umzusetzen versucht. Man könnte ihr auch positive Affirmationen aufnehmen und die (fast lautlos) loopen lassen, aber ich vermute das würde sie im aktuellen Zustand noch mehr triggern?

"Trigger löschen": alles was dir/euch einfällt benennen und "löschen" bzw. korrigieren, ausgleichen, optimieren.
Kurzfassung: Wirbelsäule: korrigiert, Schultern: korrigiert, Hüfte: korrigiert, Magen: korrigiert, Nervensystem: korrigiert, Mittagessen: korrigiert, Bett: korrigiert...
(vA alles rund um Job, wo sie sich hingequält hat - Schreibtisch, Arbeitsplatz, Eingangstür, Pausenraum, Kunden... Beziehungen,...) Für sie war ja vermutlich teilweise 24/7 "ein Triggersammeln".

Sie kann die Liste von oben nach unten (Körper, ihr Leben...) durchgehen und jeweils "korrigieren" (korrigiert, optimiert...) denken. Das ist als Signal ans Nervensystem gedacht, auf diese Dinge nicht mehr zu achten/da kein Signal zu geben. Das Wort ist "egal" - ihr gebt ihm eine Bedeutung. Und wenn sie das alleine machen kann, lenkt sie das von unerwünschten Gedanken ab.

Alternativ könnt ihr Kühlschrankmagneten nehmen (also "Bett" sagen/denken) und dann an den Nervenbahnen entlang "entkoppeln".

Du kannst es auch für sie machen - in der Nähe von ihr sitzen, das denken (Polster: korrigiert, durchatmen - Bett: korrigiert, durchatmen..) und ihre Reaktionen beobachten. Wenn man was "erwischt" merkt man das zB dass sich der andere plötzlich entspannt, plötzlich tiefen Atemzug nimmt...

Falls ihr euch Hilfe holen wollt bei der Methode, findet ihr Infos unter CQM, Gabriele Eckert (die Therapeuten machen auch online Behandlungen. Das funktioniert prima (hab ich im Umfeld schon erlebt). Man müsste nach 1-2 Sessions deutlich was merken. Also kein "nimm einen 10er Block...", sondern idR sehr rasche Ergebnisse)

Oft kommen "so Symptome" dann (abgeschwächt) zurück, weil neue Trigger auftauchen (der Kühlschrank, die Treppe...) - aber das Fass wird immer leerer, solange sie dran bleibt und damit verschwinden nach und nach die Trigger. vA kann man sich ja gut helfen dabei, indem man es regelmäßig entleert.
Unterm Strich kann man "so diffuse" Überreaktionen gut und rasch wieder ins Lot bringen und vermutlich geht es ihr nach kurzer Zeit besser, als die letzten Jahre. (ja, es darf leicht gehen! ☺️)


Ähnlich wie CQM gibt es unzählige Methoden. Falls ihr mehr Infos braucht/was anderes probieren wollt), lasst es mich wissen. Einzig vor "Klopfmethoden" (MFT/EFT) möchte ich an der Stelle (für ihren aktuellen Zustand) dringend abraten, um das Nervensystem nicht noch mehr zu triggern. (später ist das sicher auch noch eine tolle Option).

Alles Gute euch!
lg togi
 

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