Mit Angst vorm Alleinsein umgehen

Themenstarter
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Hallo ihr Lieben,

gestern hatte ich ein langes Telefonat mit einer Freundin, die sich vor kurzem von ihrem Freund getrennt hat.

Wegen ihm ist sie umgezogen in eine fremde Stadt und hat dort noch keinen richtigen Anschluss gefunden. Sie war auch noch nie länger allein gewesen. Jetzt ist sie fast am Durchdrehen, hat Angst, dass ihr etwas passieren könnte und niemand ist da, schläft und isst nicht mehr richtig.

Hab versucht, sie zu beruhigen, aber gemerkt, dass mich das auch sehr mitgenommen hat und ich habe mich gefragt, wie ich an ihrer Stelle damit umgehen würde und bekam selbst mal kurz Panik. 🙄

Ich weiß, dass einige von euch alleine leben - wie kommt ihr damit zurecht, welche Selbsthilfe kann man sich geben, welche Leitsätze helfen da?

Liebe Grüße und einen schönen 3. Adventsonntag an Alle 🥰
 
wundermittel
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Hallo Laurianna!
Ich glaube, ich habe das schon in der Kindheit gelernt, indem ich gern kreativ war, Hobbies nachgegangen bin und mich auch über kleine Begegnungen freuen kann.

Allein schafft man als Erwachserer natürlich nicht so viel. Da sollte man eher kleine Brötchen backen und sich nicht so viel vornehmen.

Vielleicht hängt es auch mit der Gesellschaft zusammen, wie wohl man sich als Single fühlt?

Vielleicht ist es für deine Freundin nur ungewohnt. Es löst dann Panik aus. Manche Leute würden zB nie bei Dunkelheit allein mit dem Fahrrad einen Wirtschaftsweg übers Feld fahren. Jedes Mal, wenn ich also so unterwegs bin und 10 min übers Feld düse und mich an der guten Luft und den Lichtern in der Ferne erfreue, denke ich daran, dass andere in so einer Situation Angst hätten. Da ich aber alles kenne bei Tag und dort schon oft war, fühle ich kein unangenehmes Gefühl.

LG EG
 
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Liebe Grüße und einen schönen 3. Adventsonntag an Alle

danke gleichfalls. :)

alleine leben - wie kommt ihr damit zurecht

als ich noch überall hingehen konnte, war es für mich nie ein problem, obwohl ich im real life ein eher stiller und zurückhaltender mensch bin.

hier hatte ich zwar genug freunde und bekannte, aber ich bin allein mehrmals in andere städte im in-und ausland gezogen und hatte da auch immer sofort einige kontakte und nach kurzer zeit auch bekannte und wenn ich länger als 2 monate da war auch freunde.

teilweise durch eine anzeige in der zeitung, in der ich nach bekannten zum spazierengehen gesucht hatte (geht am schnellsten),
teils durch den sport im verein (tischtennis, badminton usw.) solang ich noch sport machen konnte,
teils im beruf,
teils dadurch, daß ich mich um kinder gekümmert hab, die hilfe brauchten,
einmal eine weile durch mittags gassi gehen mit hunden von berufstätigen leuten, wodurch es auch noch etwas geld nebenher gab,
ein paar mal durch kochen für reiche leute, bei denen ich dann auch meist mit am tisch sitzen sollte, wenn sie gäste hatten (manchmal sehr interessante aus künstl. bereichen),
teils auch, weil ich früher im chor gesungen und bei div. theaterprojekten mitgemacht hab,
teils auch, weil ich gemalt und ausstellungen gemacht habe (brachte teils auch noch viel geld),
teils auch nach berufswechseln in berufe, in denen man mehr mit menschen zu tun hat,
teils durch ehrenamtliche mitarbeit in einer drogenberatung (nein, nicht die klienten, sondern andere ehrenamtler, die da waren) usw. usw.

erst seit 2 jahren ist wegen der uv durch den crash nichts mehr möglich und ich war fast die ganze zeit allein und seit vor einigen monaten die letzte freundin gestorben ist (die anderen schon lange, obwohl die meisten jünger waren als ich), bin ich permanent allein und es läßt sich wegen der uv auch nicht ändern.
aber gsd gibt es ja das inet und ich kann die zeit nutzen um mehr infos bzgl. aip usw. zu finden und ich kann auch die schubladen mal aufräumen und den papierkram erledigen. muß auch mal sein. :)

da deine freundin so ängstlich ist, wär es auch gut, wenn sie evtl. eine psychotherapie macht oder mal bei der telefonseelsorge anruft, ob die irgendwas in der stadt wissen, das helfen kann. es gibt wohl teilweise auch angebote für gruppengespräche bei div. soz. einrichtungen.

außerdem kann sie doch auch kurse an der vhs besuchen. am besten solche, bei denen man nicht nur zuhört, sondern etwas zusammen macht, also kochkurse oder theaterkurse oder handarbeitskurse usw.

mehr fällt mir jetzt so adhoc nicht ein, aber es reicht ja schon für einen anfang. :)


lg
sunny
 
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regulat-pro-immune
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Danke euch für die Antworten - tagsüber hat man gsd noch mehr Chancen sich abzulenken als in der Nacht. In meinen schlimmen Phasen aus der Vergangenheit bin ich oft in der Nacht orientierungslos aufgeschreckt und es war schwierig sich wieder zu beruhigen. Vor allem mein Magen produzierte dann Luftblasen, die das Roemheld-Syndrom auslösten - dann wars perfekt 🥳 (Jetzt benutz ich den auch Mal ☺️)

Manchmal denke ich, der Grund dieser Ängste sind auch fehlendes (Körper) - Vertrauen in sich selbst?
 
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Manchmal denke ich, der Grund dieser Ängste sind auch fehlendes (Körper) - Vertrauen in sich selbst?

Ich kann da nicht so mitreden, weil mir allein sein nichts ausmacht und ich kaum zu Ängsten neige. Ich bin mir aber sicher, dass deine Freundin mit ein bisschen Körpertraining auch psychisch stabiler werden wird. Zeig ihr doch mal unseren Bewegungsthread, vielleicht findet sie da was für sich. :)
 
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