Sport und Gehirn

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Exzessives Training schadet nicht nur dem Körper, vermutlich leidet auch das Denkorgan. „Regelmäßig Ausdauersport treiben“, lautet das Gesundheitscredo von Ärzten aller Fachrichtungen. Das ist nicht nur gut für die schlanke Linie, es stärkt auch das Herz, mobilisiert die Abwehrkräfte und schützt sogar vor Alzheimer. Mehr noch: Nicht nur der Körper, auch die Denkleistung profitiert vom regelmäßigen Auspowern – allerdings nur, wenn man es mit dem Training nicht übertreibt.

Fünfmal mehr Stammzellen

Das konnte Andrew Naylor von der Universität Göteborg jetzt zumindest im Tierversuch nachweisen. Dazu stellte der Biologe einigen seiner Laborratten ein Laufrad in den Käfig. Nach nur neun Tagen fand er im Hypokampus, einer Hirnregion, die vor allem fürs Lernen wichtig ist, fünfmal mehr Neuronale Stammzellen, das sind Vorläufer für neue Nervenzellen, als im Hirn ihren Artgenossen. Nach weiteren vier Wochen war noch ein Drittel dieser Zellen vorhanden und hatte sich zu Nervenzellen weiterentwickelt. Das machte sich auch in der Merkfähigkeit der Tiere bemerkbar. Die tierischen Sportler lernten deutlich schneller als ihre untrainierten Artgenossen.

Ganz anders sah es aus, wenn sich die Tiere exzessiv sportlich betätigten: Für Ratten, die 24 Tage hintereinander im Laufrad rackerten, kehrte sich der Effekt um: Sie hatten nur halb so viele Nervenstammzellen vorzuweisen, wie die unsportlichen Kontrollnager.

Stress schmälert die Hirnleistung

Die Erklärung für das Phänomen: Während der Körper unter mäßigem Sport Endorphine ausgeschüttet, die die Hirnleistung fördern, bedeuten sportliche Exzesse für den Körper jedoch Stress und führen dazu, dass er mehr Stresshormone produziert, so genannte Corticosteroide. Und die verschlechtern die Denkleistung.

Dass dies nicht nur für Ratten, sondern auch für Menschen gilt, ist wahrscheinlich: Tatsächlich hatten frühere Studien gezeigt, dass Dauerstress auch im menschlichen Hirn den Hypocampus schrumpfen lässt.


Quelle: Göteborg University
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