REM Schlafphase

ory

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REM Schlafphase

Die Entdeckung des REM-Schlafes wurde damals (1953) größtenteils recht milde belächelt. Medizinisch gesehen wurde dem Schlaf lange wenig Bedeutung beigemessen. Zwar war bekannt, dass zu wenig Schlaf gesundheitlichen Schaden anrichtet, ihm wurde aber als unbewusster Ruhezustand wenig Aufmerksamkeit geschenkt. Man ging davon aus, dass während des Schlafs nichts passierte, also gab es auch nichts zu erforschen.

Und doch konnte der „offizielle“ Schlafforscher Nathaniel Kleitmann in seinem, von ihm eingerichteten Schlaflabor in Chicago beweisen, das der Schlaf in sich doch einiges mehr zu bieten hat.

Z.B. das während des REM-Schlafs wir die meisten und die intensivsten Träume haben, weshalb dieses Schlafstadium auch oftmals als Traumphase bezeichnet wird.
Etwa alle 90 Minuten verfallen wir in einen eigenartigen Zustand: In der REM-Phase schaltet unser Körper einige Gänge höher: Das Herz schlägt schneller, die Atemfrequenz und der Blutdruck steigt, die Augen beginnen, sich rasch hin und her zu bewegen, daher der Begriff «Rapid Eye Movement» (REM).
Die Muskeln bleiben im REM-Schlaf völlig entspannt. Dies hat wohl den Zweck, dass wir die wilden Träume, die unser Hirn im REM-Schlaf auf unsere innere Leinwand projiziert nicht ausführen und unseren Partner am Morgen mit blaue Flecke aufwachen lassen……Die Gesichtszüge bleiben in der Traumphase offen und zeigen oftmals deutlich in welche Art von Traum man sich gerade befindet.

Ob nun unser Schlaf samt Traum erquicklich war, merken wir hauptsächlich daran, wie erfrischt wir am Morgen aufwachen.

Gruß ory
 
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Ergänzend:

...
Schlaf setzt sich aus zwei deutlich zu unterscheidenden Zustandsformen zusammen: dem Non-REM-Schlaf (non rapid eye movement-Schlaf), also einer Schlafphase ohne schnelle Augenbewegungen und dem REM-Schlaf (rapid eye movement-Schlaf), jener Phase, die durch schnelle Augenbewegungen gekennzeichnet ist. Träume finden hauptsächlich im REM-Schlaf statt, aber auch nach Aufwecken aus dem Non-REM-Schlaf werden manchmal Trauminhalte geschildert.

Der Non-REM-Schlaf wird weiterhin in die Stadien N1, N2 und N3 unterteilt, die sich in Bezug auf die Amplitude und Geschwindigkeit der vom Schlafenden erzeugten Gehirnwellen unterscheiden. Das Stadium N 3 des Non-REM-Schlafes ist durch die größten und langsamsten Gehirnwellen gekennzeichnet und wird deshalb in dem Ausdruck „slow wave-Schlaf“ (Schlaf mit langsamen Wellen) zusammengefasst. Man hat herausgefunden, dass ein Schlafender aus diesem Stadium der Schlafphasen am schwersten zu wecken ist, so dass es auch als „Tiefschlaf“ bezeichnet wird.

Vor allem in dieser Phase des Non-REM-Schlafes wird Wachstumshormon aus der Hirnanhangsdrüse, der sog. Hypophyse, ausschüttet. Dies ist Grundlage für die Annahme, dass im Schlaf eine Regeneration des Körpers von den ermüdenden Aktivitäten des Wachzustandes stattfindet.

Während der REM-Phase reagieren Schlafende sehr unterschiedlich auf Weckreize: Manchmal genügt das geringste Geräusch, um sie zu wecken, ein andermal bedarf es hierfür sehr viel stärkerer Reize. Diese Tatsache lässt vermuten, dass auch im REM-Schlaf eine Phase tiefen Schlafes vorkommt. Während des REM-Schlafes kann man beobachten, wie sich die Augen des Schlafenden unter geschlossenen Augenlidern bewegen. Die Willkürmuskulatur ist mit Ausnahme des Zwerchfelles und der Augenmuskeln gelähmt und die Temperaturregulation teilweise aufgehoben.

Grüsse,
Oregano
 

ory

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Da in der Rem-Phase die psychische Erholung stattfindet um die Erlebnisse des Tages zu verarbeiten braucht man die Rem-Phase, kommt es aber zu einem Rem-Schlafentzug, könnten große Probleme bei komplexen und neuen Herausforderungen entstehen.
Wiederholte fehlende oder verkürzte REM-Schlafphasen würden direkt und schnell zu geistiger und körperlicher Erschöpfung führen.
Allerdings kann fehlender REM-Schlaf durch den REM-rebound-Effekt glücklicherweise wieder ausgeglichen werden.
Grundlegend gibt es zwei Möglichkeiten REM-Rebound zu erzeugen: Durch eine Änderung des Schlafrhythmus oder Einnahme von Substanzen. Eventuell bieten Autosuggestionen bzw. -Affirmationen und Selbsthypnose eine weitere Möglichkeit, allerdings sind hierzu keine Erfahrungen bekannt.

Der menschliche Körper braucht einen gewissen Anteil von allen Schlafphasen, so auch an REM-Schlaf. Wird er ihm durch spezielle Maßnahmen entzogen (z.B. wiederholtes Wecken zu bestimmten Schlafphasen), versucht der Körper dies durch längere und dichtere REM-Phasen zu kompensieren. Diese Kompensation nennt man REM-Rebound, was sinngemäß mit REM-Rückprall zu übersetzen wäre. Dieser kann beispielsweise dazu genutzt werden, um aus dem Wachzustand direkt in einen Traum einzusteigen, oder die Traumdauer und -Dichte zu erhöhen. Das Überspringen der vorhergehenden Tiefschlafphase mit direktem Einstieg in die REM-Phase nennt man Sleep onset REM (engl. für "Schlaf mit Beginn der REM-Phase") bzw. SOREM oder einfach nur vorzeitiger REM-Schlaf. Außerdem führt die erhöhte REM-Aktivität zu zusammenhängenderen, plastischeren, lebhafteren und komplexeren Träumen, die meistens auch besser in Erinnerung bleiben. Speziell Klarträume können an Dauer und Stabilität zunehmen.
https://www.klartraum-wiki.de/wiki/REM-Rebound

Gruß ory
 
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