Psychische Widerstandskraft

ory

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Resilienz=psychische Widerstandskraft
Dies ist eine Fähigkeit, mit einer schwierigen Lebenssituationen besser umzugehen und Krisen ohne anhaltende gesundheitliche Beeinträchtigung zu überstehen, aber leider verfügt nicht jeder über eine psychische Robustheit, wobei eine psychische Widerstandskraft in jedem Menschen (wenn auch versteckt/schlafend) vorhanden ist.

Da resiliente Menschen sich ihrer Selbstwirksamkeit zu 100% bewusst sind, das sie auch schwierige Situationen und Herausforderungen aus eigener Kraft erfolgreich bewältigen können, vertrauen sie voll auf ihre Fähigkeiten und Kompetenzen, Krisen zu bewältigen.

Ob Stress, Krankheit oder Krisen: Früher oder später ist niemand davor gefeit. Der eine empfindet ein belastendes Problem als etwas schwerwiegendes und für den anderen ist das eher ein jonglieren mit einer Herausforderung.

Ein Mensch der sich aus jeder beliebigen Lage wieder selber aufrichten kann, weiß wie Stress wirksam bewältigt wird, er weiß das die genauen Ursachen im Mittelpunkt stehen/bekannt sein müssen um zu agieren. Wer psychisch „gewappnet“ ist, gelangt einfach leichter wieder in Balance.

Seelische Widerstandskraft (Resilienz) erleichtert enorm, negativen Einflüssen standzuhalten und sich im Lauf des Lebens weiterzuentwickeln, ohne dabei seelisch zu erkranken.


Die Fähigkeit bei Stress, Krankheit und Krisenrelevante Informationen zu finden und zu verstehen, dann aber auch kritisch zu beurteilen und auf die eigene Lebenssituation zu beziehen, um dann im Alltag angemessene Entscheidungen zu treffen zu können, umfasst :

Verständnis/Verstehbarkeit(Wissen): Oftmals hinterfragt man einfach nicht warum Dinge so passieren wie sie eben passieren, gut wäre es aber wenn der Zusammenhang erkannt wird wie es zu der aktuellen Situation gekommen ist, dies führt dann auch meistens dazu, das die aktuelle Krise besser verstanden und angenommen wird.
Sinnhaftigkeit: Wenn man dann noch einen Sinn in dem erkennt was eigentlich geschieht, dann empfindet man die Herausforderungen leichter und ist optimistischer als Menschen ohne Sinn für die Situation.

Machbarkeit/Motivation: Einen Weg aus der Krise sehen und einschlagen wenn man glaubt oder sogar weiß dass man die Situation bewältigen kann.

Mit dieser persönlichen Befähigung, zielstrebig und aufgaben gerecht zu agieren, ist nicht nur die Fähigkeit zum Handeln gemeint sondern bezieht eigenes erlerntes Wissen und logische Überlegungen mit ein.

Gruß ory
 
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wobei eine psychische Widerstandskraft in jedem Menschen (wenn auch versteckt/schlafend) vorhanden ist.

genau. und die kann man trainieren, damit es mehr wird.
ich mußte es schon als kind, war dadurch aber auch schon sehr früh in der lage, es auch anderen vermitteln zu können.
hauptsächlich kindern, die dringend hilfe brauchten, aber auch etlichen erwachsenen, wobei es da viel schwieriger war, weil sie oft lieber rumgejammert haben statt selbst etwas zu tun um irgendwas zu ändern.
die kinder waren sehr schnell dazu bereit, obwohl es für sie sehr viel schwieriger war.

Seelische Widerstandskraft (Resilienz) erleichtert enorm, negativen Einflüssen standzuhalten und sich im Lauf des Lebens weiterzuentwickeln, ohne dabei seelisch zu erkranken.

es ist weder leichter noch ist man davor gefeit durch allzu große oder zu lange belastungen krank zu werden, aber man weiß halt, daß jammern oder nichts tun letztendlich nur negatives bewirkt und irgendwas zu tun um die lage zu bessern, auch wenn es noch so schwer ist, immer etwas positives bewirkt.

biographien zu lesen ist dabei z.b. sehr viel hilfreicher als romane zu lesen oder filme zu gucken.

z.b. hat stephen hawking zu einem zeitpunkt als er schon komplett gelähmt war und nicht mehr sprechen konnte noch an der uni unterrichtet (mit sprachcomputer).

dagegen sind doch viele andere sachen nur ganz geringfügige hindernisse, die man leicht überwinden kann, wenn man nur will.

es gibt etliche mehr oder weniger bekannte leute , die sehr große probleme ohne zu klagen und ohne besondere hilfe (teils ganz ohne) überwunden haben.

auch im real life begegnen einem immer wieder mal leute, die trotz gr. probleme nicht jammern und mehr leisten als andere, die keine haben.

mir sind schon als kind einige aufgefallen und ich hab mich bemüht auch so zu agieren und dadurch u.a. schon mit 8 jahren angefangen, mich um andere zu kümmern, zuerst alte leute, dann vor allem kinder.

und quasi als "belohnung" hab ich überlebt, obwohl ich schon sehr früh schwer krank war und ab 11 ganz allein gelebt hab, was damals viel schwieriger war als heute, zumal es nicht auffallen durfte, daß ich allein war.
einiges was ich damals an positivem nicht hatte, hab ich dann später nachgeholt, indem ich mir z.b. mal eine schöne puppe und einen teddy gekauft habe und wenn ich mit meinen pflegekindern auf dem spielplatz war, hatte ich manchmal das gefühl, daß auch andere deshalb mit ihren kindern da schaukeln und rutschen um selbst noch mal ein bißchen kindheit zu erleben.

erich kästner sagte mal: es ist nie zu spät für eine glückliche kindheit und voltaire: da es förderlicher für die gesundheit ist, habe ich beschlossen glücklich zu sein.

es gelingt nicht immer, aber doch rel. oft, wenn man nur will und sich z.b. bewußt macht, wieviel besser es uns hier geht als den menschen in den armen gegenden und slums in afrika und asien usw.
und daß man schon glücklich sein kann, wenn man nicht komplett gelähmt oder blind ist usw.
auch das ist ein baustein der trainierbaren resilienz.


lg
sunny
 
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es gelingt nicht immer, aber doch rel. oft, wenn man nur will und sich z.b. bewußt macht, wieviel besser es uns hier geht als den menschen in den armen gegenden und slums in afrika und asien usw.
und daß man schon glücklich sein kann, wenn man nicht komplett gelähmt oder blind ist usw.
auch das ist ein baustein der trainierbaren resilienz.
Ja sunny, das stimmt, aber wer in in einer Krise steckt ist erst einmal geschockt und gelähmt. Ich habe in solchen Krisen sehr viel geschlafen, zog mich zurück und tauchte ein in die Welt der Romane und schaute mir auch sehr gern zur Entspannung Filme an - auch heute noch!
Es ist nicht einfach sich ein"dickes Fell" anzutrainieren und ich empfand dabei als große Hilfe meine Freunde und meine Arbeit. Es tut gut, wenn man sich verstanden fühlt und auch geliebt, dann wächst in einem die Kraft für die Schritte aus einer Krise wieder heraus.

ich mußte es schon als kind, war dadurch aber auch schon sehr früh in der lage, es auch anderen vermitteln zu können.
hauptsächlich kindern, die dringend hilfe brauchten, aber auch etlichen erwachsenen, wobei es da viel schwieriger war, weil sie oft lieber rumgejammert haben statt selbst etwas zu tun um irgendwas zu ändern.
die kinder waren sehr schnell dazu bereit, obwohl es für sie sehr viel schwieriger war.
Deine Kindheit muss hart gewesen sein, sunny , wobei ich nicht ganz verstehe , wie du als 11 jähriges Kind , das war ja so 1961, ganz allein leben konntest ohne das Nachbarn, Freunden, Schule usw. etwas bemerkten. Da war die Gemeinschaft doch noch viel sozialer und enger?

Du schreibst von rumjammern und ich denke gleich, da wollte jemand seine Sorgen loswerden. So unterschiedlich gehen wir heran und so individuell sind wir Menschen.

Da resiliente Menschen sich ihrer Selbstwirksamkeit zu 100% bewusst sind, das sie auch schwierige Situationen und Herausforderungen aus eigener Kraft erfolgreich bewältigen können, vertrauen sie voll auf ihre Fähigkeiten und Kompetenzen, Krisen zu bewältigen
Das war mir nie bewusst , liebe ory, und trotzdem fand ich Wege aus den Krisen heraus.

Liebe Grüße von Wildaster🍀
 

ory

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Das war mir nie bewusst , liebe ory, und trotzdem fand ich Wege aus den Krisen heraus.
Hallo Wildaster, das Bewusstsein das man in Krisensituationen mal mehr oder weniger stabil bleiben kann, kommt wohl erst nach und nach.
Wenn einige Krise zur eigenen Zufriedenheit gemeistert wurden, festigt sich mit der Zeit das Selbstbewusstsein. In der nächsten Krisen wird einem wohl bewusst, das eigentlich (mittlerweile) eine gute Portion Widerstandsfähigkeit zur Verfügung steht.

Gruß ory
 

ory

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aber man weiß halt, daß jammern oder nichts tun letztendlich nur negatives bewirkt und irgendwas zu tun um die lage zu bessern, auch wenn es noch so schwer ist, immer etwas positives bewirkt.
Hallo sunny, Menschen die von der Picke ab gelernt haben Resilienz zu sein haben es sicherlich nicht unbedingt leichter im Leben, aber "sie wissen sich zu handhaben", entweder aus dem Gefühl heraus oder einfach aus Gewohnheit, weil ja sonst niemand die Verantwortung übernehmen würde.
Aber Resilienz in meinen Augen, ist nicht etwas was man einfach so hat oder einfach so erlernen kann wie lesen und schreiben.

Gruß ory
 
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Wenn einige Krise zur eigenen Zufriedenheit gemeistert wurden, festigt sich mit der Zeit das Selbstbewusstsein
die erfahrung hab ich auch gemacht und bei anderen miterlebt. etliche male schon in frühester kindheit, was damals schlimm war, aber dazu beigetragen hat, daß ich z.b. ab 11 allein leben konnte ohne unterzugehen.


Deine Kindheit muss hart gewesen sein,
ja, sehr hart, aber auch sehr interessant und abenteuerlich, teils auch sehr schön und nie langweilig. aber das wär jetzt hier ot. wenn du möchtest, schreib ich dir etwas dazu per pn.


lg
sunny
 
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Also ich verkrafte Krisen nicht gut und habe auch nicht in der Kindheit gelernt, schlimme Situationen auszuhalten. Und ich werde Dickhäutigkeit wahrscheinlich nie lernen, da ich mir viel zu viel Gedanken um Dinge mache. Daher tut mir Rückzug auch gut und anscheinend ein unaufgeregtes Leben.

Um eine Krise gut zu überstehen, bräuchte ich ein entsprechendes soziales Umfeld, so dass die Gelassenheit anderer etwas auf mich abfärbt.
 
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Ich bin Hochsensibel und Resilient lernte auch erst mit der Zeit und eben mit großen und deftigen Lebenskrisen die Resilienz zu stärken.

Sie wächst mit jeder Krise die ich bisher meistern durfte und ich bin sogar dankbar für die Krisen obwohl die letzte mit massivem Stress von Außen mich fast umbrachte und ich heute nach drei Jahren immer noch mit deutlichen Nachwirkungen zu kämpfen habe.

Ich bin wohl resilient, aber stressresistent war ich deswegen noch nie, allerdings kann ich langsam feststellen, dass die Resilienz mir auch hilft den Stress der bei mir nur noch von außen kommt, mittlerweile etwas besser zu sortieren und entsprechend zu handeln.

Dankbarkeit und Humor tragen bei mir auch zur Widerstandskraft bei.
Ein soziales Umfeld um Krisen gut zu überstehen hatte ich auch nicht.

Liebe Grüße Tarajal
 

ory

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Ich muss gestehen, das ich mir nie Gedanken über eigene Resilienz gemacht habe.

Nun habe ich ein paar Tage dazu gebraucht mich mal eingehend zu hinterfragen und es sieht so aus, das ich tatsächlich einiges an Widerstandsfähigkeit in mir trage....ohne es zu wissen.

Krisensituationen scheine ich gut meistern zu können, eigentlich laufe ich in "solchen" auf hochtouren und das, bis sie geschafft sind.....nur dann, nach einer gewissen Zeit, trifft mich die eigentliche überstandene Krise körperlich mit voller Kraft.
Vieles, was man tut, hinterfragt man ja gar nicht, sondern nimmt es einfach als normal hin und agiert ohne wirklich nachzudenken.
Ob ich mittlerweile schon eine Erwartungshaltung aufgebaut habe, keine Ahnung, das muss ich wirklich mal beobachten.
Jedenfalls wusste ich mit der Zeit "das ich nach Krisenzeiten stark körperlich reagiere", mittlerweile achte ich darauf und bekomme dies einigermaßen wieder in den Griff.

Eine gute Portion Dickhäutigkeit würde ich mir gerne wünschen wollen, aber das wird wohl nichts mehr.
Mir war früh klar das Entscheidungen, die mein Leben betreffen, nur ich treffen muss und daran habe ich mich bis heute gehalten, aber wenn die Möglichkeit einer Krise keine wirkliche Bedrohung für mich darstellt, wird der Rückgang eingeschlagen.

Liebe Grüße ory
 
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... aber wenn die Möglichkeit einer Krise keine wirkliche Bedrohung für mich darstellt, wird der Rückgang eingeschlagen.
Hallo ory,

diesen Satz verstehe ich nicht so recht. Kannst Du ihn bitte noch etwas näher erklären? Was meinst Du hier mit "Rückgang": wohin?

Ich glaube im übrigen, daß die Möglichkeit zur Resilienz auch mit der Fähigkeit, Dinge und Ereignisse zu vergessen, zusammen hängt. Die Menschen, die den Ballast früherer schwieriger Situationen immer mit sich herum schleppen und immer wieder die heutige Situation mit einer einstigen Situation abgleichen, werden öfters zu einem falschen Schluß in einer heutigen Situation kommen. Wenn es ihnen gelungen ist, die alte bedrohliche Situation wirklich abhzuschließen und in der Vergangenheit zu belassen, werden sie - hoffentlich - die neue Situation anders und neu bewerten und damit auch anders damit umgehen können.

Grüsse,
Oregano
 
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26.07.09
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Da resiliente Menschen sich ihrer Selbstwirksamkeit zu 100% bewusst sind ,,, vertrauen sie voll auf ihre Fähigkeiten und Kompetenzen, Krisen zu bewältigen.
Ist das wirklich so gemeint, 100% bewusst und "volles Vertrauen"?
Ich denke, dass deutlich weniger davon auch schon psychische Stärke oder psychische Widerstandskaft bedeutet, also vielleicht 70, 80, 85% sich der eigenen Fähigkeiten und Kompetenzen bewusst sein. Dazu vielleicht ein gesundes Vertrauen, dass man den Rest auch schon irgendwie hinbekommt, oder Hilfe dabei findet.
Ich stelle mir vor, dass die 100% manchen auch überfordern können, wenn man meint, man ist nur gut (oder eben resilient), wenn man keine einzige Schwäche zeigt, psychisch oder körperlich. Das hört sich für mich dann eher an wie Leute auf dem Weg zum burn-out.
 

ory

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Was meinst Du hier mit "Rückgang": wohin?
Hallo Oregano, wenn die Möglichkeit einer Krise mich nicht wirklich persönlich betrifft, halte ich mich mittlerweile bewusst heraus, ziehe mich zurück….lege den Rückgang ein.
Daher tut mir Rückzug auch gut
Das meinte ich mit "Rückgang"🥴

Ich glaube im übrigen, daß die Möglichkeit zur Resilienz auch mit der Fähigkeit, Dinge und Ereignisse zu vergessen, zusammen hängt. Die Menschen, die den Ballast früherer schwieriger Situationen immer mit sich herum schleppen und immer wieder die heutige Situation mit einer einstigen Situation abgleichen, werden öfters zu einem falschen Schluß in einer heutigen Situation kommen. Wenn es ihnen gelungen ist, die alte bedrohliche Situation wirklich abhzuschließen und in der Vergangenheit zu belassen, werden sie - hoffentlich - die neue Situation anders und neu bewerten und damit auch anders damit umgehen können.
Sich mit ehemaligen bedrohlichen Situationen auseinandersetzen, sie abschließen zu können um dann realisieren zu können, das die damalige Situation nicht kommende schwierige Situationen widerspiegelt/widerspiegeln muss...... kann den Blick sicherlich gut schärfen.

Gruß ory
 

ory

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Ich denke, dass deutlich weniger davon auch schon psychische Stärke oder psychische Widerstandskaft bedeutet, also vielleicht 70, 80, 85% sich der eigenen Fähigkeiten und Kompetenzen bewusst sein.
Hallo Gert,
es war nicht meine Absicht, Menschen mit "nur" 70,80.85% psychische Stärke oder psychische Widerstandskraft zu hintergehen, ganz im Gegenteil, womöglich gehen sie tatsächlich/eventuell bewusster/einfühlsamer mit Situationen um.

Gruß ory
 
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