Petition gegen die Kürzung von Dialyse-Kosten

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Geplante Kürzungen in Millionenhöhe bei der Behandlung von Dialyse-Patienten stoßen bundesweit auf Protest. Eine Betroffene aus Baden-Württemberg hat eine Petition auf den Weg gebracht, die 65 000 Menschen unterschrieben haben. Das berichten die "Stuttgarter Nachrichten". Hintergrund ist, dass Nierenärzten zum 1. Juli die Pauschale für Sachkosten um 100 Millionen Euro gekürzt werden soll. Weitere rund 100 Millionen Euro sollen ab 2015 gespart werden.
Gesundheit: 65 000 Unterschriften gegen Kürzungen bei Dialyse-Behandlung | News | ZEIT ONLINE


Hier kann man die Petition unterschreiben:


http://www.change.org/de/Petitionen/keine-kosteneinsparung-bei-der-dialysetherapie-von-nierenkranken

Grüsse,
Oregano
 
Beitritt
21.05.11
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Wäre wirklich schön, wenn hier alle unterschreiben würden!

Ich bin ja seit fast 20 Jahren Dialysepatientin und beobachte, wie kontinuierlich über die Jahre Personal abgebaut wird z.B. Um so weniger Personal, um so mehr Fehler werden gemacht, umso weniger Zeit bleibt gerade auch für die Betreuung alter, sehr kranker Menschen, die unter Umständen auch noch unter Demenz leiden. Es muss auch mal Zeit sein für ein Gespräch, denn gerade für Neulinge ist die ganze Sache doch erst mal sehr beängstigend.
Langsam ist es nicht mehr lustig mit dem weiteren Drehen an der Kostenschraube, es ist absehbar, dass die sehr gute Qualität die wir heute in Deutschland - nicht unbedingt in der EU! noch haben, immer mehr verloren geht, wenn die Pauschle so wie geplant gesenkt wird und so wie ich es weiss, gibt es hier mehrere Stufen der Absenkung der Pauschale in den nächsten Jahren.
Dialyse bedeutet für die meisten lebenslänglich, da der Gesundheitszustand vieler eine Transplantation nicht erlaubt oder aber nicht genug Spenderorgane vorhanden sind. Dann gibt es noch Exemplare wie mich, die lieber an der Maschine ausharren, als sich mit den Folgen der medikamentösen Behandlung bei einer Transplantation rumzuschlagen.
Mit einer guten Dialyse steht und fällt das Befinden, die Gesundheit.
Es macht auch ökonomisch keinen Sinn, die Dialysequalität zu herabzusenken, weil am Ende nämlich die Rechnung nicht aufgeht. Es werden schlicht durch höhere Morbidität der Patienten eine ganze Reihe von Folgeerkrankungen dann behandelt werden müssen. Die Lebenserwartung eines Dialysepatienten wird ganz klar sinken. Die Lebenserwartung in den USA ist ungleich niedriger als bei uns, weil dort seit Jahren die Dialyse auf einem miesen Niveau gefahren wird, sollte den Zuständigen hierzulande allerdings bekannt sein oder nicht?

Ich habe neulich zu einem Pfleger gesagt, ich esse notfalls eben weniger, produziere also weniger Gifte. Der Körper gewöhnt sich an einen niedrigeren Umsatz. Aber selbst wenn es tatsächlich für mich die einzige Lösung sein sollte, so liegt das mit Sicherheit nicht jedem.....

Die Dialysepatienten haben keine Lobby und sind wie schon erwähnt in der Regel sehr alt und gebrechlich, können sich gegen das, was das mit ihnen geschehen soll, eher schlecht wehren, also bitte ich Euch um Eure Stimme.

Vielen Dank.

PS: Ein Faktor, warum immer mehr gespart werden soll ist vermutlich, dass die Zahl der Dialysepatienten stetig steigt und steigen wird allein schon durch die immer grössere Anzahl der Diabetiker, die mit Pech durch Spätfolgen von Diabetis an die Maschine müssen. Ungefähr die Hälfte der Patienten sind Diabetiker.

v
 
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