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Das ist interessant, was der eine junge Arzt da beschreibt:

Das System treibt einen Keil in das Vertrauensverhältnis zwischen Patient und Arzt. Auf der einen Seite wird dem Patienten immer versprochen, dass er alles bekommt was er braucht und der Arzt ihm alles verschreiben darf, wenn er es für notwendig und sinnvoll hält. Auf der anderen Seite werden mir als Arzt durch Budgetierung Quoten vorgegeben und bei nicht einhalten Regresszahlungen angedroht die mitunter die medizinische Notwendigkeit ignorieren.

Ich wusste nicht, dass es ein Punktesystem gibt, nach dem die Ärzte bewertet werden. Insofern tut man Ärzten wahrscheinlich noch öfter Unrecht als man denkt, wenn nur unzureichend behandelt wird. Der eigentliche Schuldige ist unser Krankensystem. Der obige Atzt will Deutschland ja auch verlassen wenn sich nichts ändert. Wie so viele junge Ärzte. :rolleyes:
 
Aber die Ärzte sollen doch bitte nicht so tun, als seien sie bloß Opfer dieses Systems. Die Schulmedizin hat eine lange Tradition und hat sich nie dadurch ausgezeichnet, dass sie besonders "menschlich" war. Man muss sich nur mal anschaun, was im 3. Reich passiert ist. Nur dass die Ärzte auch schon damals für ihr Tun in keinster Weise belangt wurden. Und so ist es auch noch heute: Staat und Ärzte empfinden Medizinopfer unbedeutend. Keiner kann mir erzählen, dass es da plötzlich einen großen Sinneswandel gibt. Wenn dann vielleicht vereinzelt.
Und wenn dann kommt der "Sinneswandel" doch primär auch nur daher, weil es jetzt nicht mehr so viel zu verdienen gibt und auch für die Ärzte immer schwieriger wird. Aber ich habe trotzdem kein Mitleid! ;)

Ich denke, dass es jedem Medizinstudenten spätestens während des Studiums klar wird, was ihn erwartet. Aber viele saugen wohl einfach dieses "ich bin höherstehend" während ihres Studiums in sich auf, und erst jetzt, wo sie langsam merken, dass sie eigentlich selber auch nur Opfer des Systems sind, und es vielleicht an den eigenen Geldbeutel und an die eigene Existenz geht, regt sich so langsam was. Das gilt sicherlich nicht für alle Ärzte, aber ich denke doch für die Mehrheit. Aber ich habe auch sogar schon selber Ausnahmen kennenlernen dürfen. ;)
 

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