"Rätselhaftes Vergessen - neue Hoffnung bei Alzheimer" (19.9.19)

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"Rätselhaftes Vergessen - neue Hoffnung bei Alzheimer" (19.9.19)

Der Anteil Erkrankter steigt mit zunehmendem Alter. Bei den über 85-Jährigen beträgt er bereits 50 Prozent. Alzheimer entwickelt sich zur Volkskrankheit des 21. Jahrhunderts. Ein Impfstoff soll nun der große Heilsbringer werden: eine "Spritze" gegen das Vergessen.

Fast vier Jahre lang haben Wissenschaftler und Mediziner auf der ganzen Welt den Wirkstoff "Aducanumab" an insgesamt rund 3.500 Patienten getestet. Im Frühjahr 2019 dann die erschreckende Nachricht: Die ersten Testergebnisse sind nicht gut genug, die Studie wird abgebrochen. Es ist zwar nur eine von vielen gescheiterten Studien - aber vielleicht die vielversprechendste. Die Filmemacherinnen Trieneke Klein und Teresia Minjoli begleiten einen der Studienteilnehmer und erleben hautnah seine Hoffnungen und seine Verzweiflung.

Und jetzt? Sind die Forscher jahrelang einer falschen Spur gefolgt? Sind vielleicht gar nicht die Eiweiß-Ablagerungen im Gehirn das Problem - sondern ein ganz anderer Faktor? 30 Jahre Forschung stehen auf dem Prüfstand. Doch gerade das Scheitern scheint neue Kräfte zu wecken: Immer neue Ansätze und Ideen machen die Runde.

Die Filmemacherinnen erleben die Alzheimer-Forschung im Aufbruch - und Wissenschaftler, die unvermindert hartnäckig an der Lösung dieses Menschheitsproblems arbeiten. Seite an Seite mit denen, die betroffen sind. Mit Alzheimer-Patienten und deren Angehörigen, die sich im Dienst der Wissenschaft zur Verfügung stellen. Die mit Hoffnung und Enttäuschungen leben müssen und die jeden Tag gegen das Vergessen ankämpfen.
https://www.youtube.com/watch?v=Rem14fQkG2g&

Anschließend gab es SCOBEL:
Scobel - Rätselhaftes Vergessen

Wozu braucht der Mensch Erinnerungen, und warum gibt es kein Gedächtnis ohne Vergessen? Gert Scobel diskutiert mit seinen Gästen die neuesten Erkenntnisse der Gedächtnisforschung.

Neurowissenschaftlern gelingt es neuerdings, Gedächtnisinhalte mit Medikamenten und Substanzen zu manipulieren: Sie können traumatische Erinnerungen pharmakologisch abmildern oder Gedächtnisinhalte gar verändern und löschen. Ist das Vergessene dann für immer verloren?
Gedächtnis lebt vom Erinnern und Vergessen
Dass Erinnerungen häufig unzuverlässig und manipulierbar sind, haben amerikanische Psychologen bereits in den 1980er-Jahren entdeckt. In Experimenten konnten Probanden dazu gebracht werden, sich Erinnerungen zu eigen zu machen, die es nie gab. Diese Erkenntnis spielt zum Beispiel eine zentrale Rolle in der Bewertung von Zeugenaussagen bei Gerichtsprozessen. Das Gedächtnis lebt vom Erinnern und Vergessen. Es ist dynamisch und plastisch, es erneuert sich, passt sich an und schreibt sich um - ein Leben lang.

Und es ist das Fundament unserer Persönlichkeit und Identität. Das wird besonders deutlich sichtbar, wenn das Vergessen zur Krankheit wird, bei Leiden wie Alzheimer oder Demenz, und wenn sich menschliches Lernen, Erinnern und Vergessen durch die Entwicklung neuer Technologien weiter-, oder wie manche befürchten, zurückentwickeln - Stichwort "digitale Demenz".
Vergessen gehört zur Entwicklung des Denkens
Der Prozess des Vergessens gibt der Forschung immer noch Rätsel auf. Oft wird Vergessen als Fehlfunktion wahrgenommen, aber Neurobiologen verstehen das Vergessen als Prozess, ohne den abstraktes Denken nicht möglich wäre. Für Philosophinnen wie Christine Abbt ist das Vergessen ein "Denkerlebnis", das "Fremdwerden des Selbstverständlichen", ein faszinierendes und rätselhaftes Phänomen, das das kritische Denken anstoßen kann.
...

Grüsse,
Oregano
 
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