Sommer

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Anne schrieb:
Hilfe war mir heiß,
und mir lief der Schweiß.
Nun hats ordentlich gekracht,
hier aber nichts kaputt gemacht.
Die Luft ist jetzt nun wieder gut,
ich hab gleich wieder neuen Mut.:schock: :zunge:

Anne


Ein Verslein fein am frühen morgen,
vertreibt auch dem Leòn die Sorgen,
der hinüber zu der Anne lacht,
die diesen hübschen Reim gemacht!
medium-smiley-066.gif
 
wundermittel
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Grüezi wohl,

zu gibeligääli Chriesi #96: gelbe Kirschen.

s'isch ja Chriäsi-Säson - drumm allne en Guetä!

herzlichst - Phil

PS. hoffentlich hält der Sommer noch an -freu mich dennoch auf den Herbst.
 
regulat-pro-immune
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Guter Rat

Fontane, Theodor (1819-1898)

An einem Sommermorgen
Da nimm den Wanderstab,
Es fallen deine Sorgen
Wie Nebel von dir ab.
Des Himmels heitere Bläue
Lacht dir ins Herz hinein,
Und schließt, wie Gottes Treue,
Mit seinem Dach dich ein.

images

Rings Blüten nur und Triebe
Und Halme von Segen schwer,
Dir ist, als zöge die Liebe
Des Weges nebenher.
So heimisch alles klinget
Als wir im Vaterhaus,
Und über die Lerchen schwinget
Die Seele sich hinaus.

images.google.de/images?q=tbn:TmnMW-i6xWys5M:www.chi.dk
 
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Sommer


Foerster, Karl (1874-1970)

Geschützt vor Mittagshitze, saß ich im Obstbaumschatten
am Gemüsegartenrand und schlief.
Mir war, als träumte ich die schöne Sommerwelt,
als träumte mich die schöne Sommerwelt.

Ich wachte halb und dacht still: Wo liegt denn diese Erdenküste?
Wenn's doch unendlich ist, worin sie liegt,
und wenn der blaue Raum mit immer neuen Weltenküsten
ohne Ende in ewige Tiefen reicht, - dann gibt's ja kaum ein solches "Wo".

Es ist fast gleich, in welchen Sternenzonen hier mit dem Obstgärtlein
herumgeschwungen wird.

Seltsam, wie das Leben rauscht und auch am
alten Orte immer wieder völlig neu ist.

images.google.de/images?q=tbn:KAQrJV2DA9BecM:www.stihl.de
 
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Die Sommerlaube


von Johann Peter Uz(1720-1796)
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Die Laube prangt mit jungem Grün:
Es tönen ihre dunkeln Buchen
Von Vögeln, die voll Wollust glühn,
Von Frühlingstrieben glühn und Scherz und Schatten suchen.

Soll, was der Wahn Geschäfte nennt,
Uns um so schöne Zeit betrügen?
Freund! wer des Lebens Kürze kennt,
Der legt es klüger an und braucht es zum Vergnügen.

Geneuß den feuervollen Wein:
Beym Weine herrscht vertraulich Scherzen.
Oft labet Amor sich mit ein,
Und sein verborgner Pfeil schleicht in die offnen Herzen.
images.google.de/images?q=tbn:X9qGSEvu1
Der schlaue Gott ist niemals weit;
Ich wittre seine sanften Triebe:
Denn grüner Lauben Dunkelheit
Ist für den Weingott schön, noch schöner für die Liebe.

Geliebte Schatten! weicher Klee!
Ach! wäre Galathee zugegen!
Ach! sollt ich, holde Galathee,
Um deinen weissen Hals die Arme brünstig legen!

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Euch allen wünsche ich jetzt einen schönen:



Sommerabend

Schubert, Juliane (1776-1864)
images.google.de/images?q=tbn:eek:MCFxXPXF51CTM:photo.fujitsu.de
Licht ists noch am Abend-Himmelsrande
Von der Sonne sanftem Scheideblick;
Und im holden, rosigen Gewande
Glänzt uns noch ihr letzter Strahl zurück.
images.google.de/images?q=tbn:BA9VjCfBR3cyNM:www.mfv-lahntal.de
O des schönsten Sommerabendskühle
Wandelt sanft durch Wiesen, Flur und Hain;
Und voll süßer, zärtlicher Gefühle
Denk' ich jetzt, du Vielgeliebte! dein.

Denke dein, hier, wo im Abendhauche
Sich das Herz zu reiner Lust erhebt,
Süßer Duft vom Sommerblumenstrauche
Um des Nachtwind sanftem Flügel schwebt.
images.google.de/images?q=tbn:2s-iFDlnV7QVCM:www.arzberg.de
O vielleicht, von Hochgefühl durchdrungen,
Trinkst auch du jetzt Wonne der Natur;
Und, umhüllt mit Abenddämmerungen
Blumenduft auf einer stillen Flur.

Siehst einmal, entflohn dem Stadtgetümmel,
Wo so oft die stillern Freuden fliehn,
Schöner unter Gottes freiem Himmel
Um dich her des Lebens Anmuth blühn.

Oft schon folgt' im Geist ich dir zur Quelle,
Die dort warm und segenbringend fließt,
Wo Gesundheit sich mit jeder Welle
Stärkend in die kranken Nerven gießt.
images.google.de/images?q=tbn:EtywhjAxYq7zxM:nascha.weblife.at
O genieße, Freundin! ganz das Glücke,
Welches dir der warme Quell verspricht;
Komm gesund zu deiner Stadt zurücke;
Lebe glücklich, und - Vergiß mein nicht!

O des schönsten Sommerabendskühle
Wandelt sanft durch Wiesen, Flur und Hain;
Und voll süßer, zärtlicher Gefühle
Denk' ich jetzt, du Vielgeliebte! dein

Denke dein, hier, wo im Abendhauche
Sich das Herz zu reiner Lust erhebt,
Süßer Duft vom Sommerblumenstrauche
Um des Nachtwind sanftem Flügel schwebt.
images.google.de/images?q=tbn:eek:B0Jh7Pcl2yOKM:www.kleine-traeumerin.de
O vielleicht, von Hochgefühl durchdrungen,
Trinkst auch du jetzt Wonne der Natur;
Und, umhüllt mit Abenddämmerungen
Blumenduft auf einer stillen Flur.

Siehst einmal, entflohn dem Stadtgetümmel,
Wo so oft die stillern Freuden fliehn,
Schöner unter Gottes freiem Himmel
Um dich her des Lebens Anmuth blühn.

Oft schon folgt' im Geist ich dir zur Quelle,
Die dort warm und segenbringend fließt,
Wo Gesundheit sich mit jeder Welle
Stärkend in die kranken Nerven gießt.
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O genieße, Freundin! ganz das Glücke,
Welches dir der warme Quell verspricht;
Komm gesund zu deiner Stadt zurücke;
Lebe glücklich, und - Vergiß mein nicht!
 

Anne B.

Sommernächte...

Große Nächte

Die gelben Lilien und die lilanen Lupinen,
Kastanien blühn und Fliederbaum.
Spät blühn Holunder und Robinen
Und drängen weiß in unseren Traum.
Im Juni, in den großen Nächten,
Macht manches Mal ihr Duft uns wach.
Was wir an Süße da genießen,
Geht uns noch im Dezember nach.

von Eva Strittmatter
 
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Malve

Nordsee
s030.gif


Der Fremdling kommt, er ist gespannt.
Was sieht er? Sand und wieder Sand.
Der Kitsch der Welt begegnet ihm
Hier ausgesprochen maritim.
Ob rechter Weg, ob linker Weg,
Es ist der gleiche Klinkerweg.
Und hier soll er drei Wochen bleiben?
Wie soll er sich die Zeit vertreiben?
Soll er sich einen Strandkorb chartern?
Sich gar mit Burgenbauen martern?
Er fühlt sich über die erhaben,
Die eifervoll im Sande graben.
Am zweiten Tag, als Stundenschmelzer,
Holt er hervor den dicken Wälzer,
Doch schaut er, durch und durch versandet,
Bald nur noch, wie die Woge brandet.
Am dritten - wie ein Teufelchen
Gräbt selbst er mit dem Schäufelchen
Und hat am vierten sich, als Gast,
Schon ganz der Umwelt angepaßt.
Die Zeit, der Sand, die Welle rinnt:
Der Mensch wird unversehns zum Kind
Und heult auch wie ein Kind zum Schluß,
Unglücklich, weil's nach Hause muß.

Eugen Roth (1895-1976)
 
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Nordseetouris

images

Hallo, Uma,

angeregt durch das Eugen Roth Gedicht setze ich mal dieses Bild von einem der Cuxhavener Strände hinein, und dieses:

Nordseetouris

Immer wenn der Urlaub naht
geht zum Nordseestrand die Fahrt.
Eingeölt und eingefettet,
an den Strandkorb angekettet,
liegen sie am Sonnenstrand
und warten auf den Sonnenbrand!

Gruß von Leòn
casmuc.de/Lage/strand2.jpg
 
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Hallo, flowerpower,

ich finde das Gedicht von der Eva Strittmater sehr schön. Leider habe ich bislang im Netz keine weiteren gefunden. Kennst Du noch mehr von ihr?
gelbe_lilien.jpg


Gruß von Leòn
 
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Harmonie ist, wenn's sich hinten reimt

Ich habe eine großartige Dichterin wiederentdeckt. Julöie Schrader, "Der welfische Schwan"images.google.de/images?q=tbn:nEQ1gjU5iScW-M:nt-schauspiel-halle.de


Die von der Nachwelt als "größtes komisch-naives Talent deutscher Zunge" gerühmte Dichterin stammte aus bürgerlichem Milieu und lebte als Haus- und Anstandsdame in den vornehmen Häusern Hannovers, Lüneburgs, Hamburgs, Bremens und Berlins.


Lied an Otto-Held

von Julie Schrader

Kommt der Ostwind mit den derben
Kälteschauern über mich,
Will ich Deiner Treu ersterben,
Otto-Held, so lieb´ ich Dich!

Kommt der Abend so um neune
Dämmertrunken, sommerlich,
Bin ich pünktlich an der Scheune.
Otto-Held, dort lieb´ ich Dich!

Sollte Dich der Hafer stechen,
Ehe uns die Nacht beschlich,
Will ich mit der Herrschaft sprechen.
Otto-Held, dann komme ich!

Fürchtest Du die Roggen-Muhme,
Die schon manches Paar verblich?
Ich bin Deine Pusteblume …!
Otto-Held, ach, puste mich!

images.google.de/images?q=tbn:XnnL4AdsvcgsPM:amuellner.gmxhome.de
 
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Noch ein Mal Julie Schrader, ich kann nicht anders:


"Wenn ich liebe, seh' ich Sterne.
Ist's getan, seh' ich den Mond.
Ach, es war nur die Laterne!
Trotzdem hat es sich gelohnt!"
 
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Und nun der "Schlesische Schwan":

Das Vöglein

images

Vöglein, Vöglein mit den Schwingen,
Mit den Äuglein schwarz und klein,
Laß uns mit einander singen,
Laß uns liebe Freunde sein!

Vöglein hüpfte auf den Bäumen,
Endlich es mit Sang begann:
Du kannst nur von Freiheit träumen,
Dich seh' ich als Fremdling an!

Mensch, auch Du hast Deine Schwingen,
Äuglein klar und hell und rein,
Könntest Freiheit dir erringen,
Dann erst laß uns Freunde sein!
 
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Der Himmel ist blau

von Friederike Kempner

Der Himmel ist blau,
Die Erde so grün,
O laß uns ein wenig
Nach Süden hin ziehn!
Dort blühet die Myrte,
Orangen sind frisch,
Dort decken die Blüten
Dir freundlich den Tisch.
 
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Kennst Du das Land

von Friederike Kempner


Kennst Du das Land,
Wo die Lianen blüh'n
Und himmelhoch
Sich rankt des Urwalds Grün?
Wo Niagara aus den Felsen bricht,
Und Sonnenglut den freien Scheitel sticht? –
Kennst Du das Land,
Wohin Märtyrer zieh'n,
Und wo sie still
Wie Alpenröslein glüh'n?
Kennst Du das Land, kennst Du es nicht?
Die zweite Heimat ist's, so mancher spricht!

images.google.de/images?q=tbn:mQ4NIX2V798FZM:www.sebastian-reuter.net
 

Anne B.

Sommernächte...

Mittsommernacht. Scenario

Die ideale Kulisse für Liebe:
Jasmin. Die Nacht ist licht und besternt.
Mittsommermittnacht. Gewölk im Azure.
(Rosen). Sie hat zu viel von der Liebe gelernt,
Um in der Kulisse noch Liebe zu spielen.
Sie ist zu alt für das Jugendstück.
Selbst wenn die Sterne vom Himmel fielen,
Brächten sie nicht jenen Zauber zurück,
Der Täuschung vorausgesetzt: Nichtwissen ist Lieben.
Ahnung von etwas, das ahnbar scheint,
Weil Dichter Flüchtiges dauernd beschrieben
und so, als wäre Verheißung gemeint...
O wunderbares scenario der Liebe:
Jasmin und die lichte, die duftende Nacht.
Lautlos klagt sie (stumm heulende Trauer),
Wie die Erfahrung armselig macht.

Eva Strittmatter


Ja Leòn, ich kenne ganz viele Gedichte von Eva Strittmatter. Dieses hier ist schrecklich traurig...
 
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Uta schrieb:
Bitte nicht so viele auf einmal, Leòn. Ich komme nicht mehr mit ....

Uta

Hallo, Uta,
ja ich verstehe Deinen Wunsch.
Ab heute poste ich nur noch ein Gedicht pro Tag /allerhöchstens zwei).
Versprochen!
large-smiley-010.gif


Herzliche Grüße von

Leòn
 
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