Nichts ist so beständig wie der Wandel

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„Die Jugend von heute ist verdorben, sie ist böse, gottlos und faul. Sie wird niemals so sein, wie die Jugend vorher, und es wird ihr niemals gelingen, unsere Kultur zu erhalten.“Keilschrift, Chaldäa, um 2000 vor Christus )

Grüsse,
Oregano
 
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Das ist die Klage jeder Elterngeneration bis heute. Es erheben sich Fragen: Treffen die Jugendlichen heute die selbe Welt an, die wir als Kinder erlebt haben? Was haben wir ihnen vorgelebt? Muss es mindestens ein Mercedes sein, wenn der Nachbar einen Opel kauft? Kann man ein Kleid drei Jahre tragen, ohne es in die Kleidersammlung zu geben? Lesen die Eltern noch selbst oder konsumieren sie Fernsehen. Musizieren und singen sie, anstatt CDs aufzulegen? Und, und, und!
Möglicherweise verurteilen bald die Kinder ihre Eltern für das, was sie aus der Erde gemacht haben, auch wenn sie selbst zur Resourcen-Verschwendung beigetragen haben, ohne sich dessen bewusst zu sein.
Ich habe versucht, meinen Kindern meine Werte vorzuleben. Sie sind ihren eigenen Weg, aber einen guten gegangen. So schlecht ist die Jugend gar nicht, nur anders, als wir es erwarten.
 
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Die Jugend von heute ist verdorben, sie ist böse, gottlos und faul. Sie wird niemals so sein, wie die Jugend vorher, und es wird ihr niemals gelingen, unsere Kultur zu erhalten.“Keilschrift, Chaldäa, um 2000 vor Christus )
Hat man mit Liebe seine Kinder großgezogen, die nun ihren Weg gefunden haben und das große Glück die Enkelkinder aufwachsen zu sehen und ein wichtiger Teil in ihrem Leben zu sein, dann versteht man diese Sätze nicht - so wie ich.

Liebe Grüße von Wildaster
 
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Hallo Wildaster,

ich finde diese Sätze deshalb interessant und nachdenkenswert, weil sie zeigen, daß schon 2000 vor Christus es ein Denken gab, das besagte, daß das Heute nicht mehr so gut war wie das Gestern.
Ich kann mich erinnern, daß unser Deutschlehrer in der Schule schon meinte, daß die Nachkriegsgeneraion der Jugendlichen ganz anders wäre als die Vorkriegsgeneration und das implizierte immer eine Kritik an der jetzigen Generation.

Auch heute hört man doch von älteren Menschen oft den Spruch "ich verstehe diese Jugend nicht" oder inhaltlich Ähnliches.

Wenn Du mit Deiner Art der Kindererziehung zufrieden bist und die Kinder und Kindeskinder auch, ist doch alles bestens!

Grüsse,
Oregano
 
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Guten Morgen, liebe Oregano,:coffee::coffee:
natürlich sind diese Sätze interessant und nachdenkenswert und es waren auch nur spontan meine Gedanken dazu und auf keinen Fall wollte ich eine Diskussion darüber ausbremsen. Ich könnte meinen Beitrag noch löschen!

Liebe Morgengrüße von Wildaster
 
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Hallo Wildaster,

bitte nicht löschen ! - Es ist doch gut, wenn es verschiedene Meinungen zu einem Thema gibt :) .

Grüsse,
Oregano
 
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09.09.08
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Wuhu,
Hat man mit Liebe seine Kinder großgezogen, die nun ihren Weg gefunden haben und das große Glück die Enkelkinder aufwachsen zu sehen und ein wichtiger Teil in ihrem Leben zu sein, dann versteht man diese Sätze nicht - so wie ich.
leider dürfen bzw können nicht alle Kinder eine solch wohl positive Erfahrung (von mir aus auch Erziehung) bekommen - also dieser alte Spruch hat für manche heute Erwachsene (die ja auch mal jugendlich waren) bzw Jugendliche selbst genauso Anwendbarkeit wie wohl schon damals...

Es steckt wie so oft etwas "Wahres" drin - es sollte/dürfte halt nicht immer alles auf alles bzw jeden pauschal angewendet/übertragen werden - damals wie heute... 💞
 
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Ich sehe es umgekehrt - mit vielen Jugendlichen kann ich viel freier und tiefgründiger Erfahrungen machen - als mit (den mir bekannten) Erwachsenen.
Ausnahmen gibt es, möchte nur sagen, dass diese eingestellte Passage keine Relevanz für mich hat.
 
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Ich vergaß zu schreiben
Ich sehe es umgekehrt - mit vielen Jugendlichen kann ich viel freier und tiefgründiger Erfahrungen machen - als mit (den mir bekannten) Erwachsenen.
(y)
Dadurch bleibt man auch jung!

Meine Eltern haben sich nie so über die Jugend geäußert und wenn sie sich auch oft wunderten, meinten sie, jede Generation entwickelt sich halt anders. Wie oft höre ich so ein Geschimpfe und im gleichen Atemzug werden Kinder und Enkelkinder gelobt. Für mich ist das ein Widerspruch.

Liebe Grüße💞
 
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"die jugend" gibt es eigentlich garnicht. es gibt doch in jeder gruppierung, egal ob nach alter oder beruf oder nationalität usw. immer solche und solche.

was allerdings auffällt ist die zunehmende gewalt in versch. bereichen. daran sind aber auch nicht nur jugendliche beteiligt, aber doch auffallend viele junge leute.

vor ein paar jahrzehnten waren angriffe auf feuerwehrleute, zugbegleiter, sanitäter, polizisten usw. eine seltene ausnahme. mittlerweile kommt es sehr oft vor, teils ganz extrem wie zuletzt in stuttgart.

im tv war eben ein bericht über angriffe auf zugbegleiterinnen. insgesamt 60 % sind in den letzten jahren schon angegriffen worden. teils eklig mit ins gesicht spucken, was jetzt bzgl. corona nicht nur eklig, sondern evtl. auch gefährlich ist, teils aber auch mit körperverletzung.

da angriffe auf feuerwehrleute usw., die anderen menschen helfen früher so gut wie nie vorkamen und jetzt rel. oft, muß sich also schon irgendwas geändert haben.
aber es betrifft halt nicht nur die "heutige jugend", sondern auch die von gestern, da auch erwachsene beteiligt sind, aber vor allem junge erwachsene.

zusätzlich haben angriffe, morddrohungen usw. durch rechtsradikale erheblich zugenommen, aber das ist ein anderes kapitel.


lg
sunny
 
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17.03.16
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Was zu Platons uns Sokrates' Zeiten noch nicht möglich war, spielt heute eine große Rolle, die digitale Vernetzung, mit der gleichgesinnte Gruppen sich minutenschnell verständigen können, im Guten wie im Schlechten. So verstärkt sich die Tendenz einer Bewegung. Um so mehr stehen Eltern in der Verantwortung, den Kindern Orientierung zu geben in der Richtung, zu der sie sich entscheiden sollen. Das ist heute schwerer als zu der Zeit, als ein Wandel der Werte eine oder mehrere Generationen brauchte. Flexibilität ist gefragt, die nicht alle aufbringen, die noch im Wilhelminischen Zeitalter hängengeblieben sind. (Reichsbürger) Die gute alte Zeit kommt nicht wieder, wenn sie denn überhaupt gut war.
 
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Die gute alte Zeit kommt nicht wieder, wenn sie denn überhaupt gut war.
nach dem ende des dutzendjährigen reichs war sie gut.

aber sie ist jetzt auch gut.

einiges ist zwar jetzt schlechter, z.b. die zunehmende gewalt gegenüber sanitätern usw. und auch die unhöflichkeit und rücksichtslosigkeit vieler jüngerer (hier sind im bus zunehmend leute ohne maske, fast alles junge männer und jugendliche und die jungen stehen auch nicht mehr für alte leute auf, was früher selbstverständlich war usw. usw.) und der unterschied zwischen arm und reich ist jetzt noch größer usw. usw.

auch die einsamkeit der älteren leute hat zugenommen, da es kaum noch großfamilien gibt.
und die ernährung ist schlechter, da es jetzt vor allem nahrungsmittel mit chem. konservierungsstoffen, farbstoffen, aromastoffen und resten von pestiziden und medis gibt.

und die umweltzerstörung hat bedrohliche ausmaße angenommen.

aber es gibt jetzt z.b. sehr viel mehr gleichberechtigung für frauen.
noch in den 70er jahren mußte eine frau ihren mann um erlaubnis fragen, wenn sie berufstätig sein wollte, jetzt kann sie machen was sie will und wir haben seit etlichen jahren sogar eine bundeskanzlerin und seit einiger zeit sogar eine ministerin, die für das militär zuständig ist, was noch vor wenigen jahrzehnten völlig undenkbar war.


homosexualität war bis vor einigen jahren strafbar. jetzt dürfen alle leben wie sie wollen und sogar heiraten.


usw. usw.

und es gibt für bedürftie eine sozialhilfe bzw. grundrente, die für ein bescheidenes leben ausreicht, vor allem, wenn man auch noch das angebot der tafeln usw. nutzen kann.
und es gibt die pille, so daß frauen nicht mehr ungewollt viele kinder bekommen. usw. usw.

wenn man noch weiter zurückblickt in die zeiten als es in deutschland noch leibeigenschaft usw. gab und keine krankenversicherung, keinen mindestlohn, keine rente, keine sozialhilfe, kein wahlrecht für frauen usw. usw. leben wir heutzutage geradezu im paradies. :)


lg
sunny
 
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10.01.04
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Flexibilität ist gefragt, die nicht alle aufbringen, die noch im Wilhelminischen Zeitalter hängengeblieben sind. (Reichsbürger)
Hallo Locke,

das ist ein wahres Wort - war es wohl immer schon, nur daß es heute,, wie Du schreibst, schneller und heftiger durch die internationale Vernetzung "round the world" geht. Bei wirklich neuen Ideen, entsteht oft Angst statt positiver Neugier, und die wiederum erzeugt Aggression und Zusammenarbeit von Gruppen, die sich auf ihre Art vor der Angst und Neuem schützen möchten.

Das ist zwar nicht neu und ein alter Teufelskreis, aber dieser Teufelskreis kann sehr groß werden und schnell wachsen
aufgrund der neueren technischen Möglichkeiten.

Grüsse,
Oregano
 
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