Schnellmetabolisierer/ Langsammetabolisierer, AB- Spiegel

Datura

in memoriam
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09.01.10
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Hallo, guten Morgen!

Burrascano fordert schon lange, die AB- Spiegel zu testen, denn manche Menschen sind Schnellmetabolisierer, d.h. der Wirkspiegel wird nicht hoch genug, um wirksam zu sein, manche Menschen sind Langsammetabolisierer, d.h. der Wirkspiegel wird viel zu hoch, "man verträgt dann keine AB". (Hunde sind per se Schnellmetabolierer, es sei denn sie haben ne Abbaustörung, gibts bei denen wahrscheinlich auch. Deshalb bekommen die Hunde Riesenmengen Doxy bei Borreliose).

Diese Schnellmetabolisierung könnte ein Grund sein, warum AB manchmal bei Borre (und Co) nicht zu wirken scheint. Der Grund ist dann, dass die AB zu schnell weg sind, bevor ein ordentlicher Wirkspiegel aufgebaut wird.

Im HIT- Forum gibts zu Metabolisierungsstörungen (Acetylierung, Methylierung) einen interessanten Thread und hier mein Beitrag dort:

https://www.symptome.ch/threads/bau...s-der-leber-u-a-nat2.94725/page-2#post-708183

Viele Grüße und einen schönen Tag

Datura
 
Zuletzt bearbeitet von einem Moderator:
Schnellmetabolierer/ Langsammetabolierer, AB- Spiegel

Hier ein langer Artikel zu diesem Thema, in dem auch Medikamente genannt werden, die je nach Metabolierungs-Typ anders wirken.

Die Pharmakogenetik befasst sich mit dem Einfluss genetischer Variabilität auf die Arzneimittelwirkung [Evans, 2003]. Eines der wesentlichen Ziele ist es, die Auswahl und Dosierung eines Arzneimittels optimal an den individuellen Bedarf eines Patienten anzupassen und so relative Überdosierungen, die Ursache vieler Arzneimittelnebenwirkungen sind, zu vermeiden . Genetische Variabilität beeinflusst die Wirkung von Arzneimitteln von der Absorption bis zur vollständigen Elimination [Evans, 2003]. In Abb. 1 sind die Auswirkungen genetischer Varianten auf die individuelle Arzneimittelwirkung dargestellt. Genetische Variabilität findet man auf Seiten der Pharmakokinetik (Absorption, Distribution, Metabolismus und Elimination) eines Medikamentes sowie der Pharmakodynamik (Medikamenteneffekte). Nahezu alle Enzyme des Fremd*stoff*metabolismus weisen genetische Varianten (Polymorphismen) auf, die zu Aktivitätseinschränkung bis hin zum völligen Ausfall führen können [Evans, 1999]. Bei heterozygoten Trägern sind im Vergleich zu den homozygoten die betreffenden Aktivitätsunterschiede abgeschwächt.
Varianten in Genen von Arzneimitteltransportern beeinflussen die Aufnahme und Verteilung von Fremdstoffen im Organismus. Genetische Varianten in den Zielstrukturen von Medikamenten, wie Arzneimittelrezeptoren oder intrazellulären Molekülen der Signaltransduktion und Genregulation, haben Auswirkungen auf die molekularen Arzneimitteleffekte.
....
Genetische Polymorphismen in Molekülen, die eine Rolle für die Krankheitsgenese spielen, haben häufig auch Auswirkungen auf die Wirksamkeit einer Arzneitherapie. Umgekehrt können Varianten in Enzymen des Arzneistoffmetabolismus auch Auswirkungen auf die Entstehung von Krankheiten (Krankheitssuszeptibilität) haben, da sie auch am Abbau körpereigener Substanzen und Fremdstoffe aus Nahrung und der Umwelt mitwirken. [Lindpaintner, 2003]. Bei bestehenden Krankheiten kann die molekulargenetische Information in vielen Fällen zu einer präziseren Diagnose führen und somit eine gezielte Therapie ermöglichen.

Pharmakogenetische Varianten in Enzymen des Arzneistoffmetabolismus führen zu Unterschieden in der Pharmakokinetik, also zu Unterschieden in den Konzentrationen von Arzneistoffen und deren Metaboliten im Blut und in den Zielgeweben. Die Pharmakokinetik von Arzneimitteln und der Einfluss genetischer Variabilität wird durch pharmakokinetische Kenngrößen wie Plasmakonzentrationen, Clearance, Verteilungsvolumen, Eliminations*halb*werts*zeit und Fläche unter der Konzentrations-Zeit-Kurve (area under the concentration time curve , AUC) beschrieben.

Tabelle 1 enthält wichtige Enzyme des Arzneimittelstoffwechsels, die einen funktionell bedeutsamen erblichen Polymorphismus aufweisen. Die so genannten Phase-I-Reaktionen der Arzneistoff-Biotransformation umfassen kleine Molekülmodifikationen (Oxidations- und Reduktionsreaktionen) und werden meist durch die Enzymfamilie der Cytochrom-P450-Enzyme (CYP) vermittelt.
Fünf Vertreter dieser Enzymfamilie, CYP3A4, CYP2D6, CYP2C19, CYP2C9 und CYP1A2, metabolisieren den weitaus größten Teil aller lebergängigen Arzneimittel [Shimada, 1994]. Für CYP2D6 und CYP2C19 sind genetische Polymorphismen bekannt, die zu einem völligen Fehlen des jeweiligen Enzyms führen [De Morais, 1994, Sachse, 1997]. Bei CYP2C9 gibt es Polymorphismen, welche die Enzymaktivität stark herabsetzen [Miners, 1998]. Die interindividuelle Variabilität der Aktivität von CYP3A4 ist hingegen nach heutigem Kenntnisstand nur zu einem geringen Teil durch definierte Genpolymorphismen erklärbar [Sata, 2000].
......
Für wichtige Antidepressiva, für die bisher keine entsprechenden Studien vorlagen, sollten Probandenstudien durchgeführt werden, die den Einfluss von Genpolymorphismen von CYP2D6, CYP2C19 und CYP2C9 auf die Pharmakokinetik untersuchen (P8, 9).
Julia Kirchheiner, geb. Stingl: Arzneitherapieempfehlungen auf pharmakogenetischer Basis

Offensichtlich ist das alles noch ziemliches Neuland und ein vielversprechendes Thema.
Wenn solche Polymorphismen, also genetische Varianten, hier bestimmend sind, dann lohnt es sicher, darüber nachzudenken, wie diese zustandekommen. Ergeben sich Anhaltspunkte für Belastungen des Körpers mit z.B. Giften, wäre das doch wohl ein möglicher Auslöser für Genveränderungen?
Was ich mich in diesem Zusammenhang auch frage: sind evtl. "maskierte Allergien", also Reaktionen auf Stoffe nach ziemlich langer Zeit evtl. darauf zurückzuführen, daß diese Allergiker eben auch langsame Metabolierer sind?

Grüsse,
Oregano
 
hallo datura,

sehr interessant! danke fürs input! sollte standard werden.

ich habe einige medikamente nie gut vertragen, aber nie eine typische allerige und mal diese
Cytochrom-P450-Enzyme messen lassen in labor berlin.

glaube auch evl die HNMT histaminproblematik zu haben, DAO weiß ich.

lg, toxxika
 
Zuletzt bearbeitet:
Ich finde dieses Thema auch äußerst wichtig, da wir Borreliker uns diesen Chemotherapeutika, die unter diese Kategorie fallen, in den meisten Fällen nicht entziehen können.

Leider reicht mein chemisches Verständnis im Detail nicht aus, um diese Zusammenhänge g zu erfassen.

Kann mir vielleicht jemand erklären, welche CYP Untersuchungen genau nötig wären, um die Verträglichkeit von: Doxy, Amoxicillin, Azithromycin, Clarythromycin, Rifampicin und Trimethoprim auf dieser Ebene zu eruieren.:confused:
Denn diese einzelnen AB-Sorten beanspruchen doch verschiedene Metabolisierungswege, oder?
 
Leider weiß ich nicht im Detail, welche Untersuchungen Du machen lassen müsstest, aber die im IMD Berlin machen solche SAchen, soweit ich weiß, dort könntest Du anrufen.

Die wissen vielleicht auch Labors, die AB- Spiegel testen (oder machens selber), da weißt Du dann ja auch, wenn Du eine geringe Menge genommen hast und der Spiegel gut bis hoch ist, dass Du ein Langsammetabolisierer bist und nicht gut entgiftest.

Liebe Grüße
Datura
 
Hallo zusammen,

es gibt mehrere Untersuchungen dazu, wie, Cytochrom P450 1A1, GSTM1/T1 (Glutathion-S-Transferase), N-Acetyltransferase..

Ich habe einige damals im Zuge der Schwermetallentgiftung und Borrelioseinfektion veranlasst und habe bsw. in der N-Acetyltransferase2 eine erheblich eingeschränkte Acetylierungskapazität, d.h. ein langsamer Acetylierer.
Wichtig dabei wären: VitaminE, Q10, Selen, Omega3 Magnesium

Auch bei Antibiotika ist bsw. die gängige Dosierung bei mir manchmal zu hoch.

Die GSTT1 ist zum glück normal, d.h. es können funktionstüchtige Enzyme gebildet werden.

Auch da gilt zur Unterstürzung : VitaminC, Vitamin E, Selen, ornithin und Leberentlastung..

Soweit.

VG, Angie
 
Hi
Habe auch Entgifungstörungen

So mal Mp lesen dann gehen vielleicht manchen die Lichter auf:D oder Mp machen.

Bedeutende Stoffwechseländerungen in den (infizierten) kernhaltigen Zellen
Durch Fehlregulierung von VDR wird auch u.a. CYP24A1 nicht gebildet. CYP24A1 ist ein
Enzym, das überschüssiges 1,25-Dihydroxyvitamin D (1,25-D) in 25-D umwandelt. Mit
fehlendem CYP24A1 steigt also der 1,25-D Spiegel an, wie z.B. bei Tuberkulose oder AIDS
oder Candidas nachgewiesen, aber auch bei chronischen Autoimmunkrankheiten wie Morbus
Crohn, rheumatischer Arthritis.
Hohe 1,25-D Konzentrationen stören Expression {letztlich: Bildung} vieler wichtiger anderer
Rezeptoren (Glucocorticoid R., Androgen R., Thyroid R.) , indem die natürlichen
Bindeliganden verdrängt werden können. Auch diese Rezeptoren könnten (u.a.) die
Expression vieler anderer AMPs bewirken, die nun für einen Angriff auf intrazelluläre
Pathogene fehlen.

Quelle
https://mpkb.org/_media/home/translations/germanimmunostimulation.pdf

Pit
 
MP bedeutet Marshallprotoll, was AMP ist, weiß ich leider auch nicht. Hausel?


Vielen Dank, Angie, habs ausgedruckt, man weiß ja nie, wofür es gut ist.

Grüße von Datura
 
Hi,

ich bin auch ein Langsammetabolisierer /-acetylierer. Der Psychiater, zu dem ich vor zwei jahren aufgrund der starken beschwerden hin bin, hat das mal untersuchen lassen, weil ich auf manche Medikamente extrem reagiert habe.

Kari: In meinem Untersuchungsbefund steht z.B. ganz ausführlich, welche Medikamentengruppen über welche Enzyme metabolisiert werden. Ich habe daher eine "Negativ-Liste" mit Medis, die ich besser entweder gar nicht nehmen oder nur in geringen Dosen nehmen soll und eine "Positiv-Liste" mit den medis, die nicht über meine "fehlerhaften" Enzyme metabolisiert werden.

bei den ABs muss ich z.B. mit Rifampicin aufpassen. Alle anderen gehen, allerdings in Minidosen... sonst hauen mich die Nebenwirkungen echt aus den Socken...

Ich hab zum Beispiel auch mal gewundert, warum ich nach nur 0,25 mg eines Benzos fast im Koma lag und 24 Stunden schlagen konnte:D Jetzt weiß ich warum...

Ich finde das ganz wichtig zu wissen, denn mich hat eine vierwöchige Therapie mit Doxy-Infus und zusätzlichem Tetra oral Anfang dieses Jahres echt fast fertig gemacht. Mein damaliger Spezi wusste von dieser Entgiftungsstörung, ist aber nicht auf mich und mein Klagen eingegangen, sondern hat die Therapie mit den Worten "dann hat das bei Ihnen eben kein Zweck mit der AB-Therapie" abgebrochen. Ich hab mir daraufhin eine neue Ärztin gesucht und siehe da, die 6 Wochen Doxy, Metro und Quensyl in der auf mich speziell angepassten Minidosierung hat mir keine Nebenwirkungen bereitet und mir das erste Mal sogar richtig gut getan... Geht doch!

Nehme derzeit Levofloxacin und Cotrim für bzw. gegen meine Bartonellen-Infektion und auch da heißt es bei mir: Weniger ist oft mehr...

Was ich damit sagen will: Die Dosierungsempfehlungen sind immer nur ganz allgemein zu sehen. Und Ärzte, die sich strikt an diese Empfehlungen in den diversen Leitlinien halten und die Dosierung nicht individuell auf den jeweiligen Patienten anpassen, sind auch nicht unbedingt besser, als die, die diese gar nicht beachten.

LG
 
Mensch, ich finde das total spannend. Vor allem in der Praxis!

Linka, bitte erzähl mir, welche CYPs du hast messen lassen. Nächste Woche hab ich Spezi-Termin und werde das unbedingt veranlassen.

Und weiter interessiert es mich sehr, wie die die richtigen Dosierungen gefunden habt. Durch Trial & Error? Magst du dein Einnahmeschema mal mitteilen?
Meine AB-Unverträglichkeit seit Levo könnte vielleicht auf eine genetische Veränderung in dem Bereich zurückzuführen sein, die sich evtl. messbar niederschlägt?

Allerdings habe ich bei den Chinolon-Geschädigten bisher noch keine Info darüber gefunden.
 
Hi,

ich bin auch ein Langsammetabolisierer /-acetylierer. Der Psychiater, zu dem ich vor zwei jahren aufgrund der starken beschwerden hin bin, hat das mal untersuchen lassen, weil ich auf manche Medikamente extrem reagiert habe.

Kari: In meinem Untersuchungsbefund steht z.B. ganz ausführlich, welche Medikamentengruppen über welche Enzyme metabolisiert werden. Ich habe daher eine "Negativ-Liste" mit Medis, die ich besser entweder gar nicht nehmen oder nur in geringen Dosen nehmen soll und eine "Positiv-Liste" mit den medis, die nicht über meine "fehlerhaften" Enzyme metabolisiert werden.

bei den ABs muss ich z.B. mit Rifampicin aufpassen. Alle anderen gehen, allerdings in Minidosen... sonst hauen mich die Nebenwirkungen echt aus den Socken...

Ich hab zum Beispiel auch mal gewundert, warum ich nach nur 0,25 mg eines Benzos fast im Koma lag und 24 Stunden schlagen konnte:D Jetzt weiß ich warum...

Ich finde das ganz wichtig zu wissen, denn mich hat eine vierwöchige Therapie mit Doxy-Infus und zusätzlichem Tetra oral Anfang dieses Jahres echt fast fertig gemacht. Mein damaliger Spezi wusste von dieser Entgiftungsstörung, ist aber nicht auf mich und mein Klagen eingegangen, sondern hat die Therapie mit den Worten "dann hat das bei Ihnen eben kein Zweck mit der AB-Therapie" abgebrochen. Ich hab mir daraufhin eine neue Ärztin gesucht und siehe da, die 6 Wochen Doxy, Metro und Quensyl in der auf mich speziell angepassten Minidosierung hat mir keine Nebenwirkungen bereitet und mir das erste Mal sogar richtig gut getan... Geht doch!

Nehme derzeit Levofloxacin und Cotrim für bzw. gegen meine Bartonellen-Infektion und auch da heißt es bei mir: Weniger ist oft mehr...

Was ich damit sagen will: Die Dosierungsempfehlungen sind immer nur ganz allgemein zu sehen. Und Ärzte, die sich strikt an diese Empfehlungen in den diversen Leitlinien halten und die Dosierung nicht individuell auf den jeweiligen Patienten anpassen, sind auch nicht unbedingt besser, als die, die diese gar nicht beachten.

LG

Genau Linka. Deine Aussagen kann ich mitunterschreiben, geht mir ganz genauso.
Früher musste ich bei den gängigen AB-Dosierungen komplett abbrechen, da mich die Nebenwirkungen umhauten.
Jetzt geht es in angepassten Dosierungen.

Ich nehme derzeit auch Cotrim in Kombi gegen die Bartonellen. Bei Rifa muß ich auch aufpassen.

Wie packst du denn das Levo.?
Was sagt denn dein Spezi wie lange du die ABs nehmen sollst? Darf ich noch fragen, welche Symptome due bezügl. der Barts hast?

LG, Angie
 
hallo,

wens interessiert, würde auch mal im IMD berlin anrufen, man kann zum einen die entgiftungsgenetik testen lassen wie schon hier beschrieben.

man kann zudem die engiftungsgenetik für die präparate die man nimmt extra messen lassen, muss sie nur beilegen.

genauere auskünfte gibt das labor meiner erfahrung nach gerne.



Pharmakogenetik - Genetik der Entgiftung und der Medikamentenverstoffwechslung

Ungünstige genetische Ausstattungen des Entgiftungssystems können nicht nur unerwünschte Arzneimittelwirkungen hervorrufen, sondern auch die Entwicklung verschiedener Erkrankungen fördern. Dazu gehören Migräne, chronisches Erschöpfungssyndrom (CFS), multiple Chemikalien Sensitivität (MCS), Tumore, Rheuma, Alzheimer und andere chronische Erkrankungen.

Biochemie
Bedingt durch fortschreitende Entwicklungen der chemischen und pharmazeutischen Industrie, aber auch höhere Belastung der Umwelt ist der menschliche Organismus einer immer größer werdenden Menge an Schadstoffen, Fremdstoffen und Medikamenten ausgesetzt. Diese müssen vom Entgiftungssystem des Körpers (vor allem der Leber) metabolisiert werden. Diese exogene Fremdstoffe sind meist lipophil, so dass sie ohne weitere Modifikation nicht ausgeschieden werden können. Dies gilt auch für viele endogen synthetisierte Stoffe, wie z.B. Hormone. Dem menschlichen Organismus steht für den Metabolismus dieser Substanzen eine spezifische Enzymausstattung zur Verfügung, die die Neutralisierung und somit die Umwandlung in ausscheidungsfähige Endprodukte ermöglicht.

Dieser Detoxifikationsprozess läuft in zwei Phasen ab:

Verminderter Phase I-Metabolismus führt zu verminderter Entgiftung der Ausgangsprodukte. Eine reduzierte Phase II-Entgiftung hat dagegen die Anreicherung radikaler oder toxischer Intermediärprodukte zur Folge.



In der ersten Phase werden toxische Substanzen mittels verschiedener Cytochrom P450-Enzyme reduziert, hydrolysiert und oxidiert. Die Produkte der Phase I sind zumeist kurzfristig sogar aggressiver als das primäre Toxin, so dass die schnelle Entgiftung in der Phase II essentiell ist. In der zweiten Phase werden dann polare hydrophile Moleküle wie Glutathion, Acetat, Cystein, Sulfat, Glycin oder Glucuronat an die Metaboliten der Phase I angelagert.

Erst jetzt stehen diese in wasserlöslicher Form für die biliäre bzw. renale Ausscheidung zur Verfügung. Wichtige Phase-II-Enzyme sind: Glutathion-S-Transferasen (GST), N-Acetyltransferasen (NAT) und Glucuronyltransferasen.

Diagnostik
Die Effektivität der Metabolisierung von Arzneimitteln und Fremdstoffen ist von einem optimalen Zusammenspiel der am Entfgiftungsprozess beteiligten Enzyme abhängig. Genetische Polymorphismen in den Enzymen des Arzneimittelstoffwechsels können zu unerwünschten Nebenwirkungen führen oder für eine fehlende therapeutische Wirkung verantwortlich sein.

Phase I
Genvarianten in den Cytochrom P450 (CYP)-Familien CYP1A, CYP1A2, CYP2C9, CYP2C19, CYP2D6 geben Auskunft darüber, ob bestimmte Gruppen von Schadstoffen entgiftet werden können oder sich im Körper anreichern.

Phase II
Genvarianten in den Glutathion-S-Transferasen (GST) GST-M1, GST-T1 und GST-P1 führen zu einer schlechteren Entsorgung der äußerst radikalen Zwischenprodukte aus den Phase I Reaktionen und vermitteln dadurch eine Disposition für Tumore, neurodegenerative Erkrankungen und Erkrankungen, die mit oxidativem Stress assoziiert sind. Ausbleibende therapeutische Wirkungen von Medikamenten gehen damit ebenfalls einher.

Varianten im N-Acetyltransferase 2 (NAT2)-Gen führen in der Phase II zum „langsamen Acetylierer“-Typ. Durch Anreicherung toxischer Phase I-Metabolite kann es zu klinisch relevanten unerwünschten medikamentösen Nebenwirkungen kommen, wie Hypersensitivität, Neuropathie oder Leukopenie.

Chemotherapeutika
Eine Thiopurin-S-Methyltransferase (TPMT)-Defizienz führt zur hämatopoetischen Toxizität mit Myelosuppression nach Gabe von Azathioprin, 6-Merkaptopurin oder 6-Thioguanin. Die Häufigkeit von homozygoter TPMT-Defizienz bei Kaukasiern wird mit etwa 1:300 angegeben. Die heterozygote TPMT-Defizienz findet man bei 10% der Bevölkerung. Auch diese Gruppe hat ein größeres Risiko für Nebenwirkungen infolge der Einnahme thiopurinhaltiger Arzneimittel.

Bei der Chemotherapie mit 5-Fluoracil (5-FU) und dessen Prodrug (Capecitabin) ist die Funktionalität der Dihydropyrimidin-Dehydrogenase (DPD) als wichtigstes Abbauenzym von entscheidender Bedeutung. Varianten im DPD-Gen führen zu einem verringerten Metabolismus und können zu unerwünschten toxischen Reaktionen führen (z.B. Myelosuppression).

Patienten, die eine genetisch bedingt veränderte Aktivität des Enzyms Methylentetrahydrofolat-Reduktase (MTHFR) aufweisen, haben unter Therapie mit Methotrexat ein erhöhtes Risiko für das Auftreten von Nebenwirkungen (z.B. schwere Blutbildveränderungen, Mukositis, Hyperhomocysteinämie).

Transportproteine
Das Multidrug resistance-1 (MDR1)-Gen kodiert für das Transportmolekül P-Glycoprotein (PGP), über das zahlreiche Medikamente aus der Zelle geschleust werden. Ein Polymorphismus im MDR-1-Gen führt zur erniedrigten Aktivität des Transporters und somit zu einer höheren Resorption und Bioverfügbarkeit der betroffenen Pharmaka.

Indikationen
• In Vorbereitung entsprechender medikamentöser Therapien bzw. bei Verdacht
auf Arzneimittelunverträglichkeiten
• Patienten mit Verdacht auf umweltmedizinische Erkrankungen durch berufliche
oder anderweitige Schadstoffexposition
• präventiv bei Personen mit permanenter beruflicher Schadstoffexposition
(insbesondere Kanzerogene)

Abrechnung
Die Abrechnung im kassen- und privatärztlichen Bereich ist gegeben. Als eine molekulargenetische Untersuchung ist die Anforderung Laborbudget-befreit. (Ziffer 32010).

Material
Für die Untersuchung werden 2 ml EDTA-Blut oder 1 Mundschleimhautabstrich benötigt.

Sollten Sie weitere Fragen haben können Sie uns unter der Tel.-Nr. 030-77001138 erreichen.

Für die Metabolisierung von Arzneimitteln bzw. deren Substraten wichtige Enzyme sind in der folgenden Tabelle aufgeführt, die Auswahl ist beispielhaft:

Alprenolol
CYP2D6
Moclobemid
CYP2C19, CYP2D6
Amiodaron
CYP3A4
Modafinil
CYP2C19
Amitriptylin
CYP2C19, CYP2D6
Morphin
CYP2D6
Amphetamine
CYP2D6
Naproxen
CYP1A2
Anthracycline
MDR1
Nitrazepam
NAT2
Barbiturate
CYP2C19
Nortriptylin
CYP2D6
Bufuralol
CYP2D6
Omeprazol
CYP2C19, CYP2D6
Caffeine
CYP1A1, CYP1A2
Paclitaxel (Taxane)
MDR1
Captopril
CYP2D6
Pantoprazol
CYP2C19
Carbamazepin
CYP2C19
Paroxetin
CYP2D6
Carvedilol
CYP2D6
Perphenazin
CYP2D6
Celecoxib
CYP2C9
Phenobarbital
CYP2C19
Chinidin
CYP2D6
Phenylbutazon
CYP2C19, CYP2C9
Chlorpropamid
CYP2D6
Phenytoin
CYP2C19, CYP2D6
Cimetidin
CYP2D6
Piroxicam
CYP2C9
Citalopram
CYP2C19, Cyp3A4
Prednisolon
CYP2C19
Clomipramin
CYP2C19, CYP2D6
Procainamid
NAT2
Clonazepam
NAT2
Proguanil
CYP2C19
Clozapin
CYP1A1, CYP1A2
Propafenon
CYP2D6
Cocain
CYP2D6
Propranolol
CYP1A2, CYP2C19, CYP2D6
Codein
CYP2D6
Ranitidin
CYP2D6
Coumaid
CYP2C9
Remoxiprid
CYP2D6
Cyclosporin A
CYP3A4, CYP3A5
Risperidon
CYP2D6
Desipramin
CYP2D6
Ritonavir
MDR1
Dextromethorphan
CYP2D6
Saquinavir
MDR1
Diazepam
CYP2C19
Sertinol
CYP2D6
Diclofenac
CYP2C9
Sertralin
CYP2C19, CYP2C9
Diltiazem
CYP2D6
Spartein
CYP2D6
Encainid
CYP2D6
Sulfamethoxazol
CYP2C9
Estradiol
CYP1A2
Tacrolimus
CYP3A4, CYP3A5, MDR1
Fentanyl
CYP2D6, CYP3A4
Tamoxifen
CYP2C9, CYP2C19, CYP2D6
Flecainid
CYP2D6
Taxane
MDR1
Fluconazol
CYP2C9, CYP2C19
Testosteron
CYP2C9
Fluoxetin
CYP2C9, CYP2C19, CYP2D6
Thioridazin
CYP2D6
Fluvastatin
CYP2C9, CYP2C19
Timolol
CYP2D6
Haloperidol
CYP1A1, CYP2D6
Tolbutamid
CYP2C9
Hydralazin
NAT2
Torasemid
CYP2C9
Ibuprofen
CYP2C9
Tramadol
CYP2D6
Imipramin
CYP1A2, CYP2C19, CYP2D6
Trifluperidol
CYP2D6
Isoniazid
NAT2
Trimethoprim
CYP2C9, CYP2C19
Lansoprazol
CYP2C19
Tropisetron
CYP2D6
Lidocain
CYP2D6
Venlafaxin
CYP2D6
Losartan
CYP2C9
Verapamil
CYP1A2
Lovostatin
CYP2C9, CYP2C19
Vincaalkaloide
MDR1
Maprotilin
CYP2D6
Warfarin
CYP2C9, CYP2C19
Mefenaminsäure
CYP2D6
Zolmitriptan
CYP1A2
Mexiletin
CYP2D6
Zuclophentixol
CYP2D6

Xenobiotika
Glutathion-S-Transferasen (GST) spielen eine Schlüsselrolle bei der zellulären Detoxifikation von Karzinogenen und Xenobiotika. Genvarianten der GSTs führen zu einer schlechteren Entsorgung der äußerst radikalen Zwischenprodukte aus den Phase I-Reaktionen. Die Untersuchung auf genetische Variationen ist daher angeraten bei verstärkter Schadstoffexposition, insbesondere Kanzerogene. Eine Assoziation von bestimmten Genotypen mit einigen Tumorarten und neurodegenerativen Erkrankungen konnten bereits gezeigt werden.

GST-T1
Detoxifiziert u.a. Kanzerogene aus Zigarettenrauch, ist aber auch an der Bildung toxischer Metabolite aus z.B. Dichlormethan beteiligt. Assoziation mit Brustkrebs.Etwa 38 % der kaukasischen Bevölkerung zeigen einen kompletten Funktionsverlust des Enzyms.
GST-M1
Entgiftet u.a. Epoxide. Assoziation mit Brust- und Blasenkrebs.
GST-P1
Entgiftet zahlreiche elektrophile Metaboliten. Etwa 50 % der kaukasischen Bevölkerung zeigen einen kompletten Funktionsverlust des Enzyms.

Literatur
• Bundesgesundheitsbl – Gesundheitsforsch – Gesundheitsschutz (2004):
Genetische Polymorphismen von Fremdstoff-metabolisierenden Enzymen und
ihre Bedeutung für die Umweltmedizin. 47:1115-1123
• Schwab, M. et al. (2002): Pharmakogenetik der Zytochrom-P-450-Enzyme.
Bedeutung für Wirkungen und Nebenwirkungen von Medikamenten. Deutsches
Ärzteblatt 8 (Jg 99).
• Innocenti, F. & Ratain, M.J. (2002): Update on pharmacogenetics in cancer
chemotherapy. Eur J Cancer 38: 639-644.



www.imd-berlin.de/einsender-aktuellefachinformationen-entgiftungsenzymegenetisch.html


lg, txxi
 
Danke!

Da haben wir ja jetzt alles zusammen, was wir brauchen, toll!

Liebe Grüße von

Datura
 
Wie packst du denn das Levo.?
Was sagt denn dein Spezi wie lange du die ABs nehmen sollst? Darf ich noch fragen, welche Symptome due bezügl. der Barts hast?
LG, Angie

Hi Angie,
Das Levo pack ich derzeit ganz gut. Nehme allerdings nur 250 mg am Tag. Bisher. Soll auf 500 mg steigern wenn möglich. Das wird ab morgen der Fall sein.

Kann dir nicht sagen, wie lange ich die ABs nehmen soll. Nehme die Kombi jetzt seit 20 Tagen und werde sie auf jeden Fall noch bis zum nächsten Spezi-Termin nehmen; also bis Ende August. Und ich denke, auch noch länger.

Kann dir auch nicht sagen, welche meiner Beschwerden auf die BArts und welche auf die Borre zurückzuführen sind. Hab halt ganz massive Kopfprobleme (Benommenheit, Schwindel, Kopfhautbrennen, Kopfschmerzen, Angst- und Panikattacken, :eek: Denkschwierigkeiten, Schlafstörungen etc.) und extreme Durchblutungsstörungen, die sich in allerlei Hauterscheinungen und Schmerzen etc. äußern und dann eben noch Probleme mit dem Lymphfluss und den Lymphknoten. Das sind so die Sachen, die meiner Meinung nach für eine "Mischinfektion" sprechen würden, sprich Barts und Borre...

Wie sieht's bei dir aus mit den Symptomen? und welche Kombi genau nimmst du?

LG:wave:
 
Hallo nochmal,

es gibt noch einige andere Listen, wenn man googelt.

Vor allen Dingen aber eben auch die Möglichkeit ein ind. Medi auf die eigene Entgiftungsgenetik testen zu lassen, wie erwähnt.

englisch aber umfangreich

Division of Clinical Pharmacology | Indiana University Department of Medicine

noch paar andere

Cytochrom P-450-bedingte Arzneimittelunverträglichkeit

Cytochrom P450 3A4


zudem evl auch zu beachten wie medis selbst die cytochrome beeinflussen können und somit andre medis, hier bsp. makros und statine! evl auch zu beachten wenn man mehreres auf einmal nimmt.

Makrolid-Antibiotika hemmen in unterschiedlichem Ausmaß CYP3A4. Erythromycin ist für seine Hemmwirkung auf das CYP3A4 und die daraus folgenden Interaktionen bekannt. Nach heutigem Wissen hemmt Clarithromycin CYP3A4 annähernd so stark wie Erythromycin (10). Die Hemmwirkung von Roxithromycin ist geringer (11). Azithromycin beeinflusst die Metabolisierung über CYP3A4 nicht (12). Auch das mit den Makroliden verwandte Antibiotikum Telithromycin hemmt CYP3A4 (7). Bei gleichzeitiger Behandlung mit den oben genannten, interagierenden Makrolid-Antibiotika wurden erhöhte Plasmakonzentrationen von Lovastatin, Simvastatin und Atorvastatin beziehungsweise ihrer Metaboliten gefunden. Da erhöhte Plasmakonzentrationen auch bei einer Standardtherapie mit Erythromycin und Clarithromycin auftraten, sollte diese Interaktion auch bei einer kurzfristigen Therapie, typisch für eine Antibiotikatherapie, beachtet werden (10). Es ist schwierig, die Wahrscheinlichkeit für das Auftreten dieser Interaktion vorauszusagen, da es zum einen interindividuelle Unterschiede beim Ausmaß der Plasmaspiegelerhöhung gibt und zum anderen Unterschiede beim Ansprechen auf erhöhte Statinplasma-Konzentration bestehen.


Pharmazeutische Zeitung online: Interaktionen: Statine und Makrolide


Sorry, wenn ich das so unausgewählt reinhaue. Leider reicht meine Konzentration nicht zu mehr mom. Aber es ist alles sehr interessant.



lg, toxxica
 
Habe meine Phase I und Phase II auch alle testen lassen, nur helfen die alleine recht herzlich wenig. Laut Laborbefund sollte ich alle Schwermetalle wunderbar entgiften, da mein entsprechendes Enzym funktioniert. Pustekuchen! Bin voll bis obenhin, weil mir das intrazellulaere Glutathion fehlte und ohne das, funktioniert das gst enzym nur auf dem papier. Jetzt lasse ich mir alle Stoffwechselenzyme in den USA untersuchen, um rauszufinden, warum ich kein glutathion gebildet habe. Ebenso koennen die Phase I Enzyme durch diverseste sachen induziert bzw inhibiert werden. Genetik spielt nur zT eine Rolle, rest sind andere einfluesse. Ist leider nicht schwarz/weiss
 
hallo bianca,

da hast du gute aspekte hervor gebracht, nicht nur die gene können die enzyme beeinflussen.

wie machst du das mit dem labor in USA? kann man da von D aus hinschicken? kannst du das labor nennen bzw. evl per PN schicken?

freue mich über antwort!

lg und alles gute, toxxika


Habe meine Phase I und Phase II auch alle testen lassen, nur helfen die alleine recht herzlich wenig. Laut Laborbefund sollte ich alle Schwermetalle wunderbar entgiften, da mein entsprechendes Enzym funktioniert. Pustekuchen! Bin voll bis obenhin, weil mir das intrazellulaere Glutathion fehlte und ohne das, funktioniert das gst enzym nur auf dem papier. Jetzt lasse ich mir alle Stoffwechselenzyme in den USA untersuchen, um rauszufinden, warum ich kein glutathion gebildet habe. Ebenso koennen die Phase I Enzyme durch diverseste sachen induziert bzw inhibiert werden. Genetik spielt nur zT eine Rolle, rest sind andere einfluesse. Ist leider nicht schwarz/weiss
 
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