Microfracturierung Knie

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Hallo,
vor 5 Wochen hatte ich eine Knie-OP, Meniskusriss und angerissenes Kreuzband.
Dabei hat man einen bösen Knorpelschaden festgestellt. Was ich nicht wußte, der Arzt hat mir das nicht gesagt, wurde der Knochen angebohrt, um evtl. wieder einen halbwegs normalen Knorpel aufzubauen.

Meines Wissens nach sollte man nach so einer OP mind. 6 Wochen auf Krücken gehen und das Knie nur teilbelasten. Ich sollte sofort was geht belasten und auch so schnell wie möglich fest auftreten. Seit dem habe ich ständig Schmerzen. Gehe mittlerweile wieder mit einer Krücke.

Weiß jemand, ob ich mir durch die Vollbelastung mehr kaputt gemacht habe, als was die OP bewirken sollte.

Bin total verunsichert, und ratlos. War am Freitag nochmal bei einem anderen Orthopäden, muss aber noch zum MRT, erst in 4 Wochen, bis dahin kann er leider nichts sagen. Er meinte nur er hätte die OP anders gemacht. Ich solle meine Physio beenden (habe noch 3 mal). Von einer Entlastung hat er noch nichts gesagt.

Brauche Rat :idee:, sollte ich wenigstens jetzt das Knie entlasten oder bringt das eh nichts mehr.:confused:

LG Uschi
 
wundermittel

ory

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hallo erwin ,

schau einmal hier :

Von Anfang an darf mit Unterarmgehstützen aufgetreten werden, z. B. für den Gang zur Toilette.

In der ersten Woche wird das Gelenk in den meisten Fällen durch eine Kniestreckschiene geschützt, nach dem Abschwellen des Gelenkes kann eine bewegliche Kniegelenksorthese (Brace, siehe Bild oben rechts) angelegt und getragen werden.
Eine solche Orthese sollte zum Schutz während des Heilungsverlaufs bis zur 12. postoperativen Woche genutzt werden.
Werden später kniegefährdende Sportarten ausgeübt, kann es sinnvoll sein, auch hier die Kniegelenksorthese zu tragen.
In den ersten Wochen soll die aktive Kniestreckung überwiegend in der geschlossenen Kette durchgeführt werden, zu Beginn mit Fußkontakt gegen das Bettende, möglichst immer auch gleichzeitig die Kniebeugemuskulatur anspannen.
Abschwellende Maßnahmen wie Lymphdrainage können erforderlich sein, bei starker Muskelatrophie Einsatz der elektrischen Muskelstimulation.

Üben des Treppengehens: beim Treppaufgehen gesundes Bein voran, beim Treppabgehen operiertes Bein voran.
Ab der dritten Woche – sobald die Beugung über 100 Grad möglich ist – ist das Fahrradfahren auf dem Standfahrrad mit geringem Widerstand möglich, Koordinationsübungen sollen begonnen werden, beidseitige halbe Hocke ab der 3. Woche und einbeinige halbe Hocke mit Abstützung mit Hilfe der Hände ab der 5. postoperativen Woche möglich.
7. bis 12. Woche: gesteigerte Koordinations- und Kräftigungsübungen (Minitrampolin, Stairmaster, usw.) Gerätetraining, insbesondere Beinpresse, Radfahren in der Ebene ab der 8. Woche erlaubt, gehen und laufen auf der Stelle.
Ab der 12. Woche schwimmmen im Kraulschlag, Inlineskaten (nur Geübte), leichtes Lauftraining ab der 16 Woche, selbstständiges Fortsetzen des Muskelaufbaus bis zum Ende des ersten Jahres.
Sportartspezifisches Training.

vielleicht magst du dich hier ein wenig einlesen :
Praxisklinik Orthopädie Franziskushospital Aachen: Kreuzband

lg ory
 
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Hallo Ory,
vielen Dank für den Link. Ich hoffe nur dass ich nicht schon mehr kaputt gemacht habe. Schließlich habe ich erst in 4 Wochen wieder einen Termin beim Orthopäden.
LG
 
regulat-pro-immune

ory

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hallo erwin ,

wenn du ver-unsicher bist versuche ,nein ,ändere den termin .

4 wochen sind/können eine ewigkeit sein die du mit großer sicherheit nur "verkrampft" abwarten wirst , damit minderst du aber eventuell den normalen heilungsprozess .

lg ory
 
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Hallo,
es sind ein paar Wochen vergangen, seit dem ich bei dem andereren Orthopäden war. Anfänglich dachte ich, er würde mir helfen. Ich hatte auch darauf hingewiesen, dass ich mich weiter von ihm behandeln lassen möchte. Aber bei dem Termin, ich kam da mit den neuen MRT-Bildern an, hatte ich das Gefühl, nachdem er die Bilder und den Bericht des Radiologen gelesen hatte, er macht komplett zu. Er meinte nur, es ist eben ein massiver Knorpelschaden, ich müsse Muskulatur aufbauen und viel Radfahren.
Außerdem hat sich ein Knochenödem gebildet. Wie das zu behandeln ist, dazu hat er sicht nicht geäußert.

Das mache ich bereits seit 5 Wochen, nämlich direkt im Anschluss an die Physio. Das Programm wurde mir auch von meinem Physiotherapeuten zusammengestellt. Gehe 3-4 mal die Woche zum Training.

Eine OP würde er mir nicht empfehlen, da die letzte erst so kurz zurückliegt. Stimme ich zu, muss ich nicht haben. Cortison würde er auch nicht spritzen. Ich solle mir überlegen, ob ich mir nicht Hyaloronsäure spritzen lassen wolle. Dann wären die Schmerzen weg und ich könne besser trainieren.

Ich will diese Spritzen nicht ins Knie, habe schon zu viel gelesen, dass es auch schief gehen kann.

Ich habe kürzlich auch bei meiner KK angerufen und mit einem Orthopäden gesprochen, ihm alles gesagt, und er meinte, wenn bei einer Mikrofrakturierung nicht die ersten Woche das Knie entlastet wird, hätte man besser die Mikrofrakturierung gar nicht gemacht. Da bei mir die sofortige Vollbelastung angeordnet wurde, hat das nichts gebracht, ich habe mir alles wieder zertreten.

Hat jemand Erfahrung bis sich eine Besserung durch Sport einstellt. Oder muss man zusätzlich noch andere Maßnahmen machen.

Hab am nächsten Freitag einen Termin bei einem Allgemeinarzt, den ich auch noch nicht kenne. (Suche z.Z. Ärzte). Ich hoffe da auf ein paar Info.

Vielleicht habt ihr ja schon vorher welche. Wäre sehr dankbar. Ich laufe derzeit wie eine 80 jährige Frau. Und die ist bestimmt schneller als ich.
So jetzt habe ich mich ausgesprochen, sorry,aber ich bin im Moment ziemlich verzweifelt und enttäuscht.:mad:

LG Uschi
 
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Hallo Erwin,

es tut mir leid, daß Du nun mit Schmerzen läufst. Das ist gar nicht angenehm und macht ja auch Angst :mad:.

Es kann ja leider immer sein, daß so eine Op nicht den Effekt hat, den man sich wünscht. Insofern würde ich jetzt erst einmal mit den Übungen zur Muskelstärkung weitermachen, allerdings auch nicht zu viel machen.
Bei Schwellungen können Lymphdrainagen sehr nützlich und angenehm sein.

Wie sieht es mit Quarkwickeln und Krautwickeln um das Knie herum aus? Ich habe das immer als wirksam empfunden!

Hier eine Liste von Chirurgen, die sich u.a. gut mit dem Knie auskennen:
Knie-Spezialisten unter Münchens Top-Medizinern - Top-Ärzte Münchens - Specials - Service - tz-online.de
Da Du in Südbayern lebst, wäre evtl. Murnau-Garmisch eine gute Adresse?

Was man leider ganz klar sehen muß: wenn Du einen größeren Knorpelschaden (Arthrose) (hat man Dir gesagt, welcher Grad?) hast, dann ist der wahrscheinlich nicht so einfach zu flicken. Und es ist eben auch nicht sicher, daß so eine Microfracturierung tatsächlich zur Neubildung von genügend Knorpel führt, egal, wie die Belastung direkt nach der Op war.
Das muß beobachtet werden :eek:).

Hyaluronsäure-Spritzen sind - abgesehen davon, daß man sie selbst zahlen muß - nicht immer hilfreich. Ich kenne Menschen, die damit über ein paar Monate wirklich schmerzfrei waren. Ich kenne andere, denen die Spritze gar nichts gebracht haben. Wenn man sich aber Hyaluronspritzen geben läßt, ist es sehr wichtig, daß die steril verabreicht werden!

Zum Knochenödem:
Knochenödem im Knie
Auch hier wird wieder Ruhe für das Gelenk angesprochen....

Ich finde 5 Wochen nach der Op noch keine lange Zeit, auch wenn sie Dir natürlich lang vorkommt :eek:). Geduld ist in so einem Fall eben wirklich nicht leicht.
Aber ich denke, da kann sich viel zum Guten ändern, vor allem, wenn Du auch mal ausprobierts, ob Ruhe hilft?

In diesem Thread stehen auch ein paar Infos generell drin, die ich ganz gut finde:
Erfahrungen mit Grönemeyer Institut für MikroTherapie GbR in Bochum, Nordrhein-Westfalen

Grüsse,
Oregano
 
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Hallo Oregano,

die OP ist mittlerweile 3 Monate her. 5 Wochen waren seit meinem letzten Beitrag. Lymphdrainage hatte ich währen der Physio, seit Mitte Dez. nicht mehr. Ich bin auch nicht mehr in Behandlung, der Operateur hat die Behandlung bereits nach einer Woche abgeschlossen, auch dem zweiten Orthopäden war nicht daran gelegen, irgendetwas zu beobachten. Deshalb fühle ich mich ja so allein gelassen.
 
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Hallo Erwin,

soviel ich weiß, kann auch der Hausarzt/Allgemeinarzt, evtl. auch ein Phlebologe, Physiotherapie bzw. Lymphdrainagen verschreiben.
Im Zweifelsfall kann man sich evtl. auch selbst diese Behandlungen leisten; so teuer sind die nicht, und man hat doch das Gefühl, daß man Hilfe und Beratung bekommt.

Ich drücke Dir die Daumen, daß Du Hilfe findest und vor allem, daß es Dir bald besser geht.

Grüsse,
Oregano
 
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